Zwei Verkehrstote in Potsdam +++ Osterfeuer-Überblick +++ Laga beginnt in Beelitz

#201・
Potsdam ganz nah
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Wann waren Sie zum letzten Mal in einem Potsdamer Restaurant essen oder im Bistro um die Ecke einen Kaffee trinken? Ist Ihnen dort etwas aufgefallen? Viele Wirte in der Stadt plagen riesige Personalsorgen, vielleicht ist bald einfach niemand mehr da, der Speis und Trank zum Tisch bringt. Gestern hat XXL-Gastronom René Dost deshalb ein riesiges Gastro-Casting veranstaltet, mehr als hundert Jobs hatte er zu vergeben. Und er ist nicht allein mit derart kreativen Wegen.
Apropos kreativ: Der lang anhaltende Ärger um den Bürgerservice im Rathaus wird endlich angegangen. Seit Montag ist der Besuch wieder ohne Termin möglich. Besonders kreativ ist auch der Potsdamer Einzelhändler Siegfried Grube immer wieder. Er bot Corona-Impfungen an, jetzt hat er einen Einkaufstag lang nur für ukrainische Geflüchtete geöffnet.
Zwei schreckliche Unfälle muss ich leider auch vermelden. Am frühen Samstagmorgen kam es auf der Strecke zwischen Geltow und Wildpark-West zu einem schweren Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang für einen jungen Autofahrer. Am Sonntag starb ein Radfahrer in der Innenstadt, die Polizei hat jetzt auch die Unfallursache ermittelt.
Zum Abschluss einige Freizeittipps, schließlich steht Ostern vor der Tür. Falls Sie spontan noch Unternehmungen für sich und die Kinder suchen, empfehle ich diese Übersicht über die besten Ferienprogramme in Potsdam. Lieber gemütlich ans Osterfeuer? Dann bitte hier entlang zum Überblick über die Feuer in Potsdam und dem Umland. Was es im Naturkundemuseum zu erleben gibt, verraten wir Ihnen hier.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters, bitte bleiben Sie gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf,
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Quelle: Archiv
Quelle: Archiv
Die Brandenburger Straße ist für viele Potsdamer schon lange ein Ärgernis: Viele Ladenflächen stehen leer, auch die Straße selbst ist mehr Buckelpiste als Flaniermeile. Und nun ist klar: Die lange geplante Sanierung der Potsdamer Fußgängerzone verzögert sich erneut. Eigentlich sollte sie in diesem Jahr bereits abgeschlossen sein. Doch weil sich keine Baufirmen finden, wird neu ausgeschrieben – und auch der Granit fehlt. Der hängt nämlich schon seit Jahren in China fest. Zugleich gibt es vom Broadway aber wenigstens eine gute Nachricht nach der letzten Zerstörung der Familie Grün.
Übrigens: Wir begleiten das Schicksal der Brandenburger Straße schon seit vielen Jahren. Schauen Sie doch mal hier hinein und lesen Sie die Erinnerungen zweier Brüder, die mit und auf dem Broadway groß geworden sind. Oder gehen Sie mit uns auf Spurensuche nach den alten Ost-Geschäften.
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Die besondere Geschichte

Ravik Dworschak, seine Mutter Tanja Hofmann und der kleine Bruder Vidal haben noch Platz auf dem Sofa. Foto: Julius Frick
Ravik Dworschak, seine Mutter Tanja Hofmann und der kleine Bruder Vidal haben noch Platz auf dem Sofa. Foto: Julius Frick
Viele Potsdamer haben Platz gemacht für ukrainische Flüchtlinge, so auch Ravik Dworschak. Der 12-Jährige will bei seinen kleinen Brüdern schlafen, damit Geflüchtete in seinem Zimmer wohnen können - doch obwohl sich Familie Dworschak schon in den ersten Kriegstagen mit ihrem Wohnraumangebot bei der Stadt Potsdam meldete, bleibt das Zimmer bis heute leer. Dabei sucht die Verwaltung doch dringend Unterkünfte, baut mit der Metropolishalle und mit Containerdörfern Sammel-Heime auf und denkt zumindest leise über eine Reaktivierung des Staudenhofs nach. Ich habe mir die Situation angesehen.
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Verkehr aktuell

Autofahrer und Radler aufgepasst: Baustellen, Sperrungen und Engpässe behindern den Verkehr auf Potsdams Straßen auch in der Woche vor Ostern. Wo besondere Vorsicht und Geduld gefragt sind, erfahren Sie hier.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Der junge König Friedrich II. schaut in die Ferne. Mit Dreispitz und Gehstock sind schon die Attribute des “Alten Fritz” in der Figur angelegt - doch noch muss sich der 28 Jahre junge Mann nicht auf den Stock stützen. Die Pose zeigt ihn als kommenden starken Mann, der auf dem Weg in den Krieg zum Rendezvous mit dem Ruhm ist und in wenigen Jahren als “Friedrich der Große” in die Geschichte eingeht.
Rund 150 Jahre später regiert Kaiser Wilhelm II., der auch ruhmreich sein möchte. Der Reichshauptstadt Berlin macht er 1901 die “Siegesallee” im Berliner Tiergarten zum Geschenk - eine Ansammlung von Figuren der brandenburgischen und preußischen Herrscher. Die Berliner verspotten die kitschig-patriotischen Figuren, auch die Kunstkritik ist hart: “Malerisch drapierte Mäntel, kühne Helmsilhouetten, gebietende Armbewegungen, protzige Schlächterdarstellungen, bohrende Blicke, Kostümexegesen von Bärenfell bis Hermelinmantel, Krone, Kanonierstiefel […] kaum eine Form ist recht verstanden, keine Silhouette schön: patriotische, schauderhaft verstimmte Blechmusik.”
König Friedrich II. vor der Gartendirektion in Sanssouci. Foto: Peter Degener
König Friedrich II. vor der Gartendirektion in Sanssouci. Foto: Peter Degener
Auch Potsdam wird beschenkt. Die Figur Friedrichs II., die der Bildhauer Joseph Uphues geschaffen hat, wird in Bronze gegossen auf der Plantage hinter der Garnisonkirche aufgestellt. Eine weitere Kopie in Marmor gelangt in der Allee nach Sanssouci auf die Wiese vor die Gartendirektion - gleich um die Ecke erhebt sich Friedrichs Weinbergschloss. Hier hat der junge König nach dem Ableben seines tyrannischen Vaters im Jahr 1740 seinen Kunstsinn ausgelebt. 
Das Original befindet sich mit den anderen Herrscherfiguren aus der Siegesallee heute auf der Zitadelle Spandau und kann in der Ausstellung “Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler” betrachtet werden. Seinen Gehstock, der auch in Potsdam schon einmal verschwunden war, hat er dort übrigens samt rechtem Arm längst verloren.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Laga 2022 in Beelitz: Eröffnung am 14. April - letzte Vorbereitungen
Geflügel darf wieder raus: Stallpflicht in PM-Kommunen aufgehoben
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Ach Du dickes Ei! Dass die Pflastersteine für die Brandenburger Straße vielleicht nicht rechtzeitig von China bis Potsdam kommen, ist eine neue Überraschung. Vielleicht dauert es ja bis Weihnachten? In diesem Sinne: Frohe Ostern!
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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