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Streik im Nahverkehr+Überfall am Kirchsteigfeld+Corona-Fälle am Klinikum

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, Sie wollen heute Bus oder Bahn fahren? Dann denken Sie dra
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Sie wollen heute Bus oder Bahn fahren? Dann denken Sie dran: Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit zum Streik aufgerufen - und auch in Potsdam ist mit massiven Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr zu rechnen. Wie sich das auf den städtischen Bus- und Straßenbahnverkehr konkret auswirkt, lesen Sie weiter unten im Newsletter - und in unserem heutigen Live-Ticker zum Streik. Seit 6 Uhr sind wieder viele fleißige MAZ-Kollegen im Land unterwegs und halten Sie wie gewohnt über alle Geschehnisse auf dem Laufenden.
Das gilt natürlich auch für die Corona-Lage in der Stadt, denn die spitzt sich auch hier langsam wieder zu. Im Klinikum “Ernst von Bergmann” wird “aufgrund der dynamisierenden Lage deutschlandweit” ab Mittwoch sogar wieder einmal wöchentlich ein Krisenstab tagen, ein Thema dürften dann sicherlich auch die jüngsten Infektionen unter Mitarbeitern der Servicegesellschaft sein.
Und wenn wir schon bei Krisenstäben sind, die CDU in Potsdam wäre gut beraten, sich ebenfalls auf die Bewältigung von Krisen zu konzentrieren, anstatt von einer in die nächste zu rutschen. Seit Samstag steht zwar endlich fest, dass Saskia Ludwig den parteiinternen Machtkampf und mit ihm auch den Platz als CDU-Direktkandidatin im Wahlkreis 61 für die Bundestagswahl 2021 gewonnen hat. Ruhe dürfte aber vorerst trotzdem nicht einkehren.
Denn nach der herben Niederlage gegen Ludwig hat Potsdams CDU-Chef Götz Friederich angekündigt, den Vorsitz abzugeben. Damit stehen Neuwahlen des Kreisvorstandes an - und die könnten spannend werden. Einen Interessenten gibt es schon: Oliver Nill vom Stadtbezirksverband Nord-West hat bereits vor Monaten seine Kandidatur für den Kreisvorsitz angekündigt. Bleibt die Frage: Wer wird noch seinen Hut in den Ring werfen?
Und nun, liebe Leserinnen und Leser, habe ich nach all den Krisen und Problemen noch eine gute Nachricht für Sie: Es gibt noch echte Helden in Potsdam! Einer schlug gestern Abend bei einem Überfall auf ein Geschäft im Kirchsteigfeld mutig die Täter in die Flucht und bewahrte den Ladenbesitzer damit vor dem Verlust seiner gesamten Tageseinnahmen.
Doch da Helden nicht an jeder Ecke warten, mögen Ihnen alle unerwartete Überfälle und Krisen erspart bleiben. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.

Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Wegen des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr, den die Gewerkschaft Verdi angekündigt hat, kann es in Potsdam heute ganztägig zu erheblichen Ausfällen beim Tram-, Bus- und Fährverkehr kommen. Die Potsdamer Verkehrsbetriebe haben einen Notfahrplan eingerichtet.
Mit Hilfe von Subunternehmen und der Bedienung durch die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) sei auf mehreren Linien eine eingeschränkte, teils sogar komplette Bedienung möglich. Komplett planmäßig verkehren laut ViP die Buslinien 698, 639 und 691. Einzelne Fahrten entfallen bei den Buslinien 603, 609, 692 und 697. Die Buslinien 118 und 316 verkehren ab 12 Uhr wieder planmäßig, die Linie 638 soll ab 12 Uhr zumindest wieder sporadisch bedient werden. Details gibt es auf der Internetseite der ViP.
Verdi ruft bundesweit zum Streik auf und fordert in dem Tarifkonflikt für 87.000 Beschäftigte bundesweit einheitliche Regelungen für den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Seit März fordert die Gewerkschaft Verhandlung über einen entsprechenden Rahmentarifvertrag. Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) will darüber aber nicht verhandeln.
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Die besondere Geschichte

Moderne Fassaden prägen die Institute in Golm Foto: Bernd Gartenschläger
Moderne Fassaden prägen die Institute in Golm Foto: Bernd Gartenschläger
„Wer durch den Potsdamer Wissenschaftspark Golm flaniert, sieht schnittige Gebäude, sieht eine große Kunstinstallation aus sich bewegenden Metallstangen und sieht vor allem meist junge Menschen, die gelöst miteinander plaudern oder in eines der Büros eilen. Das gängige Idiom auf dem Campus ist Englisch, man hört natürlich auch viel Deutsch, dann aber eben auch wieder Spanisch und manchmal Chinesisch. Es ist ein internationaler Ort und die Atmosphäre wirkt, zumindest für einen Außenstehenden, aufgeschlossen.“
Diesen Eindruck schildert MAZ-Wissenschaftsredakteur Rüdiger Braun. Er hat sich mit der Entwicklung des „Potsdam Science Parks“ befasst, der immer noch wächst. Kaum vorstellbar, wie es dort vor 30 Jahren aussah. Vor der Spitzenforschung gab es dort nur Acker – und eine Hochschule der Staatssicherheit.
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Verkehr aktuell

Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Die Entspannung am Leipziger Dreieck währte nur kurz, denn kaum waren alle Fahrspuren auf der Heinrich-Mann-Allee wieder frei, ist eine auch schon wieder dicht. Ab sofort können Sie stadteinwärts nur zwei Spuren nutzen, denn wegen Asphaltarbeiten ist die rechte Fahrspur der Heinrich-Mann-Allee vor dem Leipziger Dreieck gesperrt. Stadteinwärts stehen somit nur zwei Fahrspuren zur Verfügung. Auch das Rechtsabbiegen in die Friedrich-Engels-Straße ist weiterhin verboten.
In der Friedrich-Engels-Straße selbst steht weiter nur eine Fahrspur je Richtung zur Verfügung. Achtung Staugefahr! Die gilt übrigens auch ein Stückchen weiter Richtung Babelsberg. Denn dort ist die Straße wegen Arbeiten an der Hochstraßenbrücke in diesem Bereich halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird mit einer mobilen Ampel geregelt.
Weil Hausanschlüsse hergestellt werden, muss weiterhin eine Fahrspur der Zeppelinstraße zwischen Nansenstraße und Schillerplatz gesperrt werden. Die Fahrspur stadtauswärts wird über die mittlere Linksabbiegefahrspur geführt. 
Zum Bau eines Hausanschlusses muss auch die Kaiser-Friedrich-Straße in Höhe Ehrenpfortenbergstraße punktuell halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr wird wechselseitig geführt. 
Wo es diese Woche sonst noch eng werden könnte, lesen Sie in der ausführlichen Verkehrsprognose.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
125 Jahre alt wird das “Otto Hiemke” im nächsten Jahr. Und wenn Sie die Babelsberger Traditions-Gaststätte bisher noch nicht besucht haben, dann wird es Zeit. Hier gibt es vornehmlich deutsche Hausmannskost mit Putenleber „Berliner Art“, Tafelspitz in Meerrettichsoße und die Riesen-Currywurst nach Hiemke-Art, aber auch eine Rarität: das hausgemachte süß-saure Herz-Lungen-Ragout mit Serviettenknödel. 
Unser Gastro-Testerin Manuela Blisse war nach dem Besuch begeistert und schreibt: “Eine ehrliche, frische und handwerklich solide Küche, welche die Klassiker wahrt und zugleich offen für moderne Varianten ist. Außerdem Lob für den Service.”
Neugierig geworden? Dann lesen Sie hier den ausführlichen Bericht unserer Gastro-Kritikerin oder Sie studieren schon mal den Gastro-Steckbrief:
Otto Hiemke, Karl-Gruhl-Str. 55, 14482 Potsdam, Telefon: 0331/7480596, www.restaurant-ottohiemke.de
Öffnungszeiten : Montag bis Donnerstag 16 bis 23 Uhr, Freitag bis Sonntag 12 bis 23 Uhr
Plätze: innen derzeit 37, außen ca. 52, behindertenfreundlich
Speisen: Suppen, kleine Gerichte: 4,90 bis 7,90 Euro, Hauptspeisen: 10,50 bis 19,50 Euro, Desserts: 2,90 bis 5,90 Euro, Kinder-Karte: 3,30 bis 5,50 Euro
Getränke: Softdrinks: 0,2 l/ab 2,30 Euro, Wasser: 0,25 l/1,80 Euro, Bier: 0,3 l/ ab 2,90 Euro, Wein: 0,2 l/ ab 4,90 Euro, Fl. ab 18 Euro, Whisky: 2 cl/ab 3,10 Euro
Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
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Unsere Entdeckung der Woche

"Waschtag", 1988. Foto: Klaus D. Fahlbusch
"Waschtag", 1988. Foto: Klaus D. Fahlbusch
Bilder zur Mauer zwischen Potsdam und Berlin haben wir in den vergangenen dreißig Jahren zur genüge gesehen. Oder nicht? Der Potsdamer Fotograf Klaus D. Fahlbusch hat einige Ikonen der Übergangszeit geschaffen, etwa den Stau an der Glienicker Brücke nur wenige Tage nach der Grenzöffnung. Manche Motive aus dieser Epochen hat Fahlbusch allerdings noch nie gezeigt.
Etwa das Motiv „Waschtag“, das 1988 irgendwo in Babelsberg entstand. Hinter der Reihe Teddybären auf der Wäscheleine ragt der Turm des Rathaus Babelsberg hervor. Nicht nur die Plüschtiere, auch der Trabi sieht so aus, als sei er gerade mit viel Liebe gesäubert worden.
„Aufbruch, Mauerfall und Deutsche Einheit“ heißt Klaus D. Fahlbuschs Fotoausstellung mit teils unveröffentlichen Potsdamer Bildern aus der Übergangszeit von 1988 bis 1992. Am Donnerstag um 19 Uhr findet im Rathaus Babelsberg die Vernissage statt - mit Musik im Hof und einem Vortrag zu den Bildern. Am 3. Oktober will Fahlbusch zwischen 13 und 15 Uhr persönlich durch die Ausstellung führen. Dann kann man ihn auch zu den Hintergründen des kuscheligen Waschtags befragen. Zu sehen sind seine Fotos bis zum 23. Dezember.
Tipp: Peter Degener
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
„Sieg“ steht dort in den Putz gekratzt. Es ist nicht das einzige Siegeszeichen in der näheren Umgebung. Auch sowjetische Sterne und das Jahr 1945 wurden an anderer prominenter Stelle in den Granit gekratzt.
Wer die vier Buchstaben an der gesuchten Stelle in das Bild kratzte und wann das geschah, ist schwer zu sagen. Dabei hätte man sich die Botschaft auch sparen können. Denn das Fresko mit dem blauen Untergrund zeigt ja die Siegesgöttin, die den Siegerkranz gerade verleiht. Und genau an der Stelle, wo heute weiß umrandet „Sieg“ steht, stand vorher genau das gleiche Wort – nur in schönerer Schrift.
Welcher Ort ist gesucht?
Insgesamt 18 solcher Bildtafeln findet man entlang dieser Fassade. Der Begriff „Sage“ steht unter der ersten, denn hier wird eine der bekanntesten deutschen Sagen erzählt. Kraft, Liebe und Treue steht unter weiteren Bildern . Auch von List, Zwietracht, Rache und Krieg ist die Rede – und nach dem Sieg endet der Bildzyklus mit der „Vergeltung“. Die Fresken stammen aus den 1840er Jahren und sind angesichts der wechselvollen Geschichte des Gebäudes, das selbst einmal ganz unübersehbar den Krieg symbolisierte, in einem guten Zustand. Das Kunstwerk geht angesichts der Pracht des Gebäudes oft unter – die meisten Spaziergänger laufen entweder an den Bildern vorbei und schauen stattdessen nach oben, wo es golden glitzert– oder sie bekommen die Fresken gar nicht zu sehen, weil sie unbedingt die Aussicht auf der anderen Gebäudeseite genießen wollen.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 2. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Rübchenbauer Ronny Schärecke. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Rübchenbauer Ronny Schärecke. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Es ist Erntezeit auf den Feldern der Region – und für Teltow heißt das vor allem: Rübchenzeit! Das regionale Edelgemüse wird ab dem kommenden Wochenende offiziell gestochen. War es ein gutes Rübchenjahr? Eigentlich nicht, es war zu trocken, sagt Landwirt Ronny Schärecke im Interview mit meiner Kollegin Konstanze Kobel-Höller. Und dann war da noch Corona. Das traditionelle Rübchenfest wurde schon mal abgesagt.
Vermutlich von einem Wolf getötetes Schaf. Foto: privat
Vermutlich von einem Wolf getötetes Schaf. Foto: privat
Ein anderer Landwirt hat aufgegeben: René Hohmann kapituliert vor dem Wolf. Viele Jahre erfreute sich der Hobbyhalter an seinen Schafen, die er am Rand von Reckahn zu stehen hatte. Bis der Wolf kam. Die jüngste mutmaßliche Wolfsattacke auf seine Tiere gab dem Landwirt den Rest, berichtet mein Kollege Frank Bürstenbinder. „Ich will nicht länger Futter für die Wölfe produzieren“, sagt er.
Die Eichen an der Brücker Straße in Beelitz sollen fallen. Foto: Jens Steglich
Die Eichen an der Brücker Straße in Beelitz sollen fallen. Foto: Jens Steglich
In Beelitz denken sie hingegen nicht an Aufgabe. Sie haben erst mit dem Widerstand angefangen. Es geht um die 13 alten Eichen an der B246, die Stadt und Landesbetrieb Straßenwesen für einen Gehweg im Ort fällen wollen, wie MAZ-Reporter Jens Steglich veröffentlicht hat. Schnell gab es Protest, nun sogar 3000 Unterschriften für eine Petition zur Rettung der Bäume. Heute wird die Unterschriftenliste im Landtag übergeben.
Text: Alexander Engels
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
“Deutschland ist eins: vieles” - so steht es an vielen Orten in Potsdam anlässlich der Einheitsfeierlichkeiten. MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister hält dieses Motto für 30 Jahre Deutsche Einheit für gelungen. Es soll so bleiben - das ist sein großer Wunsch “auch für die nächsten Dreißig. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch!”
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