Profil anzeigen

Untreue-Skandal bei der Schlösserstiftung+++Verkehrschaos+++Garagen-Abriss

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

Eis und Schnee sind geschmolzen, die Sonne scheint - und was tritt da zum Wochenbeginn in Potsdam zutage? Ein handfester Skandal. Es geht um die renommierte Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, um Untreue, einen Schaden von vermutlich mehr als einer Million Euro, um Selbstanzeigen, Entlassungen - kurz: um einen Fall, der zumindest mich für einen Moment fassungslos gemacht hat. Mehr über diese Recherche meines Kollegen Peter Degener lesen Sie hier - und in unserem heutigen Stadtgespräch weiter unten im Newsletter.
Vielleicht kein Stadt-, aber auf jeden Fall das Ortsgespräch Nummer eins ist in Sacrow seit dem Wochenende der Verkehr, genauer das Chaos auf der schmalen Straße, die über Sacrow durch den malerischen Königswald führt. Dort stauten sich am Sonntag hunderte Autos über Kilometer hinweg, parkende und fahrende Wagen blockierten sich gegenseitig, genervte Fahrer gingen aufeinander los. Am Ende wurde es ein Fall für die Polizei - und für die Bürgerinitiative im Ort. Was deren größte Sorge ist - und welche rigorose Forderung sie nun an die Stadt Potsdam stellen, lesen Sie hier.
Wohin nur mit den Autos? Eine Frage, sie sich in Potsdam eigentlich ständig irgendwo stellt und die für Anwohner in der Potsdamer Gluckstraße und im Patrizierweg demnächst eine ganz besondere Bedeutung bekommt. Denn wie Peter Degener herausgefunden hat, werden dort insgesamt 122 Garagen abgerissen, Ersatz-Parkplätze sind nicht geplant. Stattdessen will die städtische Pro Potsdam Wohnungen bauen - insgesamt 55 Stück für Menschen in besonderen Notlagen und in ganz besonderer Form.
Der neu berufene Potsdamer Klimarat hat übrigens eine ganz klare Meinung zu der Autofrage: Die Potsdamer sollten einfach ganz auf den Wagen verzichten und lieber laufen, das Rad oder die Bahn nehmen.
Ich gestehe: Ich habe am Montag das Auto anstelle des Fahrrads genommen - und muss zur Strafe nach Feierabend vermutlich stundenlang einen Parkplatz suchen. Ab heute fahre ich dann wieder Rad - ohne Schnee und Eis auf den Wegen, dafür endlich wieder mit Sonne im Gesicht.
Genießen auch Sie das traumhafte Wetter, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie uns treu. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach!
Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!


***
Das Stadtgespräch

Der Schirrhof genannte Bauhof der Schlösserstiftung in der Potsdamer Lennéstraße: Hier wurden jahrelang illegal Baumaterialien weiterverkauft. Foto: Bernd Gartenschläger
Der Schirrhof genannte Bauhof der Schlösserstiftung in der Potsdamer Lennéstraße: Hier wurden jahrelang illegal Baumaterialien weiterverkauft. Foto: Bernd Gartenschläger
Auf einem Bauhof geht immer Material „verloren“ – da geht es einer kleinen Gemeinde vermutlich nicht anders als der renommierten Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Auf deren „Schirrhof“ sind anscheinend jahrelang mit System Baustoffe, Werkzeuge und Maschinen illegal weiterverkauft worden, wie MAZ-Lokalredakteur Peter Degener exklusiv erfahren hat. Der für die Beschaffung verantwortliche Mitarbeiter soll auf Rechnung der Stiftung gekauft und dann an Kollegen weiterveräußert haben. Ein ganzer Dachstuhl für ein Privathaus soll auf diese Weise von der Stiftung finanziert worden sein. Der Schaden liegt vermutlich bei mehr als einer Million Euro, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Hier lesen Sie, was jetzt schon über den Fall bekannt ist – und was den Mitarbeiter der Stiftung droht, die das illegale Angebot genutzt haben.
***
Die Corona-Lage

Innerhalb der letzten sieben Tage ist die Corona-Lage in Potsdam relativ stabil geblieben. Die Sieben-Tage-Inzidenz bewegte sich immer um den Wert 30, mit Stand Montag liegt sie bei 31,1. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie gezählten Infektionen ist von Sonntag, 14. Februar, bis Montag, 22. Februar, von 5061 auf 5118 angestiegen. Außerdem meldete die Stadt in den letzten sieben Tagen zwei neue Corona-Tote. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie mit Stand Montag 221 Patienten in Zusammenhang mit Corona verstorben.
Auch die Zahl der Patienten, die in den beiden Potsdamer Kliniken in Zusammenhang mit Covid-19 behandelt werden, ist gesunken: Am Montag vor einer Woche waren noch 43, am Montag, 22. Februar, meldete die Stadt 30 Corona-Patienten. Aktuell werden davon zwölf intensivmedizinisch behandelt, das sind vier weniger als noch vor einer Woche.
Allerdings ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Mutationen in Potsdam gestiegen: Aktuell sind 14 Fälle der britischen Variante B.1.1.7 bekannt. Drei sind in der letzten Woche festgestellt worden. Wie die Stadt am Freitag bekannt gab, wird sie künftig alle positiven Corona-Tests (PCR) über das Klinikum „Ernst von Bergmann“ auf Mutationen testen lassen. Vorher ist nur stichprobenartig auf Virus-Mutationen getestet worden.
***
Verkehr aktuell

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Schnee und Eis sind geschmolzen, mit Behinderungen muss man auf Potsdams Straßen dennoch rechnen. Unvorhersehbare Ereignisse wie der erneute Rohrbruch in der Behlertstraße am vergangenen Wochenende können jederzeit für Sperrungen sorgen - ansonsten sind es weiterhin die Dauerbaustellen am Leipziger Dreieck und der Schnellstraße, die für Staugefahr sorgen.
Aktuell kommen Arbeiten in der Kaiser-Friedrich-Straße, der Puschkinallee und der Potsdamer Chaussee hinzu, die für kurzzeitige Störungen im gewohnten Ablauf sorgen können.
Einen kompletten Überblick über die aktuellen Staufallen finden Sie hier.
***
Der kulinarische Tipp

Die Initiatorinnen der Marktschwärmerei in Potsdam. Foto: Elvira Minack
Die Initiatorinnen der Marktschwärmerei in Potsdam. Foto: Elvira Minack
Frische Produkte von lokalen und regionalen Anbietern - immer mehr Menschen ist es wichtig, zu wissen, bei wem die ihre Nahrungsmittel einkaufen. Der Besuch auf dem Wochenmarkt ist aber nicht immer drin, gerade in Zeiten einer Pandemie auch gar nicht für jeden das Richtige. Genau hier setzt die Plattform Marktschwärmer an.
Für die Kunden funktioniert das System ganz einfach. Sie registrieren sich auf der Plattform www.marktschwaermer.de und gehen damit eine unverbindliche Mitgliedschaft ein, die nichts kostet. Vier bis fünf Tage vor dem Markttag sind die Angebote der jeweiligen Woche zu sehen, jeder Anbieter stellt sich und seine Produkte persönlich vor. Die Mitglieder können online bestellen und bezahlen. Das ist bis zwei Tage vor dem Markttag möglich. Am Markttag selbst kann jeder seine Tüten abholen - in Potsdam geht das im Foyer des Rechenzentrums in der Dortustraße und in Babelsberg.
***
Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo in Potsdam ist denn das? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam ist denn das? Foto: Peter Degener
Wer tritt hier in wessen Schatten ein? Golden und blau leuchten die Steinchen aus Glas und Marmor. Schwerer Glanz ruht in der Mitte umgeben von acht Begleitern. Kinder haben diesen künstlerischen Garten mitgestaltet, der fast ihre ganze Welt darstellt. Der Ort ist gut gewählt, denn hier gehen Kinder jeden Alters ein und aus. Wer am Steuer sitzt und hier im Stau steht, dem bietet sich immerhin eine bunte Abwechslung.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 25. Februar eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Bekommt Potsdam-Mittelmark jetzt wirklich ein eigenes Impfzentrum? Oder wie sonst soll sichergestellt werden, dass auch in den ländlichen Gebieten alle Bewohner ihre Impfangebote möglichst unkompliziert wahrnehmen können? Welche Standorte sind als mögliche Impfstellen im Gespräch? Wie viele Impfdosen bleiben eigentlich übrig und werden ohne Termin einfach so spontan verimpft – und wie viele müssen tatsächlich entsorgt werden? Meine Kollegin Konstanze Kobel-Höller hat Antworten rund ums Impfen in Potsdam-Mittelmark.
Foto: Konstanze Kobel-Höller
Foto: Konstanze Kobel-Höller
Findet Teltow endlich, nach jahrelanger Suche, einen Investor und Betreiber für sein Hafengebäude? Silvio Schobinger, der Chef des erfolgreichen Berliner Goerzwerks, ist als Sieger aus der offenen Vergabe hervorgegangen. Am 24. März sollen die Stadtverordneten entscheiden, ob ihnen seine Ideen für das 1020 Quadratmeter große Grundstück am Stadthafen gefallen. Hafenbetreiber Thomas Klemm hofft unterdessen erst einmal auf die Eröffnung des Cafés auf dem Areal im Frühjahr.
***
Unser Buchtipp der Woche

Foto: Sarah Kugler
Foto: Sarah Kugler
Katerina Poladjan erzählt in „Hier sind Löwen“ von Helen Mazavian. Sie ist Buchrestauratorin und fährt für ein paar Monate nach Armenien, um die dortige Buchbindekunst zu lernen und eine Familienbibel zu restaurieren. Dabei stößt sie nicht nur auf eine erschütternde Fluchtgeschichte von zwei Geschwistern, sondern geht auch ihrer eigenen Familiengeschichte nach, über die Helens Mutter nicht besonders viel spricht. Überhaupt ist die Beziehung zwischen Mutter und Tochter schwierig, die Reise nach Armenien umso nötiger. Dabei lernt sie verschiedene Menschen kennen und lieben, was ihr wiederum hilft, sich selbst mehr zu finden.
Katerina Poladjan schreibt all das ganz sanft, mit einer zart-wunderbaren Sprache, die einen ganz in ihren Bann zieht. „Hier sind Löwen“ ist ein Buch über Familie, über biografische Wurzeln, über kulturelle Unterschiede und Vorurteile. Und nebenbei lernt man auch noch etwas über Buchbinderei – Szenen, die eine fast meditative Wirkung haben. 
Tipp und Text: Sarah Kugler
***
Das Letzte kohttps://www.getrevue.co/app/issues/current#mmt zum Schluss: Hafemeister

Nur noch wenige Tage, dann dürfen die Friseure wieder öffnen. Ein willkommener Anlass für unseren Karikaturisten Jörg Hafemeister, der zu seiner jüngsten Zeichnung schreibt: “Erste Welle, zweite Welle, Dauerwelle? Da bleibt ja gar nichts anderes, als das Friseurgeschäft wieder zu beleben. Ich jedenfalls freue mich schon auf eine richtige Frisur, die sich gewaschen hat.”
Zeichnung: Jörg Hafemeister
Zeichnung: Jörg Hafemeister
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.