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Sexualdelikte+Mitfahrbänke+Corona-Kontrollen

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, eigentlich könnte alles so schön sein. Blauer Himmel, Sonn
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
eigentlich könnte alles so schön sein. Blauer Himmel, Sonne satt, ein Gläschen Wein beim Blick in den Abendhimmel - beste Bedingungen, um in Potsdam im kollektiven Spätsommer-Glück zu schwelgen. Wäre da nicht dieses verdammte Virus.
Die Corona-Infektionszahlen steigen in der Stadt zwar noch immer moderat, auch der Fall in der Potsdamer Kita “Kinderland” ist bisher glimpflich ausgegangen, doch die Angst vor einer zweiten Welle ist da. Mit Folgen. So will die Stadt Potsdam in der Gastronomie jetzt härter durchgreifen, die Einhaltung der Corona-Auflagen in den Restaurants und Kneipen stärker kontrollieren. „Wir haben bisher mit Schrot geschossen, nun schießen wir mit dem Gewehr gezielt“, sagte die Gesundheitsbeigeordnete Brigitte Meier (SPD) bei einem Pressetermin.
Ein Satz, den sie sich im Nachhinein wohl lieber verkniffen hätte. Denn auch bei den Wirten ist derzeit von Spätsommer-Glück nichts zu spüren, viele kämpfen nach dem wochenlangen Lockdown ums Überleben. Groß war denn auch die Wut von Gastronomin Lena Mauer über die “respektlose Ansprache” der Beigeordneten. Sie verfasste kurzerhand einen offenen Brand-Brief - und erhielt auf MAZ-Anfrage nun auch eine erste Antwort.
Sie merken, die Nerven liegen blank. Übrigens auch bei vielen Autohaus-Besitzern in Potsdam, die ihre Wagen zwar verkaufen, aber nicht ausliefern können, weil sie keinen Termin in der KfZ-Zulassungsbehörde bekommen. Dort konnte die Stadt inzwischen zwar die offenen Stellen besetzen, doch der Krankenstand in der ersten Jahreshälfte war enorm. Krise in der Krise.
Doch mitunter macht die Krise ja auch kreativ. Das haben Potsdams Wirte bewiesen, das zeigt aber auch ein Blick an den Set von “Soko Potsdam”. Die Dreharbeiten für die ZDF-Krimiserie sind nach der Corona-Pause wieder angelaufen - doch wie spielt man in Corona-Zeiten eigentlich eine Kuss-Szene? Mein Kollege Jan Russezki hat es herausgefunden.
In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, kommen Sie gut durch die Woche - und schwelgen Sie trotz Virus zumindest für einen Moment am Tag im Spätsommer-Glück. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Die Nachricht des Tages

Die junge Frau war in der Tankstelle an der Drewitzer Straße einkaufen. Auf dem Weg nach Hause geschah die Tat. Foto: Bernd Gartenschläger
Die junge Frau war in der Tankstelle an der Drewitzer Straße einkaufen. Auf dem Weg nach Hause geschah die Tat. Foto: Bernd Gartenschläger
Nach zwei Sexualdelikten am Wochenende in Potsdam sind die Täter auf freiem Fuß. In der Nacht von Freitag auf Samstag haben drei Männer An der Alten Zauche am Schlaatz eine junge Frau überfallen und in ein nahes Waldstück gezogen. Einer der Männer vergewaltigte die 23-Jährige. Knapp zwei Stunden später kam es zudem zu einer versuchten Vergewaltigung in der Nähe des S-Bahnhofs Griebnitzsee. Dort ist eine 22-Jährige auf dem Weg zum Campus überfallen worden. Nachdem sie sich wehrte und Zeugen zur Hilfe eilten, floh der Täter. Keiner der Männer konnte bisher von der Polizei gefasst werden. Ob die beiden Fälle zusammenhängen, wird geprüft, ist aber noch offen. Laut Polizei gibt es dafür bisher keine Anhaltspunkte.
Beide Frauen haben die Täter beschrieben, nun bittet die Polizei im Hilfe.
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Die besondere Geschichte

Foto Varvara Smirnova
Foto Varvara Smirnova
Astrid Poppenhäger ist 39, Professorin für Astrophysik und Mitglied im Nationalkader für historischen Schwertkampf. 2015 forschte sie gerade in Harvard, als sie bei einer Fantasy-Convention zum ersten Mal ein Langschwert in die Hand nahm und prompt eine neue Leidenschaft entdeckte. Die Liebe zum Schwertkampf nahm sie mit erst nach Belfast - und schließlich nach Potsdam.
Als Professorin der Astrophysik forscht sie von hier aus nach bewohnbaren Planeten in anderen Sonnensystemen, unterrichtet Studenten und leitet eine internationale Forschungsgruppe. Nach Feierabend greift sie dann zum Langschwert, vertritt Deutschland regelmäßig auf internationalen Schwertkampfturnieren. Mein Kollege Linus Höller hat die Wissenschaftlerin mit dem besonderen Hobby getroffen - und mit ihr über Sonnenwind, mittelalterliche Manuskripte und historische Kampfmethoden gesprochen.
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Verkehr aktuell

Baustelle auf der Rudolf-Moos-Straße. Foto: Varvara Smirnova
Baustelle auf der Rudolf-Moos-Straße. Foto: Varvara Smirnova
Normalerweise fahre ich in Potsdam Fahrrad. Hauptgrund: Ich komme ungern zu spät. Neulich allerdings hat mich ein Kollege mit dem Auto mitgenommen, eine halbe Stunde vor dem Termin am Alten Markt starteten wir an der Friedrich-Engels-Straße - und wären doch fast zu spät gekommen. 25 Minuten standen wir vor dem Leipziger Dreieck. Ich kann Ihnen also nur ans Herz legen, umfahren Sie die Baustellen oder setzen Sie sich lieber gleich aufs Fahrrad.
Gebaut wird in dieser Woche vor allem an den bekannten Stellen: Leipziger Dreieck, Nuthestraße, vor der Französischen Kirche, in der Großen Weinmeisterstraße und in der Französischen Straße. Weiterhin zu Einschränkungen kommt es zudem in der Zeppelinstraße Höhe Im Bogen, da ist die rechte Fahrspur gesperrt. Auch auf der Potsdamer Chaussee in Groß Glienicke wird die B2 zwischen Glienicker Dorfstraße und Am Park weiterhin auf eine Behelfsfahrbahn verschwenkt. Für den Bau von Hausanschlüssen muss zudem die Rudolf-Moos-Straße zwischen Walter-Klausch-Straße und Fritz-Zubeil-Straße für Autos gesperrt werden. 
Die gute Nachricht: Auf der Friedrich-Engels-Straße fließt der Verkehr unter der Nuthestraßen-Brücke wieder zweispurig, die mobile Ampel ist vor wenigen Tagen abgebaut worden.
Den gesamten Verkehrsbericht für die Woche lesen Sie hier.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Christopher Wecker
Foto: Christopher Wecker
Hochzeiten, Geburtstagspartys, Familienfeste oder einfach nur ein leckeres Essen für daheim? Wenn Sie mich fragen: Quiche geht immer! Eine meiner Lieblingsvarianten ist ein Klassiker: Quiche Lorraine mit Speck und Lauch. Ich selbst habe ihn schon zigmal gekocht und finde: Am Besten schmeckt die Quiche immer erst einen Tag später.
Meine Variante indes ist eher etwas langweiliger Natur - Lauch, Speck, Teig und Soße. Fertig. Das Rezept von Spitzenkoch Christopher Wecker hingegen hat wieder mal das besondere Etwas, in diesem Fall eine gute Portion süße Birne. Die passt mit ihrer Fruchtigkeit und Süße hervorragend zum eher kräftigen Aroma von Speck und Lauch, findet der Koch der Villa Kellermann. Und ich als absoluter Fan von Süß-Herzhaft-Kombinationen finde: Das klingt großartig!
Das einzig Nervige an der Quiche: Es dauert, denn der Mürbeteig muss nach dem Kneten für eine Stunde in den Kühlschrank. Doch die Geduld lohnt sich, denn bestenfalls reicht die Quiche gleich für mehrere Tage. Länger als zwei Tage hält dieser Klassiker bei uns allerdings selten - schon gar nicht mit Weckers neuer Birnen-Veredelung.
Lust auf Quiche bekommen? Dann finden Sie hier das Rezept unseres Spitzenkochs. Guten Appetit!
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Unsere Entdeckung der Woche

Jeden ersten Mittwoch im Monat wird auf der Wiese am Platz der Einheit gemeinsam gelacht. Foto: Bernd Gartenschläger
Jeden ersten Mittwoch im Monat wird auf der Wiese am Platz der Einheit gemeinsam gelacht. Foto: Bernd Gartenschläger
Wann haben Sie das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht? Sie können sich nicht erinnern? Dann ist es vielleicht Zeit für einen Besuch im Bildungsforums-Lachclub (BiLa). Denn nach der Corona-Pause kann dort endlich wieder gemeinsam gelacht werden – ohne Grund, aber um die Lebensfreude zu (re)aktivieren. Gelacht wird draußen und mit großzügigem Sicherheitsabstand. Treffpunkt ist auf der Wiese direkt gegenüber vom Bildungsforum, am Platz der Einheit.
Das Konzept des Lachyoga basiert auf der wissenschaftlichen Tatsache, dass der Körper zwischen simuliertem und echtem Lachen nicht unterscheiden kann. Lachyoga wurde 1995 von einem Arzt, Dr. Madan Kataria aus Indien, mit nur fünf Menschen in einem Park in Mumbai (Bombay) begonnen. Diese Methode hat schnell die ganze Welt erobert. Der BiLa findet seit 2019 regelmäßig im Bildungsforum, immer am ersten Mittwoch im Monat statt. Während der Corona-Pandemie musste auch der Lachclub eine Lachpause einlegen.
Die nächsten Termine sind jeweils Mittwoch, 5. August und 2. September, von 15 bis ca. 15.30 Uhr. Wer mitmachen möchte, sollte eine Sportmatte und etwas zu trinken mitbringen. Das Angebot ist kostenlos. Weitere Infos unter: www.bildungsforum-potsdam.de/bila
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Foto: Peter Degener
Foto: Peter Degener
So ein Ausblick auf das Wasser – man scheint ja genau drüber zu schweben! Und diese Klänge! Doch meistens ist es an diesem Ort sehr still. Selbst die Handwerker, die den rostigen Fensterstreben mal wieder farbliche Frische verpassen, reden kaum ein Wort. Vielleicht kann man den Blick auf den Fluss ein paar Stufen auf der Leiter hinauf noch mehr genießen?
Der gesuchte Ort war lange unscheinbar – so verfallen und trotz seiner Lage scheinbar versteckt zwischen wichtigen anderen Gebäuden fristete er ein kümmerliches Dasein. Doch dann wurde das Werk unter Denkmalschutz gestellt und kurz darauf das markante Holzdach und der hölzerne Boden erneuert, sowie die großen Fensterflächen mit neuem Glas gefüllt. Nur eines fehlt seitdem: die adäquate Nutzung. Wie schön wäre es, wenn dieses seltene Zeugnis einer ganz besonderen Architekturphase in dieser Stadt nicht nur restauriert, sondern auch wie ursprünglich angedacht genutzt werden könnte! Können Sie es hören? Vielleicht muss die Eigentümerin des dazugehörigen Gebäudes im Rücken des Fotografen auch noch im Konzert der Ermöglicher mitspielen – dann gäbe es einen spektakulären öffentlichen Ort am Wasser.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 7. August eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Diesmal können Sie ein kleines Paket gewinnen. Darin verbergen sich verschiedene Dinge, etwa eine Powerbank zum Laden Ihres Handyakkus oder auch ein Regenschutz für Ihren Fahrradsattel. Oder hätten Sie lieber einen Zollstock, eine MAZ-Tasse oder gar einen hochwertigen Kugelschreiber? Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.
Sie haben ein eigenes Potsdam-Bilderrätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit! 
Rätsel und Text: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Foto: Jens Steglich
Foto: Jens Steglich
Der Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten ist jetzt doppelt so lang und die 350 Meter, die neu hinzugekommen sind, haben auch Besuchern etwas zu bieten, die neben dem Natur- und Architekturerlebnis ein bisschen Nervenkitzel suchen. Auf dem neuen Abschnitt finden sich eine große Hängematte und eine „Sky Boa“, die sich unweit des Aussichtsturms am Pfad entlang schlängelt und vor allem bei jungen Besuchern die Abenteuerlust wecken dürfte. Diese erste Erweiterung des Baumkronenpfades ist nur der Anfang: Der Investor hat noch eine Menge mehr vor.
Ging es in Werder bei den Baumschnitt-Arbeiten am Ufer vor der Havel-Therme mit rechten Dingen zu? Stadtverordneter Markus Altmann (Bündnis 90/Die Grünen) bezweifelt das. Er bemüht sich seit Februar um Klärung der Vorgänge. Seine Fotos belegen aus seiner Sicht nämlich: Die Arbeiten fanden im Landschaftsschutzgebiet statt. Sowohl die Stadt als auch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises streiten das aber ab.
In der Gemeinde Michendorf setzen sie derweil auf die moderne Form des Trampens und nehmen dafür einen Politiker-Spruch wörtlich: „Wir müssen die Bürger mehr mitnehmen.“ Genau dafür wollen Lokalpolitiker um den Wildenbrucher Ostvorsteher Günther Schiemann (Grüne) sorgen. In den Ortsteilen der Gemeinde Michendorf sollen Mitnahmebänke aufgestellt werden, die wiederum im ländlichen Raum für mehr und umweltschonende Mobilität sorgen sollen. Die Mitnahmebänke sind wie Haltestellen für Autofahrer, die weniger mobilen Menschen helfen, zum Beispiel in den nächstgrößeren Ort zur Apotheke oder zum Arzt zu gelangen. Ein Schild mit Klapptafeln soll auch aufgestellt werden und den gewünschten Zielort des Menschen anzeigen, der auf der Bank sitzt. 
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Diese Woche entführt uns unsere Karikaturist Jörg Hafemeister in den Park Sanssouci und schreibt dazu: “Russische Kolonie, Holländisches Viertel, Römische Bäder, ein Schloss mit französischem Namen - Potsdam war nie nur schwarz-weiß-preussisch…”
Zeichnung: Jörg Hafemeister
Zeichnung: Jörg Hafemeister
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