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Rummel im Lustgarten+++Hilfe für Brand-Opfer+++Neues Sushi-Restaurant

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
die sozialen Netzwerke Whatsapp, Facebook und Instagram waren gestern Abend schwer gestört - und prompt begann ich wieder anzurufen, SMS zu schreiben und war froh über jeden, der auf einem alternativen Messenger wie Signal unterwegs ist.
Immerhin sind die Seiten der MAZ nicht betroffen gewesen - und voller spannender Nachrichten, die ich nicht wie gewohnt teilen konnte. Deshalb baue ich nun auf Sie und Ihr Interesse.
Wussten Sie zum Beispiel, dass der Nazi-Verbrecher und einstige „Bock von Babelsberg“, Joseph Goebbels, einmal Ehrenbürger Potsdams war? Das ist sogar dem hiesigen Rathaus neu. Und anders als Hitler oder Göring ist Goebbels die Ehrenbürgerschaft auch nie aberkannt worden. Wie wird die Stadt damit umgehen?
Übrigens lebt ein Drittel der Potsdamer erst seit fünf Jahren oder weniger in der Stadt, wie jetzt bekannt wurde. Der enorme Zuzug hat mehrere Quellen. Ganz vorne stehen Berlin, das Ausland und die alten Bundesländer.
Bei der Debatte um jugendliche Partys in der Schiffbauergasse hat sich die Kulturbeigeordnete Noosha Aubel auf die Seite der Jugend geschlagen.
Ob Jugendliche auch für den Knall am Schlaatz am Sonntagabend verantwortlich waren? Dort wurde Briefkasten so heftig gesprengt, dass mehrere Autos in der Nähe beschädigt wurden.
Eine gute Nachricht vom Schlaatz gibt es auch: der dortige Integrationsgarten hat noch einmal eine “Gnadenfrist” bekommen und darf ein Jahr länger am alten Standort verweilen. Der Hintergrund sind allerdings Verzögerungen beim Sportforum Schlaatz, dessen Bau erst später beginnt.
Bevor ich Ihnen den Newsletter ans Herz lege (mit Rummel, Suhsi und der spannenden Geschichte eines 93 Jahre alten Mannes, der als 19-Jähriger in der Lindenstraße inhaftiert war), habe ich noch eine Nachricht, die mich selbst sehr traurig gemacht hat: Der Potsdamer Musiker Helje Sauer ist völlig überraschend verstorben. Ich habe seine sonore Stimme noch im Ohr, mit der er teils düsteren Humor in Form von Georg-Kreisler-Liedern verbreitete oder die Evergreens vergangener Jahrzehnte mit Klampfe und Mundharmonika darbot. Ein kleiner Trost: Er war gerade höchst produktiv und aus seinem musikalischen Schaffen wird es posthum ein “Best of Helje”-Album geben.
Mit dieser kleinen Hoffnung auf einen frohen Tag wünsche ich Ihnen alles Gute,
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
Das Stadtgespräch

Das Kettenkarussell dreht sich wieder im Lustgarten. Foto: Julius Frick
Das Kettenkarussell dreht sich wieder im Lustgarten. Foto: Julius Frick
Endlich wieder Rummel! Das “Oktobervolksfest” im Potsdamer Lustgarten ist der erste Jahrmarkt seit einem Jahr - durch Corona fielen zahlreiche Veranstaltungen aus. Das fehlt nicht nur Kindern, sondern geht vor allem bei den Schaustellern auf die Substanz. MAZ-Redakteur Rainer Schüler war im Gespräch mit den Schaustellern, die seit Jahrzehnten immer wieder in Potsdam zu Gast sind, über Fahrgeschäfte, die mancher verkaufen musste - und warum eine zuhause das Radio immer lauter drehte.
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Die Corona-Lage

Die Zahl der registrierten Corona-Fälle in Potsdam ist über das Wochenende nicht angestiegen. Es sind weiter insgesamt 7900 Covid-Fälle festgestellt worden. Auch die 7-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt hält sich bei 67,5.
Im Landkreis Potsdam-Mittelmark liegt die Inzidenz weiter bei niedrigen 26,2.
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Verkehr aktuell

Verkehr auf der Langen Brücke in Potsdam. Foto: Bernd Gartenschläger
Verkehr auf der Langen Brücke in Potsdam. Foto: Bernd Gartenschläger
Der Verkehr auf Potsdams Straßen läuft wie immer mit seinen zahlreichen Einschränkungen. Behlertstraße, Leipziger Dreieck, Nuthestraße.
Auf der Heinrich-Mann-Allee stehen Sie vermutlich im Berufsverkehr auch etwas weiter hinten an als sonst. Auf Höhe der Haltestelle Sporthalle wurde eine Fahrspur gestrichen, weil die Baustellenzufahrt zum Großprojekt Tramdepot und Leitungsarbeiten dort in der Tiefe stattfinden. Das sollte aber nur den Rückstau verlagern und nicht Ihre Wartezeit verlängern.
Für die kommende Woche können Sie sich auf die Sperrung der Friedrich-List-Straße einstellen. Sie ist fünf Nächte lang vom 11. bis 15. Oktober wegen Arbeiten an der Nuthestraßen-Brücke nicht passierbar.
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Der kulinarische Tipp

So bunte kann Sushi sein. Foto: Peter Degener
So bunte kann Sushi sein. Foto: Peter Degener
Weiße Trüffel-Majo trifft auf schwarzen Reis, Zucchini und und gelbe Nacho-Krümel. Bunte Sprossen auf rote Beete und Kürbis, sowie rosa Chili-Sauce. Die Sushi-Kreationen von “Nori” in der Dortustraße 14 sind lebhaft bunt und äußerst lecker.
Wer es nicht weiß ahnt, beim Probieren nicht einmal, dass anstelle von Thunfisch und Lachs sogenannter „No Tuna“ und „Zalmon“ verarbeitet werden – pflanzliche Produkte, die Struktur und Geschmack der Fische hervorragend imitieren. Denn Nori ist ein außergewöhnliches Sushi-Restaurant. Die farbenfrohen Rollen sind rein vegan kreiert. Selbst der Frischkäse kommt ohne Milch aus. Das sollte auch Freunde von echten Filets nicht schrecken. Denn hier wird man vom Sushi-Meister mit ganz besonderen Kreationen überrascht, bei denen die Frage, ob da Fleisch zum Einsatz kommt, selbst für passionierte Nicht-Veganer wie micht in den Hintergrund rückt.
Die Limonaden Oishi und Nori passen gut zur Sushi-Platte. Foto: Peter Degener
Die Limonaden Oishi und Nori passen gut zur Sushi-Platte. Foto: Peter Degener
Ich empfehle das Menü für zwei Personen. Der Chefkoch kreiert dort die Auswahl aus Makis, Nigiris und all den anderen Rollen. Für 30 Rollen und eine kleine Vorspeise zahlt man 38 Euro. Dazu passen die Limonaden des Restaurants. Die Variante “Nori” auf Basis von Matcha-Tee ist sehr grün im Geschmack. Fruchtiger dagegen ist die Oishi-Limonade mit Limette, Rohrzucker und Minze.
Tipp: Peter Degener
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Die besondere Geschichte

Jochen Stern im Hof des einstigen Untersuchungsgefängnisses. Foto: Bernd Gartenschläger
Jochen Stern im Hof des einstigen Untersuchungsgefängnisses. Foto: Bernd Gartenschläger
Lebendig begraben - so fühlte es sich für Jochen Stern an, als er nach dem Zweiten Weltkrieg plötzlich für ein Jahr in das sowjetische Untersuchungsgefängnis in der Potsdamer Lindenstraße kam. Der Vorwurf: Der damals 19-Jährige soll spioniert haben. Über 70 Jahre später kehrte Stern noch einmal zurück und berichtete von seiner Zeit in der Potsdamer Haft. Und von ganz bestimmten Leuten verlangt er eine Entschuldigung.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Diese Unterführung führt unter Potsdams höchstem Gebäude hindurch. Macht es Sie mulmig, wenn Sie wissen, dass über ihrem Kopf bis in 75 Meter Höhe der Beton ruht, der von den Seitenwänden getragen wird? Hinter Ihnen war es noch so beschaulich mit einigen Kleingärten und Einfamilienhäusern.
Der Durchgang führt unter dem Stern-Plaza hindurch zum Stern-Center. Foto: Peter Degener
Der Durchgang führt unter dem Stern-Plaza hindurch zum Stern-Center. Foto: Peter Degener
Schnell weiter und unter dem Stern-Plaza-Hochhaus hindurch zum Einkaufszentrum Stern-Center! Das Center wird künftig zum Nahversorger einer neuen Nachbarschaft. Vier weitere rund 64 Meter hohe Wohntürme entstehen zu beiden Seiten des Plazas. Mehr als 800 Wohnungen sollen darin entstehen, die ersten davon sollen Anfang 2025 bezogen werden.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Große Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit nach Brand-Unglück im Dorf Kuhlowitz
Werder: Sperrung und Umleitung von Europa-Radweg R1 in Petzow wegen Rechtsstreit
Foodsharing in Teltow: Philantow verteilt gerettete Lebensmittel an alle
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister hat ein verbindendes Element zwischen den Befürwortern von Garnisonkirche und jenen des Rechenzentrums ausfindig gemacht: “Die einen wollen die Kirche nicht, die anderen nicht das Rechenzentrum. In der Folge werden Kulturkämpfe ausgefochten, die sich Sprengmeister Ulbricht nicht hätte träumen lassen. Und Bischoff Huber auch nicht. Mit Ost und West hat das übrigens weniger zu tun, als gerne suggeriert wird - auf beiden Seiten der Auseinandersetzungen gibt es Alteingesessene und Zugezogene. Immerhin: Das ist ja schon mal eine Gemeinsamkeit.”
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