Profil anzeigen

Zwei Rathäuser für Potsdam+++Miles-Flotte startet Carsharing+++Gebrochene Herzen am EvB

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
was für ein Tag steht bevor! Heute könnte das Landeskabinett den Weg für sehr viele Lockerungen frei machen! Ich selbst komme heute in den Genuss einer Erstimpfung (Astra), wobei meine Aussichten etwas getrübt sind. Denn eine Impfung macht noch keinen Sommer. Meinen vollen Schutz bekomme ich erst im September, weil mein Hausarzt die sprichwörtliche Extra-Meile geht und ich meine Zweitimpfung erst nach zwölf Wochen erhalten soll. Hach ja, aber ich hab mich ja schon an das Kitzeln des Teststäbchens in der Nase gewöhnt.
Ich hab mich urlaubsmäßig auch schon darauf eingestellt. An der nördlichen Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen wundervollen Campingplatz am Ellbogensee. Und von dort aus sind dann wohl lange Tagesausflüge in alle Richtungen angesagt. Zoo, Schloss, Museum, Trödelladen auf dem Dorfe. Es kann so einfach sein.
Genug von mir. Jetzt kommen echte Leistungsträger an die Reihe! Marik Müller, Finn Michler und Konrad Sebastian Frahnert zum Beispiel. Die haben noch nicht mal Abitur, aber schon Lösungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft parat. Und damit meine ich nicht, dass sie ihren Garten pflegen, sondern beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ abgeräumt haben, zum Beispiel mit Ideen gegen Antibiotika-Schwemme. Einer der Schüler aus Potsdam und Kleinmachnow hat erforscht, was man vom Honig über das 3D-Drucken lernen kann. Da bin ich raus, wie der Amateur gerne sagt. Ich füge aber noch hinzu: Respekt! Hier lesen Sie mehr über die Jungs.
Noch zwei Leistungsträger sind genannt: Vonovia und Deutsche Wohnen. Wie? Die fallen gar nicht unter diese Kategorie? Immerhin gehören ihnen mehr Wohnungen in Deutschland als allen anderen Firmen. Und jetzt fusionieren beide womöglich. Was das für Potsdam bedeutet, habe ich nicht nur Vertreter dieser Unternehmen, sondern auch den Mieterbund gefragt.
Steigende Mieten sind übrigens auch das Thema einer Initiativgruppe für ein Bürgerbegehren „Potsdamer Mietendeckel“. Ab heute können Sie unterschreiben, wenn Sie wollen, dass die Pro Potsdam die Mieten künftig höchstens um ein Prozent pro Jahr anhebt.
Meine Kollegin Nadine Fabian guckt derzeit übrigens ganz genau hin, was in einem Haus in der Erich-Weinert-Straße in der Waldstadt vor sich geht. Da wird nämlich der Fahrstuhl modernisiert – eine gute Sache! Wenn man nicht im Rollstuhl sitzt. Das betrifft gleich mehrere Bewohnerinnen, denen nun vier Wochen lang der Fahrstuhl abgestellt worden ist. Dennoch müssen sie mit dem Vermieter Berlinovo um Kompensation und Hilfe kämpfen. Und dabei handelt es sich beim Vermieter um eine Gesellschaft im Eigentum des Landes Berlin und nicht irgendeinen privaten Miethai. Wo, wenn nicht an dieser Stelle, dürfen die Mieter die Beachtung sozialer Belange erwarten? Wir bleiben jedenfalls dran für Sie und die Bewohner. Hier lesen Sie, wie es den Damen am ersten Tag ohne Fahrstuhl erging.
Zum Schluss noch eine erfreuliche Sache (und ein mögliches Ausflugsziel in meinem Brandenburg-Urlaub): die Havel-Therme in Werder öffnet!
Bleiben Sie gesund,
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
***
Das Stadtgespräch

Das Stadthaus Potsdam - der Hauptsitz der Verwaltung. Foto: Friedrich Bungert
Das Stadthaus Potsdam - der Hauptsitz der Verwaltung. Foto: Friedrich Bungert
Eine Stadt – zwei Rathäuser. So sieht Potsdams Verwaltungszukunft aus. Doch das ist nicht etwa besonders viel, sondern wenig im Vergleich zu heute. Denn um die teils katastrophalen Zustände auf dem Verwaltungscampus an der Hegelallee beseitigen zu können, hat Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) ganze Abteilungen in den letzten Jahren im Stadtgebiet verteilt. Das Sozialamt sitzt in der Behlertstraße, die Abteilung Verkehr und Grünflächen in den Bahnhofspassagen, das Gesundheitsamt auf dem Gelände des Bergmann-Klinikums. Bald zieht die Bauverwaltung in die Edisonallee. Jetzt ist klar: einen Gesamtstandort wird es nie wieder geben. Aber ein technisches Rathaus als Zweitstandort neben der Innenstadt wird nun gebaut. Über erste Ideen für einen Neubau im Stadtzentrum und die Frage, wo denn der Zweitstandort liegen könnte, berichtet die MAZ am Dienstag auf der Titelseite des Lokalteils. Hier ist die Geschichte.
***
Die Corona-Lage

Es sieht weiterhin gut aus. Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam spricht jedenfalls nicht gegen die angedachten Corona-Lockerungen ab Donnerstag. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt seit Tagen und liegt heute den zehnten Tag in Folge unter 50. In den zurückliegenden Tagen sind nur noch vereinzelt neue Corona-Fälle registriert worden. 7060 waren es insgesamt am gestrigen Montag. Das entspricht übrigens etwa 3,9 Prozent der Potsdamer Bevölkerung. 
Heute fällt die Entscheidung, ob die bereits angekündigten und geplanten Lockerungen der Corona-Regeln wirklich in die Tat umgesetzt werden. Bereits vergangene Woche hatte die brandenburgische Landesregierung den Rahmen für weitere Öffnungen ​unter anderem in Tourismus, Kultur und Sport festgelegt, damit sich alle Betroffenen gut vorbereiten können.  
Die dazu notwendige aktualisierte Verordnung soll heute vom Kabinett beschlossen werden. Dann wären ab Donnerstag, den 3. Juni, weitere Öffnungen möglich, die hier einmal zusammengestellt sind. Beispielsweise das Einkaufen ohne Termin und der Restaurantbesuch im Innenbereich sowie Veranstaltungen im Freien mit bis zu 500 Teilnehmern sowie in Innenräumen mit bis zu 200 Personen.
***
Verkehr aktuell

Die Fahrbahn vor dem Hotel Mercure wurde am Wochenende erneuert. Foto: Varvara Smirnova
Die Fahrbahn vor dem Hotel Mercure wurde am Wochenende erneuert. Foto: Varvara Smirnova
Die Sperrung der Langen Brücke Richtung Leipziger Dreieck haben wir schneller überstanden als erwartet – schon am Sonntagmorgen lief der Verkehr wieder. Auch die Restarbeiten sollten bis heute morgen abgeschlossen sein. Doch bleiben Sie bitte weiterhin vorsichtig an dieser Stelle – denn immerhin wurde die Fahrbahn nur deshalb erneuert, weil dort so viele Unfälle passieren.
Ich bin selbst am Wochenende durch zwei etwas unerwartete Baustellen gefahren, auf die ich Sie hinweisen möchte: In der Heinrich-Mann-Allee wird man zwischen Waldstraße und Humboldt-Gymnasium stadteinwärts auf die andere Spure gelenkt. Genauso sieht es auf dem Horstweg aus, wo man zwischen Rewe und Bundespolizei in Richtung Heinrich-Mann-Allee auf der Gegenseite fahren muss. Dafür werden endlich die Kanaldeckel auf der Fahrbahn saniert. Die Stoßdämpfer danken es.
Ansonsten gibt es eine gute Nachricht: Bis auf kleine Arbeiten sind in dieser keine größeren Baustellen auf Potsdam Hauptstraßen hinzugekommen. Den Überblick über alle Baumaßnahmen finden Sie wie gewohnt hier.
***
Die besondere Geschichte

Der Kardiologe Tobias Plenge. Foto: Bernd Gartenschläger
Der Kardiologe Tobias Plenge. Foto: Bernd Gartenschläger
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum wie Herzen eigentlich mit Liebe verbinden? Oder was es mit dem gebrochenem Herzen auf sich hat? Wenn ja, kann ich Ihnen eins schon mal verraten: Es steckt mehr hinter dem gebrochenen Herzen als Sie vielleicht denken. Ein echter Spezialist auf dem Gebiet ist Dr. Tobias Plenge, Oberarzt am Potsdamer Bergmann-Klinikum. Vor kurzem ist er aus Berlin nach Potsdam gewechselt - und hat ein neues Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern mit ans Bergmann-Klinikum gebracht. Was es mit diesem Flimmern auf sich hat? Was unser Herz aus dem Takt bringt? Und wie gefährlich Herzrhythmusstörungen eigentlich sind? Darüber haben wir mit ihm gesprochen. Das vollständige Interview lesen Sie hier.
***
Der kulinarische Tipp

Foto: privat
Foto: privat
Hätt‘ ich Dich heut‘ erwartet, hätt‘ ich Kuchen da! So richtige Besuche sind lange Zeit wegen der Pandemie selten gewesen, doch jetzt geht es wieder los. Und mit einem Kuchen to Go können Sie die weiterhin geltenden Vorsichtsmaßnahmen gekonnt einhalten. Meine Kollegen nennen das „Cake Pops“, weil der Kuchen wie ein Lollipop in der Hand gehalten wird. Ich nenne es „Kuchen am Stiel“. Um welchen Kuchen es geht, ist völlig egal. Hauptsache, Sie haben einen Teig gebacken und ein paar Bastelstäbchen parat.
Sobald Ihr Kuchen aus dem Ofen und ausgekühlt ist, schneiden Sie ihn in Stücke und stecken die Hölzer am seitlichen Rand in den Teig. Nun brauchen Sie Platz im Tiefkühler. Die Kuchenstücke am Stiel sollten mindestens eine Stunde ordentlich frieren. 
Der entscheidende Schritt: die Dekoration. Sie brauchen Schokolade als Kuvertüre, die sie im Wasserbad schmelzen. Die flüssige Masse kommt über das gesamte Kuchenstück und umhüllt vor allem den Einstich des Holzstäbchens, das dank der Schokolade nun fest mit dem Teig verklebt ist. Bevor die Schokolade wieder härtet, sollten Sie natürlich bei der Deko Ihrer Kreativität freien Lauf lassen und Früchte, Streusel, Kekse, Mandelsplitter, Smarties oder Zuckerperlen hinzufügen. Wenn Sie sich dann mit Freunden im Freien treffen, gibt es Kaffee und Kuchen ganz ohne Teller und Gabel auf der Parkbank.
Tipp: Peter Degener
***
Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Varvara Smirnova
Foto: Varvara Smirnova
Haben Sie die schwarzen Autos mit der Aufschrift „Pay for the ride, not the traffic“ schon bemerkt? Sie gehören zu „Miles Mobility“, ein Carsharing-Anbieter, der ohne feste Ausleihstationen arbeitet. Seine Berliner Flotte ist seit gestern auch in Potsdam nutzbar. Erstmals können Potsdamer sich ein Auto quasi am Wegesrand ausleihen. Der CEO der Firma, Oliver Mackprang, hat mir erzählt, wie sich das rechnen soll. Denn eigentlich hieß es immer, dass selbst in Berlin kein Geschäft außerhalb des S-Bahn-Rings zu machen sei.
Miles hat allerdings ein interessantes Konzept, das der oben genannte Aufdruck auf den Autos verdeutlicht. Man zahlt nicht für die Zeit im Stau, sondern allein für die gefahrene Strecke. Und dann hat er noch ein gutes Argument: Wer in Potsdam einkaufen will, aber ungern die hohen Parkgebühren zahlt, muss sich darum gar nicht mehr kümmern. Die Firma füttert die Parkuhr, wenn Sie den Wagen irgendwo abstellen.
***
Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo iat das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo iat das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Jan Amos Comenius sitzt nachdenklich vor der Friedrichskirche auf dem Weberplatz in Babelsberg. 1995 wurde die Bronzefigur des tschechischen Reformpädagogen dort enthüllt. Sie steht für die rund 30.000 verfolgten protestantischen Familien aus Böhmen, die in der Zeit des 30-Jährigen Kriegs ihr Land verlassen mussten. Comenius, nach dem in Potsdam auch eine Schule und eine Kita benannt sind, war Theologe, lebte von 1592 bis 1670. Gewürdigt wird heute sein Einfluss auf die Erziehung.
Jan Amos Comenius vor der Friedrichskirche auf dem Weberplatz. Foto: Peter Degener
Jan Amos Comenius vor der Friedrichskirche auf dem Weberplatz. Foto: Peter Degener
Sein Ziel: Jeder Mensch sollte ungeachtet seines Alters, Geschlechts, Vermögens und Standes von allen Wissensbereichen die Grundlagen erlernen. Er forderte eine öffentliche Schule für alle und Unterricht in der Muttersprache. Mancher Fürst beauftragte ihn mit der Reform des Schulwesens. Preußen gehörte zwar nicht dazu, dennoch steht das Comenius-Denkmal auf dem Weberplatz richtig. Denn dort durften sich dank König Friedrich II. protestantische böhmische Weber, die in ihrer Heimat noch immer wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, ansiedeln. Sie gründeten die Kolonie Nová Ves, was tschechisch ist und „Neues Dorf“ bedeutet. Es war der Ursprung von Nowawes, einem der Siedlungskerne des heutigen Stadtteils Babelsberg.
Rätsel: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Bis zu 250 Wohneinheiten kann sich Markus Kühne, Stadtplaner der „DLE Deutsche Landentwicklung Holding AG“ im hinteren und südlichen Bereich des ehemaligen Telekomgeländes in Stahnsdorf vorstellen. Kolportierte 25 Millionen sollen sich die Investoren das Gelände, das 1938 als Kaserne in Betrieb genommen wurde, kosten haben lassen. Doch mit ihren Plänen stoßen sie in der Gemeinde nicht auf Gegenliebe. Hier wird gerade ein Bebauungsplan auf den Weg gebracht der alles vorsieht, nur nicht Wohnen. Die Entwickler fühlen sich übergangen und überlegen sich nun, Stahnsdorf wieder aufzugeben. Mehr zu dem Streit lesen Sie hier.
Der Realmarkt in Teltow. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Der Realmarkt in Teltow. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Wie geht es weiter mit den Real-Märkten in Teltow und im Potsdamer Stern-Center? Klar ist: Mit Real ist es vorbei, doch was es wann genau und wie dort in Zukunft zu kaufen gibt, war bisher unklar Nun bringt meine Kollegin Konstanze Kobel-Höller Klatrheit in die Sache. Während auf den rund 6600 Quadratmetern in Potsdam ein Edeka-Center entsteht, wird der Markt in Teltow zu einem Marktkauf umgewandelt. Die beiden Konzepte unterscheiden sich unter anderem durch den höheren Anteil an Non-Food-Produkten im zweiten Fall. In Teltow gibt es neben dem Hauptmarkt mit einer Fläche von 6300 Quadratmetern noch einen separaten Getränke- und einen Fachmarkt, sodass Edeka insgesamt eine Fläche von rund 7700 Quadratmetern übernimmt. Alle Gebäude werden weiter betrieben. Mehr zur Zukunft der beiden Märkte lesen Sie hier.
***
Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Das Modellprojekt für rauchfreie Haltestellen in Potsdam bringt MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister zum Schmunzeln.
Er meint: “Zehn Jahre haben die stadtpolitischen Köpfe geraucht, jetzt endlich ist der Beschluss gefasst: Es entstehen zehn ,nikotinfreie Fahrgastunterstände’. Dolles Wortgebilde, ich freue mich schon drauf, wenn das vielleicht auch noch gegendert wird. Vermutlich wird das schneller kommen als die rauchfreien Stationen, denn Potsdam hat immerhin 129 Tram-Haltestellen. Wenn also jetzt zehn Haltestellen zehn Jahre zur Nikotinbefreiung gebraucht haben, dann können wir getrost von einer Jahrhundertaufgabe sprechen. Na dann, darauf eine letzte Zigarette!”
***
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.