Profil anzeigen

Videoüberwachung+++Sehsüchte-Festival+++OBs der Nachkriegsjahre+++

Liebe Leserinnen und Leser, suchen Sie in Filmen gern nach Hinweisen auf die Stadt, in der er gedreht
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
suchen Sie in Filmen gern nach Hinweisen auf die Stadt, in der er gedreht sein könnte? Nicht alles ist immer klar erkennbar. Auch ein Berlin-Film wird nicht immer sofort mit einem Schuss auf den Fernsehturm als solcher beworben. Potsdam ist natürlich regelmäßig Kulisse, weil hier viel gedreht wird - meist spielen die Filme aber nicht in der Stadt.
Das können Sie gut am künftigen “Boulevard des Films” ablesen. Die Jury-Auswahl der repräsentativsten 50 Filme, die hier seit 1911 entstanden sind, ist beeindruckend. Ob beim “kleinen Muck” wohl das orientalische Dampfmaschinenhaus an der Havelbucht zu sehen war? Und ist bei “Inglourious Basterds” etwa Krampnitz zu erkennen? Ich weiß ganz sicher, dass in der “Legende von Paul und Paula” das Babelsberger Strandbad und die Schiffbauergasse (mit Gaswerk!) zu sehen sind. In einer Open-Air-Plakat-Ausstellung in der Friedrich-Ebert-Straße können Sie die Jury-Auswahl für den Boulevard betrachten - und bis 4. Oktober laufen die meisten dieser Filmklassiker auch kostenfrei in mehreren Potsdamer Kinos.
Beim Studentenfilm-Festival “Sehsüchte”, das am Mittwoch eröffnet wird und bis Sonntag läuft, könnten Sie Potsdam ganz sicher auf der Leinwand entdecken. Der Filmstudent Michael Fetter Nathansky hat zum Beispiel seinen Wettbewerbsbeitrag in der Stadt gedreht - aber “Sag Du es mir” entstand bewusst nicht an den bekannten Orten, an denen jeder sofort Potsdam erkennen könnte. Eine wichtige Kulisse sines Films ist zum Beispiel die Eisenbahnbrücke über den Templiner See.
Mein Tipp: Gönnen Sie sich dieses Jahr unbedingt das Sehsüchte-Online-Ticket. Für neun Euro können Sie das Wettbewerbs-Programm ganz ohne Ansteckungsgefahr im Kino auch zu Hause entdecken.
Übrigens könnten Sie ganz ungewollt zum Statisten geworden sein. Wie jetzt bekannt wurde, werden nämlich der Platz der Einheit und auch der Alte Markt derzeit mit Videokameras von der Polizei überwacht. Mehr darüber lesen Sie im heutigen Newsletter.
Also zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite und fallen Sie nicht aus der Rolle Ihres Lebens.
Herzliche Grüße
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam

***

Das Stadtgespräch

Bei diesem Videoturm gibt es viel gucken. Oben drauf sind Kameras. Foto: Peter Degener
Bei diesem Videoturm gibt es viel gucken. Oben drauf sind Kameras. Foto: Peter Degener
Wie ist Ihr Verhältnis zu Kameras? Machen Sie ständig Selfies? Mögen Sie es, wenn das Kameraauge auf Sie gerichtet ist? Wenn nicht, muss ich Ihnen eine schlechte Nachricht überbringen: Beim Spaziergang auf dem Alten Markt und über den Platz der Einheit sind Sie schon seit Wochen im Fokus gewesen.
Aber nicht das Studio Babelsberg, sondern Staatskanzlei und Polizei sind Regisseur und Kamerleute. Die Plätze werden wegen der Einheitsexpo mit Kameras überwacht. Während die Landesdatenschutzbeauftragte die Rechtmäßigkeit bezweifelt, sieht die Landesregierung keine Probleme - es werde ja nichts aufgezeichnet, heißt es.
Ich finde vor allem problematisch, dass die Überwachung fast im Geheimen stattfindet - mit sehr dürftiger Information der Besucher der Einheitsexpo. Meinen Kommentar dazu können Sie hier lesen.

***
Die besondere Geschichte

Walter Paul war Oberbürgermeister von 1945-51. Foto: Stadtarchiv Potsdam
Walter Paul war Oberbürgermeister von 1945-51. Foto: Stadtarchiv Potsdam
Die Stadt Potsdam in den ersten Nachkriegsjahren – darüber ist wenig bekannt. Wer waren die Männer und Frauen, die nach 1945 im Rathaus und in der Stadtverordnetenversammlung führende Positionen innehatten? In einer kleinen Serie stellen wir die Männer vor, die von 1945 bis zum Mauerbau 1961 an der Spitze der Verwaltung standen. Etwa der KPD-Mann Walter Paul. Er wurde am 20. Juli 1945 von den Sowjets als Oberbürgermeister eingesetzt. Doch der alte Kommunist gerät mit den eigenen Leuten in Konflikt. 1951 flüchtet er in den Westen.

***
Unsere Entdeckung der Woche

Das neue Verbotsschild am Bahnhof Babelsberg. Foto: Varvara Smirnova
Das neue Verbotsschild am Bahnhof Babelsberg. Foto: Varvara Smirnova
Dieses Verkehrszeichen haben Sie womöglich noch nie zuvor gesehen. Es steht in der Rudolf-Breitscheid-Straße am S-Bahnhof Babelsberg an der Kurve, die zum Thalia-Kino führt. Es soll diese für Radfahrer gefährliche Stelle entschärfen. Denn dort verjüngt sich die Straße, der Radweg endet und die Radfahrer müssen plötzlich auf die Tramgleise und die Fahrbahn der Autos schwenken.
Das neues Verkehrszeichen verbietet es Autofahrern ab sofort an dieser Stelle alle “einspurigen Fahrzeuge” wie Fahrräder, Motorräder oder E-Roller zu überholen.
Das Verkehrszeichen wurde im Frühjahr 2020 bundesweit neu eingeführt. In der Straßenverkehrsordung (StVO) steht dazu: “Wer ein mehrspuriges Kraftfahrzeug führt, darf ein- und mehrspurige Fahrzeuge nicht überholen.”
Es scheint genau für die Kurve am S-Bahnhof gemacht zu sein. Kennen Sie andere Orte, wo Radfahrer mit einem solchen Überholverbot sinnvoll geschützt werden könnten?

***
Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das denn? Foto: Peter Degener
Wo ist das denn? Foto: Peter Degener
Zieh‘ ich durch Potsdam in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Ick kieke, staune, wundre mir, uff eemal schwebt die Schrift vor mir.
Was soll das sein? Wieso hängen diese Buchstaben über dem Bauzaun in der Luft? Was bedeutet die Botschaft?
Wir sehen das Fragment eines längeren Satzes, der sich derzeit durch einen Teil der Innenstadt zieht. Ein Kunstwerk, das nur noch wenige Tage sichtbar sein wird. Wo kann man es entdecken?
Wo befindet sich dieser Schriftzug?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 25. September eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können einen kleinen Preis gewinnen.
Rätsel: Peter Degener

***
Das ist los im Umland

Juniorchef Christian Mai mit den Ausbauplänen. Foto: Gesine Michalsky
Juniorchef Christian Mai mit den Ausbauplänen. Foto: Gesine Michalsky
Meinen Weihnachtsbaum habe ich mir in den vergangenen Jahren selbst gesägt - ein wunderbarer Familienausflug zum Werderaner Tannenhof war das jedes Mal. Und dort will man mir, aber nicht nur mir, künftig ein ganzes Weihnachtsdorf bieten. Große Pläne hat Juniorchef Christian Mai und er hat sie meiner Kollegin Gesine Michalsky vorgestellt. Und Werders Stadtverordnete haben auch schon zugestimmt. Bis 2022 soll die Erlebniswelt rund ums Thema Weihnachten stehen, aber auch im Rest des Jahres Besuchern etwas bietet, zum Beispiel Grillplätze. Ho-ho-ho!
Die alten Widerlager der Teltow-Werft-Brücke. Foto: Stephan Laude
Die alten Widerlager der Teltow-Werft-Brücke. Foto: Stephan Laude
Mehr als 75 Jahre ist es jetzt her, dass die Teltow-Werft-Brücke zerstört wurde. Das war in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Nun war ein Brückenschlag hinüber nach (West-)Berlin einige Jahrzehnte alles andere als erwünscht, doch nach der Wende gab es Vorstöße zum Wiederaufbau. So auch jetzt. Der Teltower Stadtverordnete Rolf Kasdorf (Freie Wähler-BIT-BFB) stellte den Antrag, dass Teltow und Berlin-Steglitz/Zehlendorf den Wiederaufbau als Rad- und Gehwegbrücke in Angriff nehmen sollten. Unser Reporter Stephan Laude hat nachgeforscht, was dafür so notwenig ist und wie lange das Thema schon währt. Auch eine finanzielle Frage ist das natürlich, aber die Förderkulisse für Radwege ist gerade günstig.
Mietwohnhaus mit Pflegedienst in Saarmund. Foto: Architekt Friedrich-W. Groefke
Mietwohnhaus mit Pflegedienst in Saarmund. Foto: Architekt Friedrich-W. Groefke
Im Alter in einer Wohnung im Grünen leben, ohne auf die Sicherheit eines Pflegedienstes zu verzichten? Das ist etwas, was künftig in Saarmund angeboten werden soll. Auf der freien Fläche im Viertel an der Weinbergstraße soll ein barrierefreies Mietwohnhaus für die ältere Generation entstehen. Geplant ist ein Gebäude mit bis zu 120 altersgerechten Wohnungen, in dem außerdem ein ambulanter Pflegedienst und eine Tagespflege Platz finden sollen. Die Gokom Immobiliengruppe will dies umsetzen, hat mein Kollege Jens Steglich erfahren. Das Berliner Familienunternehmen hat das Gelände von der Tamax Immobiliengesellschaft mbH gekauft und will schon im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen.
Text: Alexander Engels
***
Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Wie sollen die Potsdamer Gastronomen über den Winter kommen? Damit die Innenräume ihrer Bars und Restaurants nicht zum Hot Spot für Corona-Ansteckungen werden, sind auch andere Lösungen an der frischen Luft im Gespräch. MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister sagt: “Ein heißer Pilz für kühle Pils. Und für eine Open-End-Open-Air-Saison, die Gastronomen und Gäste mit Abstand zusammenrücken lassen.”
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.