Profil anzeigen

Tafel ächzt unter Benzinpreisen +++ Neue Serie: So werden Potsdams Schlösser erhalten+++Personalnot im Rathaus

Partner Im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Partner Im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Stellen Sie sich einmal vor, Sie machen den selben Job seit knapp 40 Jahren - voller Leidenschaft, mit viel Herzblut. Und nun, gefühlt kurz vor der verdienten Rente, bekommen Sie einen Preis verliehen. Toll, oder? Noch toller, wenn es so läuft wie bei Helgert Weber. Der Potsdamer Lehrer wurde nämlich nach all den Jahren für seinen besonders innovativen Unterricht prämiert. Wir gratulieren ihm, genau wie den Schülerzeitungen aus der Region, die ihrerseits für ihr Engagement ausgezeichnet wurden.
Die wichtigsten Nachrichten in Potsdam derzeit sind leider weniger erfreulich. Auf dem Potsdamer Herbstvolksfest 2019 wurde das Kult-Karussell „Playball“ zur Todesfalle für eine junge Mitarbeiterin. Das Amtsgericht muss nun ergründen, ob technisches oder menschliches Versagen vorlag, doch der wichtigste Zeuge fehlt.
Schwierig bleibt auch die wirtschaftliche Lage. Hunderte Mini-Jobs sind während Corona in Potsdam schon weggefallen. Bald soll die Euro-Obergrenze für Minijobs steigen. Doch ob das hilft?. Finanzielle Schwierigkeiten hat auch die Potsdamer Tafel durch die gestiegenen Sprit-Preise - und weil sie nun viele ukrainische Geflüchtete versorgt.
Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine geht weiter. Er bewegt auch die Schülerinnen und Schüler Potsdams. Es ist mehr als ein Unterrichtsthema. Doch auch unsere betagten Mitbürger leiden sehr unter den brutalen Bildern aus der Ukraine. Bei vielen brechen lange vergessene Traumata wieder auf. Ein Potsdamer Experte erklärt, weshalb das so ist und wie man Betroffenen helfen kann.
Und auch diese Krise sollten wir nicht vergessen: In den vergangenen drei Monaten gab es in Potsdam mehr als doppelt so viele Neuinfektionen wie zuvor an allen Tagen seit Beginn der Pandemie zusammen. Der Inzidenz-Wert erreichte Höchstwerte. Doch es gab auch ermutigende Zahlen
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters. Bleiben Sie gesund uns und gewogen.
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
***
Das Stadtgespräch

Das Stadthaus ist Hauptsitz der Potsdamer Verwaltung. Foto: Bernd Gartenschläger
Das Stadthaus ist Hauptsitz der Potsdamer Verwaltung. Foto: Bernd Gartenschläger
Eine der größten Baustellen in Potsdams Rathaus ist das Personal. Schlüsselpositionen wie die Leitung des Ordnungsamts und der Denkmalpflege sind seit langem nur kommissarisch besetzt. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Der neue Personalbericht der Verwaltung macht deutlich: Jede sechste Stelle in der Verwaltung ist unbesetzt - ein Rekordwert. Auch beim Krankenstand werden nach einer Phase der Entspannung wieder Höchstwerte gemeldet. Wir haben den Personalbericht genauer angeschaut.
***
Verkehr aktuell

Zug- und Autofahrer müssen sich in Potsdam am Ende dieser Woche auf Einschränkungen einstellen. Die Bauarbeiten an der Hochstraßenbrücke an der Nuthestraße / L 40 gehen voran, dafür muss jedoch der Zugverkehr zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Berlin ein Wochenende lang pausieren: Von Freitagabend, 25. März, 20 Uhr, bis zum folgenden Montagmorgen, 5 Uhr, sind die Gleise voll gesperrt. Weder die S-Bahn noch der Regionalexpress werden zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Berlin auf dem direkten Weg verkehren. Für Auto- und Radfahrer ist im gleichen Zeitraum die Friedrich-Engels-Straße vollgesperrt werden. Hier die Details.
Den Überblick über weitere Verkehrseinschränkungen in dieser Woche finden Sie wie gewohnt hier zusammengefasst.
***
Die besondere Geschichte

Kathrin Lange ist die Chefrestauratorin der Schlösserstiftung. Fotos: Julius Frick
Kathrin Lange ist die Chefrestauratorin der Schlösserstiftung. Fotos: Julius Frick
Die Restauratoren der Potsdamer Schlösserstiftung bewahren die Kunstwerke in Sanssouci und Co für die Zukunft. In einer neuen Serie erfahren Sie, wie das gelingt. Im ersten Teil kommt Chefrestauratorin Kathrin Lange im Interview zu Wort und spricht über Respekt vor früheren Kulturen, Schäden durch Besucher und Fehler bei der Arbeit.
In den kommenden Wochen schauen die Redakteure dann in allen Ateliers der Restauratoren vorbei und erfahren, wie Gemälde, Porzellangegenstände, Textilien und Kunstwerke aus anderen empfindlichen Materialien nicht nur restauriert, sondern dauerhaft erhalten werden können.
***
Unsere Entdeckung der Woche

Foto: privat
Foto: privat
Kleines Ratespiel zum Frühlingsanfang: Wie alt sind diese Weihnachtsbäume? Na, vom letzten Advent natürlich! Die sind bei der Straßensammlung der Step wohl durchgerutscht, die das Ende der Johannsenstraße an der Friedrich-List-Straße übersehen haben. Passiert. Weil dort eh eine Baustelleneinrichtung für die neuen Brücken der Nuthestraße steht, stören sie auch nicht sonderlich.
Anscheinend ist dieser Straßenzipfel aber gar nicht auf den Step-Weihnachtsrouten markiert. Eine Anwohnerin schickte der MAZ das Bild und wies auf einen ganz besonderen Weihnachtsbaum hin, der rechts im Hintergrund vor dem bemalten Kasten liegt: Das ist nämlich ihr Weihnachtsbaum - vom Fest 2020! :-D
***
Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wie kommt dieses Haus zu seinem Fliegenpilz-Look? Der kleine Ziegelbau hat irgendwann in seiner Geschichte eine dicke Dämmung aus Styropor-Platten erhalten, die später wieder abgenommen wurde. In der linken oberen Ecke direkt unter dem Dach ist ein Stück davon erhalten. Doch das Dämm-Material war angeklebt - und um die Entfernung der Klebepunkte vom Ziegelmauerwerk hat sich niemand gekümmert - immerhin entstand auf diese Weise ein einmaliger Anblick. 
Das Fliegenpilz-Haus steht in der Holzmarktstraße direkt neben der Humboldtbrücke. Foto: Peter Degener
Das Fliegenpilz-Haus steht in der Holzmarktstraße direkt neben der Humboldtbrücke. Foto: Peter Degener
Man findet das Haus ganz am Ende der Holzmarktstraße gegenüber der Hauptfeuerwache. Die meisten kennen vermutlich nur die fensterlose Rückseite, die mit ihren Tupfern dennoch ins Auge fällt - und zwar von der Humboldtbrücke aus. Dieser Havelübergang entstand ab Mitte der Siebziger Jahre und ersetzte eine Fähre von Babelsberg nach Potsdam. Für den Bau der Auffahrt auf die Brücke wurden Teile der Leibgarde-Husaren-Kaserne um 1976 abgerissen. Die 1822 errichteten Stallanlagen und Reitplätze waren der Brücke im Weg. Ihre Reste wie der Schirrhof, die Schinkelhalle oder der Kunstraum Potsdam prägen den Kulturstandort Schiffbauergasse noch heute. Das rote Fliegenpilz-Haus, das direkt an die gelben Reitställe angrenzte, konnte stehen bleiben.
Rätsel: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Ausbau des Klinik-Standortes in Beelitz-Heilstätten: Recura investiert 120 Millionen Euro
Von den Behörden im Stich gelassen: Ukrainische Familie benötigt dringend eine Wohnung
Krieg gegen die Ukraine: Nuthetaler setzen Zeichen für den Frieden
***
Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Es gibt viele Arten des Heizens. Während der frühere Finanzpolitiker Thilo Sarrazin den Minderbetuchten schon vor Jahren dicke Pullover empfahl, weiß der Bundesfinanzminister Christian Lindner, dass warme Kleidung nicht gegen hohe Spritpreise taugt. Sein Mittel ist die Gießkanne. Die ist zwar weder öko noch logisch, aber man darf nicht vergessen: Mit Porsche und Co zu pendeln haut richtig rein…
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
***
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.