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Schnelltests vom Chef+++Bier für Prinz Philip+++Öffnungen in Potsdam

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
mir gefällt das Homeoffice ja eigentlich, aber in diesen Tagen habe ich gerade genug davon. Ich habe seit Monatsbeginn einen neuen Kollegen, mit dem ich mir sogar das Büro teile, und habe ihn noch nicht ein einziges Mal gesehen! Andererseits ist es vermutlich auch gut so, weil ich nun erstmals nicht ganz freiwillig im Homeoffice bin. Mein Kind gilt als Kontaktperson eines Corona-Falls und ist in Quarantäne und ich mit ihm. Keine Kita, keine Freunde, das zerrt an den Nerven des Kleinen und der Kleine an den Nerven des Papas. Trotz einiger negativer Schnelltests wird das noch eine Weile so bleiben.
Das Kitzeln in der Nase beim Schnelltest, den mir der Verlag der MAZ zur Verfügung gestellt hatte, hat mich immerhin auf eine Idee gebracht. Zehntausende Potsdamer haben wie ich seit Monatsbeginn Anspruch auf Schnelltests vom Chef. Doch gibt es davon genug? Und halten sich die Firmen an die neue Regel? Von der Industrie- und Handelskammer habe ich eine etwas ernüchternde Antwort erhalten: Jedes vierte befragte Unternehmen kann sich solche Tests derzeit gar nicht leisten. Bei unserer Umfrage unter Firmen, Behörden und anderen Institutionen hat sich dann auch ein sehr differenziertes Bild ergeben.
Ganz unterschiedlich sind ja auch Ihre Meinungen, liebe Leserinnen und Leser! Zum vermeintlichen Impfchaos in der Metropolishalle beispielsweise bekamen wir viele Briefe, die den Mitarbeitern dort gefallen werden. Wir haben sie gesammelt und mit ein paar anderen Einsendungen zum Umgang mit Corona-Regeln auch online veröffentlicht. Würden Sie sich trauen, die Maske abzunehmen, um ein Eis zu essen? Ein MAZ-Leser wurde eiskalt vom Ordnungsamt erwischt. Sogar die Polizei kam ins Spiel. Aber auch zu unserer Geschichte über die Potsdamerin, die vom Amtsgericht zum Schamanismus wechselte, und einer Reihe anderer Themen, etwa schlechte Jesus-Witze, haben wir Ihre Meinungen veröffentlicht.
Apropos Meinung. Sehr kontrovers wird gerade eine Petition zum Park Babelsberg diskutiert. Der solle doch bitte auch nachts geöffnet sein – zum Joggen und Abkürzen und um den Sonnenuntergang zu beobachten. Wer das Welterbe nicht nur als Wiese schätzt, wird das anders sehen. Ich bin gespannt, wie viele Unterschriften diese Petition bekommen wird.
Einhellig sind die Meinungen dagegen zur geplanten Autobahnraststätte der A 10 bei Satzkorn. Weder das Rathaus, noch die Anwohner wollen sie. Nun hat ein Anwalt die Unterlagen des Großprojekts gesichtet und zahlreiche Mängel festgestellt. Es bleibt also eine begründete Hoffnung, dass die Äcker bei Satzkorn auch Äcker bleiben.
Mit diesem Silberstreif lege ich Ihnen nun diesen Newsletter ans Herz – und darin eine Geschichte ganz besonders: Lesen Sie unbedingt die besondere Geschichte meiner Kollegin Nadine Fabian über Prinz Philips Potsdam-Besuch 2004. Sie werden trotz seines Tods schmunzeln und die Meierei am Jungfernsee künftig mit anderen Augen sehen.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Wer ist Ansprechpartner, wenn ein Kind Corona-Symptome hat? Foto: privat
Wer ist Ansprechpartner, wenn ein Kind Corona-Symptome hat? Foto: privat
Das kleine Kind ist in Quarantäne und zeigt Symptome einer Corona-Infektion - schlimm genug. Doch wenn dann auch noch keiner zuständig sein will und das Gesundheitsamt nicht erreichbar ist, wird ein langes Wochenende zur echten Geduldsprobe. So erging es einer Familie aus Babelsberg über Ostern, die Geschichte lesen Sie hier. Ein Stadtverordneter der Linken fordert jetzt Konsequenzen aus dem Fall - und das Gesundheitsamt versucht sich in einer Erklärung, die die betroffene Familie nicht zufriedenstellt.
Wer aber ist der richtige Ansprechpartner: Gesundheitsamt, Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst oder doch der Hausarzt? Vielen Potsdamerinnen und Potsdamern ist auch nach einem Jahr Corona-Pandemie nicht klar, welche Stelle bei einer Infektion oder im Verdachtsfall wofür zuständig ist. Eigentlich sind die Kompetenzen klar geregelt, doch immer wieder kommt es zu Fällen, in denen sich Menschen im Gewirr der Corona-Bürokratie verirren. Die MAZ hat beim Potsdamer Gesundheitsamt nachgefragt und beantwortet die wichtigsten Fragen.
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Die Corona-Lage

Fünf neue bestätigte Corona-Fälle hat es in Potsdam in den letzten 24 Stunden gegeben, wie aus den offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Damit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf einen Wert von 71 – und liegt damit seit Tagen deutlich unter der 100er Marke. Wie genau die Inzidenz berechnet wird, haben wir hier aufgeschlüsselt.
Diese Entwicklung hat Folgen, denn wenn die Sieben-Tage-Inzidenz lange genug unter 100 liegt, können die Geschäfte des Einzelhandels ebenso wieder öffnen wie Museen und Gedenkstätten. Das ist in Potsdam ab Mittwoch, 14. April, der Fall. Dann sind in Potsdam auch wieder private Treffen mit insgesamt fünf Personen aus zwei Haushalten gestattet.
Derweil ist die Zahl der Menschen, die aufgrund ihrer Corona-Erkrankung in einem Potsdamer Krankenhaus behandelt werden müssen, leicht gestiegen. Derzeit werden dort 27 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 behandelt, zehn davon intensivmedizinisch. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat sich nicht verändert. Das Robert-Koch-Institut bestätigt 233 „Corona-Tote“ in Potsdam.
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Die besondere Geschichte

Jürgen Solkowski erinnert sich noch gut an den Besuch von Prinz Philip. Foto: Bernd Gartenschläger
Jürgen Solkowski erinnert sich noch gut an den Besuch von Prinz Philip. Foto: Bernd Gartenschläger
Nachrufe sind eine Kunst für sich. Meine Kollegin Nadine Fabian beherrscht sie, was sie jetzt mit einem Text unter Beweis gestellt hat, der würdig und witzig zugleich war. Sie hat einen Nachruf auf Prinz Philip verfasst, der mit 99 Jahren verstarb. Was das mit der Potsdamer MAZ zu tun hat? Nun, der Gemahl von Königin Elisabeth II. hat zwei Mal in seinem langen Leben Potsdam besucht – und an den zweiten Besuch erinnert man sich vor allem in der „Meierei“ am Jungfernsee bis heute.
Ich will der Geschichte, die für Prinz Philips zwiegespaltene Rolle als Mann steht, der im höfischen Protokoll und der Bedeutung hinter seiner Königin stets zurücktreten musste und doch einen ganz eigenen Kopf hatte, nicht vorgreifen. Die Fülle der Details, die noch immer frisch wirkenden Erinnerungen der Beteiligten und nicht zuletzt der Fakt, dass der Prinz an diesem Tag in Potsdam etwas Verbotenes tat, machen diesen Nachruf auf den Duke von Edinburgh zu etwas ganz Besonderem. Lesen Sie erst hinein - und dann stoßen Sie noch einmal auf Prinz Philip an!
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Verkehr aktuell

Die Unterführung an der Friedrich-List-Straße ist nachs gesperrt. Foto: Varvara Smirnova
Die Unterführung an der Friedrich-List-Straße ist nachs gesperrt. Foto: Varvara Smirnova
Vorsicht, Vollsperrungen! Die Arbeiten an der neuen Brücke der Nuthestraße L 40 über die Bahntrasse schreiten voran, nun wird die hölzerne Schalung der Betonelemente an mehreren Stellen entfernt. Für diese Arbeiten muss die Friedrich-List-Straße unter der Brücke der Schnellstraße in den Nächten von Montag zu Dienstag und von Dienstag zu Mittwoch in der Zeit von 22 bis 6 Uhr voll gesperrt werden. In den zwei folgenden Nächten von Mittwoch zu Donnerstag und Donnerstag zu Freitag ist dann die Friedrich-Engels-Straße aus dem gleichen Grund von 22 bis 6 Uhr voll gesperrt. Besser haben es hier immerhin Fußgänger – die dürfen durch.
Ansonsten müssen Autofahrer die bekannten Einschränkungen beachten, etwa rund um das Leipziger Dreieck oder an der Gutenbergstraße. Einen Überblick über die Baustellen finden Sie hier.
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Der kulinarische Tipp

Ja, warum nur? Vielleicht hat Lena Mauer im Fabrikgarten eine Antwort auf die Frage, die sie selbst an der Wand aufwirft. Foto: Saskia Kirf
Ja, warum nur? Vielleicht hat Lena Mauer im Fabrikgarten eine Antwort auf die Frage, die sie selbst an der Wand aufwirft. Foto: Saskia Kirf
Der Fabrikgarten ist ein Schmuckstück im Kulturstandort Schiffbauergasse - Gastronomie-Genie Lena Mauer (À la Maison, Café Midi, Theaterklause) hat den Roh-Diamanten nun endlich wieder aufpoliert. Vegetarischer und veganer Lunch in der bekannten Lena Mauer-Qualität von Montag bis Freitag, eine hervorragend zusammengestellte Weinkarte für den frühen Feierabend oder das Wochenende, Kaffeespezialitäten und eine gut gefüllte Kuchentheke - das Angebot ist eine willkommene Ergänzung in der Gastronomielandschaft der Schiffbauergasse, die ansonsten auch schon mit der Kantine Otto und dem Bauwagencafé Wiesel gut aufgestellt ist. Geöffnet ist das Café im Fabrikgarten täglich 10 bis 18 Uhr.
Doch leider hat auch dieses schöne Angebot einen Wermutstropfen…noch ist das alles nur zum Mitnehmen und darf nicht direkt im Fabrikgarten genossen werden.
Tipp: Saskia Kirf
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Buchtipp der Woche

Foto: Sarah Kugler
Foto: Sarah Kugler
Der Buchtipp für heute ist ein Jugendbuch: „Grüne Gurken“ von Lena Hach. Die Autorin erzählt in „Grüne Gurken“ von Lotte, die mit ihren Eltern nach Berlin zieht und das gar nicht cool findet. Als sie allerdings anfängt, in einem Späti zu jobben, und dann noch dieser Junge auftaucht, der immer saure Gummigurken kauft, ist Berlin vielleicht doch ganz in Ordnung.
Lena Hach schreibt all das flott mit liebenswerten Figuren und einem humorvollen Ton. Sie versteht es geschickt, ernste Themen wie Tod, Trennung, soziale Unterschiede mit einzuweben, ohne unnötig schwermütig zu werden.
Ein sehr schönes, lesenswertes Jugendbuch, das außerdem durch geniale Grafiken von Katja Berlin aufgewertet wird. Eine Leseempfehlung für alle Zehn- bis Vierzehnjährigen oder solche, die sich mal wieder so fühlen möchten.
Tipp: Sarah Kugler
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo schläft die in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo schläft die in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wenn sogar die Eulen als Hüter der Weisheit vor dem Eingang einer Schule schlafen…was sagt das wohl über den Unterricht aus? Oder aber sie träumen, was sie mit dem Wissen alles anstellen können! Die Eule aus Stein – strenggenommen sind es sogar zwei zu beiden Seiten des Eingangs – steht vor dem Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium schrägt hinter dem Nauener Tor. Die Figur hat es zum Logo und Wahrzeichen der renommierten Schule gebracht, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Das Helmholtz-Gymnasium wurde 1878 als Viktoria-Gymnasium gegründet – benannt nach der damaligen Kronprinzessin und späteren Deutschen Kaiserin Auguste Viktoria.
Die Eulen markieren den Eingang zum Helmholtz-Gymnasium. Foto: Peter Degener
Die Eulen markieren den Eingang zum Helmholtz-Gymnasium. Foto: Peter Degener
Ihren heutigen Namen trägt die Schule seit DDR-Tagen und ehrt damit einen der bedeutendsten Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts: Den Mediziner und Physiker Hermann von Helmholtz. Der wurde vor 200 Jahren in Potsdam geboren und besuchte die Vorgängerschule des nach ihm benannten Gymnasiums, die „Große Stadtschule“, die sich nur wenige Straßen entfernt befindet und 1878 aus allen Nähten platzte. Aus diesem Grund wurde der schöne Klinkerbau in Kurfürstenstraße samt der Eulen am Eingang errichtet. Ob deren geschlossene Augen Helmholtz gefallen hätten? Gerade die Physik und Anatomie des Sehens hatte es ihm angetan. Er entwickelte den Augenspiegel, der den Blick ins Innere des Auges erlaubt und er zeigte auch, dass das menschliche Auge alle Farben mit nur drei Rezeptoren für die Grundfarben Rot, Grün und Blau wahrnehmen kann.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Martina Duschka hofft, dass auch die Urlauber bald wieder nach Werder kommen und shoppen gehen. Foto: Luise Fröhlich
Martina Duschka hofft, dass auch die Urlauber bald wieder nach Werder kommen und shoppen gehen. Foto: Luise Fröhlich
Viele Händler dürfen ihre Türen wieder öffnen, nachdem Potsdam-Mittelmark die Corona-Notbremse vorerst gelöst hat. Der große Kunden-Andrang blieb im Potsdamer Umland am Montag aus, die Händler und jene Kunden, die gleich am ersten Tag der Lockerungen die Gelegenheit nutzten, waren dennoch froh über die Öffnung. Die Ungewissheit, wie lange die Türen offen bleiben dürfen, dämpft allerdings die Freude über den vorläufigen Öffnungsschritt erheblich. Und inzwischen gibt es auch Geschäfte, die nicht mehr öffnen werden.
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Keinen russischen Impfstoff bestellt Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig – obwohl Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers in dazu aufgefordert hat. Vielmehr zweifelt er am Zustand des Bürgermeisters. Auch die Aussagen seines Amtskollegen aus Märkisch-Oderland, der Sputnik V für seinen Kreis anschaffen möchte, bezeichnet er als „Irrsinn“. Blasig baut dagegen auf die Ausweitung der Impfberechtigungen auf niedrigere Prioritäten. Hier rechnet er schon in den nächsten Wochen mit positiven Neuigkeiten aus dem Land.
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Das Projekt “Wohnen am Stern” sorgt für Schlagzeilen. Verträgt Drewitz direkt am Stern-Center vier Hochhäuser? Anwohner haben einige Argumente dagegen gebracht, der Bauherr und die Stadt sehen das anders.
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister bringt es auf den Punkt: “Die einen sind begeistert, die anderen protestieren: Hochhäuser und Potsdam sind keine einfache Geschichte. Aber wenn der Potsdamer ein Hochhaus erst mal lieb gewonnen hat, siehe Mercure, dann gibt’s scheinbar kein Zurück. Ob das die vier geplanten Sternhochhäuser auch mal schaffen?”
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