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Videoüberwachung +++ Igelkinder +++ Schuberts Karriere

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Schon wieder liegt eine aufregende Woche in Potsdam hinter
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Schon wieder liegt eine aufregende Woche in Potsdam hinter uns. Geht es Ihnen auch so? Nachdem die ersten Monate dieses Jahres scheinbar unendlich lange gedauert haben, rast die Zeit nun - heute in drei Monaten ist schon der erste Weihnachtstag. Vielleicht sollten wir uns langsam Gedanken über die guten Vorsätze fürs nächste Jahr machen?
Potsdams Lieblingsprominenter Günther Jauch jedenfalls legt schon mal los mit den guten Taten. Der Moderator hat einmal mehr tief in die eigene Tasche gegriffen, um ein marodes Potsdamer Bauwerk zu retten. Noch fehlt eine halbe Million Euro für den Glockenturm der Friedenskirche - und auch die Fassade muss irgendwann erneuert werden. Meine Kollegin Jennifer Bongards hat mit Jauch über all das gesprochen.
Gute Vorsätze hatten vielleicht auch die Organisatoren der Einheits-Expo in der Stadt. Doch nach Ansicht einer ganzen Reihe von Lokalpolitikern sind sie mit der Kameraüberwachung gleich mehrerer Plätze in Potsdam über das Ziel hinaus geschossen. Denn die Filmarbeiten für die Sicherheit waren weder abgesprochen noch für die Passanten ersichtlich. Ein Interview, das mein Kollege Peter Degener mit einem Fachanwalt für Datenschutz geführt hat, ordnet die Sachlage ein. Übrigens hat die Staatskanzlei nach unserer Berichterstattung nun reagiert.
Und dann waren da noch die guten Taten einiger Wassersportler auf dem Jungfernsee. Ein Schiffsunfall nahm eine glückliche Wendung, weil sie Mut zum Helfen bewiesen. Sie holten die Insassen eines Motorbootes aus der Havel, das gesunken war. Jetzt melden sich die Geretteten.
Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, die Sache mit guten Taten und Vorsätzen kann man von sehr vielen Seiten betrachten. Welch ein Glück, dass Ihre MAZ an sechs Tagen die Woche mit solchen im Briefkasten liegt - und dass wir online ohnehin immer für Sie da sind.
Den nächsten Newsletter erhalten Sie am Dienstag. Bis dahin: Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam

Das Stadtgespräch

Mike Schubert (SPD), Oberbürgermeister von Potsdam, könnte in der Brandenburger SPD aufsteigen. Quelle: Fabian Sommer/dpa
Mike Schubert (SPD), Oberbürgermeister von Potsdam, könnte in der Brandenburger SPD aufsteigen. Quelle: Fabian Sommer/dpa
Potsdams SPD-Oberbürgermeister Mike Schubert ist ehrgeizig, nun wollen ihn einflussreiche Genossen zum Landes-Vize der Partei in Brandenburg machen. Und wie reagiert Schubert? Ein klares „Nein“ klingt anders.
Er wäre auch nicht der erste im Blauen Salon, der Karriere weit über die Stadtgrenzen hinaus macht. Der Posten des Potsdamer Oberbürgermeisters gilt potenziell als Sprungbrett für ein hohes Regierungsamt – Matthias Platzeck etwa schaffte es aus dem Rathaus direkt ins Amt des Ministerpräsidenten und wurde sogar Chef der Bundes-SPD, auch wenn er den Posten nach kurzer Zeit gesundheitsbedingt wieder aufgab.
Klar ist: kampflos wird diese mögliche Kandidatur nicht über die Bühne gehen: Sofort bilden sich die entsprechenden Lager in der Brandenburger SPD.
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Hinter der Recherche

Fast nichts kommt in unserer Redaktion generations- und geschlechterübergreifend so sicher gut an, wie niedliche Tierchen. Aktuell sind wir alle sehr verliebt in diese zuckersüßen Igelkinder - doch die Geschichte hinter den Bildern ist traurig.
Foto: Rainer Schüler
Foto: Rainer Schüler
Denn die ehrenamtlichen Aktiven der Tierrettung Potsdam werden derzeit förmlich überschwemmt von ausgehungerten, beinahe zu Tode geschwächten Igeln. Mein Kollege Rainer Schüler hat eine Igel-Auffangstation besucht.
Fluchtversuch. An der Unterlage, einer MAZ, wird es nicht liegen. Foto: Rainer Schüler
Fluchtversuch. An der Unterlage, einer MAZ, wird es nicht liegen. Foto: Rainer Schüler
In seinem Text räumt er übrigens auch mit ein paar gängigen Vorurteilen über die Stacheltierchen auf - denn die sollen nicht etwa Obst essen, sondern bevorzugen ein paar saftige Schnecken. Und vor den gefürchteten Flöhen muss auch niemand Angst haben.
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Der kulinarische Tipp

Das Cover der schwedischen Originalausgabe. Foto: Max Ström
Das Cover der schwedischen Originalausgabe. Foto: Max Ström
Wenn ein Kochbuch schon von einem Wissenschaftler veröffentlicht wird, der ein Institut zum Klimawandel leitet und der das ökologische Konzept der planetaren Grenzen entwickelt hat, dann hat der Buchtitel “Eat Good” einen gewollten Doppelsinn. Es soll nicht nur gut schmecken, nein, es soll vor allem moralisch verantwortbar gekocht und gespeist werden.
Doch schmecken tut es trotzdem. Denn die Rezepte kommen nicht von Johan Rockström, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sondern von der schwedischen Köchin Malin Landqvist. Als dritte Person hinter „Eat Good“ steht Victoria Bignet. Die Doktorandin für Gesundheit und nachhaltige Ernährung hat gemeinsam mit Rockström die Kriterien für eine nachhaltige Ernährung erarbeitet.
Rockström, Landqvist und Bignet (v.l.) haben das Buch erarbeitet. Foto: Marcus Erixson
Rockström, Landqvist und Bignet (v.l.) haben das Buch erarbeitet. Foto: Marcus Erixson
Darf man „echte Vanille“ im Norden Europas verbrauchen? Schließlich müssen die exotischen Schoten aufwendig in tropischen Ländern gezüchtet und dann nach Europa gebracht werden. Dasselbe gilt auch für die Bananen, die im Buch in überreifem Zustand eingefroren und dann im Mixer zu köstlichem Bananencremeeis verquirlt werden. Passt das: tropische Früchte und Nachhaltigkeit? Ja! Woran das liegt, hat MAZ-Autor Rüdiger Braun die Autoren gefragt.
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Unsere Entdeckung der Woche

Kunst auf der Einheitsexpo? Foto: Peter Degener
Kunst auf der Einheitsexpo? Foto: Peter Degener
Ist das Kunst oder muss ein Knöllchen her? Seit Beginn der Einheitsexpo steht dieser Roller auf dem Alten Markt. Mittlerweile ist er nicht mehr fahrbereit. Der Eigentümer wusste bis gestern abend noch nichts von dem Absperrband, aber womöglich erspart ihm das einigen Ärger.
Das Ordnungsamt könnte wohlwollend davon ausgehen, dass hier mit den brandenburgischen Landesfarben Rot und Weiß gearbeitet worden ist. Schwarz-Gold wiederum ergänzen das Farbspektrum, sodass hier Brandenburg und die Deutsche Einheit ihren Ausdruck finden.
Das Werk versprüht definitiv mehr Leichtigkeit, als das kitischige Herz in den deutschen Farben im Stadtkanal.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wir wollten wissen, wo das ist. Foto: Peter Degener
Wir wollten wissen, wo das ist. Foto: Peter Degener
1829 verbrachte Heinrich Heine kurz nach einem Italienaufenthalt drei Monate in Potsdam. In einem Brief schrieb er: „Vorgestern war ich in Sanssouci, wo alles glüht und blüht, aber wie! Du heiliger Gott! Das ist alles nur ein gewärmter, grün angestrichener Winter, und auf den Terrassen stehen Fichtenstämmchen, die sich in Orangenbäume maskiert haben.“
Das Heine-Zitat am und neben dem Portal des Langen Stalls. Foto: Peter Degener
Das Heine-Zitat am und neben dem Portal des Langen Stalls. Foto: Peter Degener
Das Künstlerkollektiv Situation Room hat Teile dieses Zitats für das Kunstfestival „Transformale“ genommen und an den Fassaden der Werner-Seelenbinder-Straße angebracht. Der Spruch verteilt sich sogar auf den Turm der Garnisonkirche („aber wie!“) und das Kreativhaus Rechenzentrum („Du heiliger Gott!“).
Gesucht war die Werner-Seelenbinder-Straße
Die Künstler lesen in Heines Ausspruch eine Kulissenhaftigkeit in der Entwicklung Potsdams. 200 Jahre gibt es nach dem mehrfachen Stadtumbau seit den Kriegszerstörungen ein verrücktes Nebeneinanders der Epochen und Stile in der Werner-Seelenbinder-Straße.
Die „Transformale“, die genau dieses Nebeneinander sichtbar machen wollte, ist vorbei. Noch bis zum Mittwoch waren die Zitat-Fragmente an den Fassaden in Gänze zu sehen – manche Teile wurden bereits demontiert, manche können Sie noch entdecken.
Das nächste Rätsel gibt es in einem der nächsten Newsletter. Sie haben ein eigenes Potsdam-Rätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit und schicken Sie ihren Vorschlag an potsdam-newsletter@maz-online.de!
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Das ist los im Umland

Der Seddiner See verlandet. Foto: Friedrich Bungert
Der Seddiner See verlandet. Foto: Friedrich Bungert
Neues vom Seddiner See: Er kann vor dem Austrocken gerettet werden! Und das kann ganz einfach sein, wenn man den Urhebern der Rettungsidee glaubt. Sie wollen schlicht frisches Wasser in den See pumpen, der keinen Zufluss hat, sondern sich nur aus Niederschlägen und Grundwasser speist. Das wiederum kommt aus dem Klärwerk Beelitz, das bisher das geklärte Wasser in die Nieplitz pumpt und dann über Nuthe, Havel und Elbe irgend wann in der Nordsee ankommt. Wie das funktionieren soll, hat sich MAZ-Reporter Jens Steglich erklären lassen. Es klingt so einfach.
Für ein anderes Problem wünschen sich viele Mittelmärker auch eine schnelle, einfache Lösung: Für die Warterei bei der Zulassungsbehörde des Landkreises. Die Behörde in Werder hat ein akutes Personalproblem. Offenbar sind nur ein Viertel der Mitarbeiter im Dienst. Einen Termin zu bekommen, ist schwierig. Wer kurzfristig eine Zulassung braucht, sollte morgens online nachschauen, ob ein Termin frei geworden ist, empfiehlt der Kreis.
Architekt Martin Schiefer. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Architekt Martin Schiefer. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Selbstständig und doch nicht allein im Büro – das Konzept des Coworkings möchte der Architekt Martin Schiefer nach Kleinmachnow bringen. „Es ist mir ein persönliches Anliegen“, sagte der 45-Jährige meiner Kollegin Konstanze Kobel-Höller, „es wäre einfach schön, wenn man dort, wo man wohnt, auch arbeiten könnte.“ Wo bis vor kurzem ein Blumenstübchen war, hat er nun sein „Gemeinschaftsbüro Wiesenrainland“ eröffnet und wartet auf Mitstreiter. Dann ist es nicht so einsam im Büro - und billiger wird es obendrein.
Text: Alexander Engels
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Unser Tipp fürs Wochenende

Der Staudenbasar auf der Freundschaftsinsel. Foto: Rainer Schüler
Der Staudenbasar auf der Freundschaftsinsel. Foto: Rainer Schüler
Die Gartensaison geht zu Ende – die Pflanzzeit beginnt! Das sagt Thoralf Götsch und der muss es wissen – er ist der Inselgärtner der Freundschaftsinsel. Am kommenden Wochenende findet dort der jährliche Staudenbasar statt. Echte „Staudenraritäten“ finden die Besucher dort zum Kauf. Suchen Sie etwas für ein sonniges Plätzchen oder haben Sie noch eine eher verschattete Lücke im Beet? Auch Gräser und Farne, Iris und Taglilien, Gehölze für Balkone und Terrassen, Blumenzwiebelgewächse sowie erstmalig auch fleischfressende Pflanzen gibt es auf dem Basar, sagt Götsch.
Und wohin mit den neuerworbenen Gewächsen? Der Keramikkünstler Jean von Rügen präsentiert Pflanzschalen und Übertöpfe und der Verein „Freunde der Freundschaftsinsel“ berät die unschlüssigen Besucher. Wer dennoch nichts neues im eigenen Garten oder auf dem Balkon einpflanzen will, kann den Garten auf der Freundschaftsinsel genießen. Es gibt an beiden Tagen Inselführungen der Inselgärtner. Thoralf Götsch führt um 11 Uhr und Jörg Näthe, sein Vorgänger im Amt, um 13 Uhr. Treffpunkt ist das Schwanen-Torhaus. Immer noch nicht überzeugt? Das letzte Argument: Es ist ja gar kein reiner Stauden-, sondern auch ein Kuchenbasar!
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Kennen Sie das, liebe Leserinnen und Leser, wenn es manchmal einfach nicht läuft? Wenn Sie sich am Morgen Orangensaft statt Milch in den Kaffee schütten, die E-Mail an den falschen Empfänger schicken und schon wieder den Einkaufszettel auf dem Küchentisch vergessen haben? Auch unser Videokolumnist Marcus Gude erlebt solche Tage - und bei ihm ist dann auch noch unsere Kamera dabei. Genießen Sie daher in dieser Woche die Szenen, die es aus guten Gründen nicht in die Kolumnen der vergangenen Monate geschafft haben. Kommende Woche wartet dann wieder Gudes von Gudes auf Sie.
Marcus gibt seinen Senf dazu - die Outtakes
Marcus gibt seinen Senf dazu - die Outtakes
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