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Süß, aber illegal: Welpenhandel aufgeflogen +++ Denkmaldebatte ums Mercure +++ Besuch auf der Corona-Station

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Sitzen Sie bequem? In Ihrer schönen Wohnung, einem kleinen Häuschen vielleicht gar, irgendwo in Potsdam? Dann belassen Sie es am besten dabei, denn die Wohnungssuche in der Stadt wird immer absurder. Möblierte Zimmer zu Mondpreisen, PKW-Stellplätze zum gegenwert von Zwei-Zimmer-Wohnungen, nein, die Suche nach einer neuen Bleibe ist wirklich kein Spaß in Potsdam.
Je verzweifelter man wird, umso eher ist man auch geneigt, dubiose Angebote anzunehmen. Peter Degener hat recherchiert, welche dreisten Abzocken in den hiesigen Immobilienanzeigen versteckt sind. Falls auch Sie solche Erfahrungen gemacht haben, teilen Sie diese gern mit uns und schreiben an potsdam-stadt@maz-online.de.
Auf den Weg in eine Potsdamer Wohnung war kürzlich auch Maureen Furchner - allerdings nicht zum Wohnen, sondern um einen kleinen Hund zu kaufen. Allerdings wurde die Berlinerin schnell stutzig, manches an der Annonce erschien ihr verdächtig. Und tatsächlich: Sie war auf einen illegalen Züchter gestoßen, der zwar zuckersüße, aber eben auch viel zu junge Welpen verkaufen wollte. Tierschutz, Veterinär- und Ordnungsamt wurden eingeschaltet - und sind jetzt teils reichlich wütend auf die anderen Beteiligten.
Nicht nur für die armen Welpen sind es harte Zeiten, wir alle wissen nicht, wie lange diese vermaledeite Corona-Krise noch dauern wird. Bitte, liebe Leserinnen und Leser, bleiben Sie gesund und uns gewogen. Den nächsten Newsletter erhalten Sie wieder am Dienstag.
Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege prüft die Eintragung des Mercure-Hotels in die Denkmalliste. Eigentlich ist der Abriss des ehemaligen Interhotels in der Potsdamer Innenstadt mit dem Lustgarten-Masterplan längst beschlossene Sache. Der DDR-Plattenbau soll Platz machen für eine „Wiese des Volkes“. Der Haken: Die Stadt hat keinen Zugriff auf das Grundstück. Jetzt erfolgt also die Denkmalprüfung, doch ist das eine gute Idee? Die MAZ-Redakteure Volker Oelschläger und Rainer Schüler diskutieren.
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Die besondere Geschichte

Schwestern bringen einen Corona-Toten im Blechsarg von der Covid-19-Station des Ernst-von-Bergmann-Klinikums in den Keller der Pathologie. Quelle: Nadine Fabian
Schwestern bringen einen Corona-Toten im Blechsarg von der Covid-19-Station des Ernst-von-Bergmann-Klinikums in den Keller der Pathologie. Quelle: Nadine Fabian
Täglich hören und lesen wir die Zahlen der Covid-19-Patienten in den Kliniken, wir wissen, wie viele Menschen derzeit wegen des Virus im künstlichen Koma liegen und beatmet werden, wie viele sterben. Doch kaum jemand weiß, wie es auf den Spezialstationen der Krankenhäuser wirklich ist. Was bedeutet das für Ärzte und Pflegekräfte? Wie erleben sie die letzten Stunden ihrer Patienten? Nadine Fabian hatte die Gelegenheit zu einem Besuch auf der Covid-19-Station des Bergmann-Klinikums. Ihre bewegende Reportage und die Wünsche derjenigen, die seit zehn Monaten in der ersten Reihe für ihre Patienten kämpfen, lesen Sie hier.
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Die aktuelle Corona-Lage

Quelle: Fusion Medical Animation/Unsplash/hfr / Leon Seibert/Unsplash/hfr
Quelle: Fusion Medical Animation/Unsplash/hfr / Leon Seibert/Unsplash/hfr
Weiterhin gibt es in Potsdam viel zu viele Neuinfektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In den vergangenen sieben Tagen gab es stadtweit 476 neue Ansteckungen - mehr als jeder zehnte der insgesamt bislang 4385 Potsdamer Corona-Fälle wurde damit allein in diesen sieben Tagen entdeckt. 141 Bürger unserer Stadt sind infolge einer Infektion bislang gestorben.
Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt mit Stand Donnerstag bei 264 - ab einem Wert von 200 gelten Beschränkungen wie der 15-Kilometer-Bewegungsradius.
Doch wie findet man heraus, ob man selbst infiziert ist? In Berlin gibt es sie bereits zuhauf, nun entstehen auch in Potsdam immer mehr Corona-Schnelltestzentren - ein drittes ist derzeit im Aufbau. Ein Anbieter lockt sogar mit Sozialrabatten. Das Gesundheitsamt sieht die Entwicklung allerdings mit Sorge.
Besonders groß ist die Sorge mit Blick auf die Senioren- und Pflegeheime, in jeder dritten Potsdamer Einrichtung kämpft man derzeit mit Coronavirus-Ausbrüchen. Um die Bewohner besser zu schützen, prüft die Stadt derzeit, die Besuche in Zukunft unter Beobachtung zu stellen. Denn immer wieder kam es vor, dass sich Besucher nicht an die Regeln gehalten haben. In einem Fall hat die Stadt sogar ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen einen Besucher eingeleitet, der Verdacht: Die Person hat das Virus in die Einrichtung getragen - und einen Ausbruch möglicherweise zu verantworten. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Saskia Kirf
Foto: Saskia Kirf
Nicht schon wieder Stullen bei der Arbeit? Essen zum Mitnehmen bleibt für viele Potsdamer zumindest hin und wieder eine schöne Alternative zum selbstgemachten Büro-Lunch. Doch Einwegverpackungen, wie sie häufig in den Bistros und Restaurants angeboten werden, sind vielen nicht recht - zu viel Müll und auch insgesamt kein schönes Erlebnis beim Essen.
Hier setzt das Pfandsystem Rebowl an: Mehrwegschalen für das To-go-Essen. In Potsdam sind die 1,2 Liter fassenden, mikrowellen- und spülmaschinenfesten Schüsseln mit gut schließendem Deckel unter anderem im Café Midi zu haben. Sie kosten fünf Euro Pfand und können entweder zurückgebracht werden (sogar unabgewaschen!), mit selbstgemachten Leckereien oder beim nächsten schnellen Abhol-Essen wieder befüllt. In vielen Cafés sind schon seit längerem die Recup-Becher vom selben Hersteller im Einsatz - die Schalen sind wahrlich eine gute Ergänzung.
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Unsere Entdeckung der Woche

Sörensen, gespielt von Bjarne Mädel mit dem Hund Cord vor dem nordfriesischen Wattenmeer. Quelle: NDR/Michael Ihle
Sörensen, gespielt von Bjarne Mädel mit dem Hund Cord vor dem nordfriesischen Wattenmeer. Quelle: NDR/Michael Ihle
Buchverfilmungen sind immer ein kleines Risiko. Weil die Leser ganz bestimmte Bilder im Kopf haben, die im Film häufig eher unbefriedigend erfüllt werden. Im Fall von „Sörensen hat Angst“, der am 20. Januar um 20.45 Uhr in der ARD und bereits jetzt in der ARD-Mediathek zu sehen ist, ist das zum Glück anders. Nicht nur der Ort Katenbüll sieht genauso trostlos und kauzig aus, wie der Potsdamer Autor Sven Stricker es in seinem Roman beschreibt, auch der Cast trifft die Charaktere punktgenau.
Besonders Bjarne Mädel, der bei dem Film auch Regie geführt hat, ist der perfekte Sörensen. Das liegt natürlich auch daran, dass Stricker die Figur von Anfang an für ihn geschrieben hat. Die beiden kennen sich schon länger und haben auch über das Drehbuch miteinander gesprochen - das Stricker übrigens selbst verfasst hat.
Erzählt wird von Kriminalhauptkommissar Sörensen, dessen Vorname bisher auch in den Büchern nicht verraten wurde. Er leidet unter einer Angststörung, lässt sich deswegen von Hamburg ins von Stricker erdachte Katenbüll versetzen. Um Ruhe zu haben, Entschleunigung. Doch kaum ist er angekommen, geschieht ein Mord und an Entschleunigung ist nicht mehr zu denken.
Auch wenn Fans der Sörensen-Bücher in der Fernseh-Adaption auf einige Figuren des Romans verzichten müssen, funktioniert sie als Film ganz wunderbar. Ob Sven Stricker selbst glücklich über den Film ist und warum sich sowohl das Fernseher-Einschalten als auch das Buch-Lesen lohnen, lesen Sie hier.
Entdeckung und Text: Sarah Kugler
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo in Potsdam sitzt das? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam sitzt das? Foto: Peter Degener
Bereits 2009 landete ein kleines Ufo in Potsdam. Das flache Dach über der „Waschbar“ in der Geschwister-Scholl-Straße 82 eignete sich perfekt als Landeplatz. In der belebten Straße ließen sich die Menschen seitdem genau studieren – beim geselligen Beisammensein in der Waschbar, beim Wäschewaschen, beim Warten auf Tram und beim ungläubigen Staunen, was sich dort oben auf dem Dach befindet. Ob es je zum Austausch zwischen den Spezies kam, ist unbekannt.
Die "Waschbar" mit Ufo und Aliens in der Geschwister-Scholl-Straße. Foto: Peter Degener
Die "Waschbar" mit Ufo und Aliens in der Geschwister-Scholl-Straße. Foto: Peter Degener
Es gibt allerdings intergalaktische Gerüchte, wonach die Heimat der Außerirdischen gar nicht so weit entfernt ist. Sie sollen aus den Niederlanden stammen. Der Potsdamer Künstler und Kunstagent Lars Kaiser gab ihnen die Landeerlaubnis in Potsdam.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Noch gilt die 15-Kilometer-Regeln in Potsdam-Mittelmark, noch dürfen sich die Mittelmärker nicht weiter als 15 Kilometer von der Grenze des Landkreises entfernen. Dabei ist die Sieben-Tage-Inzidenz bereits unter den für den eingeschränkten Radius kritischen Wert 200 gesunken. Doch ab wann dürfen sich die Menschen in Potsdam-Mittelmark eigentlich wieder frei in die Ferne bewegen? Und was passiert, wenn der Wert wieder steigt? Die Kreisverwaltung erklärt, wie es mit der Regel weitergeht.
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Was für eine Aufregung! Eine Weiterbildungsveranstaltung des Kita-Eigenbetriebs „MenschensKinder Teltow“ für Kita-Erzieher zum Thema „sexualpädagogische Konzepte“ sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für Aufruhr. Die MAZ berichtete über die Fortbildung, weiter Medien folgten, daraufhin hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig aus Potsdam den Kita-Eigenbetrieb sowie die Referentin und ihren Verein scharf angegriffen. Eltern einer Kita in Teltow verteidigen in einem Brief an die Bundestagsabgeordnete die Fortbildung sowie die Konzepte und stellen Unwahrheiten richtig.

Foto: Luise Fröhlich
Foto: Luise Fröhlich
Sie sorgt sich um die Senioren, hat das Fercher Rathaus mitten in der Pandemie neu sortiert und hofft auf etwas mehr Normalität im Jahr 2021: Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) wagt im Interview einen Ausblick auf das kommende Jahr, berichtet von der größten Herausforderungen, von Gratulationen am Gartenzaun und verrät, worauf sie sich nach dem Lockdown am meisten freut. 
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Unser Tipp fürs Wochenende

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Schnee ist in diesen Gefilden inzwischen ein seltener Gast. Bevor Winterfreunde ihn richtig genießen können, ist er auch schon wieder weg. Doch jetzt stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Schnee, der noch übrig geblieben ist, auch übers Wochenende bleibt. „Richtung Wochenende stellt sich Dauerfrost ein, das heißt, die Chancen auf einen Erhalt der Schneedecke sind gut. Dazu gibt es zumindest zeitweise sogar Sonnenschein, am Sonntag länger als am Sonnabend“, sagt Thomas Endrulat vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam. 
Doch wo in der Region ist noch Schnee zu finden, wo sind legendäre Rodelberge und welche Orte in Potsdam-Mittelmark sind die „schneesichersten“? Eine kleine Spurensuche mit Insidertipps, wo Frostfans in der Region den Winter an diesem Wochenende mit Abstand am besten genießen können.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Systemrelevant oder nicht, das ist hier die Frage. Tausende Potsdamer Eltern ächzen derzeit über der Doppelbelastung aus Arbeit und Kinderbetreuung, denn die Kitas in der Stadt sind und bleiben geschlossen, die Schulen ja ohnehin. Viele Familien dürfen zwar eine Notbetreuung nutzen, aber rund 800 Anträge für Notfall-Kita und -hort wurden abgelehnt. Und dann war da noch die Aussage der Stadtverwaltung, dass auch noch nicht beschiedene Anträge gültig sind - was allerdings die Kita-Leiterinnen anders sahen, sogar anders sehen mussten, wie unser Videokolumnist Marcus Gude höchstpersönlich erlebt hat.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 30
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 30
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