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Spion wird ausgeliefert++Oksana Klymonchuk in Kiew++Studien zum Stadtkanal

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Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Die barbarischen Bilder aus dem ukrainischen Bucha machen mich sprach- und hilflos. Fünf Wochen dauert Putins Krieg nun, niemand vermag zu sagen, wie lange er noch dauern wird, wie er ausgeht und welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit genau jetzt stattfinden. Die Potsdamerin Oksana Klymonchuk ist noch immer mittendrin, in Kiew. Sie hat mittlerweile erste Hilfe für Kriegsverletzungen gelernt.
In Potsdam versuchen derweil weiter viele Menschen, denen zu helfen, die von dem Krieg geflohen sind. Die Unterbringung der Geflüchteten stellt die Stadt vor neue Herausforderungen, denn die rund 600 Plätze in Hotels und Pensionen stehen nur noch für wenige Tage zur Verfügung. Und nicht zuletzt gibt es auch viele Russen in unserer Region, deren Leben sich seit dem Kriegsausbruch verändert hat.
Eine Russland-Geschichte, die wie aus einer anderen Teit wirkt: Ein Brite, der für Russland spioniert haben soll und im vergangenen Sommer in Potsdam festgenommen wurde, soll von jetzt Deutschland nach Großbritannien ausgeliefert werden.
Was ist sonst in Potsdam wichtig? Seit diesem Montag setzen sich Potsdamer Architekturstudenten mit dem historischen Verlauf des Stadtkanals auseinander. Bis Juni sollen sie Ideen für eine Neugestaltung der Straße Am Kanal entwickeln. Die Corona-Pandemie gibt es immer noch. Obwohl die meisten Schutzmaßnahmen aufgehoben sind, tragen viele Menschen weiter eine Maske - und dafür gibt es gute Gründe. Zugleich bleibt die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ist weiter hoch.
Ich merke selbst, wie wenig optimistisch diese Zeilen sind - die Zeiten sind es eben auch nicht. Dennoch möchte ich Sie mit einer positiven Entwicklung in diesen Newsletter entlassen: Mit dem Bornstedter Feld geht das größte Bauprojekt in Potsdam seit dem Mauerfall dem Ende entgegen. 2024 soll die Entwicklungsmaßnahme nach 30 Jahren abgeschlossen sein.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen. Bitte, bleiben Sie gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Foto: Julius Frick
Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Foto: Julius Frick
Wohin soll sich Potsdam entwickeln? Was sind die wichtigsten Projekte für das kommende Jahrzehnt? In einer Strategieklausur hat Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) mit den Stadtverordneten die Weichen für die größten und dringendsten Investitionen gestellt. Es geht allein bei den fünf größten Projekten um insgesamt 700 Millionen Euro.
Doch der Rathauschef gerät zugleich unter Druck. Wenn man sich in Rathaus- und Politikkreisen umhört, bekommt man unisono zu hören: Schubert sei getrieben und stünde mit dem Rücken zur Wand. Zudem vertraue er seinen Beigeordneten bei der Bewältigung der Aufgaben zu wenig und wolle nun durchgreifen und sichtbare Erfolge schaffen, bevor am Jahresende die Halbzeitbilanz seiner Amtszeit gezogen wird. Dafür hat er nun einige personelle Veränderungen in seinem Büro vorgenommen.
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Verkehr aktuell

Wer den Telegrafenberg zum Ziel hat, sollte sich über eine neue Einschränkung auf dem Rückweg im klaren sein: Beim Umbau der Straße Am Brauhausberg gibt es eine wichtige Veränderung. Die Straße ist vorerst zwischen Heinrich-Mann-Allee und Finkenweg stadtauswärts als Einbahnstraße ausgewiesen. Autofahrer, die aus der Albert-Einstein-Straße vom Telegrafenberg hinab in Richtung Innenstadt fahren wollen, müssen vorerst eine Umleitung über den Brauhausberg stadtauswärts nehmen und können dann erst über Leipziger Straße ins Stadtzentrum fahren.
Die wöchentliche Übersicht über die anderen Staufallen und Baustellen in Potsdam finden Sie wie gewohnt hier.
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Die besondere Geschichte

Die Papier-Restauratorinnen der Schlösserstiftung. Foto: Julius Frick
Die Papier-Restauratorinnen der Schlösserstiftung. Foto: Julius Frick
Das sind die Frauen mit den stärksten Nerven von Potsdam! Irene Hesselbarth (60) und ihre Kolleginnen Jana Rasch (38), Wiebke Müller (60) und Ulrike Feig (55) haben es mit äußerst empfindlichen, zumeist hochbetagten Objekten zu tun: mit Papieren unterschiedlichster Verfassung. Sie sind die Papier-Restauratorinnen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, kümmern sich um eine Sammlung mit über 100.000 Objekten und kämpfen dabei gegen die Zeit. MAZ-Redakteurin Nadine Fabian hat sie besucht und dabei beobachtet, wie sie Risse kitten und Flecken entfernen. „Jede von uns ist sich dessen bewusst, dass ein falscher Handgriff der letzte für das Objekt gewesen sein könnte", sagt die Chefin. Hier lesen Sie die ganze Geschichte.
Es ist bereits der dritte Teil einer großen Serie, bei der die MAZ in alle Restaurierungs-Ateliers der Schlösserstiftung hineinschaut. Hier lesen Sie das Interview mit Chefrestauratorin Kathrin Lange und hier erfahren Sie mehr über die Menschen, die die Wandbilder und Architekturfassungen in Potsdams Schlössern bewahren.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Das beschauliche Dort Eiche hat sich seit den Neunziger Jahren zu einem der größten Ortsteile Potsdams entwickelt. In den vergangenen 30 Jahren wuchs die Einwohnerzahl von rund 800 auf über 5000 Menschen an. Die meisten davon leben auf dem “Alten Rad” - einer Wohnsiedlung, die in den Neunziger Jahren gebaut wurde und die als typische Schlafstadt ohne Durchmischung mit Gewerbe errichtet wurde - vom Kiosk und Bäcker einmal abgesehen.
Seit 2021 steht neben dem Feuerlöschteich im Herzen des Alten Rads der sechseckige Schwalbenturm mit seinen 42 Nestern. Vögel und Bewohner haben eines gemein: Ein kurzer Ausflug führt zu Dingen, die sehr charakteristisch für Potsdam sind: Direkt an das Alte Rad befindet sich beispielsweise eine militärische Liegenschaft und eine Polizeikaserne - typisch für die Geschichte Potsdams als Garnison- und Beamtenstadt. Das Welterbe mit den preußischen Schlössern ist auch nahe: Neues Palais, Schloss Lindstedt und die Lindenallee rahmen Eiche ein. Schließlich grenzt auch Golm als größter Wissenschaftsstandort des Landes Brandenburg an das Wohngebiet. Fehlt eigentlich nur ein typisches Potsdamer Merkmal: das Wasser. Die “Düsteren Teiche”, die direkt hinter dem Alten Rad liegen, sind leider fast gänzlich ausgetrocknet. 
Der Schwalbenturm steht im Alten Rad in Eiche. Foto: Peter Degener
Der Schwalbenturm steht im Alten Rad in Eiche. Foto: Peter Degener
Viele gaben auf dieses Rätsel die Antwort: Kirchsteigfeld. Auch dort steht auf dem zentralen Nelly-Sachs-Platz ein Schwalbenturm. Der entscheidende Unterschied fand sich in den Hinweisen: Im Gegensatz zum Alten Rad kam im Kirchsteigfeld in den Neunziger Jahren keine reine Investorenarchitektur zum Zuge - und Gewerbe spielt dort auch eine große Rolle, sodass dort keine reine Schlafstadt entstanden ist. 
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Wie kommt der Beelitzer Spargel in den Gin, Jan Kreutz? MAZ-Besuch in der Berlin Distillery
Potsdam-Mittelmark/Werder: Remondis holt Gelbe-Tonnen-Müll zum Teil nicht ab
Die Holocaust-Überlebende Inge Deutschkron wird am Mittwoch auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf beigesetzt
Werder und Potsdam: Irina Fedorova aus Russland hat Angst vor Diskriminierung 
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Masken nerven. Und schützen. Und manchmal verbergen sie das wahre Gesicht…
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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