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Urlaub zu Hause - Anbaden in der Havel-Therme - Herzloser Hundezüchter

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
während ich diesen Newsletter schreibe, höre ich im Radio eine Lesung der hinreißenden Berliner Autorin Lea Streisand, die den bemerkenswerten Satz formuliert, dass in der schnelllebigen Corona-Zeit unsere Sorgen von vor drei Monaten mit denen von heute wirklich nichts mehr zu tun haben. Recht hat sie: Vor genau drei Monaten lag die Inzidenz in Potsdam nur knapp unter 100, heute ist sie auf 16,6 geschrumpft. Jeder fünfte Brandenburger ist vollständig geimpft, Potsdams mittlerweile sicherlich bekanntester Apotheker Ralf Alhorn rechnet damit, das große Testen in den kommenden Wochen beenden zu können.
Mit der Lit:Potsdam liegt nun auch schon das erste kulturelle Highlight unter Pandemie-Bedingungen hinter uns. Die Macher zeigen sich zufrieden - und meine Kolleginnen schmachten noch immer allesamt die Grande Dame des deutschen Krimis, Ingrid Noll, an, die einen denkwürdigen Auftritt hinlegte.
Die Sache mit den Corona-Regeln lässt uns alle dabei noch nicht los. Zwar geht vieles wieder, der Urlaub steht, je nach Ziel, aber eventuell weiter auf der Kippe: Nicht jede Destination lässt sich ohne Hürden erreichen. Deshalb bleiben wohl auch viele Potsdamer in diesem Sommer zu Hause, wie mir ein Boots-Verleiher und eine Outdoor-Spezialistin berichtet haben.
Ebenfalls zu Hause bleibt die Familie Grün. Denn obwohl Vater Grün, die größte der Figuren der beliebten Statuen-Gruppe auf der Brandenburger Straße, es an der Hüfte hat, kann er im Beisein seiner liebsten operiert, Verzeihung, repariert werden.
Und damit entlasse ich Sie an diesem sonnigen Dienstag ins Lesen dieses Newsletters. Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße, Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Müllberge im Babelsberger Park: Auch drei Mülleimer sind nicht genug. Quelle: Jeanette Gruschke
Müllberge im Babelsberger Park: Auch drei Mülleimer sind nicht genug. Quelle: Jeanette Gruschke
Es ist fast jedes Sommerwochenende das Gleiche: Am Sonntagabend türmen sich Müllberge an den Seeufern der Schlossparks von Potsdam. Die auf Facebook verbreiteten Fotos dieses Wochenendes verschlagen sogar den hartgesottenen Verantwortlichen der Stiftung die Sprache. Stundenlang haben am Montag die Gärtner die Parks geputzt, anstatt sich um Baum und Gesträuch zu kümmern. Passend dazu war übrigens am Sonntag auch Welterbetag und viele Potsdamer haben das Wochenende genutzt, um die Parks aufzuräumen - allerdings kamen die Party-Horden offenbar erst nach den Freiwilligen an.
Stiftungssprecher Frank Kallensee findet die Zustände „unfassbar“, sagt er: „Die da feiern, delegieren ihr Problem an die Stiftung. Die Leute müssen ihren Müll wieder mitnehmen; das steht an den Parkeingängen lesbar für jeden.“ Das klappt bisher, euphemistisch gesagt, aber nur so mittelgut - oder eben gar nicht, wie das Foto oben zeigt. Zugleich laufen bekanntlich Gespräche, ob die Welterbeparks künftig länger geöffnet haben sollen. 300 Potsdamer haben sogar eine Petition zur längeren Begehbarkeit des Parks Babelsberg unterzeichnet. Man darf wohl bezweifeln, dass die Müllberge die Stiftungs-Verantwortlichen motivieren, die Parks später abzuschließen.
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Die Corona-Lage

Die Lage in Potsdam bleibt ruhig. Keine neuen Fälle am Montag, fünf Patienten in den beiden Potsdamer Krankenhäusern und eine Inzidenz von 16,6 - die dritte Welle ist vorbei. Wir versorgen Sie natürlich weiter mit den wichtigsten Entwicklungen, unser tägliches Corona-Update lesen Sie hier.
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Verkehr aktuell

Das Vorhaben ist eher klein dimensioniert – aber die Folgen werden erheblich sein: Wenn ab Mitte Juni über zwei Wochenenden der Lutherplatz für Fahrbahnarbeiten gesperrt wird, ist eine der beiden Verbindungen von Babelsberg nach Potsdam dicht: die von der Großbeeren- und der Karl-Liebknecht-Straße über die Friedrich-Engels-Straße in Richtung Hauptbahnhof und Lange Brücke. Grund ist eine stark beschädigte Asphaltschicht, die erneuert wird. Rainer Schüler weiß, was Sie wissen müssen - und hat es hier aufgeschrieben.
Und damit nicht genug für die Babelsberger, auch am Horstweg wird gebaut, die Dauerbaustellen Leipziger Dreieck und Nuthestraße sorgen ebenfalls weiterhin für Stau. Die gesamte Verkehrsprognose für diese Woche haben wir hier zusammengefasst.
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Der kulinarische Tipp

Foto Saskia Kirf
Foto Saskia Kirf
Der Mittwochs-Schlemmermarkt am Nauener Tor ist praktisch die kleine Schwester des dortigen Wochenmarkts am Sonnabend und konzentriert sich auf das Wesentliche: leckeres Streetfood für die Mittagspause. Heute möchte ich Ihnen die Potsdamer Cateringspezialisten vom Food Kartell vorstellen. Sie bieten mittwochs in der Mittagszeit und samstags bis etwa 15.30 Uhr Bowls an, also einen DER Foodtrends dieser Zeit. Eine sattmachende Grundlage, viel frisches Grün, knackiges Gemüse und intensiv gewürzte Toppings bilden die Bowl, mein persönlicher Favorit sind Gnocchi mit saftigem Teriyaki-Hühnchen und Himbeer-Ingwer-Vinaigrette. Eine kleine Portion kostet 4, eine (wirklich) große 6,50 Euro und für umweltbewusste Hungrige, die ihre Schälchen selbst mitbringen, gibt es 50 Cent Rabatt. Man kann den Foodtruck übrigens auch für Partys buchen. Neben den Bowls gibt es auch eine Burger- und eine Pasta-Karte - und ganz viel Kreativität.
Tipp: Saskia Kirf
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Die besondere Geschichte

Foto: privat
Foto: privat
Es war Rettung in letzter Minute: In einem Wald bei Ferch hat am Wochenende der Schäferhund einer Spaziergängerin einen ausgesetzten Hundewelpen entdeckt. Das erst sieben Wochen alte Tier war in einer Transportbox eingesperrt, die etwa einen Kilometer entfernt von der Autobahnauffahrt Ferch im Wald an einem Baum stand - das ist nicht nur herzlos, das ist kriminell! Zum Glück wurde das Kleine gefunden. Wie es nun mit ihm weitergeht, hat mein Kollege Rainer Schüler herausgefunden.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Die kleine Lücke führt auf den Kutschstallhof hinter dem Neuen Markt. Seit 2019 steht dort das „Haus am Platz“, ein Neubau in äußerlich sehr klassischer Architektur, der durch die Hasso-Plattner-Stiftung errichtet wurde. Er schließt die seit Jahrzehnten offene Platzseite des Hofes, auf dem in Zeiten der preußischen Monarchie die Kutschpferde für den Hofstaat angeschirrt wurden.
Zahlreiche Gebäude rings um den Kutschstallhof und Neuen Markt dienen heute der Wissenschaft. Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) und das Einstein Forum sind hier ansässig, außerdem das Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch- jüdische Studien (MMZ) und auch eine Filiale Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Foto: Das "Haus am Platz" auf dem Kutschstallhof am Neuen Markt. Foto: Peter Degener
Foto: Das "Haus am Platz" auf dem Kutschstallhof am Neuen Markt. Foto: Peter Degener
Doch so richtiges Leben haben weder diese Institutionen noch die Restaurants auf beiden Plätzen etablieren können. Dazu brauchte es – eine Ironie des Lockdowns in Potsdam – die Corona-Pandemie. Denn das „Haus am Platz“, das in erster Linie flexible Büroflächen für Coworking bereitstellt, passte sich dem Markt an und wurde zu einer privat betriebenen Schnelltest-Stelle. Seitdem die Tests kostenfrei für die Bürger sind, stehen die Menschen Schlange. Der Betreiber des Coworking-Space und der Teststelle nennt sich übrigens „Unicorn“. Damit hat ein Einhorn nun dem Kutschstallhof eine neue Funktion gegeben. Zu schade, dass die Institutionen ringsum gerade nur eingeschränkt geöffnet sind, um sich dem neuen Publikum zu zeigen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Die Liegestühle stehen bereit: Ab nächster Woche darf in der Havel-Therme geplantscht und sauniert werden. Quelle: Julius Frick
Die Liegestühle stehen bereit: Ab nächster Woche darf in der Havel-Therme geplantscht und sauniert werden. Quelle: Julius Frick
Was lange währt, wird endlich nass! Die Havel-Therme und deren mehr als 100 Mitarbeiter am Großen Zernsee in Werder machen sich bereit für die langersehnte Eröffnung. Am Freitag, 18. Juni, öffnet das Bad, für das vor zehn (!) Jahren der Grundstein gelegt wurde, seine Tore für die ersten Gäste. Denn jetzt lassen die Corona-Bestimmungen das unter Auflagen zu. Wenn Sie dabei sein wollen, können Sie Karten gewinnen für das exklusive Pre-Plantschen am Abend vorher. Hier verraten wir Ihnen, wie das geht.
Was lange währt, wird endlich - nein, keine Angst, das hier ist kein Fehler. Denn auch in Stahnsdorf neigt sich eine beinahe unendliche Geschichte dem Ende zu. Denn im vierten Anlauf könnte der bauliche Lückenschluss am Busbahnhof Waldschänke in Stahnsdorf klappen: Der nun im Bauausschuss vorgeschlagene Entwurf der Primonial Immobilien GmbH fand Zustimmung bei den Gemeindevertretern, die endlich einstimmig empfahlen, dass daran weitergearbeitet werden soll.
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Endlich! Die Sonne scheint und Corona macht Sommerpause. Derweil üben wir uns in Lockerung und machen on air so verrückte Sachen wie ins Theater gehen, Fußball spielen oder den Biergarten besuchen. Und das allerverrückteste daran: Es fühlt sich ganz schnell ganz normal an. Das ist doch nicht normal!
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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