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Verwicklungen am Klinikum +++ Fortpflanzung für Uralt-Krebse +++ Alpakas auf dem Tannenhof

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Haben Sie die Adventskalender schon bestückt, die Schuhcreme zum Stiefelputzen vor Nikolaus bereitgestellt und vielleicht auch schon eine Ahnung, wo genau Sie das vermaledeite Tütchen mit den winzig kleinen Aufhängern für die Weihnachtskugeln im letzten Jahr nach dem Abschmücken hingestopft haben? Wunderbar, dann kann der Dezember ja kommen. Ich jedenfalls wünsche mir jetzt nichts mehr als endlich mal etwas Ruhe, Besinnlichkeit - richtige Adventsstimmung eben.
Mit Entspannung und Behaglichkeit ist es allerdings schnell vorbei, wenn ich an die anstehenden Bauarbeiten in der Behlertstraße denke. Das unscheinbare Stück Straße, dessen Belag ebenso marode ist wie die Leitungen darunter, kennt wohl jeder Potsdamer Autofahrer als Nadelöhr im Berufsverkehr. Die Straße wird saniert - und die dafür nötige Vollsperrung ein Graus. Anderthalb Jahre lang werden Auto- und Radfahrer genervt von Staus und Umwegen sein. Wenigstens hat man sich im Rathaus nun eingehender Gedanken zur Verkehrsführung gemacht.
So richtig viele Gedanken machen muss zumindest ich mir nicht, wenn es um den Kauf einer Luxuswohnung im ehemaligen Kabarett Obelisk am Luisenplatz geht. Auch ohne zu viel über unser Familieneinkommen offenzulegen, kann ich verraten, dass das „atemberaubende Penthouse mit eigenem Zugang und Aufzug“ mit vier Zimmern für 3,25 Millionen meine finanziellen Möglichkeiten übersteigt. Viel schöner als diese Mondpreise ist aber ohnehin die Vergangenheit des Gebäudes, die Volker Oelschläger gut kennt.
Da lege ich mein Kleingeld doch lieber im örtlichen Einzelhandel an, der ist ohnehin schon gebeutelt genug. Jetzt kommen noch die neuen, schärferen Corona-Regeln von Bund und Ländern obendrauf, die wieder weniger Kunden in den Geschäften zulassen. Die Stimmung ist jedenfalls in der Potsdamer Innenstadt ganz und gar nicht besinnlich, im Gegenteil.
Ich hoffe, bei Ihnen ist die Laune besser und Sie haben Spaß beim Lesen dieses Newsletters. Der nächste wartet wieder am kommenden Dienstag auf Sie. Bleiben Sie bis dahin gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße,
Ihre
Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Quelle: Varvara Smirnova
Quelle: Varvara Smirnova
Es scheint fast müßig, die Verwicklungen im Bergmann-Klinikum noch einmal aufzurollen, aber es ist doch notwendig, um zu verstehen, was dort gerade vor sich geht. Wegen des Corona-Ausbruchs in Potsdams größtem Krankenhaus wurden die beiden Geschäftsführer Steffen Grebner und Professor Dorothea Fischer im April beurlaubt. Zu ihren kommissarisch eingesetzten Nachfolgern wurden der bis dato in einer ganzen Reihe von Führungspositionen eingesetzte Tim Fischer und der Chef des Bergmann-Standorts Forst, Hans-Ulrich Schmidt. Gegen Grebner, Fischer und drei leitende Ärzte des EvB ermittelt mittlerweile längst die Staatsanwaltschaft - es geht um Pflichtverletzungen in der Corona-Krise, der heftigste Vorwurf lautet auf fahrlässige Tötung.
Nun ist klar: Grebner und Fischer werden nicht wieder Geschäftsführer werden, Steckel - zunächst weiterhin kommissarisch - und Schmidt - für zunächst fünf Jahre - bleiben. Allerdings ist auch Tim Steckel kein Unbekannter für die Potsdamer Staatsanwälte, auch gegen ihn laufen Ermittlungen, wie der Bergmann-Chef nach eigener Aussage erst in diesem Monat erfahren hat. Bei ihm geht es um den Verdacht des Betrugs - in Höhe von fast vier Millionen Euro. Und es gibt noch mehr Ärger. Wir haben alles Wichtige zu diesen Vorgängen hier für Sie zusammengefasst.
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Die besondere Geschichte

Eingangstor zum Potsdamer Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt. Foto: MAZ/Michael Hübner, November 1985
Eingangstor zum Potsdamer Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt. Foto: MAZ/Michael Hübner, November 1985
Das Rathaus prüft erstmals seit 30 Jahren ernsthaft, einen Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt auszurichten. Ohne die Corona-Pandemie hätte es schon in diesem Jahr vorweihnachtliche Stände vor der Nikolaikirche geben sollen, hat Rathaus-Marketingchefin Sigrid Sommer zur MAZ gesagt. Was in den kommenden Jahren folgt, soll nun geklärt werden.
Bis 1988 war der Alte Markt Ort des zentralen Potsdamer Weihnachtsmarktes, eine Tradition, die bis in die Vorkriegszeit zurückreicht. Eine Besonderheit der letzten Jahrzehnte waren die von Defa-Kulissenbauern angefertigten Märchenwaldfiguren. Doch die Potsdamer schätzten den Markt nicht nur wegen des weihnachtlichen Flairs mit Zuckerwatte, Lebkuchen und Lichterketten vor der malerischen Kulisse mit Nikolaikirche und Altem Rathaus. Sie fanden hier auch Dinge, die im normalen Handel der DDR nur schwer zu bekommen waren: Baumaterial zum Beispiel, wie Sigrid Sommer bestätigt. Wir haben recherchiert, warum der Weihnachtsmarkt 1989 in die Brandenburger Straße und zum Luisenplatz wechselte und - welche Möglichkeiten einer Rückkehr es gibt. 
Text: Volker Oelschläger
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Der kulinarische Tipp

Geschmorte Ochsenbäckchen, Foto: Marcel Kirf
Geschmorte Ochsenbäckchen, Foto: Marcel Kirf
In der vergangenen Woche habe ich Ihnen hier den Cocktail-Lieferdienst der Bar Fritz'n ans Herz gelegt, dieses Mal wird sozusagen die Grundlage für Hochprozentiges gelegt: Mit köstlichen Speisen aus dem Restaurant Quendel in der Sellostraße, das für allerbeste Küche auf Top-Niveau ohne unnötiges Chichi und Krawattenzwang bekannt ist.
Chef Alexander Stüver fährt die Zwei- oder Drei-Gang-Menüs persönlich aus, serviert wird ausschließlich auf echtem Geschirr statt in umweltschädlichen Einwegverpackungen.
Ente mit Kartoffelklößen, Rot- und Grünkohl, Foto: Saskia Kirf
Ente mit Kartoffelklößen, Rot- und Grünkohl, Foto: Saskia Kirf
Eine Suppe, die Wahl aus mehreren Hauptgängen und ein Überraschungsdessert bilden das Quendel-Menü, das immer von Donnerstag bis Sonntag zum Abholen und Liefern angeboten wird. In dieser Woche stehen ein Risotto, geschmorte Ochsenbäckchen und Ente zur Wahl, zwei Gänge sind für 25, das Rundum-Sorglos-Paket für 28 Euro pro Nase zu haben. Alle Infos, das jeweilige Wochenmenü und den Kontakt gibt es auf der Homepage des Quendel.
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Unsere Entdeckung der Woche

Solch ein Typus Urzeitkrebs lebt in der Döberitzer Heide. Quelle: Hannes Petrischak
Solch ein Typus Urzeitkrebs lebt in der Döberitzer Heide. Quelle: Hannes Petrischak
Wenn der Urzeitkrebs baden will, wartet er geduldig auf den nächsten Panzer. Klingt komisch, ist aber so. Denn wenn im Dezember wieder ein (Zivil-)Panzer durch die Döberitzer Heide rattert, so tut er dies für die 200 Millionen Jahre alten Kiemenfußkrebse Triops cancriformis und Branchipus schaefferi, auch Urzeitkrebse genannt. Und weil die kleinen Tierchen in Deutschland vom Aussterben bedroht sind (es gibt eben keine Yps-Hefte mit Triopsen zum Selbstzüchten mehr), ist es umso wichtiger, dass sie sich entspannt fortpflanzen können. Alexander Engels weiß mehr über das Verhalten geschlechtsreifer Wenigzeller zur Paarungszeit.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wir wollten wissen, wo in Potsdam das ist. Foto: Peter Degener
Wir wollten wissen, wo in Potsdam das ist. Foto: Peter Degener
Diese kleine Hintertür steht im Zentrum der Stadt. Wer vorne hineingeht, soll seine Sorgen loswerden. Denn es handelt sich um die Rückseite der katholischen Kirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz.
Im Gegensatz zur Hintertür werden Besucher vorne von einer großen Holzpforte begrüßt, über der eine Figur der Maria samt der Apostel Peter und Paul sitzt.
Die Pforte liegt an der Rückseite der katholischen Kirche St. Peter und Paul. Foto: Peter Degener
Die Pforte liegt an der Rückseite der katholischen Kirche St. Peter und Paul. Foto: Peter Degener
Was sich wohl hinter der kleinen rückwärtigen Pforte befindet? Die halbrunde Rückseite - der sogenannte Chor der Kirche - gehört zum Altarraum. Darunter befindet sich in der Regel die Krypta, die “Unterkirche”, die in vielen alten Kirchen Heiligengräber oder Altäre birgt. Derartige Gräber sind bei der erst 1870 geweihten Kirche auf dem Bassinplatz allerdings unwahrscheinlich.
Für die Band CCR war die „Backdoor“ jedenfalls das Tor zu einer anderen Welt voller verrückter Wesen und Magiern, die diesen Trip ermöglichen. Während die Rocker vermutlich von einem Drogentrip auf der Terrasse singen, geht es in der katholischen Kirche um die Erlösung. Pforte und Pfarrer führen ins Paradies.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Wer in Potsdam-Mittelmark nachweislich mit Corona infiziert ist, als Verdachts- oder Kontaktperson gilt, muss ein sogenanntes Symptom-Tagebuch führen. Das schreibt die Allgemeinverfügung vor, die seit 15. November gilt. Doch wie funktioniert das Tagebuch? Was müssen die Betroffenen ausfüllen? Gibt es Vorlagen? Geht es auch handschriftlich? Diese und mehr Fragen beantworten wir in einem Überblick zum Symptom-Tagebuch
Grafik: Skyland Holding GmbH
Grafik: Skyland Holding GmbH
25 Luxuswohnungen mit einem Quadratmeterpreis von 10.000 Euro sollen in der Kleinmachnower Hakeburg entstehen. Die Baugenehmigungen dafür hat Investor Bernd Ehret schon. Sobald er die noch ausstehende Erlaubnis für den Neubau von zwei Stadtvillen auf dem Hakeburg-Areal mit weiteren 24 Wohnungen in der Hand hat, soll es dann auch losgehen mit der Sanierung. Mit dem Start rechnet er noch in der ersten Halbjahr 2021
Quelle: Havel-Therme Werder
Quelle: Havel-Therme Werder
In Werders fast fertiger Havel-Therme ging es beim Badausschuss hoch her: Nach langer und emotionaler Debatte haben sich die Politiker mehrheitlich für einen kleinen Corona-Rettungsschirm ausgesprochen, mit dem der Betrieb der Therme unterstützt werden soll. Wegen der Pandemie ist die Eröffnung noch nicht planbar. Projektpartner und Investor Andreas Schauer hatte sich schnellere Hilfe gewünscht und hat seine Kritik am Ausschuss deutlich geäußert
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Unser Tipp fürs Wochenende

Foto: Nadine Fabian
Foto: Nadine Fabian
Mit ein paar Nordmann-Tannen schrieben Gerald Mai und Karin Lorenz vor fast 30 Jahren das erste Kapitel in der Geschichte des Werderaner Tannenhofs. Inzwischen kann man auf einem 20 Hektar große Teil der Plantage des Familienbetriebs auch Blaufichten, Schwarzkiefern oder Douglasien zum Weihnachtsbaum küren und selbst schlagen. Die Hauptsaison auf dem Tannenhof läuft und wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, wird dort den richtigen Anschub bekommen. Zum Beispiel beim Flanieren auf dem neuen Lichterketten-Spazierweg – bestenfalls im Dunkeln. Niedliche Alpakas gibt es übrigens auch zu sehen.
Geöffnet ist der Tannenhof täglich von 9 bis 19 Uhr. 
Ausstellung in Potsdamer Galerie
Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Sie sehnen sich mal wieder nach einer Portion Kultur? Dann empfehlen wir Ihnen die Ausstellung Künstlerfreundschaften - Freundschaftsbilder", die am Freitag in der AE-Galerie in der Charlottenstraße eröffnet hat. Sie zeigt Arbeiten von 26 Künstler, die sich gut kennen. 
Ihre Freundschaften spiegeln sich in den Kunstwerken wider. So hat Lothar Krone ein Heuhaufen von Menno Veldhuis beispielsweise plastisch umgesetzt. Veldhuis hingegen hat eine farbenfrohe Ausstellungsraumdarstellung von Krone aktuell adaptiert: in trostlosen Farben und ohne Besucher. 
Trostlos ist die Ausstellung zum Glück nicht, öffnen darf sie, weil die Galerie als Kunstverkaufsort zum Einzelhandel zählt wie Galeristin Angelika Euchner sagt. Sie habe das extra juristisch prüfen lassen. Die Eröffnung von „Künstlerfreundschaften - Freundschaftsbilder", hat sie auf zwei Freitag (16 bis 22 Uhr) und Samstag (12 bis 18 Uhr) gestreckt, Besucher müssen sich per Mail an aeuchner@mail.de oder per Tel.: 0178 6028210 anmelden. Danach gelten die üblichen Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 15 bis 19 Uhr und Sa 12 bis 16 Uhr. 
Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 6. Januar 2021 und ein Besuch lohnt sich. Schon allein, weil das Entdecken der verschiedenen Freundschaften großen Spaß macht. Egon Wrobel und Feliks Buettner zum Beispiel kennen sich bereits seit 60 Jahren.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Die Maskenpflicht an vielen Orten, unter anderem im Einzelhandel, ist nun wirklich keine Neuigkeit mehr. Unser Videokolumnist Marcus Gude, der im Hauptberuf einen Feinkostladen in der Potsdamer Innenstadt führt, hat aber jeden Tag mit Menschen zu tun, die sich weigern, Mund und Nase zu bedecken - und zwar mit völlig absurden Begründungen.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 25
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 25
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