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Tarifstreit am Klinikum + Einheitsbier + Köstliche Kibbeh

Guten Morgen, liebe Leserinnen, liebe Leser! Der Herbst ist da, zumindest für Frostbeulen, wie ich ei
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen, liebe Leser!
Der Herbst ist da, zumindest für Frostbeulen, wie ich eine bin. Aber während ich mich wohlig in Halstuch und Friesennerz schmiege, sind andere in der Stadt noch in Sommerkleid oder Shorts und Flip Flops unterwegs - nun, jeder nach seiner Fasson, nicht wahr?
Unterwegs sein können wir von nun an in der Einheitsexpo anlässlich der Feierlichkeiten zum 30. Tag der Deutschen Einheit, die morgen in Potsdam starten. Einen Monat lang läuft die zentrale Ausstellung in der City, es gibt jedes Bundesland und die Verfassungsorgane zu entdecken, außerdem präsentiert sich unsere Landeshauptstadt mit eigenen Ausstellungen rund um das Filmmuseum.
Ärger gab es aber leider auch in dieser Woche. So fand sich im Neuen Garten ein riesiges Müll-Lager, die erfolgreichen Akrobaten von Motor Babelsberg müssen um ihre Existenz bangen und die Müllabfuhr wird teurer.
Liebe Leserinnen und Leser, kommen Sie gut durch die Woche, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie uns treu. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Dienstag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Das Bergmann-Klinikum in Potsdam. Foto: Bernd Gartenschläger
Das Bergmann-Klinikum in Potsdam. Foto: Bernd Gartenschläger
Und täglich grüßt das Klinikum: Einmal mehr spricht die ganze Stadt vom Klinikum “Ernst von Bergmann”. Dort wurden nämlich zum einen trotz steigender Corona-Zahlen die Hygienebestimmungen klammheimlich aufgeweicht. Jetzt dürfen Patienten auch ohne negativen Test auf die Stationen - und sollen dort dann im Mehrbettzimmer durchgängig Masken tragen. Unrealistisch, sagen die Mitarbeiter aus der Pflege.
Einen noch größeren Aufschrei aber gab es nach der Ankündigung, bis zu 380 Stellen in der Servicegesellschaft des Klinikums zu streichen, wenn dort nach Tarif bezahlt wird. Von einer “unverholenen Drohung” spricht die Initiative “Gesunde Zukunft Potsdam”. Mittlerweile hat die rot-rot-grüne Rathauskooperation sich mit OB Schubert und der Gesundheitsbeigeordneten zusammengesetzt: Die Stadt will offenbar die geforderten Summen bezahlen, um die Arbeitsplätze in Reinigung, Catering und Co. zu sichern.
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Hinter der Recherche

Bogislav von Wentzel vor dem Porträt Augusts von Preußen. Foto: Saskia Kirf
Bogislav von Wentzel vor dem Porträt Augusts von Preußen. Foto: Saskia Kirf
In unserer großen Serie “Potsdam ganz nah” haben wir Lokaljournalisten die Chance, besondere Geschichten zu erzählen - solche, die über Tagespolitik und aktuelle Entwicklungen weit hinausgehen. Immer wieder werden im Lauf unserer Serie so auch sehr persönliche Texte entstehen.
Einen davon habe ich selbst geschrieben, über einen Mann, den ich kannte und sehr geschätzt habe: Bogislav von Wentzel. Es wäre anmaßend, zu sagen, ich hätte seine Geschichte erzählt. Dieses Leben lässt sich nicht so einfach zusammenfassen. Wentzel war ein Nachfahre der preußischen Könige und Kaiser, er verbrachte seine Kindheit im heutigen Polen und in Portugal, konnte fantastisch anmutende Anekdoten aus den USA der 1960er-Jahre und der alten Bundesrepublik erzählen. Er trug das Bundesverdienstkreuz, war passionierter Kunstsammler, hat die Künstlersozialkasse und den deutschen Kulturbund gegründet. Und er war ein privater Vermieter in der Nauener Vorstadt - was letztlich wieder direkt mit Friedrich II zusammenhängt.
Wentzel starb im Juni in seiner zweiten Heimat Mallorca nach langer, schwerer Krankheit. Das lange Gespräch, das dem Text über seinen Werdegang zugrunde liegt, noch führen zu können, macht mich persönlich sehr froh.
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Der kulinarische Tipp

Kibbeh, hier auf einem Bild aus dem Online-Lexikon Wikipedia, umarmen die Seele. Foto: Saskia Kirf
Kibbeh, hier auf einem Bild aus dem Online-Lexikon Wikipedia, umarmen die Seele. Foto: Saskia Kirf
Kennen Sie Kibbeh? Diese Köstlichkeit aus der Levante besteht im wesentlichen aus einer Bulgurhülle und Hack im Inneren und ist ein echter Seelen-Umarmer. Typisch sind Kibbeh etwa in Syrien, dem Heimatland des Zahnarztes und Gastro-Quereinsteigers Mohammed Alsulaiman. Unsere Gastro-Kritikerin hatte in seinem Lokal “De Lewante” in der Gutenbergstraße zwar Kleinigkeiten wie das ältliche Interior zu bemängeln, aber die Kibbeh überzeugten sie ebenso wie mich als Lewante-Stammgast. Eine Portion kostet mit 20 Euro deutlich mehr als alle anderen Gerichte auf der Karte, aber die Summe lohnt. Wie Mohammad mir einmal erklärte, liegt das daran, dass Kibbeh einfach sehr aufwändig herzustellen sind. Dafür werden von einer Portion aber auch zwei hungrige Potsdamer satt - und sehr, sehr glücklich.
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Unsere Entdeckung der Woche

Es ist kaum vorstellbar, dass es Potsdamer geben soll, die noch nie in Berührung mit den knallbunten Potspresso-Bechern der Bürgerstiftung gekommen sind. Das Pfandbechersystem ist eine der vielen Spitzenideen des Teams rund um Marie-Luise Glahr, das sein Quartier in Form eines Bürgertreffs im früheren Klosterkeller aufgeschlagen hat.
Foto und Becherdesign: Jenne Baule-Prinz
Foto und Becherdesign: Jenne Baule-Prinz
Zu den großen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit hat die Bürgerstiftung einen besonders romantischen, ganz in weiß gehaltenen Extra-Becher mit einer ebenso besonderen Botschaft herausgebracht. Die von beiden Seiten lesbare Inschrift „WendeBecher-BecherWende“ steht für die Wende im Konsumverhalten von Einweg zu Mehrweg, um Einwegmüll zu vermeiden und für das historische Geschehen. Außerdem ist das Motiv auch nur in Gänze sichtbar, wenn man den Becher wendet - oder zwei Becher nebeneinander stellt: Ein Mann und eine Frau bewegen sich von links und rechts über die Glienicker Brücke aufeinander zu. Sie kommunizieren miteinander – und zwar per Bechertelefon, so wie man das als Kind schon ausprobiert hat, mittels zweier Becher und einer Schnur dazwischen. Süß, oder?
Ab dem 1. September 2020 werden die „WendeBecher“, inklusive Deckel und Mehrwertsteuer, für 12 Euro das Stück im Klosterkeller verkauft.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wir wollten wissen: Wo steht diese Baustellen-Toilette? Foto: Peter Degener
Wir wollten wissen: Wo steht diese Baustellen-Toilette? Foto: Peter Degener
Wie soll man an einem Bauarbeiterklo erkennen, welche Baustelle gemeint ist? Es muss sich um eine Baustelle an einer zentralen Straße handeln – darauf deutet die elektronische Hinweistafeln auf freie Parkplätze in den Parkhäusern der Innenstadt hin. Ein wenig Sandstein überragt den Baum, auch roter Backstein ist zu erahnen.
Es ist Potsdams bekannteste Baustelle – hier entsteht der Turm der Garnisonkirche neu, die von den Unterstützern gerne als schönster Barockbau Norddeutschlands bezeichnet wird.
Hoch oben auf der Baustelle thronen Steinmetze und Maurer. Foto: Peter Degener
Hoch oben auf der Baustelle thronen Steinmetze und Maurer. Foto: Peter Degener
Das nächste Rätsel gibt es in einem der nächsten Newsletter. Sie haben ein eigenes Potsdam-Rätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit und schicken Sie ihren Vorschlag an potsdam-newsletter@maz-online.de!
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Simulation: Havel-Therme
Simulation: Havel-Therme
Den BER noch zu überholen, wird der Havel-Therme wohl doch nicht mehr gelingen (auch wenn der Flughafen für Überraschungen gut ist). Aber vielleicht steckt der Nikolaus der Stadt Werder die Bad-Eröffnung in die Stiefel. Zumindest würde Thermen-Chef Andreas Schauer gern schon am ersten Dezemberwochenende eröffnen, bestätigte er meiner Kollegin Annika Jensen und auch dem Badausschuss der Blütenstadt. Es liegt auf der Hand, dass für ein Hallenbad der Eröffnungstermin im Winter ideal wäre. Besser auf jeden Fall als, wie zunächst geplant, erst im März, wenn es die Menschen eher ins Freie lockt. Also: Lasst uns froh und munter sein…
Foto: Jens Steglich
Foto: Jens Steglich
In der Nieplitz lässt es sich zwar nicht so schön baden, aber sie könnte doch deutlich schöner durch die Landschaft fließen. Derzeit ist das Fläming-Flüsschen durch Beelitz fast ein Kanal. So gerade, dass das Wasser hindurch rauscht – was früher gut war, als die Flächen trockengelegt werden sollten. Doch heute wäre eine mäandrierende Nieplitz nicht nur hübscher anzuschauen, sondern ökologisch auch vorzuziehen. Das ist nun Ziel eines Renaturierungsprojektes des Landesumweltamtes, hat MAZ-Reporter Jens Steglich herausgefunden. Schade nur, dass das Flussbett bis zur Landesgartenschau 2022 noch keine Schleifen und Kurven haben wird. Aber: Der künftige Flusslauf soll auf 800 Metern mit blau blühenden Blumen zur Landesgartenschau nachgeahmt werden. Und seien Sie versichert: Blau, blau, blau blüht nicht nur der Enzian…
Foto: Konstanze Kobel-Höller
Foto: Konstanze Kobel-Höller
Über ein graues Band freuen sich die Stahnsdorfer. Nach zwei Jahren ist die Haupteinfallstraße, die Potsdamer Allee, endlich durchsaniert. Sie galt als größtes Straßenbauvorhaben des Kreises Potsdam-Mittelmark. Obwohl das nie so geplant war. Denn als das Land die Straße dem Kreis 2016 übertrug, dachte Landrat Wolfgang Blasig (SPD), „das sei ein ordentliches Stück Straße“. Pustekuchen. Ein Sanierungsfall war es. Elf Millionen Euro kostete der Neubau. Kreis (2/3) und Gemeinde (1/3) teilten es sich geschwisterlich. Zur Einweihung düste Bürgermeister Bernd Albers (BfB) mit einem schnuckeligen, knallroten Dixi, Baujahr 1927, über die glatte Asphaltpiste, was meine Kollegin Konstanze Kobel-Höller im Foto festhielt. Ob er dazu sang? „Ich geb Gas, ich geb Gas…“
Text: Alexander Engels
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Unser Tipp fürs Wochenende

Heißer Tipp zum Samstag, aber man (oder Mann?) muss sich beeilen: Zur nunmehr zweiten Hopfenernte im Lustgarten wird ein 30-Liter-Fass „Potsdamer Stange“ als Spezialbier zu 30 Jahren Deutsche Einheit gratis ausgeschenkt! Vollmundig, rauchig, selten, mit dem tiefgefrorenen Hopfen der 2019er Ernte gemacht. Da ist so gut wie alles noch drin, was den Hopfen wertvoll macht.
Foto: Rainer Schüler
Foto: Rainer Schüler
Ab 9 Uhr gibt es corona-gerechtes kleines „Fest“ im Lustgarten, bei dem man den Brauern zuschauen kann, wie sie die Hopfendolden selbst aus großer Höhe ernten. In den Handel bei Getränkespezialisten und bei Rewe kommt die Bier-Sonderedition erst am 8. September. Der Hopfen aus der zweiten Ernte wird noch am selben Tage „grün“ verbraut und das Ultimum an Frische und Geschmack dann erst am 3. und 4. Oktober angeboten, zum 30. Tag der Deutschen Einheit eben.    
Tipp und Foto: Rainer Schüler
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Im Vorspann zu unserer Videokolumne ist er noch zu sehen, der Tisch des Anstoßes. Doch der Feinkosthändler und MAZ-Kolumnist Marcus Gude darf seinen Klapptisch nicht mehr aufstellen, obwohl er ihn einst beim Ordnungsamt angemeldet und dafür bezahlt hatte. Anderen Einzelhändlern in der City geht es genauso - und die sind jetzt reichlich sauer auf die Stadt.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 14
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 14
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