"Spencer" und die Bundespolizei+++SAP in Potsdam+++Fotos aus dem Stasi-Knast

#175・
Potsdam ganz nah
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
stellen Sie sich einen Polizisten vor, der eine Verkehrskontrolle bei einen Rentner durchführen will - und im Führerschein das Passfoto eines 15-Jährigen Teenagers erblickt. Wer noch eine alte DDR-Fahrerlaubnis hat, kennt solche Momente vielleicht. Die alten “Lappen” waren seit ihrer Ausstellung unbegrenzt gültig, theoretisch seit der Moped-Prüfung. Das endet jetzt für viele Jahrgänge.
Mein Papa ist noch im Besitz einer solchen Fahrerlaubnis. Auf dem Foto ist er zum Glück kein langhaariger Teenager mehr, weil er den ersten Führerschein verloren hat. Doch bis heute ist er mit einer Version von 1981 unterwegs. Er hat mir jetzt erzählt, welche Erinnerungen er an den Führerschein hat, zum Beispiel, dass er ihn schon nach wenigen Monaten wieder abgeben musste. Lesen Sie hier das Gespräch. Und wenn Sie selbst noch jemanden aus Potsdam oder Mittelmark mit einem alten Führerschein kennen, dann melden Sie sich bei uns. Schreiben Sie eine E-Mail an potsdam-newsletter@maz-online.de Wir wollen gerne weitere Erinnerungen veröffentlichen.
Nicht nach hinten, sondern in die Zukunft blickt man am SAP Innovation Center am Campus Jungfernsee. “Wir sind ein Radar für neue Technologien, die oft disruptive Auswirkungen auf ganze Branchen haben. Wir versuchen diese zu verstehen und hinterfragen, wie wir deren Chancen oder auch aus ihr folgende Probleme für unsere Kunden besser lösen können.” Das sagt Marcus Krug, der Leiter des Innovation Centers. Im Interview blickt er in die Zukunft der Technik, die die Welt bis 2030 verändern wird, und erklärt, was Potsdam tun sollte, um dabei eine Rolle zu spielen.
Das Jahr 2030 spielt auch im Potsdamer Wohngebiet Schlaatz eine Rolle. Es gibt nun Vorschläge für die Weiterentwicklung des klischeebehafteten Quartiers fmit 10.000 Einwohnern: Mehr Alleen und Grünzüge, Ergänzung des Viertels mit Gewerbe und Stadtgärten sowie bauliche Verdichtung mit Punkthoch- und Stadthäusern. Die Ideen werden ab heute in einer Ausstellung im Bürgerhaus am Schlaatz genauer vorgestellt.
Eine unerwartete Nachricht gibt es auch, die ich Ihnen nicht vorenthalten will: Das Oberlinhaus in Babelsberg hat nun überraschend die Leiterin des Thusnelda-von-Saldern-Hauses entlassen - jene Einrichtung, in der Anfang 2021 vier Menschen von einer ihrer Mitarbeiterinnen ermordet worden waren. Im Prozess gegen die Täterin war von Angestellten auch der Führungsstil der Hausleiterin kritisiert worden. Die Zeugenaussagen haben auch eine weitere Konsequenz: Das Oberlinhaus hat nun eine Arbeitsgruppe einberufen, die die Standards in Behindertenwohnstätten überprüfen soll.
Was mich persönlich gestern überrascht hat, ist eine Initiative zur Umbenennung der Enver-Pascha-Brücke. Wenn Sie die nicht kennen, sei Ihnen verziehen. Seit 1945 existiert die kleine Brücke zwischen Babelsberg und Klein-Glienicke über den Teltowkanal eigentlich nur noch auf Karten - dort führen nur noch Leitungen über das Wasser. Doch die Rathauskooperation der Stadtverordneten will nun, dass der Name des osmanischen Kriegsministers Enver Pascha - einer der Hauptverantwortlichen am Massenmord an den Armeniern in den Jahren 1915 und 1916 - getilgt wird. Ich schlage vor, dass man sie stattdessen nach Johannes Lepsius benennt, der den Mord an den Armeniern öffentlich gemacht hat.
Zuletzt noch eine Nachricht, die Vergangenheit und Zukunft verbindet: Das Jagdschloss Stern - immerhin das älteste der Potsdamer Schlösser - muss saniert werden und soll nicht nur Museum, sondern auch Café und Begegnungsort werden. Dafür fehlt bislang noch Geld. Einen Teil der Finanzierung soll nun die Stadt übernehmen - und es ist geplant, dass 2030 die Sanierung beendet ist. So verbinden sich heute das Zukunftsinstitut von SAP, der Schlaatz und die preußische Geschichte in einer Jahreszahl.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Eiskalter Dreh am Schloss Marquardt. Foto: Jonas Dornbusch/ Komplizenfilm
Eiskalter Dreh am Schloss Marquardt. Foto: Jonas Dornbusch/ Komplizenfilm
Die Bundespolizei, dein Freund und Helfer. Der Filmproduzent Jonas Dornbach musste beim Dreh des Lady-Diana-Films “Spencer” in Potsdam und Werder vor einem Jahr eine Herausforderungen meistern. Die größte Sorge nahm im das Bundespolizeipräsidium in Potsdam, wie er der MAZ erzählt hat.
Kristen Stewart als Lady Diana im Film "Spencer". Foto: Pablo Larraín/DCM
Kristen Stewart als Lady Diana im Film "Spencer". Foto: Pablo Larraín/DCM
Während die Dreharbeiten am Schloss Marquardt vor einem Jahr noch ein großes Geheimnis gewesen waren, plauderte der oscarprämierte Filmemacher jetzt aus dem Nähkästchen - und äußerte Oscar-Hoffnungen für die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Kristen Stewart.
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Die Corona-Lage

Die Stadt Potsdam meldet am Donnerstag eine Rekordzahl von 605 Neuinfektionen, die Inzidenz schnellt in die Höhe auf 641,4 - damit ist Potsdam Hotspot im Land Brandenburg. Ob das nun die tatsächliche Infektionslage in Potsdam widerspiegelt, ist allerdings fraglich. Denn wie die Stadt am Mittwochabend selbst mitgeteilt hat, sind die offiziellen Zahlen nach wie vor unvollständig.
„Wir haben am Montag 160 und am Dienstag 289 positive Befunde ins System eingegeben, die nicht vollständig übertragen worden sind. Wir arbeiten daran, dass die Daten in den kommenden Tagen nachträglich im System verarbeitet werden und dann anschließend wieder ein realistischerer I-Wert ausgewiesen wird“, sagte Amtsärztin Dr. Kristina Böhm
Ab sofort gelten in Potsdam zudem die neuen Quarantäne-Regelungen. Die Landeshauptstadt richtet sich dabei weitegehend an die vereinbarten Regelungen auf Bundes- und Landesebene, legt die Regeln gerade im Kita-Bereich allerdings besonders streng aus. Eine Übersicht über die neuen Regeln für Infizierte, Kontaktpersonen, Genesene, Geimpfte, Geboosterte, Kitas und Schulen lesen Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Vor 32 Jahren nahmen die Potsdamer das Stasigefängnis in der Potsdamer Lindenstraße in Besitz. Es wurde damit zum ersten “Haus der Demokratie” in Potsdam. Der Fotograf Bernd Blumrich hat das dokumentiert. Die Schleuse zwischen Freiheit und Haft direkt hinter dem großen Eingangstor war für Bernd Blumrich der eindrucksvollste Moment. „Diese Machtlosigkeit. Reinkommen durch die Tür. In der Schleuse sein. Und man hat keine Chance mehr rauszukommen“, sagt er.
Eine Auswahl seiner Bilder ist nun erstmals in der MAZ zu sehen. Sie dürfen fortan von der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße genutzt werden. Dort sucht man auch noch nach Geschichten rund um den demokratischen Wiederanfang 1990.
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Der kulinarische Tipp

Timm Kleist ist beim Spargelhof-Betrieb verantwortlich für die Gastronomie auf der Laga 2022 in Beelitz. Foto: Luise Fröhlich
Timm Kleist ist beim Spargelhof-Betrieb verantwortlich für die Gastronomie auf der Laga 2022 in Beelitz. Foto: Luise Fröhlich
Die Laga in Beelitz 2022 wird in vielerlei Hinsicht anders als andere Gartenschauen – auch was das Essen angeht. Um das kümmert sich kein Großcaterer, sondern der Spargelhof Klaistow. Geschäftsführer Timm Kleist gibt schon mal einen Einblick in die Speisekarte. Als Hauptcaterer bedient der Landwirtschaftsbetrieb der Familien Buschmann und Winkelmann fünf Gastronomie-Standorte, die auf dem 15 Hektar großen Laga-Gelände verteilt liegen. Um diese Aufgabe neben dem laufenden Betrieb in Klaistow stemmen zu können, baut der neue Geschäftsführer Timm Kleist gerade quasi einen neuen Standort auf. 
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Unsere Entdeckung der Woche

Fotos: Rainer Schüler
Fotos: Rainer Schüler
Wenn Horst Wardelmann sein „Fat Bike“ nimmt und damit durch das Unterholz des Ufers fährt, wird es selten ein ruhiger Fahrradausflug. Immer wieder steigt der 69-Jährige ab und bückt sich, sammelt Flaschen, Büchsen, Folie ein, die achtlose Mitbürger am Groß Glienicker See weggeworfen haben. Wird es mehr Müll, als in seine Packtasche passt, kommt er mit einem Ziehanhänger wieder. Den hat er am letzten Sonntag mit Schrott und Glas gefüllt, das er aus dem Wasser und dem Ufer zog. Doch er zieht nicht nur Müll aus dem Groß Glienicker See, sondern auch manchen Schatz.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Zwei Kameras, zwei Farben an der Fassade und fast zweihundert Jahre Militärgeschichte. Potsdam ist voller einstiger Liegenschaften des Militärs – aber kaum ein Haus in der Stadt ist schon seit so langer Zeit und sogar heute noch eine militärische Adresse.
Beim Bau des gesuchten Ortes galten ganz neue inhaltliche Maßstäbe, die zu vielen weiteren Bauten dieser Art in der ganzen Stadt führten.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 16. Januar, eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
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Das ist los im Umland

Nach Kehlbiss: Wölfin bei Reckahn verendet
Potsdam-Mittelmark: Corona-Teststellen aktuell
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Unser Tipp fürs Wochenende

 Anna Lena Rieprich und Johanna Schubert zeigen ihre Arbeiten im Kunstraum. Foto: Julius Frick
Anna Lena Rieprich und Johanna Schubert zeigen ihre Arbeiten im Kunstraum. Foto: Julius Frick
Mal wieder Lust auf Kunst? Dann ab in den Waschhaus-Kunstraum an der Schiffbauergasse. Dort ist aktuell das Festival “Made in Potsdam” zu sehen, erstmals mit Arbeiten von Lehramtsstudenten. Bisher war diese Präsentation professionellen oder angehenden Künstlern und Designern vorbehalten. Ein Besuch lohnt sich, mehr lesen Sie hier. “Made in Potsdam” läuft noch bis zum 30. Januar, jeweils Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Diese Woche hat Marcus Gude Grund zur Freude - denn nach jahrzehntelangen Verhandlungen bekommt Potsdam endlich wieder eine Skatehalle.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 75
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 75
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