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Shirt-Eklat im Landtag +++ Potsdam-Serie im Südwesten +++ Immer Ärger in der Garnisonkirche

Guten Morgen, verehrte Leserinnen und Leser! Einen Monat lang war unsere schöne Stadt nun die Bühne
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, verehrte Leserinnen und Leser!

Einen Monat lang war unsere schöne Stadt nun die Bühne für die zentralen Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit - und hat sich offenbar von ihrer besten Seite gezeigt, wenn ich die zufriedenen Gesichter in der Stadt in den vergangenen Tage richtig interpretiere. Nun kehren wir zurück zum Potsdamer Alltag ohne Glaskästen und Einheits-Videos auf irrsinnig hellen Monitoren, aber keine Angst: Langweilig wird es ganz sicher nicht.
Dafür sorgt unter anderem die SPD. Denn neuer Chefstratege der Landespartei soll, wie aus Parteikreisen verlautete, der Potsdamer SPD-Unterbezirks-Vorsitzende David Kolesnyk werden. Der bisherige Generalsekretär Erik Stohn soll, wie es heißt, darum gebeten haben, das Amt abgeben zu können.
Immer für einen Aufreger gut ist auch die Garnisonkirche. Der Wiederaufbau bringt verlässlich die Gemüter zum Kochen, eine Meinung zu diesem Gebäude hat wohl beinahe jeder in der Stadt. Nun gab es im entstehenden Nachbau die erste Ausstellung. Künstler des daneben liegenden Rechenzentrum haben sie gemacht und Potsdam wäre nicht Potsdam, wenn das ohne Krach passiert wäre. Kurzfristig wurden zwei Werke aus der Schau entfernt, mein Kollege Peter Degener weiß Genaueres.
Spannend bleibt es leider auch weiterhin in Sachen Coronavirus. Die Infektionszahlen in unserer Region steigen an, wenn auch derzeit moderat. Wenn wir aber eines in den vergangenen zehn Monaten, die das Coronavirus nun schon weltweit wütet, gelernt haben, dann dass es wohl keine Entwarnung geben kann, dass wir alle wachsam und vorsichtig bleiben müssen.
Vorsichtig mussten in der DDR wohl viele Bürger sein. Ob nun Otto Normalverbraucher oder Superstar wie die Eiskunstläuferin Katarina Witt mit ihren Privilegien: Vielen war klar, dass sie unter Beobachtung stehen.
In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und uns gewogen. Den nächsten Newsletter finden Sie wie gewohnt am Freitag in Ihrem Postfach.
Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Quelle: privat
Quelle: privat
“Lonsdale London against racism and hate” steht auf dem Shirt, in dem ein 37 Jahre alter Potsdamer am Wochenende den Brandenburger Landtag besuchen wollte: “Gegen Rassismus und Hass”. Doch den Sicherheitskräften im Potsdamer Stadtschloss erschien diese Aussage als zu politisch, der Mann wurde abgewiesen - denn politische Werbung ist im Parlamentsgebäude nicht zulässig. Schon seit 2013 haben übrigens “der Kampf gegen rechtsradikale, rassistische oder fremdenfeindliche Kräfte sowie der Schutz des friedlichen Zusammenlebens im Land Brandenburg Verfassungsrang”, wie es auf der Homepage des Landtags heißt. Der Betroffene des Rauswurfs möchte nun eine Entschuldigung des Landtags und steht damit nicht allein.
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Die besonderen Geschichten

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Genau hingesehen haben wir für den zweiten Teil unserer großen Serie “Potsdam ganz nah”, dieses Mal halten wir unsere Lupe über die südwestlichen Stadtteile. Wie lebt es sich in der Waldstadt, wer wohnt am Schlaatz - und was hat sich dort eigentlich in den letzten Jahren getan? Und wir wollen es sogar noch genauer wissen, nämlich von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Und deshalb berichten nicht nur über den Potsdamer Südwesten, sondern sind auch mit einem kleinen Stand vor Ort und für alle ansprechbar. Am Mittwoch, dem 7. Oktober, finden Sie uns von 16 bis 18 Uhr am Erlenhof im Stadtteil Schlaatz, wir freuen uns auf spannende Gespräche!
Was Sie sonst so in unserem zweiten Serienteil erwartet? Mein Kollege Peter Degener berichtet über seinen Kindheit im Schlaatz und Rainer Schüler war zu Gast im Aufstocker-Haus im Schlaatz. Wir berichten über den Wandel in der Waldstadt I, haben eine Bewohnerin der ersten Stunde aus der Waldstadt II getroffen und einen besonderen Spaziergang auf Hermannswerder gemacht. Und natürlich können Sie wieder auf virtuelle Zeitreise gehen. Neugierig geworden? Dann finden Sie hier alle Geschichten, Daten und Themen des zweiten im Überblick.
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Verkehr in Potsdam

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Wer in Potsdam mit dem Auto unterwegs ist, sollte in dieser Stadt besonders drei Staustellen im Blick behalten:
Für den Neubau der Hochstraßenbrücken ist die Nutheschnellstraße in beiden Fahrtrichtungen auf jeweils eine Fahrspur reduziert. Staugefahr besteht in stadteinwärtiger Richtung. Die stadtauswärtige Abfahrt zur Friedrich-List-Straße ist voll gesperrt. Eine Umleitung ist ausgewiesen. Für Asphaltarbeiten muss die rechte stadteinwärtige Fahrspur der Heinrich-Mann-Allee vor dem Leipziger Dreieck gesperrt werden, hier herrscht Staugefahr auf der Heinrich-Mann-Allee und am Brauhausberg stadteinwärts. Es wird eine weiträumige Umfahrung empfohlen.Und schließlich ist zum Straßen- und Leitungsbau die Leipziger Straße zwischen Speicherstadt und Leipziger Dreieck voll gesperrt. Der Verkehr wird über den Brauhausberg umgeleitet, weshalb der Stau dort noch weiter anwächst.
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto:  The Black Elephant Band
Foto: The Black Elephant Band
Ein goldener Herbst steht vor der Tür, der nochmals Anlass und Möglichkeit für ein Abendevent im Freien gibt - findet die Potsdamer Wohnzimmerkultur, die sonst zumeist in privaten Räumen zu exklusiven Konzerten lädt. Nun gibt es ein Lagerfeuerkonzert am kommenden Freitag, den 9. Oktober.
Die Musik kommt diesmal aus dem Frankenland und tritt unter dem Namen The Black Elephant Band auf. Mit Humor, Herz und Stahlsaiten die beste Voraussetzung für einen tollen Lagerfeuer-Abend!
Einlass: 19:15 / Show: 20 Uhr, die Veranstalter empfehlen eine Spende in Höhe von 6 Euro pro Person. Anmeldungen sind zwingend notwendig, die Adresse des Konzerts wird dann per E-Mail mitgeteilt: wohnzimmerkulturpotsdam@gmail.com.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Irgendwann stand ich vor diesem schönen Barockhaus und hatte meinen „Heureka“-Moment. Was Sie in der Kartusche über dem Eingang sehen ist nämlich schon die halbe Lösung. Geradezu simpel verweist das Symbol an der Fassade auf den Inhalt des Hauses und den Namen der gesuchten Institution.
Ganz so einfach wie das sprechende Logo über dem Eingang sind die Dinge, die drinnen passieren, freilich nicht – und auch der dahinter stehende Mann mit dem großen Namen hat über Dinge nachgedacht, die den allermeisten zu komplex sind. Wie sich wohl so ein Heureka-Moment anfühlt, wenn man gerade eine Erkenntnis gewonnen hat, die das Weltbild der Menschheit verändert wird – nein, unser Bild des ganzen Universums!? Dieser Moment geschah freilich nicht in Potsdam und auch nicht in diesem schönen Haus.
Dort geht es heute vor allem um den gedanklichen Austausch. Das kostenfreie Programm in dem Bau, der so unscheinbar auf dem kleinen Platz wirkt, ist beeindruckend und lockt regelmäßig hochkarätige Referenten.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 8. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Die Baustelle auf der A10 beschäftigt nun auch die Werderaner Stadtpolitik. So hat die Fraktion Stadtmitgestalter/Ingo Krüger, unterstützt von den Fraktionen der Linken, der Grünen und der SPD am Montag einen offenen Brief an den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg und das Landesministerium für Infrastruktur und Landesplanung verschickt. Die CDU hat bereits vor zwei Wochen gefordert, dass mobile Stauwarnanlagen an der Autobahn auf Stau im Stadtgebiet aufmerksam machen sollen.
Ihre Forderung: Der Landesbetrieb Straßenwesen soll „die Projektplanung und den Bauablauf überdenken und optimieren". Was genau sich die Politiker vorstellen und was der Landesbetrieb zu der Forderung sagt, lesen Sie hier.
2017 hatte noch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das Lehniner Krankenhaus besucht. Quelle: Frank Bürstenbinder
2017 hatte noch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das Lehniner Krankenhaus besucht. Quelle: Frank Bürstenbinder
Wie geht es weiter mit dem Krankenhaus in Lehnin? Ein Patient aus Brandenburg an der Havel verdankt dem kleinen Haus wohl sein leben - und sagt: Das Dorf-Krankenhaus darf nicht gehen. Damit steht er nicht allein da. Der Kreistag Potsdam-Mittelmark und die Gemeinde Kloster Lehnin haben Petitionen an den kirchlichen Krankenhausträger verabschiedet.
Bekanntlich plant das Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin die Schließung der Klinik für Innere Medizin mit 55 Betten, um dafür die Geriatrische Rehaklinik aufzustocken. Begründet werden die Schließungsabsichten mit der fehlenden Rentabilität des Krankenhausbetriebes. Dahinter stecken gesetzliche Grundlagen, die kleineren Häusern das Überleben schwer machen. Bislang hat der Krankenhausträger auf die öffentlichen Forderungen nicht reagiert.
Ein Luftbild vom 17. August 2020: Der Seddiner See hat in einem dramatischen Tempo Wasser verloren. An manchen Stellen ist das Wasser um zehn Meter zurückgewichen. Quelle: Friedrich Bungert
Ein Luftbild vom 17. August 2020: Der Seddiner See hat in einem dramatischen Tempo Wasser verloren. An manchen Stellen ist das Wasser um zehn Meter zurückgewichen. Quelle: Friedrich Bungert
Bürgerinitiativen in Brandenburg verbünden sich im Kampf um die Rettung ihrer Seen. Am Seddiner See gründeten sie dafür ein überregionales Bündnis. „Wir brauchen einen neuen Umgang mit Wasser“, heißt es in einem Aufruf, in dem Menschen in allen Teilen des Landes eingeladen werden, dabei zu sein.
„Wir sehen die ernsthafte Gefahr, dass der Wasserhaushalt unserer Seen und Grundwasserspeicher aus der Balance gerät und Schaden nimmt. Nichts tun, ist keine Option mehr“, heißt es in einem Aufruf. 
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Noch einmal zur Garnisonkiche und der umstrittenen Ausstellung am umstrittenen Ort: Die Darstellung von Adolf Hitler in irgendeiner Form - ob als verkappter Künstler in Filz oder in Form einer Karikatur - war bei der Kunstausstellung “Blickwinkel 1.0” in der Garnisonkirche nicht erwünscht. Die Kuratoren entfernten die unbequemen Werke zweier Künstler kurzerhand unmittelbar vor der Eröffnung. 
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister, der selbst erklärter Befürworter des Wiederaufbaus der Kirche ist,  war über dieses Vorgehen der Ausstellungsmacher erstaunt und sagt: “Hitler ist ein Monster. Man wird ihn auch nicht los, wenn man ihn einfach mal so vor die Tür setzt, im Gegenteil. Das ist erstens ungeschickt und zweitens falsch. Annäherung muss auch Auseinandersetzung sein - erst recht, wenn man mit dem Inhalt nicht einverstanden ist.”
Zeichnung: Hafemeister
Zeichnung: Hafemeister
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