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Rundgang in der Garnisonkirche++Überblick über Teststellen++Neonazi-Beisetzung in Stahnsdorf

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
sind Sie in den kommenden Tagen in der Verlegenheit, einen negativen Corona-Schnelltest nachzuweisen – für ein Restaurant oder eine Veranstaltung? Seit dieser Woche sind die Tests nicht mehr ohne Weiteres kostenfrei zu haben. Was ein Schnelltest kostet und wo es überhaupt noch Teststellen in Potsdam gibt, haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Die Uni Potsdam könnte übrigens einen Durchbruch bei den Corona-Tests geschafft haben - einen Schnelltest, der ein absolut sicheres Ergebnis in kurzer Zeit liefert und der sogar Grundlage für ein Medikament gegen Corona sein kann.
Eine besondere Zusammenstellung hat mein Kollege Alexander Engels recherchiert. Er ist selbst Babelsberger und hat eine ganze Reihe leerstehender Läden rund um das alte Rathaus gesehen. Doch anstelle nur über den Niedergang des Einzelhandels und die Folgen von Corona zu schimpfen, erzählen seine Gesprächspartner von Neugründungen und Erfolgsgeschichten. Kennen Sie schon die neuesten Läden in Babelsberg?
MAZ-Redakteur Rainer Schüler war auf den Obstplantagen entlang der B 273 im Potsdamer Norden und hat geschaut, wie die Apfelernte läuft, warum die kleineren Äpfel es zwar nicht in den Supermarkt schaffen, aber sich die Selbsternte trotzdem lohnt.
An apple a day, keeps the doctor away - ein Apfel hält gesund, so besagt es das englische Sprichwort. Doch gerade die Kleinsten werden gerade von einer gemeinen Grippe heimgesucht. Im Ernst-von-Bergmann-Krankenhaus werden viele Babys und Kleinkinder wegen des RS-Virus behandelt. Die Saison dieser Atemwegs-Erkrankung hat in diesem Jahr deutlich früher eingesetzt.
Zum Schluss lege ich Ihnen noch zwei Friedhofsgeschichten ans Herz. Die eine ist ungeheuerlich. Es geht um das frühere Grab des jüdischen Musikwissenschaftlers Max Friedlaender auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf - an gleicher Stelle ist gerade ein Antisemit im Beisein von viel Neonazi-Prominenz beigesetzt worden. Mehr dazu aber unten im Newsletter. Die andere Friedhofsgeschichte dreht sich um einen jungen Potsdamer, der sich für die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Faschismus in Brandenburg einsetzt. Weil viele Gräber und Gedenkorte schwer aufzufinden oder fast vergessen sind, trägt er die Informationen mit eigenen Recherchen zusammen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Newsletters.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
Das Stadtgespräch

Kranz am Grab des Antisemiten Hafenmayer. Foto: Recherchenetzwerk Berlin
Kranz am Grab des Antisemiten Hafenmayer. Foto: Recherchenetzwerk Berlin
Im August starb der Antisemit und Holocaustleugner Henry Hafenmayer, der mit Brandenburg nicht viel am Hut hatte. Doch jetzt wurde er überraschend auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt - und nicht irgendwo, sondern ausgerechnet im aufgegebenen Grab des jüdischen Musikers und Musikwissenschaftlers Max Friedlaender.
Zur Beisetzung sprachen bekannte Vertreter der rechten Szene, etwa der wegen Volksverhetzung verurteilte Horst Mahler. Wie es zu dieser unglücklichen Neubelegung der Grabstätte Friedlaenders durch die evangelische Kirche kommen konnte, hat MAZ-Redakteurin Konstanze Kobel-Höller recherchiert.
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Die Corona-Lage

Die Corona-Infektionslage bleibt stabil. Leicht gesunken ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam am Montag. Sie beträgt nun 63,1 (Vorwoche: 67,5). Laut Robert-Koch-Institut kam keine neue Corona-Infektion hinzu. In Potsdams Krankenhäusern werden derzeit neun Covid-19-Patienten behandelt, davon fünf auf der Intensivstation. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark liegt die Inzidenz bei nur 19,3.
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Hinter der Recherche

Im hohlen Turm der Garnisonkirche. Foto: Julius Frick
Im hohlen Turm der Garnisonkirche. Foto: Julius Frick
Was macht ein Potsdamer Lokalredakteur an seinem freien Tag? Er verlässt die Stadt, fährt nach Berlin - und trifft prompt auf eine Geschichte für die Potsdamer Tageszeitung. Im Hof des Humboldt-Forums traf ich Thomas Albrecht, der einer der Architekten des “Berliner Schlosses” ist, wie er es nennt. Und die Garnisonkirche in Potsdam baut Albrecht auch. An diesem Tag führte er eine Gruppe rund um das neue Berliner Schloss. Mir sagte er: “Morgen führe ich über die Baustelle der Garnisonkirche.” Da war ich sofort dabei. Was Albrecht seinen Gästen auf dem Baugerüst zeigte - und was er alles noch im Sinn für den nächsten Bauabschnitt hat (das Kirchenschiff!), können Sie hier nachlesen.
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Verkehr aktuell

Der Horstweg ist aus Richtung Babelsberg derzeit gesperrt. Foto: Julius Frick
Der Horstweg ist aus Richtung Babelsberg derzeit gesperrt. Foto: Julius Frick
Kennen Sie die neueste Sperrung auf Potsdams Hauptstraßen schon? Wer aus Babelsberg zur Nuthestraße fahren will, muss auf die wichtigste Route derzeit verzichten: Der Horstweg ist ab der Einmündung der Dieselstraße in Richtung Schnellstraße seit Montag gesperrt. Grund dafür sind Tiefbauarbeiten. Die Sperrung reicht bis an die Auffahrt zur Nuthestraße. Die Umleitung führt über die Fritz-Zubeil- und die Rudolf-Moos-Straße – oder man nutzt gleich die Auffahrt Wetzlarer Straße. Bereits im Juni war der Horstweg auf diesem Abschnitt halbseitig gesperrt für Leitungsarbeiten.
Das war natürlich noch nicht alles: Den Überblick über die Baustellen und Sperrungen der aktuellen Woche finden Sie hier.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo rostet das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo rostet das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Seit weit über 100 Jahren wird in Potsdam das Wetter genauestens beobachtet. Wie lange scheint die Sonne am Tag? Wie stark sind Wind und Regen gewesen? wie warm war die Luft, der Boden, das Erdreich in zwölf Meter Tiefe? 1893 begannen diese Aufzeichnungen, die bis heute lückenlos geführt worden sind – es sind die ältesten derartigen Klimareihen der Welt. Die Wiese mit all den Instrumenten befindet sich auf dem Telegrafenberg. Mehrfach täglich lesen Meteorologen die Werte ab, doch immer mehr automatische Messinstrumente stehen daneben – so wird parallel durch Sensoren und das Auge des Menschen das Klima dokumentiert.
Die Radioaktivitäts-Messstation auf dem Telegrafenberg. Foto: Peter Degener
Die Radioaktivitäts-Messstation auf dem Telegrafenberg. Foto: Peter Degener
Genau gegenüber von diesem historischen Messfeld steht das sogenannte Dienerhaus, das vor einigen Jahren mit einem kleinen Anbau in rostigem Corten-Stahl ergänzt wurde. Seit 2010 wird dort die Radioaktivität in der Potsdamer Luft gemessen. 48 solcher Stationen gibt es deutschlandweit, die eine Erhöhung der gefährlichen Strahlung registrieren würden, damit die Bevölkerung gewarnt werden kann. Bislang war das glücklicherweise noch nie nötig. Doch nukleare Unfälle werden hier selbst dann bemerkt, wenn sie auf der anderen Seite des Erdballs stattfinden. Als im März 2011 ein Tsunami das Reaktor-Unglück im japanischen Fukushima verursachte, gelangten wenige Tage darauf auch vermehrt radioaktive Teilchen über die Atmosphäre nach Europa – und wurden auf dem Telegrafenberg registriert.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Südwestkirchhof: Nazi Hafenmayer im Grab eines jüdischen Wissenschaftlers beerdigt
Ein Bewerber will Träger der Tee- und Wärmestube in Werder werden
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat sich neu verliebt. So sieht es jedenfalls MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister.
Er sagt: “Hatte Schubert zu seiner Amtseinführung noch dem Potsdamer Stadtkanal eine flammende Liebeserklärung gemacht, ignorierte er sein selbsterklärtes Herzensprojekt alsbald nach Kräften. Womöglich hatte er einfach zu viel zu tun? Oder seine Liebe war schnurstracks erloschen? Unlängst gestand der OB nun seine Leidenschaft für das eigentlich zum Abriss vorgesehene Rechenzentrum. Das irritiert den geschmähten Kanal natürlich besonders, denn sein Verhältnis zu dem alten DDR-Bau war seit jeher getrübt. Schließlich hatte es sich das Rechenzentrum ausgerechnet in einem Teil des Kanalbetts gemütlich gemacht.”
Hafemeisters Fazit: “Bei aller Liebe, lieber Mike Schubert, steht eines fest: Zwei Liebschaften in einem Bett - das geht selten gut!”
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