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Sonntagsshopping fällt aus +++ Grube hat Schwein +++ Ärger im Pleite-Autohaus

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
spüren Sie auch schon das nahende Weihnachtsfest? Nein? Gut, ich auch nicht - schließlich stehen in den Supermärkten schon seit Monaten Dominosteine und Lebkuchenherzen herum und der sonst übliche Aufbau des Weihnachtsmarktes versperrt mir in diesem Jahr nicht den Weg über den Broadway. Aber machen wir uns nix vor, das Jahr neigt sich dem Ende zu - und wenigstens ein bisschen dekoriert ist die City ja.
Wenn Sie allerdings planen, die Geschenke für die Liebsten wie immer an einem der verkaufsoffenen Adventssonntage zu kaufen, dann sollten sie das überdenken. Denn es wird aller Voraussicht nach weder am 2. noch am 4. Advent möglich sein, den Lieblingsduft der Gattin oder den Schal für Tante Ilse zu kaufen - wie so oft ist auch hieran Corona schuld.
Und die Pandemie schränkt nicht nur uns Menschen ein. Ganz buchstäblich ist auch der vierbeinige Bronze-Trabi, der als Kunstinstallation am Landtag steht, in seine Schranken verwiesen worden: Gucken erlaubt, Anfassen verboten! Was genau das Virus damit zu tun hat, hat Peter Degener herausgefunden.
Liebe Leserinnen und Leser, das Sars-CoV2-Virus ist - nein, hoffentlich nicht in aller Munde. Aber es ist da, es nervt, es betrifft immer mehr Menschen auch in unserer Stadt. Die MAZ begleitet Familien aus Potsdam und dem Umland durch den Lockdown. Wir alle vermissen unsere Freunde und genießen einen Plausch über den Gartenzaun, niemand ist allein mit dem, was er gerade erlebt - denn jeder von uns sitzt ja zu Hause. Schauen Sie doch mal in unsere Wochenendtipps weiter unten in diesem Newsletter, da gibt es Empfehlungen für lange Abende in den eigenen vier Wänden.
Der nächste Newsletter erwartet Sie am Dienstag. Bis dahin: Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße, Ihre
Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Das frühere Forsthaus im Wildpark ist heute Hotel Bayrisches Haus und bietet Spitzenküche mit Michelinstern. Quelle: Großer Gourmetpreis Berlin-Brandenburg
Das frühere Forsthaus im Wildpark ist heute Hotel Bayrisches Haus und bietet Spitzenküche mit Michelinstern. Quelle: Großer Gourmetpreis Berlin-Brandenburg
Das Luxushotel Bayrisches Haus im Wildpark an Potsdams westlicher Stadtgrenze ist eine ganze besondere Adresse. Top-Hotel mit Sterneküche, eine idyllische Lage, die ihresgleichen sucht - doch damit könnte bald Schluss sein, wie Peter Degener recherchiert hat. Jetzt macht offenbar ein Berliner Investor ernst und will das schicke Häuschen zu einer privaten Klinik umrüsten.
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Die Corona-Lage

Noch immer ist unklar, ob der Lockdown Erfolge zeigt. In Potsdam wurden in den vergangenen sieben Tagen 223 neue Ansteckungen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen - viel zu viele, wie die Inzidenz von aktuell 123,7 zeigt. Immer wieder sind auch Schulen betroffen, zuletzt wurden Schüler aus zwei verschiedenen Jahrgängen der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportschule positiv getestet, eine weitere junge Frau, die an der Kaderschmiede lernt und trainiert, steht unter dringendem Covid-Verdacht. Unser tägliches Corona-Update für Potsdam mit allen wichtigen Zahlen, Infos und Links finden Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Zu Potsdam gehören Schlösser, Seen und Parks, herrschaftliche Häuser, pompöse Villen und DDR-Architektur, Plattenbau, Brücken und Kleingärten - und ja, zu Potsdam gehört auch Dorf. In unserer neuen Staffel der Serie “Potsdam ganz nah” haben uns gleich mehrere Geschichten in die Potsdamer Ländlichkeit geführt - und wieder mal gezeigt, was Potsdam doch alles zu bieten hat.
Landwirtschaft zum Beispiel. Die kann sich in Potsdam sehen lassen. In Grube, dem kleinen Dorf am Rande der Stadt, leben gerade mal 436 Menschen. Doch wer wissen will, wie alternative Landwirtschaft mit Visionen geht, der ist hier genau richtig. Neugierig geworden? Dann lesen Sie die Geschichte über den studierten Geografen Clemens Strohmeyer und den Holländer Mathias Peeters mit seiner Hofgemeinschaft. Für unsere neue Staffel “Potsdam ganz nah” haben wir die Stadtbauern in Grube besucht.
Justus und Evy sind in Bornim zu Hause. Foto: Bernd Gartenschläger
Justus und Evy sind in Bornim zu Hause. Foto: Bernd Gartenschläger
Außerdem waren wir in Bornim unterwegs, Potsdams Stadtteil, über den Ur-Einwohner Klaus Rietz sagt: “Wir sind Land und Landeshauptstadt.” Dabei ist es nicht nur das Dörfliche, das Bornim prägt, der Stadtteil im Norden hält zugleich einen Rekord - nirgends in Potsdam ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen so groß wie hier. Woran das liegt? Wir haben es versucht herauszufinden.
Und falls Sie sich von uns nicht schon im letzten Newsletter nach Sacrow haben entführen lassen, dann laden wie Sie heute noch einmal ein: Lernen Sie Potsdams gallisches Dorf kennen, die Perle zwischen den Hauptstädten geprägt von Natur, Kultur und mondänem Chic. Doch so schön Sacrow auch ist, so sehr fürchten auch viele Einwohner um ihr Idyll. Denn ein alles dominierender Sendemast, eine anschwellende Verkehrslawine, ein sterbender See und ein Graben, der zur Kloake verkommt, sorgen für Ärger im Paradies. Mehr lesen Sie hier.
Text: Anna Sprockhoff
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Der kulinarische Tipp

Gins'n Roses: Tolle Drinks für Zuhause. Foto: Saskia Kirf
Gins'n Roses: Tolle Drinks für Zuhause. Foto: Saskia Kirf
Kaum ein Potsdamer Gastronom versucht im Lockdown nicht, seine Gäste weiter zu versorgen. Ob per Lieferung oder zum Selbstabholen, in sehr vielen Restaurants und Cafés bleibt die Küche nicht kalt. Und auch Freunde der hochprozentigen Genüsse müssen nicht unbedingt aufs Selbershaken umsteigen, denn sogar Cocktails kann man sich nach Hause liefern lassen. Die Bar Fritz'n in der Dortustraße haben sich wieder eine kleine, aber sehr, sehr feine Auswahl an Getränken überlegt, die am heimischen Tisch genauso gut schmecken wie am Tresen. Online wird bestellt, der Lieferzeitraum ausgewählt und bezahlt - fertig. Von Donnerstag bis Samstag ist das Fritz'n-Mobil mit den Getränken in umweltfreundlichen, wiederverwendbaren Glasflaschen unterwegs, Eis und Deko gibt’s dazu. Wer es dann doch lieber persönlich mag: Von Mittwoch bis Samstag öffnet sich das Verkaufsfenster der Bar zum Eindecken mit dem Nötigsten. Meine Empfehlung: der Gins'n Roses. Super Wortspiel, super Drink.
Tipp: Saskia Kirf
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Unsere Entdeckung der Woche

Eine Monographie über Friedrich Wilhelm I. von Frank Göse gehört zu den wichtigsten Neuerscheinungen in diesem Herbst. Hier der Soldatenkönig auf einem Gemälde von Antoine Pesne, um 1733. Quelle: privat/DHM
Eine Monographie über Friedrich Wilhelm I. von Frank Göse gehört zu den wichtigsten Neuerscheinungen in diesem Herbst. Hier der Soldatenkönig auf einem Gemälde von Antoine Pesne, um 1733. Quelle: privat/DHM
Jedes Jahr ist es wieder spannend, welche Manuskripte von Historikern den Weg in die Buchproduktion finden. Die beachtlichste Neuerscheinung unter den Brandenburgica in diesem Herbst ist eine Biografie über den Soldatenkönig. Ihr Autor, Frank Göse, lehrt an der Potsdamer Universität im Bereich Landesgeschichte. Aber auch ein neuer Band mit Aufsätzen über die Folgen des Dreißigjährigen Krieges verdient Beachtung.
Historiker, die ihren Job ernst nehmen, verbringen viel Lebenszeit in Archiven, um recht spezielle Fragestellungen und Aspekte zu klären. Der 96-jährige Peter Hoffmann hat sein Lebensthema, das Verhältnis zwischen Preußen und Russland im 18. Jahrhundert, mit einer weiteren Untersuchung ausgebaut. Seine Analyse der „Politischen Korrespondenzen“ von Friedrich II. brachte Erstaunliches zu Tage. 
Auf derartige Studien von Historikern greifen Journalisten gern zurück, wenn sie bei weiterem lesbarere Gesamtdarstellungen schreiben. Nicht zuletzt widmet sich eine empirische Untersuchung von Ines Langelüddecke drei adligen Familien, die nach 1989 nach Brandenburg zurückkommen sind, um am Sitz ihrer Familie neu anzufangen. Wie wurden sie von der einheimischen Bevölkerung aufgenommen? 
Die Kurzbesprechungen zu den Neuerscheinungen lesen Sie hier.
Text: Karim Saab
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist denn diese schmucke Tür? Foto: Peter Degener
Wo ist denn diese schmucke Tür? Foto: Peter Degener
Putin wohnt gemütlich. Wer die verzierte Holztür durchschreitet, gelangt in einen kuschlig-warmen Raum mit orientalischem Flair. Kein Palast, aber standesgemäß für den “Landeskater” des Nomadenlands. Denn die Holztür gehört zu keinem Gebäude, sondern einem echten Nomadenzelt.
Vom Mobile Home zum Mobile Village Foto: Peter Degener
Vom Mobile Home zum Mobile Village Foto: Peter Degener
Einer Jurte, um genau zu sein, wie sie noch heute in der kirgisischen Steppe genutzt wird. Vor zehn Jahren hat Putins Herrchen die erste Jurte im Norden des Volksparks errichtet. Mittlerweile sind es drei Stück. Aus dem Mobile Home wurde ein Mobile Village mit Imbiss, Hochbeeten, Slacklines, Kulturprogramm und allem, was so ein sesshaft gewordener Nomade und sein Kater brauchen könnten.
Rätsel und Auflösung: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Foto: Konstanze Kobel-Höller
Foto: Konstanze Kobel-Höller
Erst vor wenigen Tagen ist bekannt geworden, dass alle Mitarbeiter nach der Insolvenz der Autohäuser am Bahnhof in Teltow ihren Job verloren haben. Nun drängt sich die Frage auf: Ging bei der Pleite alles mit rechten Dingen zu? Es gibt Anhaltspunkte, dass im Vorfeld der Insolvenz Vermögen zur Seite geschafft wurde, um die Autohäuser wirtschaftlich schlechter dastehen zu lassen. Für rund 90 der ursprünglich 110 Mitarbeiter ergibt sich außerdem noch ein anderes Problem: Sie warten vergeblich auf ihr Geld.
Wärmestube in Werder vor dem Aus
Die Tee- und Wärmestube in Werder steht vor dem Aus: Ihr Träger, die Ernst-von-Bergmann-Sozial gGmbH, hat überraschend den Rückzug zum Jahresende angekündigt. Für Werders Politiker ist klar, dass die Wärmestube für Hilfsbedürftige unbedingt bleiben muss – aber wie? Neuer Träger? Neues Haus? Neues Konzept? Die Stadt Werder setzt zunächst einmal alles daran, die Tafelausgabe zu retten, denn für einige ist sie die Existenzgrundlage
Das Schwesternheim in Michendorf wird saniert, Peter Bartels vom Verein Wohnmichel, der es gekauft hat und saniert. Foto: Jens Steglich
Das Schwesternheim in Michendorf wird saniert, Peter Bartels vom Verein Wohnmichel, der es gekauft hat und saniert. Foto: Jens Steglich
Die Mitstreiter des Michendorfer Wohnmichels, die bisher am Stieglitzweg drei neue Wohnhäuser gebaut und bezogen haben, wagen sich erstmals an ein altes Haus heran. Sie wollen das frühere Schwesternheim in Michendorf sanieren und als Wohnhaus zu neuem Leben erwecken. Es wird Teil des alternativen Wohnprojekts, das sich dem kommerziellen Immobilienmarkt entzieht. In Wohnmichel-Häusern sind die Mieter zugleich die Vermieter. Die Geschichte des Schwesternheimes hat die Sanierer allerdings erst einmal erschreckt. 
Das Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark soll weiter personell verstärkt werden. Derzeit unterstützen bereits 26 Verwaltungsmitarbeiter aus anderen Bereichen die Behörde. Foto: Luise Fröhlich
Das Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark soll weiter personell verstärkt werden. Derzeit unterstützen bereits 26 Verwaltungsmitarbeiter aus anderen Bereichen die Behörde. Foto: Luise Fröhlich
Das Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark wird umgehend mehr Personal erhalten – auch ohne ausdrücklichen Beschluss des Kreistages. In einer Sondersitzung in Werder hatte die CDU-Fraktion zwar ihren Antrag auf personelle Verstärkung der Behörde zurückgezogen, aber die Verwaltung hat selbst schon zwei Dutzend Mitarbeiter umgesetzt.
Eine knappe Mehrheit fand der Vorschlag der Kreisverwaltung, die vier Außenstellen des Gesundheitsamtes während der Pandemie in einem Raummodulbau auf dem Gelände des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Beelitz-Heilstätten zu zentralisieren. Damit sollen Abstimmungswege verkürzt und Maßnahmen schneller umgesetzt werden können, warb Vize-Landrat Christian Stein (CDU) um die Zustimmung der Kreistagsmitglieder. Für den Bau will die Kreisverwaltung rund zweieinhalb Millionen Euro ausgeben. Der Containerbau soll in etwa fünf Monaten errichtet werden können. 
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Unser Tipp fürs Wochenende

Unsere fünf Tipps der Herbst-Neuheiten. Foto: Varvara Smirnova
Unsere fünf Tipps der Herbst-Neuheiten. Foto: Varvara Smirnova
Pünktlich zur kalten Jahreszeit erscheinen viele Spiele, die mit Familie oder Freunden an regnerischen Sonntagen oder im Lockdown gespielt werden können. „Mit einem Brettspiel habe ich anders als beim Computerspiel nie das Gefühl meine Zeit verschwendet zu haben“, sagt Matthias Schäferhoff, Inhaber des Spieleladens Galadriel in der Dortustraße. Er hat vor einigen Wochen eine Mini-Spielemesse durchgeführt und stellt fünf tolle Neuerscheinungen für jedes Alter vor.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Ja, es ist immer noch November und unser Videokolumnist Marcus Gude trägt seinen November-Schnurrbart. Der graue elfte Monat steht aber nicht nur im Zeichen der Männergesundheit. Er bedeutet auch, dass wir uns mit großen Schritten auf den Advent zubewegen - und damit aufs Weihnachtsgeschenkeshopping. Marcus hat eine klare Meinung zum diesjährigen Ausfall der verkaufsoffenen Adventssonntage.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 24
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 24
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Weihnachtsangebot: Zeit für Geschenke!
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