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Wohnungstausch+++Parkmüll+++Architekteninterview

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin ein ungeduldiger Mensch, das gebe ich offen zu. Wer mich kennt, w
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Liebe Leserinnen und Leser,
ich bin ein ungeduldiger Mensch, das gebe ich offen zu. Wer mich kennt, weiß, dass ich das auch nicht immer gut verheimlichen kann. Aber was lange währt, wird gut - so sagt man und ich wünsche es mir für die endlich eröffnete Wohnungstauschzentrale. Seit Montag können Potsdamer sich in der Yorckstraße kostenlos beraten lassen, wo und wie sie womöglich kleiner, aber besser wohnen können – und zugleich größere Wohnungen für Familien frei werden.
Auf den Tag genau vier Jahre hat es vom Antrag der Linken bis zur Umsetzung gedauert - es war ein Thema, das uns und Sie also regelmäßig begleitet hat. Das Angebot ist neu in der Bundesrepublik - da sollte man nicht hämisch auf den Kalender schauen, sondern muss die Daumen drücken, dass es gelingt, findet mein Kollege.
Wie lange wird es wohl dauern, bis ein neuer Vorstoß der Grünen umgesetzt wird (sofern er beschlossen wird)? Die Fraktion fordert, dass die Stadt Potsdam eigene Flächen in bestehenden Parkhäusern anmietet und den Einwohnern zur Verfügung stellt. „Wo Plätze in Parkhäusern für Anwohner geschaffen werden, muss mindestens dieselbe Zahl Autos von den Straßenrändern verschwinden“, sagt Grünen-Chefin Saskia Hüneke.
So nehmen die Grünen ein Hauptargument von Kritikern der autofreien Innenstadt auf. Die sorgen sich um die Bestandsrechte von Anwohnern, die plötzlich ohne Stellplätze auskommen müssten. Im neuen autoarmen Stadtteil Krampnitz könnten sogar kommunale Parkhäuser entstehen, anstatt dort Flächen dauerhaft anzumieten.
Gar nicht schnell genug soll es bei der Rettung von Kindern aus dem griechischen Flüchtlingslager Moria gehen. Die Stadt hat seit Jahresbeginn 170 geflüchtete Menschen aufgenommen und Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) würden nun gerne schnell Menschen aus Moria in Potsdam eine Bleibe geben. Dort sind nach einem verheerenden Brand 12.000 Menschen obdachlos geworden.
Ganz schnell geht es leider mit den Corona-Infektionen an den Potsdamer Schulen. Eine Sechstklässlerin der Max-Dortu-Schule wurde nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert. Am Wochenende kamen gleich zehn Infektionen hinzu. Damit sind in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 19 Infektionen in Potsdam nachgewiesen worden.
Bleiben Sie gesund - und geduldig!
Herzliche Grüße
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

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Das Stadtgespräch

Axel Schwarze (48) ist seit 1987 Gärtner bei der Schlösserstiftung, hier im Neuen Garten sorgt er täglich für Sauberkeit der Parkanlage. Foto: Bernd Gartenschläger
Axel Schwarze (48) ist seit 1987 Gärtner bei der Schlösserstiftung, hier im Neuen Garten sorgt er täglich für Sauberkeit der Parkanlage. Foto: Bernd Gartenschläger
Nach jedem Wochenende das gleiche Bild: Pizzakartons, Bierflaschen und benutzte Feuchttücher liegen auf den Wiesen im Welterbe. Im Sommer wird zunehmend mehr Müll in den Potsdamer Parks von Bade-und Picknick-Gästen und sogar Partywütigen hinterlassen.
Wegräumen müssen es die Gärtner der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Einer von ihnen ist Axel Schwarze. Er leidet allerdings nicht nur als passionierter Gärtner unter dem mittlerweile üblichen Dreck, sondern auch als Anwohner. Denn Schwarze wohnt direkt neben der Badestelle am Heiligen See.
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Die besondere Geschichte

Der Architekt Andreas Michels. Foto: Florian Buettner
Der Architekt Andreas Michels. Foto: Florian Buettner
Der Berliner Architekt Andreas Michels baut das neue Kreativquartier an der Plantage. Doch nicht jedem gefällt sein Entwurf. Kritik kommt vor allem von den potenziellen Nutzern selbst.
Im MAZ-Interview spricht er über die Vision hinter dem Entwurf und die Details, die zu vielfältigen Begegnungen und einem Austausch der Nutzer führen sollen. Zugleich baut Michels Büro direkt am umstrittensten Ort der Stadt, wo mit dem Turm der Garnisonkirche bald das höchste Gebäude Potsdams stehen soll. Was will er dem entgegensetzen?
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Der kulinarische Tipp

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Mal wieder Lust auf asiatisch? Dann können wir Ihnen einen Besuch im “Mami Dang” Am Kanal in Potsdam ans Herz legen, denn dort präsentiert Chef Sytuan Dang seit kurzem gleich zwei asiatische Küchen nebeneinander: die vietnamesische Küche seiner Heimat und die japanische. Ein Vorteil in Corona-Zeiten: Das Angebot an Außenplätze ist groß.
In Potsdam und Umland ist Dang bereits bekannt durch seine beiden Restaurants “Herr Dang” in Potsdam und Werder. Nun hat unsere Gastro-Testerin Manuela Blisse sein neuestes Angebot getestet und war begeistert. Übrigens auch vom Ambiente. “Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist der Innenraum trotz seiner Größe ein einladendes Refugium mit langem Tresen, Säulen, viel Holz und güldenem Dekor, modernen Leuchten und erfreulicherweise ohne Asia-Chi-Chi geworden”, schreibt sie.
Bei den Gerichten orientiert sich der Küchenchef an traditionellen vietnamesischen Gerichten, unterzieht sie der eigenen Kreativität und dem Publikumsgeschmack. Das Ergebnis: ein breiteres, jedoch nicht ausuferndes Angebot unkomplizierter Speisen
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: dpa
Foto: dpa
Viele Begriffe aus der DDR gingen mit der Wiedervereinigung verloren, einige überlebten regional. Ein neues Buch aus dem Dudenverlag erklärt nun 50 dieser Wörter. Aber wie gut kennen Sie sich mit den Ost-Begriffen aus? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz.
Die Autorin Antje Baumann erklärt in ihrem Werk „Mit der Schwalbe zur Datsche - So sprach der Osten“ 50 Begriffe aus der Deutschen Demokratischen Republik. Die Liste reicht vom Wort „Antifaschistischer Schutzwall“, das die tödliche Mauer kaschieren sollte, bis hin zum gesamtdeutschen Phänomen „Westpaket“.
Mehr über die Neuerscheinung lesen Sie hier.
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Verkehr

Stau in der Zeppelinstraße droht auch dieser Woche wieder. Foto: Friedrich Bungert
Stau in der Zeppelinstraße droht auch dieser Woche wieder. Foto: Friedrich Bungert
Es ist selten, aber manchmal kommt es tatsächlich auch vor, dass wir an dieser Stelle gute Nachrichten für Sie haben. Heute kann ich Ihnen mitteilen, dass in der Heinrich-Mann-Allee endlich wieder drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen.
Gleich zwei schlechte Nachrichten gibt es indes von der Zeppelinstraße. Dort muss für den Bau von Hausanschlüssen eine Fahrspur zwischen Nansenstraße und Schillerplatz gesperrt werden. Pro Richtung steht nur noch eine Spur zur Verfügung. Für den Bau einer 300 Meter langen Busspur vor dem Ortseingang Potsdam wird zudem der Radweg stadteinwärts zu einer Behelfsfahrbahn umgebaut. Hierzu muss der Radweg stadteinwärts gesperrt werden und wird ab Haltestelle Bayrisches Haus über den stadtauswärtigen Geh- und Radweg geführt.
Vollgesperrt ist zudem die Konrad-Wolf-Allee in Richtung Kirchsteigfeld zwischen Hans-Albers-Straße und Robert-Baberske-Straße. Eine Umleitung erfolgt über die Wolfgang-Staudte-Straße.
Und auch die Kaiser-Friedrich-Straße muss in Höhe Ehrenpfortenbergstraße punktuell halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr wird wechselseitig geführt.
Den gesamten Überblick über alle aktuellen Baustellen der Stadt finden Sie hier.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das denn in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das denn in Potsdam? Foto: Peter Degener
Das Bild mit den sich kreuzenden Linien und zahlreichen blauen, roten, weißen und grauen Flächen erinnert an abstrakte Kunst. Die Perspektive, die der Kameramann eingenommen hat, spielt mit den Sehgewohnheiten. Wer am gesuchten Ort ein- und ausgeht, weiß den kreativen Umgang mit dem Bild zu schätzen. Manch einer ist mit der eigenen Kreativität richtig groß herausgekommen und hat dem Umfeld dieser wahrhaftigen Institution (die älteste ihrer Art in Deutschland) alle Ehre gemacht.
Wer den Ort aus der Ferne sieht, denkt womöglich als erstes an Asien oder zweifelt die Ernsthaftigkeit des Ganzen an: „Das ist ja nur ein überdimensionales Spielzeug!“ Keineswegs. Wo tragen die scheinbar zerbrechlichen und in alle Richtungen desorientierten bunten Stützen ein Dach? Wo steht dieses auch architektonisch spannende Haus, das aus der oftmals schrecklichen Potsdamer Architektur der Neunziger Jahre hervorsticht?
Welcher Ort ist gesucht?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 18. September eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Darin verbergen sich verschiedene Dinge, etwa eine Powerbank zum Laden Ihres Handyakkus oder auch ein Regenschutz für Ihren Fahrradsattel. Oder hätten Sie lieber einen Zollstock, eine MAZ-Tasse oder einen hochwertigen Kugelschreiber? Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.
Das ist los im Umland

Die Baustelle der Havel-Therme. Foto: M- Karnbach
Die Baustelle der Havel-Therme. Foto: M- Karnbach
Die Havel-Therme wächst und ihre Eröffnung ist zum Greifen nahe. Daran haben vor ein paar Jahren nur noch wenige Werderaner geglaubt, als das Bad (damals unter dem Titel Blütentherme) als vollgelaufener Rohbau brach lag. Wahrscheinlich war angesichts der Sorge um das prominenteste Bauvorhaben das Umfeld etwas aus dem Blick geraten. Doch jetzt hat die Debatte darüber, was links und rechts der Therme eigentlich gebaut werden soll, Fahrt aufgenommen. Anstoß gab der Wunsch eines Investors, mehr Wohnungen zu bauen als vorgesehen, wie MAZ-Reporter Jens Steglich herausgefunden hat. Doch sollte das Thermen-Umfeld nicht besser von Gastronomie und Hotellerie geprägt sein? Die Diskussion hat begonnen.
Bernd Albers (Bürger für Bürger). Foto: privat
Bernd Albers (Bürger für Bürger). Foto: privat
Und noch ein umstrittenes Bauprojekt: Mehrfamilienhäuser auf Stahnsdorfs Upstallwiesen. Dagegen zieht eine Bürgerinitiative zu Felde mit einer Petition. Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass Bauvorhaben Kritiker und Befürworter haben. Aber das Brisante: Bürgermeister Bernd Albers (BfB) hat die Petition gegen den Beschluss der Gemeindevertretung unterzeichnet. Das sei ja seine Privatmeinung, sagt er selbst dazu gegenüber meiner Kollegin Konstanze Kobel-Höller. Der Hauptverwaltungsbeamte gegen seinen Dienstherren? Kann Albers persönliche politische Positionen in unmittelbaren Dienstangelegenheiten vertreten? Selbst wenn es rechtlich gedeckt ist, riskiert der Bürgermeister damit nicht seine Integrität?
Voll, voller, Havelfähre Ketzin. Foto: privat
Voll, voller, Havelfähre Ketzin. Foto: privat
Und noch mal die Havel abwärts: Über die riesigen Verkehrsprobleme, die von der A10-Baustelle auf dem westlichen Ring verursacht werden, haben wir im Potsdam-Newsletter schon berichtet. Doch es gibt noch mehr: Auf ihrer Suche nach einer Umfahrung von Stau und Baustelle landen Autofahrer an der Havelfähre in Ketzin. Die ist jetzt in Stoßzeiten im Dauereinsatz und die Fährleute kommen kaum mit dem Abkassieren hinterher. Und dann sind da noch die Lkw. Die dürfen nicht auf die Fähre und müssen umständlich wenden. Das Thema bleibt uns noch erhalten – die Baustelle ist auf zwei Jahre angelegt.
Text: Alexander Engels
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
“Alarm! Letzte Woche war Alarmtest und alles was man davon gehört hat, war das man nichts gehört hat”, sagt MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister. Wenn das Handy also verdächtig still bleibt, ist dann vielleicht erst recht gerade was im Busch?
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