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Schulhort infiziert+++Busse blockiert+++Hausboot havariert

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, Endlich wieder Schule! Finden Sie nicht auch? Die Kinder s
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Endlich wieder Schule! Finden Sie nicht auch? Die Kinder sind fast fünf Monate wieder regelmäßig aus dem Haus und lernen wieder was. Die Eltern können in Ruhe arbeiten, denn der Urlaub (auf dem Balkon, im Garten, vielleicht sogar irgendwo im Brandenburgischen, auf jeden Fall in der Nähe) ist vorbei. Meiner zumindest. Ich genoss gleich drei Wochen am Stück, weil meine Kita eine ebenso lange Schließzeit hat.
Und deshalb kann ich ganz besonders mit den Eltern mitfühlen, deren Kinder den Hort Sonnenschein der Eisenhart-Schule besuchen. Der hat am ersten Schultag nämlich prompt wegen eines Corona-Falls unter den Erziehern schließen müssen. Für 216 Kinder zwischen sechs und zwölf fiel die Nachmittagsbetreuung aus. 58 Kinder und ihre Familien sind sogar in zweiwöchiger Quarantäne. Ganz besonders bitter ist das für ein paar Erstklässer - sie werden um den ersten Schultag mit ihren Klassenkameraden gebracht. Weil der Corona-positive Erzieher auf der Einschulung am Samstag gewesen ist, könnten diese Hortkinder sich angesteckt haben. Wie der erste Schultag an anderen Schulen unter den Corona-Regeln verlief, lesen Sie hier.
Dass sich das Infektionsgeschehen nach den Ferien wieder verschärft, ist natürlich keine Überraschung. Tatsächlich baff war ich allerdings, als ich vom harten Durchgreifen der Stiftung Preußische Schlösser & Gärten hörte. Die hat erstmals den Radlern im Neuen Garten direkt am Eingang zur geduldeten Badestelle am Heiligen See über den Hasengraben die Einfahrt verweigert. Ich bin persönlich großer Fan der Hauptstrecken, auf denen ich mit dem Rad durch wunderschöne Natur fernab des Verkehrs durch die Stadt komme. Aber an den stark überlaufenen Orten, wie direkt vor dem Schloss Sanssouci oder eben der Badestelle im Neuen Garten muss ich nicht radeln. Immerhin sagt auch die Stiftung: an Stellen wie dieser darf geschoben werden. Die Ordnungshüter am Parkeingang hätten etwas hart durchgegriffen.
Ein Tipp an die Stiftung: Wenn die legale Asphaltstrecke, die etwas versteckt den fast gesamten Park durchquert, nach über drei Jahrzehnten zumindest an den übleren Stellen geflickt werden könnte, wäre sie ein echter Traum auf meinem Weg - zwar nicht zur Badestelle, aber zur Meierei am Jungfernsee.
Herzliche Grüße
Ihr
Peter Degener
Redakteur in der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Verkehrschaos in der engen Seepromenade. Foto: Bernd Gartenschläger
Verkehrschaos in der engen Seepromenade. Foto: Bernd Gartenschläger
Die Konsequenzen des heißen Wetters sind manchmal kurios. Schon wieder wurde der Ortsteil Groß Glienicke vom Bus abgekoppelt - denn der 639er von Spandau nach Potsdam kam einfach nicht durch die Seepromenade. Im Umfeld der Badestelle wurden rücksichtslos auch die Ausweichbereiche der engen Straße durch die Autos von Badegästen verstopft. Das Ordnungsamt hat zwar Knöllchen geschrieben, abgeschleppt wurde allerdings nicht. Auf Anfrage der MAZ reagiert die Stadt nun und kündigt für die kommenden Tage einen verstärkten Einsatz des Ordnungsamtes an - und auch des Abschleppdienstes.
Die Linke will sich beim Land dafür einsetzen, dass der Potsdamer Verkehrsbetrieb das Recht bekommt, selbst einen Abschleppunternehmer zu beauftragen, wie es in Berlin bereits der Fall ist. Dort darf die BVG beispielsweise zugeparkte Busspuren selbst räumen.
Selbst ohne Falschparker ist es eng am Groß Glienicker See. Foto: Peter Degener
Selbst ohne Falschparker ist es eng am Groß Glienicker See. Foto: Peter Degener
Verkehr aktuell

Der bequemste Weg in den Südwesten Berlins ist nicht unbedingt der über die Nuthestraße und die A115. Viele fahren lieber gemächlich über die Glienicker Brücke die B1 entlang durch Wannsee, wenn sie mit dem Auto in die Hauptstadt müssen. Dieser Weg ist in dieser Woche allerdings versperrt.
Die Fahrbahndecke auf der Königstraße (B1) wird zwischen Nikolskoer Weg und Friedenstraße erneuert. Es gibt seit dem Montagmorgen eine Vollsperrung, die voraussichtlich am Freitag um 14 Uhr wieder aufgehoben wird, wie der Berliner Senat mitteilt. Lediglich die Linienbusse der BVG können während der Baumaßnahme den Abschnitt passieren. Auch der Fuß- und Radverkehr ist von der Sperrung ausgenommen.
Auch wer das Potsdamer Stadtgebiet nicht verlässt, hat weiterhin einige Einschränkungen hinzunehmen. Eine Übersicht über alle Baumaßnahmen dieser Woche im Hauptstraßennetz finden Sie hier.
Die besondere Geschichte

Uta Helfritz hat einen Ausblick auf Wasser und Schlösser. Foto: Varvara Smirnova
Uta Helfritz hat einen Ausblick auf Wasser und Schlösser. Foto: Varvara Smirnova
Seit 18 Jahren lebt Uta Helfritz in einem Hochhaus am Kiewitt. Zwei Zimmer, Küche, Bad, eine Essdiele, aus deren Fenster sie das Neue Palais, die Erlöserkirche, die Orangerie und „mein Sanssouci“ sieht - und die von ihr angelegten Beete am Haus. Uta Helfritz hatte einen guten Lehrmeister: Karl Foerster. In der neuesten Folge der MAZ-Serie “Zimmer mit Aussicht” berichtet sie davon, wie sie ihren eigenen Weg ging und das Angebot des großen Staudengärtners Foerster ausschlug, bei ihm ihren Meistertitel zu erarbeiten.
Die Beete vor ihrem Wohnhaus kann sie ebenfalls sehen. Foto: Varvara Smirnova
Die Beete vor ihrem Wohnhaus kann sie ebenfalls sehen. Foto: Varvara Smirnova
Zeigen Sie uns Ihre Aussicht!
Potsdams schönste Aussicht – klar, die bietet das Belvedere auf dem Pfingstberg. Wir meinen aber: Potsdam lässt sich generell nicht lumpen, wenn es um besondere Ausblicke geht. Um spektakuläre und um einmalige, um anheimelnde und kuriose, um beeindruckende, beruhigende, aufregende, ja auch ärgerliche.
Sie schauen von Ihrem Fenster aus ins Grüne – oder auf eine lärmende Baustelle? Ihr Blick versinkt im See – oder im Häusermeer? Schauen Sie von ganz weit oben auf unsere Stadt – oder sehen Sie vom Souterrain aus nur die Knöchel der Vorübergehenden? Vor Ihrem Fenster liegt Potsdams kitzligste Kreuzung, die munterste Bar, der verschwiegenste Hinterhof? Zeigen Sie uns Ihre Aussicht!
Die MAZ stellt Potsdamer und ihre Aussichten vor. Sie wollen dabei sein oder kennen jemanden, der dabei sein sollte? Vorschläge bitte an 0331/2 84 02 80 und per E-Mail an potsdam-stadt@maz-online.de
Der kulinarische Tipp

Sie werden es gemerkt haben, liebe Leserinnen und Leser, es ist heiß in Potsdam. Die gesamte Woche über sollen die Temperaturen bei über 30 Grad Celsius liegen, puh. Zumindest ich möchte da nicht am Herd stehen und Schnitzel braten. Stattdessen möchte ich Ihnen eine eisgekühlte andalusische Suppe ans Herz legen, die im Sommer nicht nur schmeckt, sondern zugleich erfrischt und gesund ist - je nach Knoblauchmenge kann sie sogar für viel Platz im Büro sorgen, aber das liegt ganz an Ihnen.
Eine Gazpacho andaluz ist eine traditionelle andalusische Suppe mit den Hauptzutaten Tomate und Gurke. Etwas Knoblauch, Chili und gutes Olivenöl dürfen nicht fehlen. Rezepte für die Gazpacho andaluz gibt es so viele, wie es Andalusier gibt. Tasten Sie sich einfach an Ihre persönliche Lieblingskombination heran, es wird garantiert schmecken.
Für vier Personen brauchen Sie ein Kilo wirklich reife Tomaten, eine Salatgurke, je eine rote und grüne Paprika, je zwei Knoblauchzehen und kleine Zwiebeln und etwas Chili. Außerdem Olivenöl, etwas Weißbrot oder Ciabatta - pro Person eine kleine Scheibe, Rotweinessig, Salz, Zucker und Zitronensaft.
Das Brot wird entrindet, in etwas Wasser eingeweicht und gut ausgedrückt. Sämtliches Gemüse wird - bis auf einen kleinen Rest von allem - gemeinsam mit Knoblauch, Brot und Chili fein püriert und mit allen Gewürzen abgeschmeckt. Das Olivenöl besser nicht mit pürieren, es kann bitter werden! Das aufgehobene Restgemüse wird in ganz feine Würfel geschnitten, die jeder nach Geschmack zu seinem Teller geben kann. Mit Olivenöl und Zitrone eiskalt servieren. Guten Appetit!
Text: Saskia Kirf
Das Foto der Woche

Dichter Verkehr am Übergang vom Teltowkanal zur Havel. Foto: B. Gartenschläger
Dichter Verkehr am Übergang vom Teltowkanal zur Havel. Foto: B. Gartenschläger
Man kommt in Potsdam kaum durch. Was sonst vor allem für Straßen und Radwege gilt, wird in der Hitze auch auf dem Wasser zur Herausforderung. Es ist fast wie auf dem Asphalt. Am Rand tummeln sich die Stand-Up-Paddler und in der Fahrrinne Ausflugsboote, Partyflöße und der Schwerlastverkehr. Am Wochenende wurde es beispielsweise am Ende des Teltowkanals eng, wie das Foto von MAZ-Fotograf Bernd Gartenschläger beweist. Die Enge zwischen Park Babelsberg und Klein Glienicke ist spürbar. Immerhin gibt es einen großen Unterschied zur Straße: Keiner der Kapitäne fordert zur Entlastung eine weitere Brücke über die Havel.
Darüber spricht das Umland

Der Schwielowsee lag am Samstagabend ganz ruhig da – was für das Segelgewässer nicht unbedingt üblich ist. Trotzdem sank dort ein solarbetriebenes Hausbootzum Glück ohne Verletzte oder gar Ertrunkene. DLRG, Feuerwehr und Wasserwacht waren im Einsatz. Doch wie konnte es zu dem Unglück kommen? Nachdem die MAZ mit exklusivem Material über die Havarie berichtet hatte, meldete sich ein Augenzeuge. Er berichtete uns von einer wilden Party und von viel zu vielen Menschen auf dem kleinen Miet-Boot. Die Wasserschutzpolizei will dem Hinweis nun nachgehen. 
Ein weiterer Kriminalfall bewegt die Gemüter, vor allem unter Pferdehaltern: In Teltow wurden eine Stute und ihr Fohlen von einem Mann sexuell missbraucht. Nachts im Stall offenbar unter Betäubung. Die Halterin ist entsetzt und warnt andere Pferdeliebhaber vor dem Täter. Eine Videokamera nahm den Vorfall auf. Der Täter ist auf der Flucht. 
Und noch ein Tipp für Ausflüge nach Nuthetal: Die L78 (Friedensstraße) ist noch drei Wochen länger gesperrt als geplant. Statt an diesem Freitag wird die Verbindung von Bergholz-Rehbrücke nach Saarmund erst am 4. September wieder freigegeben. Angeblich seien defekte Wasserleitungen der Grund, sagt der Landesbetrieb Straßenwesen. Doch der Wasser- und Abwasserzweckverbandes Mittelgraben widerspricht: Alles sei abgestimmt und pünktlich fertig geworden. Wie auch immer: Um drei Wochen verzögert sich die Freigabe. 
Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
“Auch Rücksichtslosigkeit kann anstecken. Brauchen Kulturerbe und Badefreuden Abstands- oder einfach Anstandsregeln?”, fragt sich MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister angesichts der Hitzewelle und des Andrangs auf den Heiligen See. Die Schlösserstiftung warnt seit Jahren vor den Langzeitschäden auf Wiesen und an den Ufern.
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