Weiße Weihnacht?+++Impfpflicht in der Pflege+++ein "Feuerball" und heldenhafte Retter

#166・
Potsdam ganz nah
180

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Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
der Schnee ist wieder weggetaut. Was meinen Sie, kommt er noch mal wieder? Pünktlich zu Heiligabend vielleicht? Es sind noch genau zehn Tage bis dahin. Da darf man doch eine Prognose wagen! Und statistisch gesehen ist Potsdam nun aber sowas von dran mit einer “weißen Weihnacht”! Denn die letzte schneebedeckte Bescherung gab es 2010 - und einmal in zehn Jahren gönnt uns die Statistik Schnee an den Feiertagen. (Früher war es doppelt so häufig!) Wir haben jedenfalls den Chef-Meteorologen der Region gefragt, was noch drin ist in diesem Jahr. Das Interview mit Thomas Endrulat vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam und seine Prognose für die nächsten zehn Tage finden Sie hier.
Eine Prognose für fünf junge Menschen wage ich hier: Sie werden auch künftig selbstlos handeln und nicht nur zuschauen, wenn jemand in Gefahr geraten ist. Es war in der Nacht zu Montag auf dem Werderschen Damm zwischen Potsdam und Geltow. Sie sahen ein in der Ferne einen “Feuerball” und fuhren kurz darauf an einem lichterloh brennenden Auto vorbei. Direkt daneben lag ein Mann auf der Straße. Oliver, Valentino, Anne, Richard und Luca zögerten keine Sekunde. Die 18 bis 21 Jahre alten jungen Menschen zogen den Mann in Sicherheit, setzten ihr Wissen als Ersthelfer ein, bis die Rettungskräfte kamen. Mehr über den Unfall, über die fünf Ersthelfer und ihre Motivation, lesen Sie hier.
In kritischen Situationen muss man wissen, was zu tun ist. Das gilt nicht nur für jeden Einzelnen, sondern gerade für große, lebenswichtige Einrichtungen - ein Krankenhaus oder ein Kraftwerk zum Beispiel. Auch in Potsdam gibt sehr viel “kritische Infrastruktur”. Vor anderthalb Jahren kündigte die Verwaltung die Überprüfung der Notfallkonzepte an, nachdem zuerst ein Cyberangriff die Verwaltung traf - und dann die Corona-Pandemie begann. Was ist seitdem geschehen? Zwei Antworten: wenig. Aber zum Glück gilt das nicht für alle kritischen Bereiche.
Bevor ich Ihnen die handverlesenen Rubriken des Newsletters ans Herz lege (mit einer weihnachtlichen Entdeckungstour durch alte Potsdam-Fotos) gebe ich Ihnen noch einen Überblick über die Corona-Lage in Potsdam:
Auf die zwei Impfzentren in der Schinkelhalle und in der Metropolis-Halle gibt es einen regelrechten “Run”. Innerhalb weniger Tage gab es rund 3000 Impfungen an beiden Orten. Wenn Sie selbst noch auf der Suche nach einem Impftermin sind, schauen Sie hier nach. Gerade gestern wurden neue Termine freigeschaltet.
Auch das Kinderimpfen in den beiden Potsdamer Impfzentren könnte noch in dieser Woche beginnen. Wie die Stadt am Montag mitteilte, hat Potsdam „in einem ersten Schritt für 1000 Kinder und Jugendliche Impfstoff für die Erst- und Zweitimpfung bestellen können“, die Lieferung werde für Mitte der Woche erwartet.
Ganz unbeeindruckt von der Impfkampagne gibt es landesweit eine Reihe von “Spaziergängen” von Impfgegnern. Auch in Potsdam waren am Montagabend rund 80 Menschen unterwegs. Dumm nur, dass keiner die Demo angemeldet hatte - so musste die Polizei einschreiten.
Zum Schluss appelliere ich noch an Sie, dass auch Sie einmal anderen in Not helfen. Dafür müssen Sie nicht ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, wie die jugendlichen Ersthelfer beim Unfall vorletzte Nacht. Lesen Sie bitte die Geschichte von Lisa Roß. Die 33-Jährige ist Mutter von vier Kindern, alleinerziehend, arbeitslos – die Inflation trifft die Potsdamerin hart. Bei jedem Einkauf muss sie abwägen, was sie sich noch leisten kann und was nicht. Deshalb unterstützt die MAZ die Familie bei der diesjährigen Sterntaler-Spendensammlung. Helfen auch Sie bitte mit!
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Foto: Oliver Berg
Foto: Oliver Berg
Die einrichtungsbezogene Impfpflicht kommt. Das hat der Bundestag am Freitag beschlossen. Danach müssen Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen, Arzt- und Zahnarztpraxen, Reha-Kliniken, Geburtshäusern oder auch Rettungsdiensten und ambulanten Pflegediensten bis spätestens 15. März 2022 eine vollständige Corona-Impfung nachweisen. In Potsdam befürworten die meisten Einrichtungen diese Entscheidung, einige befürchten aber auch die Abwanderung ungeimpfter Pflegerinnen und Pfleger.
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Hinter der Recherche

Ein Teil des schwarzen Netzes. Grafik: Peter Degener
Ein Teil des schwarzen Netzes. Grafik: Peter Degener
Früher Morgen, ein Radiosender des Rundfunk Berlin Brandenburg RBB läuft. Der Fahrradexperte motzt über Berlins Fahrradpolitik und holt als glänzendes Gegenbeispiel Potsdam hervor. Ich höre die Stimme von Thomas Schenke, der im Rathaus für Mobilität und die damit verbundene technische Infrastruktur verantwortlich ist. Er nennt einen Begriff, den ich noch nie gehört habe: Potsdam hat ein “schwarzes Radwegenetz”. Was düster klingt, meint: Wenn es schneit, werden zumindest die Hauptrouten der Fahrradwege von Schnee und Eis befreit - und der schwarze Asphalt wird sichtbar.
Doch wie groß ist dieses schwarze Netz? Welche Strecken gehören dazu? Welche Probleme bringt dieser Service mit sich? Das hat Thomas Schenke mir dann noch einmal persönlich erzählt. Hier lesen Sie das Ergebnis.
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Verkehr aktuell

Foto: Julius Frick
Foto: Julius Frick
Bahnfahrer aufgepasst! Nichts geht mehr für Züge am nächsten Wochenende, 17. bis 20. Dezember, in Potsdam. Die wichtigste Bahntrasse durch die Landeshauptstadt wird zwischen Babelsberg und dem Hauptbahnhof gesperrt. Grund dafür sind wieder einmal die Arbeiten an der Schnellstraßenbrücke (L 40). Nachdem in der vorigen Woche bereits das Stück über die Friedrich-List-Straße der zweiten neuen Brücke mit Beton gegossen wurde, wofür die Abfahrt gesperrt war, geht es nun um den Abschnitt über die Gleise und die Friedrich-Engels-Straße. S-Bahn und Regionalbahn sind unterbrochen. Fern- und Regionalzüge werden umgeleitet. Die S7 endet in Babelsberg. Ersatzbusse fahren zwischen Hauptbahnhof und Babelsberg.
Eine gute Nachricht: Die Sperrung der Friedrich-Engels-Straße für Autos am Leipziger Dreieck, die immer wieder verlängert worden ist, wird nun ein paar Tage früher als gedacht aufgehoben.
Die übliche Übersicht über die wichtigsten Baustellen an Potsdams Hauptstraßen finden Sie hier.
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Werner Taag / Potsdam-Museum
Foto: Werner Taag / Potsdam-Museum
Eine digitale Entdeckung gibt es in dieser Woche. Das Potsdam-Museum und der Förderverein des Museums haben zwei schöne Adventskalender aus den Fotobeständen der Sammlung gezaubert. Unter dem Hashtag #museumsadvent zeigt das Potsdam-Museum auf seiner Facebook-Seite seit 1. Dezember täglich ein historisches Motiv des Fotografen Werner Taag aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Den oben abgebildeten Kindern möchte man lieber nicht in die Schusslinie geraten, denn der Vorrat an Schneebällen auf dem Schlitten ist doch ziemlich groß…im Januar 1959 lag aber auch viel Schnee. Erkennen Sie den Ort an dem die zwei Schwerbewaffneten postiert sind?
Der Altarraum der Friedenskirche 1885. Foto: Atelier Eichgrün /  Potsdam-Museum
Der Altarraum der Friedenskirche 1885. Foto: Atelier Eichgrün / Potsdam-Museum
Der Förderverein macht mit dem Hashtag #eichgruenadvent einen zweiten Kalender - hier werden Bilder aus dem Fotoatelier von Ernst und Walter Eichgrün präsentiert, die teils bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.
Ein Bild von 1885 zeigt den Altarraum der Friedenskirche in Sanssouci mit Kanzel, Altar und Osterleuchter. Vor dem marmornen Auferstehungsengel, der heute in der Gruft steht, sind die Grabplatten von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und seiner Frau Elisabeth zu sehen.
Auch diesen digitalen Adventskalender findet man nur digital - und zwar auf der Facebook-Seite des Fördervereins.
Entdeckung: Peter Degener
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Die dunkle Echse ist auf dem Weg hinauf zu einem gekrümmten Gebälkträger. Sein Begleiter auf der anderen Seite des Eingangs wird im gleichen Moment von einer Schlange bedrängt. Doch die beiden Figuren lassen sich von der Gefahr nicht ablenken und halten den Erker stabil.
An vielen Häusern in Potsdam kann man solchen Bauschmuck finden. Die berühmtesten Figuren dieser Art stammen aus dem Barock und tragen das Dach von Schloss Sanssouci. Auch am blauen Knobelsdorff-Haus am Alten Markt neben dem Alten Rathaus werden Sie fündig: Dort halten chinesisch anmutende Männer mit langen, feinen Bärten den Balkon des Hauses. Im Historismus der Gründerzeit und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war solche Figuren erneut sehr beliebt und schmückten plötzlich zahllose Wohnhäuser wie das Gesuchte.
Die Echse gehört zum Haus Friedrich-Engels-Straße 36. Foto: Peter Degener
Die Echse gehört zum Haus Friedrich-Engels-Straße 36. Foto: Peter Degener
Es steht in der Friedrich-Engels-Straße 36 in der etwas unübersichtlichen Kurve zwischen der MAZ-Druckerei und dem Lutherplatz in Babelsberg. Das architektonische Klischee wird durch die farblich hervorgehobene Echse hier wieder zu etwas Besonderem.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Cinderella-Kutsche, Schnee und Rodelbahn: Wo trotz Corona-Absagen Mittelmärker Adventsstimmung finden
SPD eröffnet Wahlkampf zur Landratswahl 2022 in Potsdam-Mittelmark
Immer mehr junge Patienten mit Corona: Schwerkranke bereuen, dass sie nicht geimpft sind
Die B 246 in Beelitz ist fast fertig – aber nicht für die Polizei
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
“2G schützt und das ist gut so. 2G nervt trotzdem. Kleiner Trost, draußen gibt’s Glühwein auch ohne 2G. Selbst drei Glühweine sind kein Problem. Na dann: Auf die Gesundheit!”
Test und Karikatur: Jörg Hafemeister
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