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Strengere Corona-Regeln+++Grauenhafte Radwege+++Unverletzt bei schwerem Unfall

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
wer sind eigentlich die schlimmsten Verkehrsteilnehmer? Genau: Eltern! Die Polizei hat zum Schulanfang mit Potsdamer Mamas und Papas gesprochen, die ihre Kinder unbedingt als “Elterntaxis” bis zum Schulhof bringen müssen.
Das ficht Sie im Berufsverkehr nicht an? Sie überrascht im Verkehr dieser Stadt gar nichts mehr? Denken Sie! Es gibt Tage, da werden selbst stau- und schlaglocherprobte Auto-, Fahrrad- und meinetwegen auch Quadfahrer nochmal überrascht. “Mitten rein in die Sackgasse!” hieß es am Montagmorgen plötzlich hinterm Kreisverkehr am Lutherplatz. Wer durch die Friedrich-Engels-Straße wollte, wurde jäh von einer Vollsperrung gebremst. Die Ausschilderung? Mager bis nichtexistent. Die Folgen: Nun ja, die Straße ist ja schon am Hauptbahnhof voll gesperrt. Ich kam zwar mit dem Rad zur Arbeit, aber fragen Sie mal die Kollegen! Es blieb nur ein Weg zur MAZ und den angrenzenden Wohnvierteln: durch die Friedhofsgasse. Wir haben das mal genauer angeschaut und für Sie aufgeschrieben, denn das wird noch ein paar Tage so weiter gehen.
Ich hab noch mehr Verkehr für Sie aber jetzt als sportliche Herausforderung! Sind Sie schonmal im Rollstuhl gefahren? Der “Iron Roll” hat vor Jahren schon Menschen ohne Gehbehinderung dazu gebracht, das Leben im Rollstuhl auszuprobieren. “Respekt statt Mitleid”, war das Motto, weil man auf Potsdams Straßen einige Hindernisse meistern muss, wenn man auf Räder angewiesen ist. Der Iron Roll geht nun in eine neue Runde - mit einem Weltrekordversuch am 19. September, zu dem Sie als Potsdamer beitragen können, nein müssen! Und Spaß macht es sicher auch! Die Details lesen Sie hier.
Mehr Verkehrsnachrichten lesen Sie unten im Newsletter (Spoiler: wir haben schlechte Radwege getestet und brauchen Ihre Hinweise als Leser!).
Im Sinne der Vielfalt hier noch zwei gute, gänzlich andere Nachrichten aus der Stadt:
Potsdam bekommt mit dem Europäischen Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit am Neuen Palais eine weltweit einmalige Ausbildungsstätte am Neuen Palais. Was an ihr so besonders ist - und warum damit ein 185 Jahre alter Traum in Erfüllung geht - erzählt Rabbiner Walter Homolka im Interview.
Potsdam wächst nur nicht nach Einwohnern, sondern auch, was die Abwasser betrifft, die diese Einwohner verursachen. Die müssen nämlich auch geklärt werden, damit uns der ganze “Mist” nicht über den Kopf wächst. Für 28 Millionen Euro wurde das Klärwerk Nord ausgebaut - und nun feierlich eingeweiht! Wuuuuuschhhhh.
Und damit wünsche ich Ihnen einen angenehmen Morgen.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

In Teil 1 der Serie widmen wir uns sechs Radwegen. Grafik: Detlev Scheerbarth
In Teil 1 der Serie widmen wir uns sechs Radwegen. Grafik: Detlev Scheerbarth
Wie fahrradfreundlich ist Potsdam tatsächlich? Die MAZ ist mit gleich zwei Fachleuten probegefahren und hat geschaut, wo es gefährliche Engpässe und Rüttelstrecken gibt.
MAZ-Redakteur Volker Oelschläger ist erfahrener Radfahrer, den Arbeitsweg aus Berlin bewältigt er seit Jahr und Tag am liebsten auf zwei Rädern. Jan Kuppert hat ihn bei der Testfahrt über Potsdams schlimmste Radwege begleitet. Kuppert engagiert sich beim Verkehrsclub Deutschland, außerdem fährt er Einheimische und Touristen auf seiner eigenen Rikscha mit Pedalkraft durch die Stadt. Im ersten Teil erkunden die beiden die Potsdamer Innenstadt und die umgebenden Vorstädte.
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Die besondere Geschichte

MAZ-Volontär Steve Reutter war Bundeswehr-Angehöriger Foto: Johannes Heyn
MAZ-Volontär Steve Reutter war Bundeswehr-Angehöriger Foto: Johannes Heyn
Afghanistan ist wieder vollständig in der Hand der radikalislamischen Taliban - und MAZ-Volontär Steve Reutter erinnert sich an seinen Besuch in Uniform ins Jahr 2018 zurück. Innerhalb weniger Tage erlebte er hautnah, was hier immer wieder in den Nachrichten zu sehen war. Und er sprach damals mit einem erfahrenen Soldaten über die Perspektive des Landes. Für die MAZ hat er das damalige Gespräch in Masar-e Sharif mit der Realität von heute abgeglichen.
Auch die Potsdamerin Fereshta Hussain bewegen die Geschehnisse in Afghanistan. Vor 21 Jahren floh sie aus ihrer damaligen Heimat Kabul vor den Taliban nach Deutschland. Damals war sie gerade einmal 18 Jahre alt. Inzwischen lebt sie in Potsdam – die erneute Machtergreifung der Taliban in Afghanistan zu erleben, ist für die Vorsitzende des Migrationsbeirats der Landeshauptstadt unerträglich.
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Die Corona-Lage

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam hat an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den Grenzwert von 20 überschritten - auch wenn am Montag keine Neuinfektionen hinzugekommen waren, lag er bei 30,5 und weit über dem Landesschnitt. Das bedeutet, dass ab heute wieder eine Testpflicht für bestimmte Bereiche gilt, wie beispielsweise die Innenbereiche von Gastronomie und Kultureinrichtungen. Vor allem der Beginn des Schul- und Kitajahres wird dabei eine Rolle gespielt haben, denn unter den Vier- bis 15-Jährigen liegt die Inzidenz schon bei 84. Mehr zu den nun geltenden Regeln und den bestehenden Testzentren hier.
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Verkehr aktuell

Viele Autos fuhren direkt in die Sackgasse und mussten wenden. Foto: Yunus Gündüz
Viele Autos fuhren direkt in die Sackgasse und mussten wenden. Foto: Yunus Gündüz
Zu den bekannten Staufallen rund um die vollgesperrte Behlertstraße und der Dauerbaustelle am Leipziger Dreieck ist in dieser Woche noch eine sensible Vollsperrung hinzugekommen: Die Friedrich-Engels-Straße ist seit Montag für fast zwei Wochen aus Richtung Babelsberg voll gesperrt. Grund sind Arbeiten an der L40 Brücke. Weil am anderen Ende der Straße ebenfalls eine Vollsperrung Richtung Babelsberg existiert, bleibt nur noch ein einziger Weg in die Friedrich-Engels-Straße hinein: die kleine Friedhofsgasse. Dort ist für den neuen Andrang und große Laster allerdings gar kein Platz. MAZ-Autor Yunus Gündüz hat aufgeschrieben, was am Montag in der Straße und auf den Zufahrten los war.
Der Verkehr wird über die Heinrich-Mann-Allee und Horstweg umgeleitet. Das hat auch Folgen für den Bus-Verkehr. Die Linien 690 und N17 fahren einen Umweg, bei dem die Haltestellen Übergang und Schlaatzstraße nicht angefahren werden.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Saskia Kirf
Foto: Saskia Kirf
Cucumis ist ein Hamburger Limonadenhersteller, der all sein Können in zwei Produkte steckt: Gurken- und Lavendellimonade. Beide sind erfrischend und köstlich, schmecken pur oder mit etwas Gin ganz hervorragend und sind mittlerweile in zahlreichen Potsdamer Gastronomien erhältlich.
Tipp: Saskia Kirf
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
In den Neunziger Jahren sind in Potsdam zahlreiche öffentliche Häuser gebaut worden. Auch für die Wirtschaft wurde ein Ort geschaffen, an dem sich verschiedene Verbände einmieten konnten. Das „Haus der Wirtschaft“ zeugt äußerlich von Stolz und Kraft. Ein langgestreckter Ehrenhof öffnet sich zur Straße. Auf dem Weg zum Eingang wird man von einem alles überblickenden Auge beobachtet. Zu beiden Seiten leuchten blaue Wände aus Metallkacheln – und über den Köpfen wölben sich die Wände stark nach außen wie es für italienische Renaissance-Paläste typisch ist.
Das "Haus der Wirtschaft" im Schlaatzweg. Foto: Peter Degener
Das "Haus der Wirtschaft" im Schlaatzweg. Foto: Peter Degener
Doch drinnen warten keine Händlerfürsten. Im „Haus der Wirtschaft“ im Schlaatzweg sitzt die Brandenburgische Ingenieurkammer neben den Verbänden für Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, der Ernährungsindustrie, des Handels. Auch die Familienkasse und ein Teil der Bundeagentur für Arbeit sitzen im Schlaatzweg.
Diese holprige Pflasterstraße schien ebenfalls noch aus der Renaissance zu stammen und kam 2017 im MAZ-Leser-Ranking auf Platz 3 für die schlechteste Straße Potsdams. Seitdem wurde sie saniert, sodass man dort nun anstelle über das alte Pflaster ganz wirtschaftsfreundlich über glatten Asphalt rollt.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

16-Jähriger baut in Teltow Unfall bei Spritztour mit Familienauto
Statik-Mängel an Grundschule Michendorf: Gemeinde schaltet Anwaltskanzlei ein und will Haftungsfrage klären
Wochenmarkt in Beelitz: Treffen Sie die MAZ vor Ort!
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Als MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister aus dem Urlaub zurückkam, muss ihn der Anblick der Heimatstadt doch verwundert haben. Das spricht zumindest aus seiner neuesten Karikatur: “Das ist das schöne an Potsdam: Irgendwie passt doch vieles zusammen. Zum Beispiel, wenn man aus dem Bahnhof kommt: Alles Neue ist sehr groß, sehr viereckig und sehr sehr verdichtet. Und trotzdem: Vielleicht wird es zum Schluss ja alles doch alles viel schöner als geargwöhnt - auch das würde zu Potsdam passen.”
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