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Testpflicht im Einzelhandel+++Stadtwerkefest+++Baustellen 2021

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

bisher hatte ich eigentlich immer das Gefühl, den Überblick zu haben. Wie viel Menschen darf ich treffen? Welche Geschäfte haben geöffnet? Ab welcher Sieben-Tage-Inzidenz gelten welche Regeln? Konnte ich Ihnen alles aus dem Effeff sagen. Doch irgendwann in den letzten Tagen hab auch ich irgendwie den Überblick verloren. Dabei wird es jetzt erst richtig kompliziert.
Denn was in Potsdam gilt, kann in Beelitz oder Brandenburg an der Havel schon wieder anders sein. Schnell noch einen Sack Blumenerde im Baumarkt kaufen? Einen Shopping-Termin in der Lieblings-Boutique buchen? Das geht in Potsdam ab Samstag nur noch, wenn Sie den Nachweis eines negativen Corona-Schnelltests in der Tasche haben. Wo Sie den herbekommen sollen? Wer das kontrolliert? In welchen Geschäften das nun genau gilt? Ich habe versucht, für Sie - und ja, auch mich - den Überblick zurückzugewinnen. Das Ergebnis lesen Sie hier. Und meine Lieblingsnachricht schon mal vorab: Auch der Drogeriemarkt dm hat gestern in Potsdam zwei Corona-Testzelte aufgebaut.
Testen, testen, testen - das ist und wird ja immer wichtiger im Kampf gegen die Pandemie. Doch auch Tests haben so ihre Tücken, wie meine Kollegin Saskia Kirf und ich herausgefunden haben. So sind seit März in den Potsdamer Kitas zwar Spucktests im Einsatz, auch Schülerinnen und Schüler sollen ihren Infektionsstatus jetzt mit den Tests der Stadt überprüfen - doch offiziell zugelassen sind die eingesetzten Produkte für Laien nicht.
Dafür ist seit gestern offiziell: Das Stadtwerkefest fällt in diesem Jahr aus. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) hingegen hält an ihrem Plan für die Potsdamer Schlössernacht fest - wenn auch unter Vorbehalt und natürlich mit Corona-Konzept.
Liebe Leserinnen und Leser, sie werden uns wohl noch ein wenig begleiten: die Corona-Regeln, Hygiene-Konzepte, Test-Strategien - und vermutlich auch die Momente, in denen man sich fragt: Wer hat hier eigentlich noch den Überblick? So viel kann ich Ihnen allerdings versprechen: Wir geben unser Bestes, damit Sie auch nach dem Erlass der kompliziertesten Regelwerke immer wieder den Überblick bekommen.
In diesem Sinne, genießen Sie das Wochenende, passen Sie auf sich auf - und bleiben Sie uns treu.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

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Das Stadtgespräch

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Auf Potsdams Straßen kommt es wieder knüppeldick. Das ganze Jahr über wird hier gebaut, an drei Stellen sogar fast ohne Pause: Das Leipziger Dreieck, die Nutheschnellstraße und die Behlertstraße sind die ganz großen Herausforderungen, und sie sind schon seit Jahren fällig. Um das durchzuziehen, gibt es halbe und volle Sperrungen und diverse, oft weite Umleitungen über Straßen, die auch schon gut gefüllt sind. Glück im Unglück: Wegen der Corona-Pandemie ist das Verkehrsaufkommen deutlich geschrumpft, nämlich um etwa ein Fünftel in den Spitzenzeiten. Auf einzelnen Streckenabschnitten ist der Verkehr in Spitzenstunden sogar um bis zu 33 Prozent gesunken.
Bis auf die großen Jahresbaustellen wird nur tage- oder wochenweise gearbeitet, und viele Abschnitte sollen zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen schon erledigt sein. Erledigt dürfte aber trotzdem so mancher Autofahrer sein ob der ständig wechselnden Umleitungen. Und es geht schon in den Osterferien los mit Sperrungen in der Reiherberg- und der Kurfürstenstraße, am Humboldtring, an der Alten Zauche, in der Potsdamer Straße, der Hans-Thoma- und der Zeppelinstraße.
Gestern hat die Stadt die geplanten Straßenbaustellen für dieses Jahr vorgestellt - insgesamt 25 Stück. Einen Überblick samt Karte finden Sie hier.
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Die Corona-Lage

Die Infektionskurve in der Landeshauptstadt bewegt sich derzeit im Zick-Zack-Muster hoch und runter. Zuletzt ging die Zahl der Corona-Fälle wieder minimal zurück. Am Donnerstag meldete die Stadt 25 Corona-Neuinfektionen (am Mittwoch waren es 26, am Dienstag 23), die Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag wieder ein bisschen und lag bei 93,7. In den beiden Potsdamer Kliniken wurden 21 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 behandelt, davon mussten elf intensivmedizinisch betreut werden – einer mehr als noch am Vortag. Die Corona-Ampel in der Landeshauptstadt Potsdam steht damit weiter auf Gelb.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Peter Degener
Foto: Peter Degener
Wer sich auch trotz geschlossener Restaurants ein besonderes Menü gönnen und zugleich nicht selbst stundenlang in der Küche stehen will, kann sich auch in diesem Lockdown auf die Potsdamer Gastronomen verlassen.
Längst alte Hasen im Bereich der hochwertigen Kochboxen sind die Familie Frankenhäuser und ihr Team rund um Küchenchef David Schubert im Restaurant Kochzimmer. Das kürzlich erst wieder vom Michelin-Guide mit einem Stern ausgezeichnete Haus offeriert in seinem Ostermenü gebeizte Wildbachforelle, Waldpilzessenz, gezupfte Hühnerkeule, Rüblikuchen und Ostereier in der Pralinenbox, eine passende Weinbegleitung ist im Preis von 140 Euro für zwei Personen enthalten.
Die Babelsberger Traditionsgaststätte Otto Hiemke hat eine ganze Osterkarte ersonnen, Klassiker wie Kaninchenkeule in Pflaumensauce, Maishuhnbrust und Lammnuss finden sich darauf, Vorspeisen und Desserts lassen sich optional hinzubuchen.
Osterbrunch und verschiedene Menüs liefert das Quendel aus der Brandenburger Vorstadt direkt nach Hause. Auch das Kongress Hotel muss auf Gäste verzichten und versorgt die Potsdamer mit Kochboxen. Besonders hübsch: Für Kinder gibt es eine eigene Box.
Tipp: Saskia Kirf
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Unsere Entdeckung der Woche

Im Einkaufswagen der ehrenamtlichen Helfer landet, was die Potsdamer Senioren auf den Einkaufszettel schreiben. Foto: Imago
Im Einkaufswagen der ehrenamtlichen Helfer landet, was die Potsdamer Senioren auf den Einkaufszettel schreiben. Foto: Imago
Auch nach einem Jahr Pandemie hat sich eine Sache nicht gebessert: das Gedränge vor Supermarktregalen, an Kühltheken und Sonderposten-Aufstellern. Ältere Potsdamerinnen und Potsdamer, die das Infektionsrisiko minimieren und möglichst wenig unter Menschen gehen möchten, können weiterhin ein Angebot des Malteser Hilfsdienstes in Anspruch nehmen: einen kostenlosen Einkaufsservice. Ob Lebensmittel und Getränke aus dem Supermarkt, ob Besorgungen in der Apotheke oder im Sanitätshaus: Ehrenamtliche Helfer arbeiten die persönliche Wunschliste ihrer Auftraggeber Posten für Posten ab und liefern bequem bis an die Wohnungstür – die Übergabe der Einkaufstüte und die Bezahlung erfolgen bei Bedarf kontaktlos.
Lassen es die gängigen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu, nehmen sich die Einkäufer auch gern ein wenig Zeit für ein persönliches Wort und eine kleine Plauderei. „Wir gehen nicht nur Einkaufen für die Menschen, sondern uns ist es auch wichtig, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, die sonst vielleicht niemanden zum Reden haben“, sagt Oliver Glaser, der Stadtbeauftragte der Malteser in Potsdam. Anfragen nimmt der Malteser Hilfsdienst unter der Rufnummer 0331/200 582 015 oder per E-Mail an einkaufsdienst.potsdam@malteser.org entgegen. Weitere Informationen zur Einkaufshilfe in Potsdam gibt es hier.
Text: Nadine Fabian
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo in Potsdam stützt das? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam stützt das? Foto: Peter Degener
Friedrich Wilhelm IV. schwelgte als preußischer König in italienischen Architekturträumen. Um das mediterrane Flair mit Zitruspflanzen und Palmen in seine Potsdamer Residenz zu zaubern, ließ er ab 1851 eine gewaltige Orangerie im Park Sanssouci errichten. Nach Vorbildern italienischer Paläste entstand eine 300 Meter lange Schaufassade mit großen Fensterflächen für zwei Pflanzenhallen, die bis heute auch hochgewachsene Gewächse beherbergen. Der Mittelteil mit seinen zwei Türmen und großen Torbögen ist inspiriert von der Villa Medici in Rom und den Uffizien in Florenz. Im Inneren gibt es Gästequartiere und einen prächtigen Gemäldesaal. So verbindet das Orangerieschloss verschiedene Zwecke.
Das Holzgerüst steht am Orangerieschloss im Park Sanssouci. Foto: Peter Degener
Das Holzgerüst steht am Orangerieschloss im Park Sanssouci. Foto: Peter Degener
Doch der Architekturtraum Friedrich Wilhelms IV. ist in schlechtem Zustand. Zwar sind Dach und Türme bereits saniert, für einen großen Teil der Fassade steht das aber noch aus. Bis weit in das neue Jahrzehnt hinein werden diese Arbeiten noch andauern. 22 Millionen Euro sind dafür angesetzt. Solange wird die „preußische Säule“ aus Holz, die das Gebälk bereits seit vielen Jahren stützt, noch erhalten bleiben.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Die dritte Welle trifft in Potsdam-Mittelmark zunehmend die Jüngsten. Vor allem in der Region Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf ist es diese Woche verstärkt zu Ausbrüchen in Kitas und Schulen gekommen. Der Landkreis meldete allein am Mittwoch Corona-Fälle aus 13 Kindereinrichtungen. Außerdem verschärft der Landkreis seine Corona-Regeln wieder. Ab Samstag gelten strengere Kontaktbeschränkungen und viele Einzelhandelsgeschäfte müssen für mindestens 14 Tage wieder schließen. Der Kreis reagiert damit auf anhaltend hohe Inzidenzwerte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag den dritten Tag in Folge über der kritischen Marke von 100.
Die Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW) baut gerade 36 neue Wohnungen auf der Jugendhöhe. Foto: Luise Fröhlich
Die Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW) baut gerade 36 neue Wohnungen auf der Jugendhöhe. Foto: Luise Fröhlich
Bauland ist im westlichen Potsdamer Umland Mangelware, aber wer auf Wohnungssuche ist, darf Hoffnung haben. In Werder und Schwielowsee wird gerade an mehreren Stellen gebuddelt und geplant. In den Havelauen sollen allein mehr als 100 Wohnungen entstehen. Wer günstigere Mietpreise sucht, kann einen Blick auf die Jugendhöhe oder den Finkenberg wagen. Blick auf den See gibt es vom Wohnzimmer aus in Geltow. Eine Übersicht zeigt eine Auswahl der größeren laufenden und geplanten Wohnungsbauprojekte. Hier geht es zum Text.
Foto: Jens Steglich
Foto: Jens Steglich
Es ist ein sonniger Tag, der 20. August 2020. Der Beelitzer Andreas Schubert fährt zum Einkaufen, wird an dem Tag aber nicht nach Hause zurückkehren. Im Supermarkt in Beelitz will er eine Straftat verhindern und wird danach Opfer eines brutalen Racheakts, der sein bisheriges Leben über den Haufen wirft. Der 59-Jährige, der Berufsfeuerwehrmann in Berlin ist, kämpft heute noch mit den Folgen. Eine Rückkehr in seinen Beruf wird es nicht geben. Und bei seinem Kampf, wieder zurück ins Leben zu finden, sind die Behörden nicht behilflich.
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Unser Tipp fürs Wochenende

Szene aus „Die Jury tagt“ von Julia Schoch. Quelle: Thomas M. Jauk
Szene aus „Die Jury tagt“ von Julia Schoch. Quelle: Thomas M. Jauk
Am Samstagnachmittag startet die diesjährige Kinderfilmuni der Filmuniversität Potsdam. An insgesamt sechs Terminen findet sie vom 27. März bis zum 14. Mai digital statt, die Zoom-Links zu den jeweiligen Veranstaltungen sind auf der Website der Kinderfilmuni zu finden. Das kostenlose Angebot richtet sich an filminteressierte Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren, aber auch Jugendliche, Eltern und weitere Interessierte aus ganz Deutschland „sind herzlich zu einer Teilnahme eingeladen“, heißt es von Seiten der Filmuni. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Den Anfang macht am Samstag um 14 Uhr Ulrich Reuter, Filmmusikkomponist und Professor für Filmmusikkomposition in Babelsberg mit seinem Vortrag „Erzählen mit Tönen – Was die Filmmusik mit den Bildern macht“. Dabei geht er wohl sowohl auf die Entwicklung vom Stumm- zum Tonfilm ein, als auch auf den emotionalen Einfluss der Musik auf die bewegten Bilder. Das gesamte Programm lesen Sie hier.
Ebenfalls am Samstag besteht außerdem die Möglichkeit, das digitale Hans-Otto-Theater zu besuchen. Um 19.30 Uhr ist Julia Schochs „Die Jury tagt“ zu sehen. Erzählt wird darin von einer Jurysitzung, in der über einen Entwurf für ein Denkmal zu Ehren der Friedlichen Revolution entschieden wird. Dabei wird diskutiert, gestritten – Parallelen zur Streitkultur in Potsdam sind mit Sicherheit nicht zufällig. Die Tickets kosten 5,50 Euro, ermäßigt 3,30 Euro und sind jeweils 24 Stunden gültig, müssen aber bis eine Stunde vor dem jeweiligen Vorstellungsbeginn gebucht werden. Das Stück ist dann wieder am 31. März im Stream zu sehen, die Rezension von MAZ-Kulturredakteur Karim Saab lesen Sie hier.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

MAZ-Videokolumnist Marcus Gude ist sauer. Der Grund? Natürlich die Corona-Politik: Bundeskanzlerin Angela Merkels Kehrtwende beim in der Nacht zu Dienstag angekündigten Oster-Sonderlockdown, der nach heftiger Kritik von allen Seiten nun doch nicht kommt und überhaupt nicht für Laien zugelassene Schnelltests in Potsdamer Schulen und Kitas. “Das kann keiner mehr nachvollziehen”, wettert Gude und fordert “klare Entscheidung treffen und durchziehen!”.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 40
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 40
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