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Tipps und Tricks zum Impfen +++ Katja steckt fest +++ Ärger um Sozialwohnungen

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Endlich Sommer, endlich Ferien - und endlich gibt es wieder Touristen in Potsdam. Die erkenne ich zuverlässig an ihrer glatten Orientierungslosigkeit. Gestandene Männer, die sich mit dem Hotel-Stadtplan in der Hand suchend auf der Stelle drehen, Paare, die sich vom Handy-Navigationsgerät lautstark durch die City führen lassen (und bei der Anweisung, rechts abzubiegen, ohne auch nur den Bruchteil einer Sekunde zu zögern auf die Straße eilen) - ich finde es wirklich schön, dass sie wieder da sind. Und offenbar wissen die Besucher sich zu benehmen. Denn die ansässigen Hoteliers können sich über langfingrige Gäste nicht beschweren.
Viele der Touristen haben ihren Besuch in Potsdam sicher auch für einen Abstecher ins Museum Barberini genutzt. Etwas mehr als 46.000 Besucher haben die dort gerade zu Ende gegangene Ausstellung „Rembrandts Orient“ gesehen. Das gab das Museum nun zum Ende der Ausstellung bekannt. Eine andere Schau hingegen darf nicht stattfinden: Die Initiatoren der Ausstellung „Lernort Garnisonkirche“ im Parterre des Rechenzentrums wollen mit einer Vitrine auf den Bürgersteig an der Dortustraße, doch die Stadt verweigert ihnen die Genehmigung dafür.
Ein Pavillon wird also nicht aufgebaut - das hat er mit Sozialwohnungen in Krampnitz gemeinsam. Die Quote für geförderten Wohnungsbau liegt im ersten, auf 5000 Einwohner limitierten Abschnitt des neuen Viertels im Potsdamer Norden weit unter zehn Prozent. Einen Ruck soll es erst im zweiten Abschnitt geben, dessen Umsetzung aber noch weitgehend unklar ist. Auch ein anderes Bauprojekt steht nicht im Verdacht, für günstigen Wohnraum zu sorgen: Der in Babelsberg geplante Riesenturm soll Büroflächen enthalten. Im August sollen die supergeheimen Pläne öffentlich gemacht werden, Kritik gibt es aber auch jetzt schon reichlich.
Und dann war da noch Katja. Das im Sacrow-Paretzer-Kanal gesunkene Frachtschiff dieses Namens kann nicht an Land geholt werden. Taucherarbeiten sollen nun klären, wie es genau um den Zustand des Frachters steht. Im schlimmsten Fall muss ein großes Hebeschiff helfen, doch es gibt auch gute Nachrichten.
Und mit diesem positiven Gedanken entlasse ich Sie nun in diesen Newsletter. Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Eine Feuerwehrsirene auf dem Dach der Freiwilligen Feuerwehr Sacrow Quelle: Julius Frick
Eine Feuerwehrsirene auf dem Dach der Freiwilligen Feuerwehr Sacrow Quelle: Julius Frick
Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wirft auch in Potsdam Fragen nach dem Schutz der Bevölkerung in Notfällen auf. Denn ein flächendeckendes Sirenensystem gibt es in der brandenburgischen Landeshauptstadt nicht mehr: Hatten 1992 noch mehr als 90 Sirenen im Stadtgebiet den Ernstfall verkündet, sind es heute nur noch 15. Ein „sukzessiver Ausbau“ des Netzes war bereits vor einem Jahr vom Rathaus versprochen worden, doch passiert ist seitdem nichts.
Was aber passiert, wenn es in Potsdam zu einer Katastrophe kommt? Der Chef der Gefahrenabwehr bei der Potsdamer Feuerwehr, Rainer Schulz, erklärt es - und gibt lebensrettende Tipps zum Verhalten im Ernstfall.
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Die Corona-Lage

Die Landeshauptstadt verzeichnet laut Robert-Koch-Institut am Montag erneut keinen neuen Corona-Fall. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt konstant und liegt weiterhin bei 5,5. Seit Beginn der Pandemie wurden in Potsdam damit 7.123 Menschen positiv auf Corona getestet.
Auch geimpft wird in Potsdam fleißig. Das Impfzentrum in der Metropolishalle hatte für diese Woche 10.000 Termine für Zweitimpfungen bereitgestellt und ist ausgebucht. Am Bergmann-Klinikum gibt es hier für Mittwoch und Donnerstag noch reichlich freie Termine für Erst- und Zweitimpfungen. Alles zum Impfen in Potsdam, zur Zukunft des Impfzentrums und ein paar besondere Kniffe erfahren Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Daniel Noël Fleischmann hat das Neue Theater Potsdam gegründet. Foto: Bernd Gartenschläger
Daniel Noël Fleischmann hat das Neue Theater Potsdam gegründet. Foto: Bernd Gartenschläger
Ein Begegnungsort für Kreative soll es werden, ein Probe- und Spielraum: Die Räume hinter und über dem Klosterkeller in der Friedrich-Ebert-Straße 94 sind vor kurzem das zu Hause des Neuen Theater Potsdam geworden. Gründer und Schauspieler Daniel Noël Fleischmann ist auch gleich vor Ort eingezogen - damit er die Zeit in Potsdam optimal nutzen kann.
Der 27-Jährige dreht nämlich noch bis Ende des Monats einen Kurzfilm in den Räumen, es ist seine erste Regiearbeit. Fleischmann ist eine Art Tausendsassa: Gedichtbände hat er schon geschrieben, in Theater- und Fernsehproduktionen mitgespielt. Die Gründung eines eigenen Theaters, einen Begegnungsort zu schaffen, ist ein Traum von ihm gewesen.
Was er und sein Team in der Friedrich-Ebert-Straße genau vorhaben, wie lange sie dort bleiben können und wann Sie erste Performances sehen können, hat meine Kollegin Sarah Kugler hier für Sie aufgeschrieben.
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Verkehr aktuell

Sperrung für die Großbaustelle Behlertstraße. Foto: Bernd Gartenschläger
Sperrung für die Großbaustelle Behlertstraße. Foto: Bernd Gartenschläger
An folgenden Stellen kann es in dieser Woche auf Potsdams Straßen baustellenbedingt zum Stau kommen:
Für Leitungs- und Straßenbau ist die Behlertstraße zwischen Berliner Straße und Kurfürstenstraße für den Kfz-Verkehr und Radfahrer gesperrt. Die Umleitung in Richtung Norden erfolgt über die Hans-Thoma-Straße. Die Umleitung für Pkw in Richtung Zentrum erfolgt über die Französische Straße und Hebbelstraße.
Die Kurfürstenstraße, Leiblstraße und Gutenbergstraße werden jeweils zwischen Hebbelstraße und Hans-Thoma-Straße für den Durchgangsverkehr in Richtung Nuthestraße gesperrt. Der Verkehr in Richtung Nuthestraße muss die Umleitung über Hebbelstraße und Französische Straße nutzen.
Der Radverkehr zum Zentrum wird über die Gutenbergstraße umgeleitet, nach Norden erfolgt die Umleitung über Otto-Nagel-Straße und Mangerstraße.
Alle anderen Baustellen, Staufallen und Verkehrsbehinderungen haben wir hier zusammengefasst.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Saskia Kirf
Foto: Saskia Kirf
Ein Espresso auf dem Weg, ein frühes oder spätes Frühstück, der ausgedehnte Kaffeeklatsch mit Freunden oder leichter Lunch mit Kollegen und sogar das Gläschen Sekt am frühen Abend: Das Bagels&Coffee in der Friedrich-Ebert-Straße 92 ist seit vielen Jahren dafür bekannt, jedes dieser Bedürfnisse zu stillen. Die exponierte Lage in der Innenstadt macht das Café gleichermaßen zu einem beliebten Treffpunkt und zum perfekten Ort, um die trubelige City auf sich wirken zu lassen - und ein besseres Rührei gibt es in Potsdam nur ganz, ganz selten. Das Bagels&Coffee liefert seine feinen kleinen und großen Speisen inklusive der namensgebenden Bagels übrigens auch bis an den heimischen Tisch.
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Unser Buchtipp der Woche

"Mängelexemplar" von Sarah Kuttner. Foto: Sarah Kugler
"Mängelexemplar" von Sarah Kuttner. Foto: Sarah Kugler
Vielleicht kennen Sie das auch: Manche Bücher finden einen genau zum richtigen Zeitpunkt. So erging es mir vor kurzem mit Sarah Kuttners Roman “Mängelexemplar”. Der erschien bereits 2009 und obwohl ich bereits zwei andere Bücher von Kuttner gelesen und geliebt habe, hat mich dieses nie interessiert - bis es mich jetzt plötzlich anlächelte.
Erzählt wird darin von Karo, die traurig ist, ohne das selbst wirklich zu bemerken, und zwar schon ziemlich lange. Dabei wirkt sie immer fröhlich, stark und lebenslustig. Ein bisschen anstrengend ist sie, ein bisschen cholerisch manchmal, aber eigentlich scheint alles gut zu sein.
Als sie ihren Job verliert, verliert sie auch ein bisschen den Boden unter den Füßen und beschließt, eine Therapie zu beginnen. In der lernt sie zwar recht schnell, woher ihre Traurigkeit und die damit verbundene Angst kommen, einen gesunden Umgang mit ihr zu finden, das Chaos in ihrem Kopf zu sortieren und sich selbst richtig spüren zu können, erweist sich allerdings als ziemlich schwierig.
Und so stolpert Karo durch Panik- und Weinattacken, wird wütend auf sich selbst und will, dass alles ganz schnell wieder “normal” wird. Doch mit Kontrollzwang und Ungeduld kommt sie nicht weiter - und um das zu lernen, braucht sie Zeit.
Sarah Kuttner beschreibt Karos Weg mit einer flotten, frechen Sprache, die Karos aufgedrehte Hilflosigkeit sehr gut ausdrückt und die vor allem wunderbare Sätze für ihre Gefühlswelt findet. Blubbernder Gehirnmatsch sind die. Ganz klar formulierter Hirnmatsch allerdings, der alles genau auf den Punkt trifft. Hoch emotional ist der auch, aber ohne kitschig zu sein.
Den hibbeligen Ton des Buches muss man mögen, für mich war es allerdings genau das richtige Buch zur richtigen Zeit. Wenn Sie “Mängelexemplar” also auch noch nicht gelesen haben, sei es Ihnen hiermit ans Herz gelegt.
Buchtipp: Sarah Kugler
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Das Potsdam-Bilderrätsel der MAZ. Wo ist das in Potsdam? Folge 15.
Das Potsdam-Bilderrätsel der MAZ. Wo ist das in Potsdam? Folge 15.
Ein ganzer Stadtteil ehrt Regisseure, die in Potsdam gearbeitet haben, mit seinen Straßennamen. Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau und Wolfgang Staudte sind darunter, aber auch Konrad Wolf, nach dem die zentrale Allee durch das Wohngebiet Drewitz benannt wurde. Diese Allee hat ihr Gesicht verändert, seitdem sie trotz der Tramtrasse zu einem langgestreckten Park umgestaltet wurde – das Herz der Gartenstadt Drewitz. Und mittendrin hat Ende 2019 das Café im Park als „i-Café“ eröffnet.
Das i-Café in der Konrad-Wolf-Allee in Drewitz. Foto: Peter Degener
Das i-Café in der Konrad-Wolf-Allee in Drewitz. Foto: Peter Degener
Es wird von der DRK Behindertenwerkstätten Potsdam gGmbH betrieben. Das „i“ im Namen steht für Internet, Interaktion und Inklusion. Denn hier arbeiten und bedienen Menschen mit Behinderung und ist für Besucher und Angestellte vollkommen barrierefrei errichtet worden.
Bei der Gestaltung griffen die Betreiber das Motiv des Kiezes auf und haben ein filmreifes Wandbild malen lassen. Geöffnet ist übrigens jeden Tag von 10 bis 18 Uhr.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Flutkatastrophe: Wie die Gästeführerin von Beelitz-Heilstätten ihrer schwer getroffenen Heimatregion Ahrweiler hilft
Feuer in leerstehendem Gebäude in Bergholz-Rehbrücke ausgebrochen  
Hausboot wird über Bäume in den Teltowkanal gehoben
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Die Sperrung der Behlertstraße macht Potsdam einmal mehr zu Staudam. Und weil ein Stauende so schnell nicht abzusehen ist, bekommt der Begriff “Durchstehen” gleich nochmal eine ganz andere Bedeutung.
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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