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Skelette in Krampnitz entdeckt+++Mobile Schnelltests+++Erfahrungsbericht aus einem Tiny House

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen.
So. Ich habe es getan. Zum ersten Mal in diesem Newsletter und im beruflichen Kontext habe ich die Herren einfach weggelassen. Ich darf das, ich bin nicht der Duden und keine Behörde und der Verlag stellt es den Autoren frei, sich gendergerecht zu äußern. Da oben steht ein generisches Femininum. Ich habe Sie, meine Herren, also mitgemeint. Sie brauchen doch keine Extrawurst, wie mein Vater wohl sagen würde, oder?
Genug der Vorrede. Kommen wir zu den Inhalten. Es wird gelockert, gelockert, gelockert. Doch wofür brauche ich überhaupt noch einen Test? Und sind diese Scooter-Anbieter, bei denen ich auf der Straße einen Test machen kann, vertrauenswürdig? Mein Kollege Rainer Schüler hat es aufgeschrieben.
Seit unserem letzten Newsletter haben auch die Potsdamer Stadtverordneten getagt. Wenn Sie es genau wissen wollen, worum es ging, empfehle ich Ihnen in Ruhe den Live-Ticker zu lesen, den wir zu Sitzungen des Stadtparlaments immer kräftig mit den wichtigsten Beschlüssen und Debatten füllen. Was Sie womöglich besonders interessiert, ist die Zukunft des Potsdamer Kämmerers im Rathaus, eine nicht-öffentlich getroffene Entscheidung zur dringend benötigten Grundschule am Filmpark Babelsberg und ein Beschluss zum Bauprojekt am Humboldtring, für das im Februar das Nuthewäldchen gerodet werden musste. unter anderem
Nun noch drei gute Nachrichten und besonders schöne Geschichten:
Mögen Sie Umarmungen? Dann lesen Sie als erstes, wie die Gastrosophin Kathrine Lihn unseren “Was kommt nach Corona?”-Fragebogen beantwortet hat. Freuen Sie sich angesichts der steigenden Temperaturen aufs Baden in der Havel? Dann lesen auch die zweite Geschichte: Die Strandbäder haben seit gestern geöffnet - und es gab viele Besucher. Hatten Sie kürzlich die Geschichte über die niedlichen Pfauenküken auf der Pfaueninsel gelesen? (Hier ist sie nochmal) Nicht nur dort gibt es Pfauen. Ein ausgewachsenes Exemplar der schönen Tiere war in den vergangenen Tagen immer wieder in Potsdam unterwegs, tauchte im Norden und Westen der Stadt zwischen Autos auf, war in ständiger Gefahr und hielt damit auch Polizei und Tierretter in Atem. Das ist auch mein dritter Lesetipp: Wie der Pfau am Ende mit Hilfe einer echten Kanone gefangen werden konnte und warum er überhaupt so umtriebig in der Stadt unterwegs war, lesen Sie hier.
Liebe Leserinnen, bleiben Sie gesund (die Herren bitte auch),
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Das Impfzentrum steht neben dem Filmpark Babelsberg. Foto: Bernd Gartenschläger
Das Impfzentrum steht neben dem Filmpark Babelsberg. Foto: Bernd Gartenschläger
Das Impfzentrum in der Babelsberger Metropolishalle hat diese Woche die 100.000ste Dosis verabreicht. Doch das Impfzentrum, das mit dem in Cottbus am 5. Januar das erste war, das in Betrieb ging, steht vor dem Aus. Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg wird es nicht weiter betreiben, die Landeshauptstadt will es nicht übernehmen. Am 31. Juli gehen dort die Lichter aus. Gibt es bis dahin noch Termine für die Erstimpfung? Habe bereits verabredete Termine für die Zweitimpfung Bestand? Und wer impft überhaupt, wenn das Impfzentrum Feierabend macht? - Wir sagen es Ihnen.
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Die Corona-Lage

In Potsdam wird weiter gelockert, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit 16,6 am Donnerstag auf einem niedrigen Wert. Aufgrund des stabil niedrigen Inzidenz-Wertes konnte im Bildungsbereich bereits zum Wochenstart gelockert werden.
Aufgrund der weiter stabil niedrigen Inzidenz-Zahl stehen in Potsdam neben den Lockerungen im Bildungsbereich zudem noch weitere Öffnungen im kulturellen und privaten Bereich an. Die Brandenburger Landesregierung hat am Dienstag weitreichende Lockerungen der Corona-Beschränkungen in der Gastronomie, Kultur und im Sport beschlossen, die Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Nachmittag vorgestellt hat.
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Die besondere Geschichte

Eine Wanne mit menschlichen Knochen nahe des Krampnitzer Torhauses. Foto: Peter Degener
Eine Wanne mit menschlichen Knochen nahe des Krampnitzer Torhauses. Foto: Peter Degener
Jeden Tag ist Joachim Kozlowski mit Opfern des Zweiten Weltkriegs konfrontiert. Auf Baustellen oder bei Gartenarbeiten werden in Deutschland fast täglich sogenannte “Gebeinfunde” gemacht - menschliche Knochen. Kozlowski ist Umbetter. Er legt im Auftrag des Volksbunds Kriegsgräberfürsorge diese Knochen von bislang unbekannten Kriegstoten frei, damit sie eine würdige Ruhestätte finden. Erstmals wurden auch in der einstigen Kaserne Krampnitz nun Kriegstote geborgen. Es war allerdings nicht der erste Einsatz des Umbetters in der Stadt. MAZ-Redakteur Peter Degener bekam einen seltenen Einblick in diese besondere Arbeit, die sonst im Verborgenen stattfindet. Lesen Sie hier seine Reportage.
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Der kulinarische Tipp

Brot aus dem Topf - das geht, ist sehr einfach und auch sehr lecker. Foto: privat
Brot aus dem Topf - das geht, ist sehr einfach und auch sehr lecker. Foto: privat
Ich weiß, wir haben es Ihnen an dieser Stelle erst kürzlich ans Herz gelegt: Backen Sie Ihr Brot doch einfach selbst. Das Rezept lieferte ein Potsdamer Bäckermeister - entsprechend herausfordernd war die Umsetzung. Heute verrate ich Ihnen mein Lieblingsrezept für das - und ja, das ist es wirklich - “einfachste Brot der Welt”. Abends kurz den Teig angesetzt, nachts im Kühlschrank gelagert, morgens gebacken - fertig! Das einzige, was Sie brauchen, ist Wasser, Mehl, Trocken-Hefe, Zucker, Essig (bei Bedarf) und einen Topf oder Bräter, der bei hoher Temperatur in den Backofen kann, am Besten aus Gusseisen. Ich verspreche Ihnen, dieses Brot gelingt auch den blutigsten Brotback-Anfängern. Und es ist wahnsinnig lecker!
Zutaten: 600 g Mehl (zum Beispiel Dinkel oder Weizen, am Besten 1050er), 450 Gramm Wasser, 10 Gramm Trocken-Hefe, 15 Gramm Salz, 10 Gramm Zucker, bei Bedarf etwas Essig
1) Alle Zutaten in eine Schüssel geben, mit einem Kochlöffel vermengen. Der Teig muss weder geknetet noch gerührt werden.
2) Danach mindestens zehn Stunden in den Kühlschrank.
3) Teig aus dem Kühschrank nehmen, mit Mehl bestreuen auf das Backpapier stürzen. Backpapier zweimal übereinander zusammenlegen, Brot in einen Topf geben.
4) Für 30 Minuten bei 230 Grad Umluft backen und zum Schluss das Brot aus der Form nehmen und für 15 Minuten bei 200 Grad kross backen.
Tipp: Anna Sprockhoff
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Dieser kleine Durchgang ist nur für Fußgänger. Wer ihm folgt, gelangt auf einen Platz, der erst vor einigen Jahren wieder seine historische Größe und Form wiederbekommen hat – und zwar durch den hellen Bau, der durch die Lücke zu sehen ist. Kaum jemand hatte lange Zeit davon Notiz genommen. Überhaupt war nicht nur der Hof, sondern sogar der pittoreske Platz, den man davor überqueren muss, recht unbelebt. Dabei gibt es hier einige bedeutende Institutionen mit Namen von nationaler Bedeutung und internationalem Klang.
Seit Monaten ist der Andrang aber immens und der Neubau buchstäblich zum ersten Haus am Platz geworden. Wie schon vor hundert Jahren, als das Militär an diesem Ort noch das sagen hatte, ist pötzlich alles sehr straff organisiert. Was sich geändert hat: Anstelle von Pferden, steht heute ein Einhorn im Mittelpunkt.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 6. Juni, eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Spaß im Tiny House. Foto: privat
Spaß im Tiny House. Foto: privat
Wie ist das Leben so auf kleinster Fläche, in einem Tiny House? MAZ-Autorin Konstanze Kobel-Höller testete am Klostersee in Kloster Lehnin, wie es so ist, minimalistischer als sonst unterwegs zu sein. Jetzt kann sie viele spannende Fragen beantworten, darunter: Was kostet das? Darf ich mit meinem Tiny House einfach so auf der Straße herumfahren? Lässt es sich heizen? Ist es an die Kanalisation angeschlossen? Und, am wichtigsten: Kann man da auch dauerhaft leben?
Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Tiny Häusern haben wir für Sie in einem FAQ beantwortet.
Der Seddiner See verliert an Wasser. Foto: Jens Steglich
Der Seddiner See verliert an Wasser. Foto: Jens Steglich
Die Gemeinde Seddiner See will in den Uferbereichen des Seddiner Sees Ordnung schaffen und gegen illegal errichtete Stege und Bootsliegeplätze vorgehen. Denn am verlandeten Nordufer stehen Stege und keiner weiß, wem sie gehören. Für nicht genehmigte Bootsstege gibt es zwei Optionen: Entweder werden sie abgerissen oder die Eigentümer beantragen den Abschluss eines Pachtvertrages, um sie im Nachhinein zu legalisieren. Für die zweite Variante stellt die Gemeinde aber klare Bedingungen.
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Unser Tipp fürs Wochenende

Besucher bei der LIT:Potsdam. Foto: Bernd Gartenschläger
Besucher bei der LIT:Potsdam. Foto: Bernd Gartenschläger
Zum ersten Mal seit langem könnten Sie wieder die Qual der Wahl haben. Die Museen haben wieder geöffnet, erste kulturelle Veranstaltungen finden - mit Auflagen - wieder statt, die Freibäder haben geöffnet und auch die Ausflugsschiffe sind wieder unterwegs.
Sie haben Lust auf Literatur und haben bei der LIT:Potsdam keine Karten mehr ergattert? Dann könnten Sie Glück haben, denn nachdem die Landesregierung die Regeln für Open-Air-Veranstaltungen diese Woche weiter gelockert habt, konnte die LIT:Potsdam zusätzliche Karten anbieten. Tickets (Stand Donnerstaabend) gibt es noch für Ingrid Noll am Freitagnachmittag, Eva Menasse, ebenfalls am Freitagabend, das Rap-Game mit Juri Sternburg und Nina Damsch ebenfalls am Samstagabend, den Lesespaziergang mit Jens Arndt am Sonntag um 11 und um 12 Uhr und Lutz Seiler am Sonntagabend.
Und auch sonst ist am Wochenende einiges los in der Stadt. Das Potsdam Museum würdigt in einer großen Ausstellung erstmals in retrospektiver Form das fotografische Werk von Frank Gaudlitz. Titel “OST. SÜD. Frank Gaudlitz. Fotografien 1986-2020”. Der Pomonatempel auf dem Pfingstberg zeigt immer samstags, sonntags & feiertags von 14 bis 17 Uhr die Ausstellung “Spurensuche” von Anett Münnich. Und der Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V. eröffnet am Sonntag, 6. Juni, von 15 bis 19 Uhr die Ausstellung “Unfassbar” mit Skulpturen und Zeichnungen der Künstler Axel Anklam, Angelika Arendt, Jan Großmann und Kavata Mbiti.
Streaming-Tipp: Der schwedische Wissenschaftler Johan Rockström ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Er hat das Konzept der neun planetarischen Grenzen entscheidend mitentwickelt. Überschreiten wir mit unserem Einfluss auf das Erdsystem in neun Bereichen wesentliche Grenzen, gefährden wir das gesamte ökologische System und damit unsere Existenz auf dem Planeten. Heute erscheint auf Netflix die Dokumentation „Breaking Boundaries“ zu diesem Thema – und hier gibt es ein ausführliches Interview mit dem Klima-Experten.
Sie können natürlich auch mal wieder durch Potsdams Geschäfte bummeln - denn auch dort ist seit dieser Woche der Einkauf wieder spontan möglich. Welche Regeln Sie beachten müssen, lesen Sie hier.
Tipps: Anna Sprockhoff
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Schon wieder gibt es neue Corona-Lockerungen: Gastronomen dürfen ihre Innenräume öffnen, Kultur und Hotellerie können ebenfalls vorsichtig aufatmen. Aber statt heller Freude allerorten gibt es Ärger um die Testpflicht. Unser Videokolumnist Marcus Gude kann das nicht verstehen.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 50
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 50
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