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Schilfhof-Schule dicht+++Quarantäne mit Kind+++Abschied von Tante Ursel

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Ich liebe es ja, wenn Jahreszeiten sich so verhalten wie im Bilderbuch: Blüten und zarte Sonne im Frühling, ein paar Wochen Hitze im Sommer, knisterndes Laub in der feuchten Herbstluft und knackige Kälte im Winter, gern im Verlauf der Zeit auch mit etwas Schnee. Zumindest, was meine Erwartungen an diesen Verlauf angeht, spielt 2020 mit. Es ist, zumindest gefühlt, richtig schön winterkalt geworden.
Wie schön könnte es nun sein, sich mit ein paar Freunden oder der Familie auf dem Weihnachtsmarkt zu treffen, einen Punsch oder Glühwein zu genießen, die Adventsklassiker wie Lebkuchen und Mutzen - Sie wissen so gut wie ich, warum das in diesem Jahr nicht geht. Damit wollten wir bei der MAZ uns allerdings nicht abfinden. Wir haben drei echte Experten gefragt, mit welchen Rezepten wir uns die liebsten Weihnachtsmarktgenüsse nach Hause holen können. Schauen Sie doch mal rein, wie ein Weinhändler Glühwein macht, Spitzenkoch Christopher Wecker Grünkohl kocht und wie der Lieblingsstollen des Potsdamer Oberbürgermeisters gemacht wird - der kannte das Rezept übrigens selbst nicht, uns hat sein 86 Jahre alter Vater Manfred alle Geheimnisse rund um den Stollen verraten.
Da wir gerade bei Weihnachten sind - haben Sie schon alle Geschenke? In unserem ARTventskalender gibt es reichlich Vorschläge von 24 regionalen Künstlern und Kulturschaffenden, von der kleinen Aufmerksamkeit bis zum großen Investment ist für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack etwas dabei.
Liebe Leserinnen und Leser, wir werden auch den Dezember in diesem langen, anstrengenden Jahr überstehen. Am Dienstag wartet hier der nächste Newsletter auf Sie. Bis dahin: Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße,
Ihre Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam

PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Die Corona-Pandemie ist und bleibt das wichtigste Thema auch in Potsdam. Die Infektionszahlen bleiben hoch, nun musste die erste Schule die Klassenzimmer dicht machen: Die Schilfhof-Gesamtschule am Schlaatz darf bis zu den Ferien nur noch digital unterrichten. In sechs Klassen traten binnen weniger Tage Fälle auf, der achte Jahrgang mit neun Infektionen ist dabei noch nicht mitgezählt, denn den hat das Gesundheitsamt schon vor einer Woche nach Hause geschickt.
Und das ist nicht alles. Um die Situation in Potsdam in den Griff zu bekommen, soll bereits ab Freitag ein Alkoholverbot unter freiem Himmel an vielen Orten in der Stadt gelten – zuletzt hatte es Debatten um den Glühweinverkauf in der Innenstadt gegeben.
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Die besondere Geschichte

Wilfried Seidel(3.v.l.) Oberbürgermeister von Potsdam und Karin Müller (r.) Pionierleiterin beim Bowling im Neubaugebiet "Schlaatz" mit Jungwählern. Foto: MAZ/Manfred Haseloff
Wilfried Seidel(3.v.l.) Oberbürgermeister von Potsdam und Karin Müller (r.) Pionierleiterin beim Bowling im Neubaugebiet "Schlaatz" mit Jungwählern. Foto: MAZ/Manfred Haseloff
Über Wahlfälschung spricht ja besonders Noch-US-Präsident Donald Trump derzeit sehr gern, obwohl es weiter keinen einzigen Beweis dafür gibt, dass sein demokratischer Gegenkandidat Joe Biden unrechtmäßig gewählt wurde. In Potsdam sah das einst anders aus: Wilfried Seidel hat sein Amt als Oberbürgermeister in Potsdam am 28. Mai 1984 angetreten, er galt als Mann, der niemals lächelte. Nach der Wende musste er sich vor Gericht verantworten – wegen Wahlfälschung. Da war er allerdings schon nicht mehr im Amt. Mein Kollege Frank Starke kennt die ganze spannende Geschichte.
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Der kulinarische Tipp

Wurstgulasch in elegant aus der Kantine Otto am Hans Otto Theater. Foto: Privat
Wurstgulasch in elegant aus der Kantine Otto am Hans Otto Theater. Foto: Privat
Heute möchte ich Ihnen das “Otto” ans Herz legen, die Kantine des Hans Otto Theaters in der Schiffbauergasse. Dahinter steht der bekannte Potsdamer Gastronom Robert Busse, der auch das Café Central am Alten Markt betreibt. Das Team um Service- und Veranstaltungsleiter Martin Rüffert und Koch Jens Fuhrmann ist hochmotiviert und lässt sich auch von Corona nicht unterkriegen.
Die Kantine liegt in der Schiffbauergasse direkt am Theater. Foto: Privat
Die Kantine liegt in der Schiffbauergasse direkt am Theater. Foto: Privat
Der Mittagstisch des “Otto” ist montags bis freitags von 11.30 bis 14.30 Uhr für jedermann zu haben, vorher gibt es bereits Frühstück. In dieser Woche standen am Mittag beispielsweise ofenfrische Kohlroulade mit Kümmeljus und Speckkartoffeln, Älpler Magronen, Wurstgulasch mit Makkaroni - siehe Foto - und Auberginenpiccata auf der Karte, täglich sind ein vegetarisches Gericht und eines mit Fisch oder Fleisch im Angebot. Falls Sie also heute Mittag noch keinen Plan haben: Heute gibt’s Barschfilet mit Kürbis-Kartoffeleintopf oder Mac'n'Cheese.
Vegetarische Gerichte kosten 6 Euro, Fleisch oder Fisch 7 Euro. Das Essen kommt in kompostierbarer Pfand-Verpackung, eigene Boxen können ebenfalls mitgebracht werden. Vom 19. Dezember an bis zum 4. Januar macht das “Otto” Urlaub - also Seien Sie besser fix.
Tipp: Saskia Kirf
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Unsere Entdeckung der Woche

Die letzten Wochen waren für mich ganz persönlich nicht leicht. Mein dreijähriger Sohn war in der Kita in Kontakt mit einem Kind gekommen, das positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Er kam in Quarantäne - und wir Eltern quasi auch, denn natürlich braucht ein so kleiner Mensch sehr viel Bespaßung, wenn er gar nicht mehr nach draußen darf, außer zum Corona-Abstrich. Unsere Kita war toll, die Erzieherinnen haben sich per Mail gemeldet, nachgefragt, wie es allen geht - und obwohl die Zeit manchmal anstrengend war, hatten wir auch unglaublich viel Spaß zu Hause. Zum Glück sind wir alle gesund geblieben. Meine Entdeckung der Woche ist daher die Erkenntnis, wie sich eine Quarantäne wirklich anfühlt - lesen Sie gern mal rein.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Knalliges Blau und zurückhaltendes Grün, geformt zu Dreiecken. Aus der Nähe wirkt das Mosaik rein abstrakt. Wer ein paar Schritte zurückgeht, erkennt dagegen, dass die grünen Formen ein Tier bilden, auf dessen Kopf etwas leuchtend Gelbes ruht. Mit Abstand wird ein Frosch erkennbar – der „Froschkönig“, um genau zu sein.
Der Eingang der Kita "Froschkönig" mit etwas Abstand. Foto: Peter Degener
Der Eingang der Kita "Froschkönig" mit etwas Abstand. Foto: Peter Degener
So heißt auch die Kita in der Straße Wall am Kiez in der Havelbucht, deren Eingang mit diesem und einem weiteren Mosaik geschmückt ist. Die Künstlerinnen Inge Fürstenberg und Kurt Zieger gestalteten um 1979 gleich zwei Wände mit Tieren aus geometrisch einfachen Formen. Neben dem Frosch ist auf einer zweiten Wand auch ein Fisch dargestellt. So bekamen die oft gleichförmigen Plattenbauten etwas Charakteristisches - und den Kindern hilft es bis heute bei der Orientierung.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Die Abholzung mehrerer Eichen in der Stahnsdorfer Potsdamer Allee an den Upstallwiesen sorgt aktuell für Aufregung: auf diesem Grundstück wollte ein Investor Wohnhäuser bauen, doch sein Entwurf wurde von der Gemeindevertretung abgelehnt. Jetzt versucht er den Weg über das Gericht und beruft sich auf ein Baurecht aus den 1990er Jahren, das der Lego-Konzern damals dort hatte. 
Dem Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark sind 192 aktuell Infizierte bekannt. Besonders hoch ist deren Zahl mit 54 in Teltow. Im Landkreis befinden sich momentan 413 Menschen an angeordneter Quarantäne. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die das Infektionsgeschehen vergleichbar macht und bei der Einstufung von Risikogebieten herangezogen wird, ist im Landkreis am Donnerstag leicht gesunken – auf 72.
Foto: Jens Steglich
Foto: Jens Steglich
Als sie 1960 nach Michendorf kommt, will sie eigentlich nicht lange bleiben. Aus der kurzen Zeit werden dann 60 Jahre, in der sie im Ort zu einer Institution wird. Ihr richtiger Name blieb dabei weitgehend unbekannt. Berühmt wurde sie als Tante Ursel. Der Name auf dem Briefumschlag reichte aus und die Post fand ihren Weg. Tante Ursel, Michendorfs berühmteste Kindergarten-Erzieherin, ist jetzt im Alter von 84 Jahren gestorben. Im Ort ist die Trauer groß. 
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Unser Tipp fürs Wochenende

Im Museum Barberini können Sie ab sofort die Ausstellung „Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde“ besuchen – zumindest online. Die Schau widmet sich der bislang kaum erforschten Rezeption französischer Lichtmalerei in Russlan dund zeigt anhand von mehr als 80 Werken – von Ilja Repin bis Kasimir Malewitsch – die Internationalität der Bildsprache um 1900. Eigentlich sollte sie am 7. November eröffnen, darf aufgrund des Lockdowns jedoch nicht live besichtigt werden.
Für die lange geplante Ausstellung waren trotz der coronabedingten Einschränkungen im Transportbereich alle Leihgaben aus der Staatlichen Tretjakow-Galerie in Moskau, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Stedelijk Museum in Amsterdam und vielen weiteren namhaften Institutionen rechtzeitig nach Potsdam gelangt.
Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Mit einer Live-Tour ist es möglich, die Ausstellung und die Sammlung von zuhause aus und persönlich mit einem Guide zu besichtigen – geeignet für die ganze Familie oder für eine digitale Weihnachtsfeier. Im Programm sind zudem digitale Live-Talks zu besonderen Themen, Expertenvideos und eine digitale Yoga-Stunde vor den Gemälden. Besonders empfiehlt Ortrud Westheider den gefilmten Rundgang mit dem Autoren Florian Illies und eine Lesung mit dem Schauspieler Fabian Hinrichs.
Tipp: Sarah Kugler
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Am Mittwochabend hat Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert ein Alkoholverbot für viele Bereiche der Stadt angekündigt - der wilde Glühweinverkauf vor allem in der City macht ihm Sorge angesichts der Corona-Lage. Unser Videokolumnist Marcus Gude versteht das zwar, ärgert sich aber über das ewige Hin und Her in den Regelungen.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 27
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 27
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