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Schulleiterin suspendiert+Falschparker+Lastenrad

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, uns allen steht offenbar ein wirklich heißes Wochenende in
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

uns allen steht offenbar ein wirklich heißes Wochenende in Potsdam bevor. Hoch Detlef hat sich über Nordeuropa in Stellung gebracht, während aus dem Süden heiße Luft zu uns strömt. Im Klartext: Es wird warm.
Im vergangenen Sommer haben meine Kollegen und ich uns durch die Potsdamer Eisdielen geschlemmt und das Ganze dann sogar noch als Arbeit verkaufen können. Vielleicht sollten wir, nur zur Sicherheit und Überprüfung, eine neue Auflage unseres Test-Schnabulierens machen? Verraten Sie, liebe Leser, uns doch einmal, wo Sie am liebsten Eis essen gehen! Fortbildung kann ja nie schaden.
Eine Fortbildung könnten vielleicht auch manche Abteilungen in der Potsdamer Verwaltung gebrauchen. Ohne despektierlich sein zu wollen, fällt mir auf, dass sich sehr viele Bürger bei unserer Redaktion melden, um sich über das Rathaus zu beschweren. Immerhin soll sich das Chaos in der KFZ-Zulassungsstelle ab September lichten. Aber auch, wenn die Autos dann fahren, gibt es Ärger, nämlich mit Falschparkern, um die sich das Ordnungsamt dann nicht kümmert.
Aber wir wollen uns ja hier nicht ausschließlich ärgern. Das Rathaus hat im Zuge der Corona-Krise nämlich auch etwas sehr Gutes gemacht, als es eine eigene Beschwerdestelle einrichtete. 1200 Anliegen wurden dort seit April bearbeitet, oft ging es um Fragen zu den verschiedenen Eindämmungsverordnungen. Was neu und gut ist: Die Verwaltungsmitarbeiter haben sich von ihrer Amtsstubensprache wegbewegt, hin zu Empathie und bürgernaher Kommunikation. Nun wird überlegt, das auch für die Zukunft beizubehalten.
Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Dienstag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin in der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Die Voltaireschule in der Potsdamer Innenstadt hat einen hervorragenden Ruf - eigentlich. Die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe hat sich in jahrzehntelanger Arbeit von einer Problem- zu einer Vorzeigeschule gewandelt, sie wird von sehr vielen Kindern als Wunschschule angegeben, auch die Eltern halten viel von der Philosophie der Bildungseinrichtung. Aber jetzt gibt es zum Beginn des ohnehin unter düsteren Corona-Vorzeichen stehenden neuen Schuljahres mächtig Unruhe in dem lindgrünen Ostbau.
Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Denn die Schulleiterin ist vom Schulamt suspendiert worden, offenbar völlig überraschend. Seit rund einem Jahr hatte es wegen illegal angebrachter Kameras Ermittlungen gegen sie und einen weiteren Mitarbeiter gegeben. Es ist aber unklar, ob es einen Zusammenhang mit der Suspendierung gibt, oder ob vielleicht andere Gründe dahinter stehen.
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Der kulinarische Tipp

Pizza gibt es in unserer Stadt ja wirklich an jeder Ecke und in jeder denkbaren Qualität. Seit einigen Wochen ist ein neuer Pizzabäcker in Potsdam aktiv. Spannenderweise befindet sich das “Mano a Mano” aber nicht in der von Touristen frequentierten City oder in der hippen Brandenburger Vorstadt, sondern in den Räumlichkeiten des Seniorenstifts in der Behlertsraße 29.
Pizza mit der Schere schneiden: Der Unterhaltungsfaktor im "Mano a Mano" ist groß. Foto: Saskia Kirf
Pizza mit der Schere schneiden: Der Unterhaltungsfaktor im "Mano a Mano" ist groß. Foto: Saskia Kirf
Sicher, an einigen Stellen können die Macher noch ein klein wenig nachjustieren. Aber die Pizza als Herzstück des “Mano a Mano” ist wirklich hervorragend, und das Schneiden mit der Riesenschere macht Riesenspaß.
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Unsere Entdeckung der Woche

Nicht nur unser Videokolumnist Marcus Gude ist ein großer Lastenradfan, wie sie weiter unten in diesem Newsletter noch sehen werden. Die Cargo-Bikes sind stadtweit auf dem Vormarsch, immer öfter ersetzen sie das Familienauto oder den Lieferwagen. Mein Kollege Jan Russezki hat übrigens sogar schon getestet, wie das Fahrgefühl ist und was man wirklich transportieren kann. Sein sehr lesenswertes Fazit finden Sie hier.
Foto: Jan Russezki
Foto: Jan Russezki
Am 15. August laden verschiedene Potsdamer Lastenradinitiativen und Kultureinrichtungen zur ersten Mediatrike-Parade in Potsdam ein! Nach einer Demonstration mit einem Lastenrad- und Fahrrad-Corso quer durch die Stadt mit dezentralen Veranstaltungen an drei Lastenrad-Ausleihstationen der “Flotte Potsdam” wird gemeinsam auf der Jugendaktionsfläche Bassi gefeiert. Kultur, HipHop und tanzbare Livemusik junger lokaler Bands warten auf die Besucher.
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Bilderrätsel: die Auflösung

Diesen Ort haben wir gesucht. Foto: Peter Degener
Diesen Ort haben wir gesucht. Foto: Peter Degener
Unmittelbar am Rande des Luftschiffhafens am Templiner See steht der „Musikpavillon“. Die Konstruktion ist simpel, aber effektvoll: Viel Glas zum See und darüber ein flaches Dach. 1932 hat Stadtarchitekt Reinhold Mohr (1882-1978) den Pavillon erbaut. Gegenüber steht das dazugehörige „Regattahaus“, von dessen Obergeschoss die Ruderregatten überwacht wurden. Doch vor allem die Nutzung des Regattahauses als Lokal mit großem Veranstaltungssaal und zahlreichen Tischen für hunderte Gäste im Garten, schufen einen beliebten Ausflugsort. Und im Musikpavillon spielte die Live-Musik. Die Bands hatten das Wasser im Rücken. Von den gläsernen Wänden wurden die Töne bis zu den Tischen der Gäste zurückgeworfen.
Die Auflösung: der Musikpavillon. Foto: Peter Degener
Die Auflösung: der Musikpavillon. Foto: Peter Degener
2011 wurde der verfallene Pavillon unter Denkmalschutz gestellt, 2013 wurde er saniert – und steht seitdem eigentlich stets leer. Denn das gegenüberliegende Regattahaus harrt einer Nutzung. Der Uferweg trägt an dieser Stelle mittlerweile den Namen des Architekten. Der Musikpavillon steht am Reinhold-Mohr-Ufer.
Das nächste Rätsel gibt es in einem der nächsten Newsletter. Sie haben ein eigenes Potsdam-Rätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit und schicken Sie ihren Vorschlag an potsdam-newsletter@maz-online.de!
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Das ist los im Umland

Sie flog im Segelflugzeug über den Himalaya, erlebte den Mauerfall in den Armen eines Brandenburgers in Koblenz auf einem Ball und leitet nun den Cultura Verein Caputh: Krystina Kauffmann hat mit ihren 87 Jahren unglaublich viel zu erzählen. Und will noch einiges erleben. „Wenn es Corona zulässt, auf jeden Fall“, sagt sie und meint damit das Mitfahren im Motorrad-Beiwagen eines Freundes. Der MAZ hat sie erzählt, wie sie als Forscherin in der Physiologie um die Welt reiste, wie sie nach der Wende von Koblenz nach Neubrandenburg zu arbeitslosen Akademikern kam und wie sie mit Jugendlichen das Heimathaus in Caputh saniert hat. Seit 23 Jahren lebt sie in dem Schwielowseer Ortsteil und seitdem gilt sie als Institution.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark hat am 3. August die Quarantäne für das Übergangswohnheim in Stahnsdorf wieder aufgehoben. Zuvor waren 19 positiv getestete Bewohner mit ihren Familien in die Quarantänestation nach Teltow gebracht worden. Die seinerzeit ausstehenden 25 Tests in Stahnsdorf hatten keine weitere Infektion festgestellt. Der Internationale Bund (IB), der die Gemeinschaftsunterkunft im Auftrag des Landkreises betreibt, und die Kreisverwaltung beraten jetzt gemeinsam, welche Schlüsse sie aus den jüngsten Unruhen in Stahnsdorf ziehen müssen. Das Netzwerk Tolerantes Teltow hat seine Hilfe angeboten. In der Werderaner Unterkunft war ein Bewohner positiv auf die Covid-19-Krankheit getestet worden. Er wurde mit seiner Familie im Wohnverbund isoliert. Die Ergebnisse der Tests stehen noch aus. Aus den Gemeinschaftsunterkünften in Bad Belzig meldet der Landkreis insgesamt fünf neue infizierte Bewohner. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat die beiden Gebäude in Bad Belzig bis zum 18. August unter Quarantäne gestellt.
teffi Schmidt mit einem Bruderhahn, der drei Wochen alt ist. 500 männliche Küken sind seit April schon großgezogen worden. Foto: Jens Steglich
teffi Schmidt mit einem Bruderhahn, der drei Wochen alt ist. 500 männliche Küken sind seit April schon großgezogen worden. Foto: Jens Steglich
In einer auf Effizienz getrimmten Tierproduktion gibt es für sie keinen Platz: Männliche Küken legen keine Eier, wachsen langsamer und brauchen daher mehr Futter. Sie werden in den großen Legehennenbetrieben deshalb aussortiert und landen im Schredder. In einem Betrieb in Beelitz ist das anders. Dort haben sie ein eigenes Zelt und eine Wiese, dürfen wachsen und werden von die Betriebschefin „unsere Jungs“ genannt. Die männlichen Küken, die in der Welt der Großbetriebe als nicht vermarktbar gelten, sind in Beelitz inzwischen ziemlich begehrt. Als „Beelitzer Bruderhähne aus Freilandhaltung“ haben sie sogar ein eigenes Logo.  
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Unser Tipp fürs Wochenende

Es ist ganz schwer zu sagen, was ich am Leben in Potsdam am meisten liebe, aber ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Land ist die Kulturdichte. Kino, Ausstellungen, Konzerte und Theater stehen uns in der Landeshauptstadt täglich zur Verfügung - oder standen, denn natürlich hat die Corona-Pandemie auch der Kultur einen schmerzhaften Lockdown verpasst.
An diesem Wochenende kommt alles zusammen. Das verspätete Literaturfestival LIT:Potsdam mit seinem Writer in Residence Matthias Brandt feiert das geschriebene Wort. Brandt ist übrigens nicht nur ein angesehener Autor, sondern auch der Sohn des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt. Mein Kollege Lars Grote hat ihn gefragt, wie es war, als Kanzler-Sohn aufzuwachsen.
Das Ensemble des Hans Otto Theaters stellt die Spielzeit 2020/21 vor.
Das Ensemble des Hans Otto Theaters stellt die Spielzeit 2020/21 vor.
Der Kulturstandort Schiffbauergasse macht seinem Namen außerdem am Wochenende alle Ehre. Nebeneinander laufen das Theater-Festival Schirrhofnächte, die Tanztage und, endlich, die neue Saison des Hans Otto Theaters. Die Kampagne des Theaters spricht wohl aus, was viele von uns denken: Corona hat viel zu lange die Hauptrolle gespielt.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Malediven oder Müncheberg? Es ist Urlaubszeit in Brandenburg und unser Video-Kolumnist Marcus Gude hat mit seiner Familie Ferien im eigenen Bundesland gemacht. Das muss nämlich gar nicht langweilig sein, ganz im Gegenteil. Sogar Berge zum Wandern hat Marcus entdeckt - und nebenbei hilft Urlaub in der Nähe auch der stark gebeutelten Gastronomie. Also: Ab nach Brandenburg!
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 10
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 10
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