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Trauer um Herbert Köfer +++ Neue Staustellen +++ So geht Erdbeermarmelade

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
In der letzten Woche habe ich Ihnen von der beeindruckenden Spendenaktion für das Flutgebiet in der Eifel erzählt, die der Potsdamer Sebastian Frenkel auf die Beine gestellt hat. Nun hat er die erste Tour mit einem Konvoi voll technischem Gerät hinter sich - und berichtet von einer sehr persönlichen Begegnung mit Katastrophenopfern und anderen nachhaltigen Eindrücken.
Nachhaltig, wenn auch nicht beeindruckend ist auch der neuerliche Schaden an Familie Grün: Der Armbruch der Mutter kann repariert werden, aber was das kostet und wann es losgehen kann, steht in den Sternen.
Klarer ist die Zukunft der Buchhandelkette Joker’s in Potsdam: Es gibt nämlich keine, die Filiale in der Brandenburger Straße wird im Herbst vom Buchmogul Thalia übernommen. Die lokalen Händler zeigen sich davon aber unbeeindruckt, sie zählen auf ihre treue Kundschaft.
Viel mehr Eindruck als ein solcher Wechsel machte vor zwei Jahren eine Beinahe-Katastrophe: Am 24. Mai 2019 wurde im Staudenhof am Alten Markt Gasalarm ausgelöst, ein Sperrkreis wurde errichtet, der Wohnblock auf zwei Etagen wegen akuter Explosionsgefahr evakuiert. Nun steht fest, dass der Notfall kein Zufall war. Meine Kollegin Nadine Fabian verfolgt den Gerichtsprozess.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche, bleiben Sie gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf,
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Haben Geimpfte beispielsweise bald mehr Rechte beim Zugang ins Schwimmbad, Kino oder Restaurant? Quelle: MAZ
Haben Geimpfte beispielsweise bald mehr Rechte beim Zugang ins Schwimmbad, Kino oder Restaurant? Quelle: MAZ
Geimpft, genesen, getestet: Noch gilt ein tagesaktueller negativer Corona-Schnelltest in der Freizeit genauso viel wie ein vollständiger Impfnachweis. Das könnte sich ändern, wie zuletzt die Potsdamer Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock angedeutet hat: Möglicherweise werden Aktivitäten wie der Besuch im Restaurant, in der Konzerthalle oder dem Sportstadion bald für Menschen ohne Corona-Impfschutz nicht mehr möglich sein. Nun diskutiert die Landeshauptstadt über Impf-Anreize und Sanktionen für Ungeimpfte. Die ersten Anreize gibt es übrigens längst: Eine Burgerkette verschenkt Essen an frisch Immunisierte.
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Die besondere Geschichte

Der Schauspieler Herber Köfer ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Der Schauspieler Herber Köfer ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
DDR-Fernsehlegende und Publikumsliebling über Generationen: Der Schauspieler Herbert Köfer, der auch noch hochbetagt beruflich aktiv war, ist tot. Der Michendorfer starb am Samstag im Alter von 100 Jahren, wie seine Witwe Heike Köfer mitteilte. Im Februar hatte Herbert Köfer seinen 100. Geburtstag gefeiert - mit einer Torte in Form einer Filmklappe, gemacht vom Potsdamer Konditormeister Gregor Thomas.
Rund 80 Jahre stand der Mime mit den lustig blitzenden Augen auf der Bühne, die für ihn stets die Welt war. Den Applaus hat er immer bis zur letzten Sekunde ausgekostet, wie er einmal lächelnd gestand. Tatkräftig, von robuster Gesundheit, so präsentierte er sich gern.
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Die Coronalage

Die Landeshauptstadt verzeichnet laut Robert-Koch-Institut am Montag und Sonntag keine neuen Corona-Infektionen, am Samstag waren es derer fünf gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt damit weiterhin bei 9,4. Seit Beginn der Pandemie wurden in Potsdam damit 7.141 Menschen positiv auf Corona getestet. Unsere täglichen Corona-Updates finden Sie hier.
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Die Verkehrsprognose

Die nächste Bauphase am Leipziger Dreieck hat am Montag begonnen, das bedeutet: Die Ampeln werden abgeschaltet. Zwei Mal muss in dieser Woche zudem die Nutheschnellstraße gesperrt werden. Wo auf Potsdams Straßen dank Dauer- und Spontanbaustellen dieser Tage außerdem erhöhte Aufmerksamkeit und Geduld gefragt sind, erfahren Sie hier.
Auch in der Stadtmitte geht es voran, dort steigen Bauarbeiter einem Wahrzeichen aufs Dach: Die Türme des Nauener Tors werden bis Ende September saniert. Was das für Bus, Tram und Radfahrer bedeutet, haben wir hier zusammengefasst.
Und auch, wenn es bis zum Wochenende mit seinem besonders hohen Verkehrsaufkommen noch ein paar Tage sind, sollten sie bei geplanten Reisen diese Staustellen auf den Autobahnen im Blick haben.
Und noch eine Nachricht zum ruhenden Verkehr: Der Ortsbeirat Groß Glienicke wollte an den Sommerwochenenden eine Teil-Sperrung der Seepromenade, um nach den schlechten Erfahrungen der Vorjahre ein erneutes Chaos durch wild parkende ortsfremde Badegäste zu verhindern. Zur Erinnerung - es geht hier um Rettungswege. Jetzt aber kam die Absage aus dem Potsdamer Rathaus.
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Der kulinarische Tipp

Ein kleiner Teil der Ausbeute. Foto: Saskia Kirf
Ein kleiner Teil der Ausbeute. Foto: Saskia Kirf
Wenn ET, der Außerirdische, nach Hause telefonieren will, leuchtet sein Zeigefinger rot. Bei mir ist das so ähnlich, denn ich habe, wie jeden Sommer, Marmelade gekocht und mir dabei, wie jeden Sommer, den linken Daumen verbrannt. Erdbeermarmelade koche ich so: Zwei Kilo Erdbeeren waschen, putzen und klein schneiden, nun abwiegen und mit dem halben Eigengewicht an Gelierzucker (2:1) und dem Saft einer Zitrone mischen und umrühren. Ich lasse die Früchte über Nacht Saft ziehen, püriere das Ganze am nächsten Morgen und koche alles auf. Entstehender Schaum wird abgeschöpft.
Nach drei bis vier Minuten sprudelnden Kochens folgt die Gelierprobe: Etwas Marmeladenmasse auf einen Teller geben und prüfen, ob diese beim Schräghalten des Tellers fest wird. Falls nein: noch einige Minuten kochen. Falls ja: Frische Minze klein hacken, pro Kilo Erdbeeren gebe ich einen Esslöffel gehackter Minze in die Masse (Basilikum wäre sicher auch sehr fein, allerdings wird davon mehr gebraucht), fülle sie in die sterilisierten Gläser ein, zuschrauben - fertig.
Und der kaputte Daumen? Natürlich fasse ich nicht ins brodelnde Gelee, auch das Abkochen der Gläser kriege ich noch weitestgehend verletzungsfrei hin. Aber wenn dann der Aufstrich mit dem dafür zurechtgeschnittenen Trichter in sein Behältnis gefüllt ist, muss das zugeschraubt werden. Die ersten zwei, drei Gläser sind kein Problem. Zwischen Glas vier und sieben fängt der Glashalteschraubdaumen an, zu ziepen, ab Glas zehn tut er richtig weh, etwa bei Glas 15 ist die extraterrestrische Kommunikation mit ETs drei Millionen Lichtjahre entferntem Heimatstern gar kein Problem mehr. Und falls das nicht klappt, ist es nicht schlimm: Immerhin habe ich ein paar Dutzend Gläser Erdbeer-Minz-Marmelade, die tröstet dann auch.  
Text und Bild: Saskia Kirf
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Foto: Peter Degener
Foto: Peter Degener
Klobiger Neobarock steht auf dem Potsdamer Mühlenberg in der Jägervorstadt. Von dort hat man einen tollen Blick auf das Stadtzentrum und die Friedenskirche in Sanssouci. Doch von größerem Interesse ist, was sich einst in diesem Haus ereignete. 1904/5 ließ der Bankier Georg Rohn das Haus errichten, das wegen der zwei Löwen, die seine Initialen an der großen Schaufront tragen, auch „Löwenvilla“ getauft wurde.
Seit 1932 lebte hier der Major Fritz von der Lancken und führte in dem üppigen Haus ein Internat für Söhne betuchter Adelsfamilien und Gutsbesitzer. Lancken gehörte im Nationalsozialismus zum Widerstand innerhalb der Wehrmacht. Konspirative Treffen des Widerstandskreises fanden in der Löwenvilla statt und auch die Bombe, mit der Adolf Hitler am 20. Juli 1944 in seinem Hauptquartier „Wolfsschanze“ getötet werden sollte, wurde hier versteckt und am Morgen des Attentats vom Chauffeur des Attentäters Claus Graf Schenk von Stauffenberg abgeholt. Die Geschichte wurde von Hollywood unter dem Titel „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle verfilmt. Einzelne Szenen entstanden dafür 2007 in der Potsdamer Löwenvilla.
Mehr zur Geschichte und tolle Fotos aus den Innenräumen finden Sie hier.
Text und Bild: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Baustart für neue Nuthe-Brücke im Herbst
Wohnen im Potsdamer Umland: Bis zu 11.000 Euro pro Quadratmeter für Eigentum
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Eine putzmuntere Deltavariante und eine zunehmend impfmüde Bevölkerung - damit das Impfen nicht ins Stocken gerät, wird über niedrigschwellige Angebote nachgedacht. Es bleibt spannend!
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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