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Weihnachtsmarkt+++Tierretter verhaftet+++Wird das Bayrische Haus zur Klinik?

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

können Sie sich eine Adventszeit ohne Weihnachtsmarkt vorstellen? Ohne den beleuchteten Tannenbaum am Brandenburger Tor und die geschmückten Buden? Nein? Dann habe ich gute Nachrichten für Sie: Zumindest ein bisschen Weihnachten ist in Potsdams Innenstadt vorerst gerettet.
Tagelang hat die Stadt mit sich gerungen: Ist ein Weihnachtsmarkt bei steigenden Corona-Infektionen zu verantworten oder nicht? Seit gestern Abend wissen wir: Die Stadt genehmigt den “Blauen Lichterglanz” im Miniaturformat, unter strengen Auflagen - und unter den aktuell geltenden Regelungen. Wie genau Sie sich das vorstellen können, lesen Sie hier.
Sie wollen die Adventszeit lieber zu Hause verbringen, Freunde und Familie einladen? Dann denken Sie dran: Auch das ist so ohne Weiteres nicht mehr möglich, zumindest solange Potsdam die Corona-Neuinfektionen nicht in den Griff bekommt. Sobald Sie mehr als sechs Gäste einladen, müssen Sie Ihre Feier beim Gesundheitsamt anmelden. Wie das geht - und was die Stadt Ihnen dann antwortet? Wir haben den Test gemacht.
Gar nicht zum Feiern zumute ist seit gestern indes den Mitgliedern der Potsdamer Tierrettung, denn Tierarzt und Vorstandsmitglied Gordon Ebeling ist am Mittwoch mit vier weiteren Tierschützern auf der Mittelmeerinsel Kreta verhaftet worden. Die Retter sind regelmäßig an der Kastration wildlebender Straßentiere beteiligt. Der dortige Bürgermeister habe die Aktion bisher auch immer gebilligt, berichtet ein Mitglied der Tierrettung. Doch nun ist die Situation offenbar eskaliert. Warum und was den Tierschützern vorgeworfen wird, hat mein Kollege Rainer Schüler erfahren.
Was Sie sonst noch wissen sollten? Achten Sie darauf, ob an Ihrer Haustür oder Ihrem Klingelschild plötzlich kleine Symbole auftauchen. Gaunerzinken werden sie genannt, Geheimzeichen unter Einbrechen, die laut Polizei im digitalen Zeitalter zwar selten geworden, aber in jüngster Zeit offenbar häufiger in Potsdam aufgetaucht sind. Die Polizei klärt zum Tag des Einbruchschutzes auf.
In diesem Sinne, halten Sie die Augen offen, passen Sie auf sich auf - und genießen Sie das Wochenende. Tipps für Ausflüge und mehr finden Sie weiter unten im heutigen Newsletter. Das nächste Mal bekommen Sie wieder am Dienstag Post von uns.

Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Das Hotel Bayrisches Haus im Wildpark. Quelle: Großer Gourmetpreis Berlin-Brandenburg
Das Hotel Bayrisches Haus im Wildpark. Quelle: Großer Gourmetpreis Berlin-Brandenburg
Das Bayrische Haus in Potsdam könnte zur Therapieklinik werden für Patienten, die unter Burn-out oder Alkoholproblemen leiden. Schon Hotelgründer Karl Dürbeck hatte diese Idee im Hinterkopf, bevor er das Hotel 2001 eröffnete - der Therapiestandort als langfristiges Ziel. Nun führt Hotelchef Thomas Dürbeck das Gedankenspiel weiter, sein Plan: Nicht er wird die Klinik führen, sondern ein externer Betreiber.
Doch was heißt das für das Gourmetrestaurant Kabinett F.W. von Alexander Dressel? Und warum hat die Stadt dem Projekt “Klinik Bayrisches Haus” bei der Bauleitplanung höchste Priorität eingeräumt, während andere Großprojekte in der Stadt warten müssen? Mein Kollege Peter Degener hat mit Stadt, Hotelchef und Spitzenkoch gesprochen. Was er herausgefunden hat zur Zukunft des Bayrischen Hauses, lesen Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Foto: Varvara Smirnova
Foto: Varvara Smirnova
Ja, es ist Werbung - das gebe ich ganz offen zu. Aber wenn Potsdam schon seinen eigenen Ikea bekommt - und dann auch noch einen Ikea 2.0 - will ich schon mal wissen: Wie sieht der Laden eigentlich aus? Und was hat es nun wirklich mit dem neuen Konzept des Planungsstudios auf sich? Nächsten Dienstag wird der Ikea in der ehemaligen C&A-Filiale in der Brandenburger Straße eröffnet, gestern durfte meine Kollegin Annika Jensen die zwei Etagen vorab besichtigen. So viel seit verraten: Man kann mehr als Küchen planen - und muss in Zukunft nicht mehr für jede Kerze nach Berlin fahren. Neugierig geworden? Dann lesen Sie hier den ganzen Artikel mit vielen Bildern aus Potsdams erstem Ikea-Studio.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Varvara Smirnova
Foto: Varvara Smirnova
Christian Pirsch wollte schon als Vierjähriger Fleischer werden. “Dass man jemanden glücklich machen kann mit einem Stück gebratenem Fleisch, das hat mich von Anfang an fasziniert”, sagt er. Der Potsdamer erfüllte sich seinen Berufswunsch, führt die Fleischerei in der Feuerbachstraße nun schon in zweiter Generation - und ist seit Kurzem auch noch Potsdams erster Fleischsommelier. Was das heißt? Das lesen Sie hier
Sie können ihn natürlich auch selber fragen - und bei dem Besuch in seiner Fleischerei gleich den Wochenend-Einkauf erledigen. 35 verschiedene Sorten Wurst stellt Pirsch in seinem Geschäft her - und zwar nach traditioneller Art ohne Allergene und Zusatzstoffe. Bei Fleisch sind zwei Linien im Angebot – das Konventionelle und das aus nachhaltiger Aufzucht vom Hof Marklewitz im niedersächsischen Lüchow-Plate. “Das Letztere führen wir nur zum Wochenende”, sagt Pirsch, “also dann, wenn die Kunden sich einen guten Braten gönnen wollen.“
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: privat
Foto: privat
Bert, der Elch, liebt die Kühe in Rieben - und da sag noch einer, Landleben sei langweilig. Der Riebener Bauer Ralf Engelhardt hat 22 Jahre für eine schwedische Firma gearbeitet und war öfters in dem skandinavischen Land unterwegs, einen Elch hat er dort nie gesehen. Daheim in Rieben begegne ihm nun täglich ein Elch - und zwar Bert, der sich in der Region schon seinen Namen gemacht hat.
Seit einigen Wochen stolziert er zwischen den Kühen der Familie über die Wiesen, als würde er zur Herde gehören. Meistens benimmt er sich dabei auch - nur in der Brunftzeit rückt er Engelhardts Kühen ein wenig zu nah auf die Pelle. Mein Kollege Jens Steglich hat Bert, die Kühe und Bauer Engelhardt besucht - das Ergebnis lesen Sie hier.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wir wollten wissen, wo das ist. Foto: Peter Degener
Wir wollten wissen, wo das ist. Foto: Peter Degener
Steil führt der Weg den Berg hinauf. An seinem Fuß prägt ein Backsteinbau aus den 1930er Jahren die Straßenfront. Das Sud- und das Direktorenhaus der einstigen Brauerei am Brauhausberg in der Albert-Einstein-Straße waren bis 1995 in Betrieb. Nach jahrelanger Zwischennutzung mit Atelier- und Werkstatträumen wurde bis 2016 der Komplex saniert und zu Wohnungen umgebaut. Mit mehreren Informationstafeln und einem historischen Foto wird seitdem über die Geschichte des Ortes informiert. Das Schwarz-Weiß-Bild von 1915 zeigt Besucherinnen des Garten-Restaurants der Brauerei.
Das Bild von 1915 zeigt das Garten-Restaurant der Vereinsbrauerei. Foto: Peter Degener
Das Bild von 1915 zeigt das Garten-Restaurant der Vereinsbrauerei. Foto: Peter Degener
Die Geschichte des Brauhausbergs, an dessen Fuß diese Häuser stehen, reicht weit zurück. 1716 wurde in der Nähe eine königliche Brauerei angelegt, was dem Brauhausberg seinen Namen verschaffte. Im 19. Jahrhundert trieben verschiedene Privatbrauereien zahlreiche Stollen in den Berg. Sie dienten als Eiskeller zur Lagerung der Biere, denn der sumpfige Potsdamer Boden erlaubte keine Anlage „echter“ Keller. Die Nähe zur Havel machte es immerhin einfach, im Winter Eis aus dem Fluss in die Stollen zu transportieren.
Die Albert-Einstein-Straße mit dem einstigen Direktorenhaus der Brauerei. Foto: Peter Degener
Die Albert-Einstein-Straße mit dem einstigen Direktorenhaus der Brauerei. Foto: Peter Degener
Nach der Sanierung und Umgestaltung des Komplexes gibt es neben den Informationstafeln und dem historischen Foto zufällig noch einen letzten Verweis auf die Braukunst an dieser Stelle. Wer um das hohe Sudhaus an der Kreuzung zur Heinrich-Mann-Allee herumgeht, findet sich in einem Getränkemarkt wieder. Dort gibt es sicherlich zwei Biermarken, die eng mit dem Brauhausberg verbunden sind: Die Berliner Kindl-Brauerei war ab 1896 Eigentümer der Brauerei am Brauhausberg und hatte mit Unterbrechung in der DDR-Zeit nach der Wende noch bis 1995 hier produziert. Die Potsdamer Stange wiederum, die heute in der Braumanufaktur am Forsthaus Templin gebraut wird, kommt ursprünglich vom Brauhausberg, wo sie 1829 erstmals in den typisch langen und schmalen Gläsern ausgeschenkt worden ist.
Text und Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Auch der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat nun den ersten kritischen Corona-Grenzwert gerissen - damit gelten ab sofort auch dort strengere Auflagen. Hinzu kommt: Ein Mitarbeiter der Küche in der Kita „Anne Frank“ in Bergholz-Rehbrücke ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Auch ein Teil des pädagogischen Personals muss in Quarantäne. Ebenfalls Covid-positiv sind zwei Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Kreises, eine der beiden Personen soll sich bei einer Feier in Marzahna infiziert haben.
Einen Überblick über die Corona-Regeln, die ab sofort in Potsdam-Mittelmark gelten, finden Sie hier. Eine der neuen Auflagen auch hier: Sie müssen jede private Feier mit mehr als sechs Gästen beim Gesundheitsamt anmelden, wie das geht hat Luise Fröhlich auch für den Kreis zusammengefasst.
Laub in Michendorf - ein Dauerbrenner. Foto: Jens Steglich
Laub in Michendorf - ein Dauerbrenner. Foto: Jens Steglich
An der Michendorfer Laubfront gibt es erneut Unruhe. Obwohl die Gemeinde gerade erst die Entsorgung des Laubs von öffentlichen Straßen reformiert und dafür auch eine neue Straßenreinigungssatzung beschlossen hat, will sich keine Begeisterung einstellen. Im Gegenteil: Joachim Dyllick, der frühere Justiziar des Landkreises Potsdam-Mittelmark, hält die erst Ende August von den Gemeindevertretern verabschiedete Satzung gar für rechtswidrig. Was dahinter steckt, hat mein Kollege Jens Steglich recherchiert.
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Unsere Tipps fürs Wochenende

Es soll schön werden - bis zu 16 Grad am Samstag, Sonne satt und bis zu 18 Grad am Sonntag. Wie wär’s also mit einem kleinen Ausflug ins Umland? Oder einem Atelierbesuch? Oder doch lieber eine Tanz-Performance? Suchen Sie sich etwas aus.
Japanisches Lichterfest in Ferch
Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Der Bonsaigarten in Ferch steht ab Samstag ganz im Zeichen des Lichtes: Besucher können beim „Toro Matsuri“- dem japanischen Lichterfest, in ein Meer aus traditionellen Steinlaternen sowie handgefertigen Bambus- und Holzlampen eintauchen, die die teils 100 Jahre alten Gartenbäume beleuchten.
Geöffnet ist der Bonsaigarten von Tilo Gragert, Fercher Straße 61, für das Lichterfest bis zum 1. November von 12 bis 20 Uhr, am Samstag sogar bis 21 Uhr. Am 26. Oktober ist Ruhetag. Wegen der Corona-Pandemie kann nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern gleichzeitig im Garten sein. 

Tag des offenen Ateliers
Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Am Sonntag, 25. Oktober, findet von 11 bis 18 Uhr der „Tag der offenen Ateliers“ mit mehr als 140 Kunstschaffenden in Potsdam statt - organisiert vom Fachbereich Kultur und Museum der Stadt Potsdam. Um diesen Tag unter den Umständen der Corona-Pandemie sicher durchführen zu können, werden alle Besucher gebeten, in den offenen Ateliers Mund- und Nasenschutzmasken zu tragen und die dort geltenden Sicherheits- und Hygienemaßnahmen einzuhalten.
Über die Teilnahme und das Programm der Künstler können sich Interessierte vorab auf den jeweiligen Künstler-Homepages oder auf der Seite der Stadt informieren. Dabei ist zu beachten: Nicht alle in dem Flyer aufgeführten Künstler dürfen ihre Ateliers öffnen, die Räumlichkeiten der Künstler mit der Nummer 4, 5, 24, 36, 39, 41 und 43 sind zu klein und müssen leider geschlossen bleiben.
Außerdem lädt die Stadt wieder zu zwei Kunsttouren ein.
1) Die Künstlerin Annette Paul wird in diesem Jahr per Bus einen Einblick in das künstlerische Schaffen von Sabine Drasen, Susanne Ramolla, Birgit Ginkel sowie Günter zur Nieden geben und die Fahrt wahlweise im Atelierhaus Scholle 51 oder am Rathaus beenden. Treffpunkt für diese Tour ist um 13 Uhr vor dem Rathaus.
2) Auch die Potsdamer Künstlerin Tina Flau bietet wieder professionelle Kunstvermittlung an und ist diesmal mit dem Fahrrad unterwegs. Zuerst geht es zur Künstlerin annhoff, danach zu Marcus Golter und seinem Künstlergast Martin Mehlitz und abschließend zu Christian Fleming nach Bornstedt und seinen Gastkünstlern Bernd Chmura und Ruben Langer. Treffpunkt für die Radtour ist um 11 Uhr vor dem Atelier Panama, Jägerstraße 39.
Bei beiden Touren können maximal 14 Personen teilnehmen, eine Anmeldung unter celine.bradler-ehlert@rathaus.potsdam.de ist erforderlich.

Tanzperformance in der Fabrik
„Lost in Formation“ mit Risa Kojima und David Pallant. Quelle: Stefan Gloede
„Lost in Formation“ mit Risa Kojima und David Pallant. Quelle: Stefan Gloede
Lieber Tanz als Ateliers? Dann sichern Sie sich ein Ticket für die Fabrik, noch sind welche verfügbar. „Lost in Formation“ ist der Titel einer neuen multimedialen Tanzperformance vom Kombinat Potsdam, die heute in der Fabrik Premiere hat. Der ursprüngliche Aufführungstermin im April musste Pandemie-bedingt ausgesetzt werden.
Als „Lost in Formation“ entwickelt wurde, war es normal, sich in sehr großen Gruppen zu sammeln. Politische, religiöse, sportliche und kulturelle Ereignisse zogen Massen an. Formationen entstanden, in denen sich Beteiligte als Teil der Gruppe erleben konnten. In dem Tanzstück treffen Filmaufnahmen von solchen Massenbegegnungen auf die kritische Interpretation der Live-Performance von Risa Kojima und David Pallant. 
Spieltermine für „Lost in Formation“ in der Fabrik, Schiffbauergasse, sind am Freitag und Sonnabend um 19.30 Uhr, sowie am Sonntag um 16 Uhr. Karten gibt es hier.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Die Suche nach einem Kindergartenplatz war schon schwierig, doch was unser Videokolumnist Marcus Gude über die Suche nach einem Platz in der Grundschule zu berichten hat, erinnert an eine echte Irrfahrt. Wie gewohnt findet er auch diese Woche wieder klare Worte.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 20
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 20
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