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Wolf in Potsdam++Kein Sinterklaas-Markt++Mieter aus dem Josephinen-Heim

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Hatten Sie ein angemessen gruseliges Wochenende? In Potsdam wurde Halloween gefeiert, auch im Umland gab es reichlich Spuk. Aber nun wollen wir uns den wichtigsten Nachrichten zum Wochenstart widmen, die hoffentlich weniger Angst und Schrecken verursachen als die vielen kleinen Geister.
Starten wir mit einer anderen bedeutenden Festivität: Weihnachten. Dass der beliebteste Weihnachtsmarkt “Blauer Lichterglanz” in der City grundsätzlich wieder stattfinden darf, steht fest. Aber wie sieht es mit den vielen kleinen, kuscheligen Weihnachtsmärkten aus? Die MAZ verrät Ihnen, was Sie über Sinterklaas und Co. wissen müssen.
In der Potsdamer SPD gibt es eine Personalverschiebung. Der bisherige Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung, Daniel Keller, ist jetzt der Chef der Landtagsfraktion der Sozialdemokraten, David Kolesnyk ist Generalsekretär. Dessen Nachfolger steht bereits fest und hat der MAZ seine Positionen zu wichtigen Streitpunkten in der Stadt dargelegt. Der Fraktionsvorsitz in der SVV wird hingegen noch vergeben.
Apropos Streit: Um die Weidenhof-Grundschule am Schlaatz bahnt sich Ärger an, Eltern und Lehrer befürchten, eine ganze Generation Grundschüler müsse bald auf einer Baustelle lernen.
Drei schnelle, schöne Nachrichten zum Abschluss: Im Park Sanssouci wurde ein obdachloses Bienenvolk gerettet. Im goldenen Herbst sieht Potsdam besonders schön aus. Und mein Kollege Rainer Schüler hat herausgefunden, warum in Drewitz eine ganze Reihe von Häusern zwei Hausnummern haben.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters. Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Karl-Heinz Marek (l.) und Sigmund Jähn 1983 vor dem Einsteinturm. Foto: GFZ
Karl-Heinz Marek (l.) und Sigmund Jähn 1983 vor dem Einsteinturm. Foto: GFZ
Was haben der Einsturmturm, der erste Deutsche im All und die Josephinen-Wohnanlage an der Alten Fahrt miteinander gemeinsam? Den 83 Jahre alten Wissenschaftler Karl-Heinz Marek. Er gehört zu den mehr als 100 Senioren, die jetzt aus der Josephinen-Anlage ausziehen müssen, weil der Betreiber allen gleichzeitig gekündigt hat. Was erwartet die Menschen nun, wo sowohl das Land als auch die Stadt von sich behaupten, hier machtlos zu sein? Die Linken in Potsdam sprechen von einer Investoren-Entscheidung, die an Menschenverachtung nicht zu überbieten sei.
MAZ-Redakteur Peter Degener hat Karl-Heinz Marek heute in seiner Wohnung getroffen. Er traf nicht nur einen Mann, der bis heute an seine gemeinsame Arbeit als Wissenschaftler mit dem Kosmonauten Jähn erinnert, sondern der auch eine besondere Verbindung zu seinem Alterssitz hat. Hier lesen Sie diese Geschichte.
Kennen Sie auch jemanden, der wie Karl-Heinz Marek in der Josephinen-Anlage wohnt? Wir möchten die Mieter, die nun auf die Straße gesetzt werden sollen, vorstellen und zeigen, dass hinter dem Kalkül der Eigentümer viele besondere Schicksale stehen. Schreiben Sie uns an potsdam-stadt@maz-online.de
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Hinter der Recherche

Wolf in der Döberitzer Heide. Quelle: Ingolf Koenig-Jablonski
Wolf in der Döberitzer Heide. Quelle: Ingolf Koenig-Jablonski
Manchmal entsteht eine tiefgehende Recherche aus einem Facebook-Post. In der vergangenen Woche berichtete eine Potsdamerin von einer Wolfssichtung im Ortsteil Fahrland. Wir MAZ-Redakteure fragten uns natürlich als erstes: Kann das sein? Kann der Wolf aus der Döberitzer Heide nach Potsdam gekommen sein? Also haben wir diese Fragen den Menschen gestellt, die es wissen müssen. Und tatsächlich sieht alles danach aus, als sei der Wolf nun in Potsdam angekommen. Unsere Experten sagen, die Raubtiere hielten sich grundsätzlich von Menschen fern. Aber trotzdem könnten sich die Wölfe zunehmend an Menschen gewöhnen und zu einer Gefahr werden, besonders für Landwirte.
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Die Corona-Lage

Weitere 21 Neuinfektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 hat das Robert Koch-Institut am Sonntag für die Landeshauptstadt gemeldet, am Montag waren es dann wie üblich keine. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt damit leicht auf 123. Eine Woche zuvor hatte sie bei rund 108 gelegen; in nicht einmal zwei Wochen hat sich der Wert mehr als verdoppelt.
Die Sieben-Tage-Inzidenz der fünf bis vierzehn Jahre alten Potsdamer liegt mit 198 weiter klar über dem Durchschnitt von 123 und fast doppelt so hoch wie die der hochbetagten Über-80-Jährigen (102). Doch abgesehen von den 60- bis 79-Jährigen weisen alle Altersgruppen nun Inzidenzen von über 100 auf.
Damit entwickelt sich die vierte Infektionswelle in Potsdam weiter rasant. Im Oktober wurden im Stadtgebiet 708 Ansteckungen gezählt. Zum Vergleich: Im September waren es 449 Infektionen gewesen, im Oktober des Vorjahres, als die zweite große Welle ihren Anfang nahm und zugleich noch keine Impfstoffe verfügbar waren, waren es mit 306 neuen Fällen binnen Monatsfrist weniger als die Hälfte der nun bestätigten Ansteckungen gewesen. Hier finden Sie unsere täglichen Corona-Updates.
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Unsere Entdeckung der Woche

Tim Bosse hat das Projekt „AI.Cube“ geleitet. Ab Montag können Interessierte das Escape-Spiel zu Künstlicher Intelligenz ausprobieren. Quelle: Varvara Smirnova
Tim Bosse hat das Projekt „AI.Cube“ geleitet. Ab Montag können Interessierte das Escape-Spiel zu Künstlicher Intelligenz ausprobieren. Quelle: Varvara Smirnova
Wollten sie schon einmal die Welt retten? Ein Verbrechen aufklären? Ein Abenteuer in einer anderen Epoche bestehen? Sogenannte Escape-Rooms oder Exit-Games bieten seit einigen Jahren diese Erfahrung an.
In einem Raum voller Geheimnisse kann man mit Freunden unter Zeitdruck einen wahren Adrenalinschub genießen, wenn man gegen die Uhr kämpft und zugleich einen kühlen Kopf bewahren muss, um mit Hilfe von Rätseln dem Raum zu entfliehen. Nur wer sich genau umschaut und kombiniert, kann die Geschichte zu einem guten Ende bringen. Studenten der Europäischen Medienwissenschaft haben am MIZ Babelsberg einen Escape-Room entwickelt. Der „AI.cube“ handelt von künstlicher Intelligenz und bietet bis Ende Januar ein kostenfreies Abenteuer.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Der „Habulamond“ strahlt uns an. Habula – das ist der altgermanische Begriff für ein Haff oder eine Bucht. Und es war der ursprüngliche Name der Flusslandschaft, in der wir leben. Die Slawen machten aus dem germanischen „Habula“ schließlich die Havel. Wir befinden uns unter der Humboldtbrücke an der Schiffbauergasse. Der Lichtkünstler Rainer Gottemeier hat hier 2018 leuchtende Stahlrahmen an der Unterseite der Brücke installiert, die von 22 bis 2 Uhr in der Nacht leuchten.
Der "Habulamond" leuchtet unter der Humboldtbrücke. Foto: Peter Degener
Der "Habulamond" leuchtet unter der Humboldtbrücke. Foto: Peter Degener
Im Sommer spiegelt sich ein erstes blasses Licht der Leuchtstäbe auf dem Wasser, wenn es zu dämmern beginnt. In der Nacht und in der Wintersaison ist der Kontrast stärker. Dann glänzt die Spiegelung weiß auf der pechschwarzen Oberfläche des Flusses. Die Reflexionen des künstlichen Mondes tanzen auf der Havel. 
Der „Habulamond“ gehört zu einem Pfad moderner Kunst entlang des Flusses, der von der Schiffbauergasse bis zur Havelbucht an der Breiten Straße reicht und seit 2013 regelmäßig um neue Werke ergänzt wird. Gottemeiers Installation ist der beste Grund, diesen Weg nicht nur tagsüber entlang zu spazieren.
Mehr zum „Habulamond“ und zu weiteren Kunstwerken auf dem Potsdamer „Walk of Modern Art“ können Sie hier nachlesen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Machbarkeitsstudie zur Rettung des Seddiner Sees: Vorzugsvariante kostet vier Millionen Euro
Baumblütenfest 2022: Werder entscheidet im Dezember
Heimlich aufgestellt: Die Teltower Kürbis-Tradition
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Verkehr in Potsdam

Staugefahr und Umleitungsmarathon gibt es in Potsdam überall, wo gebaut wird. Neuer Ungemach droht am Leipziger Dreieck, auf der B 273, in der Lotte-Pulewka-Straße und am Platz der Einheit. Hier finden Sie den Baustellenüberblick für die erste Novemberwoche.
Neuigkeiten gibt es auch in Babelsberg in der Rudolf-Breitscheid-Straße, denn dort soll der Radstreifen endlich von haltenden Fahrzeugen und Lieferverkehr freigehalten werden. Das Ordnungsamt kündigt verstärkte Kontrollen an.
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Auch MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister zeigt sich schockiert über die Massen-Kündigung der Mieter einer ganzen Senioren-Wohnanlage in Potsdam. “Im Alter nicht allein” - ein schönes Motto. Und auch der Slogan unter dem Josephinen-Wohnanlage Potsdam. Ob die gemeinsame Kündigung von 100 älteren Bewohnern dem gerecht wird, darf getrost bezweifelt werden.“
Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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