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Umstrittene Jugend-Partys an der Schiffbauergasse++Friedrich Merz in Potsdam++Corona-Ausbruch an Schule

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie alle kennen die Schiffbauergasse, Potsdams Kultur- und Kreativ-Standort am Ufer des Tiefen Sees. Aber kennen Sie auch “Schiffbauer”? Wer sich dort verabredet, geht eher selten ins Theater oder zum Italiener - an der “Schiffbauer” trifft sich Potsdams Jugend zur Party, manch Anwohner würde sagen zum Exzess.
Denn während Polizei und Ordnungsamt die Partys mit bis zu 300 Leuten inzwischen dulden, fordern Anrainer einen Krisengipfel. Die Jugendlichen urinierten in alle Ecken, hinterließen Müll, Glasscherben und Erbrochenes - das müsse ein Ende haben, klagen sie. Doch wohin? Das fragen sich nicht nur die Jugendlichen, mit denen mein Kollege Peter Degener bei einer der Partys am Wochenende gesprochen hat. Auch einige Stadtverordnete fordern erneut mehr Freiflächen für Jugendliche in Potsdam. Bisher allerdings erfolglos.
Eine Erfolgsgeschichte ist indes der Start des ersten Carsharing-Anbieters in Potsdam: Knapp vier Monate, nachdem die ersten schwarzen Autos mit dem weißen Schriftzug in der Stadt zu sehen waren, zieht der Anbieter “Miles” ein positives Fazit. Carsharing kommt auch in Potsdam an, könnte aber noch deutlich besser ankommen, meint “Miles”-Chef Oliver Mackprang - wenn die Stadt Potsdam nur andere Rahmenbedingungen schaffen würde. Konkret fordert “Miles” bessere Parkmöglichkeiten, auch höhere Gebühren für Anwohnerparken sind ein Thema, für die sich im Übrigen auch die eine oder andere Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung erwärmen könnte.
Ungewöhnliche Wege für eine Verkehrswende möchte bekanntlich ja auch die Golmer Landtags- und Noch-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig (CDU) gehen. Viel mehr als Kopfschütteln hat sie mit ihrer Seilbahn-Idee für Potsdam bisher allerdings nicht erreicht - und so richtig überzeugen konnte die Direktkandidatin der CDU im Wahlkreis 61 auch im Wahlkampf bisher offenbar nicht. Das zumindest legt das Portal Wahlkreisprognose.de nahe, das der 53-Jährigen nur noch sieben Prozent Gewinnchancen zugesteht.
Ob da ein Friedrich Merz da noch was ausrichten kann? Versucht hat er es zumindest - und seine Parteikollegin gestern Abend bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Luisenplatz unterstützt. Wie er ankam? Und was das Zukunftsteam-Mitglied so zu sagen hatte? Lesen Sie selbst.
Eine Woche noch, liebe Leserinnen und Leser, dann hat Deutschland gewählt. Was bis dahin im Endspurt des Promi-Duells Baerbock gegen Scholz noch alles passiert? Welche Direktkandidaten im Potsdamer Wahlkreis 61 welche Ziele verfolgen, wo Sie wen vor der Wahl noch treffen können? Das lesen Sie in unserem kostenlosen Liveblog zu Deutschlands vielleicht spannendsten Wahlkreis 61.
Ihnen wünsche ich nun eine schöne Woche. Unseren nächsten Newsletter finden Sie am Freitag in Ihrem Postfach.
Bis dahin alles Gute und herzliche Grüße
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
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Das Stadtgespräch

Morgendliches Bild in der Schiffbauergasse. Foto: Varvara Smirnova
Morgendliches Bild in der Schiffbauergasse. Foto: Varvara Smirnova
Die Schiffbauergasse ist neuer Treffpunkt der Jugend. Endlich sind die jungen Menschen da, wo die Stadt sie immer haben wollte. Doch bei einem Besuch vor Ort zeigt sich, dass das einige Probleme mit sich bringt. Minderjährige, die sich mit hartem Alkohol betrinken, Lärm und vor allem immer wieder Glasscherben auf allen Wegen. 
Die MAZ-Reportage vom vergangenen Partywochenende sorgte für Aufregung. Nun melden sich gewerbliche Anrainer zu Wort und fordern die Stadt zum Handeln auf, weil die Hotel- und Restaurantgäste früher gehen, schlechter bewerten sowie Lärm und ungeniertem Eckenpinkeln neben ihren Ferienwohnungen und Terrassentischen ausgesetzt sind. Sie kommen hier zu Wort.
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Die Corona-Lage

Das Coronavirus zieht weiter seine Kreise durch Potsdams Schulen und Kindertagesstätten. Besonders betroffen ist inzwischen die Fontane-Oberschule in der Waldstadt, die bereits vor einer Woche mehr als einen Corona-Fall gemeldet hatte. Aktuell sind dort 16 positive Fälle bei Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgänge bestätigt. An der Schule lernen rund 445 Mädchen und Jungen von Klasse 1 bis 10. Nach dem Ausbruch schreitet nun die Stadt Potsdam ein - und erteilt der Schule verschiedene Auflagen.
Stadtweit liegt die 7-Tage-Inzidenz am Montag indes bei 59,3 - deutlich höher als noch am vergangenen Freitag (46,7). In den Potsdamer Krankenhäusern werden nach Angaben der Stadt am Montag sechs mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt, drei davon intensivmedizinisch.
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Verkehr aktuell

Die Behlertstraße wird saniert. Foto: Varvara Smirnova
Die Behlertstraße wird saniert. Foto: Varvara Smirnova
Seit drei Monaten leben die Anwohner der Behlertstraße hinter dem Bauzaun. Die Sanierung der wichtigen Straße hat einige Nachteile für die Erreichbarkeit der Behlerthöfe - aber auch ungeahnte Vorteile. MAZ-Redakteur Rainer Schüler hat die Anwohner der Höfe getroffen.
Und was ist auf den Straßen außerhalb der Höfe los? In der neuen Woche gibt es zahlreiche Einschränkungen durch Baustellen im ganzen Potsdamer Stadtgebiet. In Babelsberg gibt es an der Rudolf-Breitscheid-Straße eine größere neue Sperrung an der S-Bahn-Unterführung auf Höhe der Paul-Neumann-Straße. Auch in Satzkorn gibt es eine neue Baustelle. Den Überblick über alle Baustellen finden Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Ufa-Chef Joachim Kosack hat mit der MAZ gesprochen. Foto: Bernd Jaworek
Ufa-Chef Joachim Kosack hat mit der MAZ gesprochen. Foto: Bernd Jaworek
Die Ufa gehört zu den größten deutschen Produktionsfirmen für bewegte Bilder und hat ihr Hauptquartier in der Medienstadt Babelsberg. Doch dieser Standort steht vor großen Umbrüchen. Das benachbarte Filmstudio soll verkauft werden. Zahlreiche neue Gebäude entstehen, womöglich sogar ein Libeskind-Turm, Firmen siedeln sich an. Ufa-Chef Joachim Kosack spricht im MAZ-Interview über die Entwicklungen vor Ort und auch die Bedrohungen für die Branche. Eine davon sind die zunehmenden Wohnungen rund um den Produktionsstandort: “Dieser Ort sollte nicht für Wohnungen da sein”, sagt Kosack.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Das Rätsel war diese Woche besonders schwer – nur eine richtige Lösung erreichte die Redaktion.
Zu sehen ist ein großes Kunstwerk von Eleonore Straub, das einst im Atelierhaus Panzerhalle in Groß Glienicke stand. Als dieser Ort 2007 abgerissen wurde, fand zumindest das Werk „Narcissus Poeticus EST“ einen neuen Platz. Der Name geht auf die lateinische Bezeichnung der Weißen Narzisse oder Dichter-Narzisse zurück.
Foto: Peter Degener
Foto: Peter Degener
Die rund zehn Meter hohe „Blume“ steht heute am Eingang des Landesbetriebs „Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg” (LGB) in der Heinrich-Mann-Allee. Man findet sie, wenn man an der Haltestelle Kunersdorfer Straße den Behördenstandort betritt, auf dem auch die Bundespolizei ihren Sitz hat.
Es handelt sich um einen „Peitschenlampenmast“ als Stängel und mehrere zu einem Bündel zusammengefasste, nachts beleuchtete Verkehrszeichen als Blüte. Die Künstlerin schlägt dabei einen Bogen vom Mythos des Narziss, der durch seine Selbstverliebtheit den Tod fand. Die Landesvermesser sollten bei ihrer technischen Arbeit, die etwa den Bau von Verkehrs-Infrastruktur im ganzen Land ermöglicht, die Umwelt nicht ignorieren, sondern respektieren.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

„Rock am Hafen“ anstelle von Stadt- und Musikfest in Teltow geplant
Vielseitig und nachhaltig: Werkstoff Vulkanfiber schont die Ressourcen
SPD protestiert gegen Sparpläne von Potsdam-Mittelmark 
Mit dem Pilzexperten auf der Jagd nach der Falschen Rotkappe
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Der “Potsdam-Bonus” für die Vergabe von Wohnungen erregt die Gemüter, auch das unseres MAZ-Karikaturisten Jörg Hafemeister.
Er sagt: “Zuzug, Wohnungsmangel, Mietendruck: Es hat seinen Preis, in einer der beliebtesten Städte Deutschlands zu wohnen. Darum plant Potsdam mit der Pro Potsdam für langjährige Potsdamer einen Potsdam-Bonus. Eine Rolle spielen dabei u.a. soziale Kriterien, z.B. Pflegebedürftigkeit, eigene Kinder oder ehrenamtliche Tätigkeit. Das freut natürlich alte Potsdamer – und solche, die es werden wollen”
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