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Rasantes Wachstum +++ Hochoffizieller Fahrraddiebstahl +++ Spannende Wohnweise

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Lassen Sie uns nicht drumherum reden: Die zweite Corona-Welle rollt nicht mehr auf uns zu, sie ist längst da. Überall schnellen die Infektionszahlen in die Höhe, auch in Potsdam stecken sich wieder mehr Menschen mit Sars-CoV-2 an und die ersten müssen bereits stationär behandelt werden.
Die Pandemie beherrscht unseren Alltag: Beim Masketragen in der Bahn, bei der Frage, ob man nun zu diesem Geburtstag oder jeder Hochzeitsfeier gehen darf oder ob ein unbeschwerter Restaurantbesuch möglich ist. Die aktuell geltenden Regelungen für unser Bundesland haben wir hier für Sie zusammengefasst.
Niemand kann derzeit sagen, wie lang uns Covid-19 noch beschäftigen wird. Die Potsdamer Stadtwerke jedenfalls haben sich schon vom beliebten Stadtwerkefest für das kommende Jahr verabschiedet, auch der wundervolle polnische Sternenmarkt findet in diesem Winter nicht wie gewohnt statt - es werden nicht die letzten Absagen bleiben.
Ebenfalls auf der Kippe steht eine ganze Sportart in der Stadt. Die Sportakrobatinnen von Motor Babelsberg werden schon in einigen Wochen ohne Trainingsstätte dastehen - eine Katastrophe für die Aktiven.
Aber es gibt auch noch schöne Dinge: In der Nikolaikirche finden auch in diesen Herbstferien wieder die beliebten Legobautage für Kinder statt. Im letzten Jahr habe ich den jungen Baumeistern einen Besuch abgestattet und war beeindruckt, welche Ideen die Kinder für eine Stadt hatten.
Liebe Leserinnen und Leser, bleiben Sie gesund und uns gewogen. Den nächsten Newsletter finden Sie am Dienstag in Ihrem Postfach, bis dahin wünsche ich ihnen eine gute Zeit.
Herzliche Grüße,
Ihre Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Quelle: Waltraud Grubitzsch/ Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild
Quelle: Waltraud Grubitzsch/ Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild
Potsdam wächst und wächst und wächst - allerdings ein kleines bisschen weniger rasant als bislang angenommen. Am Mittwoch hat die Stadtverwaltung eine neue Bevölkerungsprognose vorgelegt und musste dabei erstmals die bislang geltenden Annahmen nach unten korrigieren. Trotzdem bleibt es dabei: Es wird in 20 Jahren viel mehr Potsdamer geben als heute, die Rede ist von 37.000 neuen Bürgern.
Das liegt übrigens nicht daran, dass wir Potsdamerinnen außerordentlich viele Kinder kriegen. Ganz im Gegenteil: Schon im kommenden Jahr werden in Potsdam weniger Kinder zur Welt kommen, als Menschen sterben. Das war zuletzt zur Jahrtausendwende der Fall.
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Die besonderen Geschichten

Das Wohnprojekt „23 Riesen“: 60 Bewohner teilen sich ihr Traumhaus mit Garten an der Heinrich-Mann-Allee. Quelle: Friedrich Bungert
Das Wohnprojekt „23 Riesen“: 60 Bewohner teilen sich ihr Traumhaus mit Garten an der Heinrich-Mann-Allee. Quelle: Friedrich Bungert
Wie wollen wir leben? Eine wesentliche Frage, die jeder für sich selbst individuell beantworten muss. In unserem großen Datenprojekt “Potsdam ganz nah” zeigen viele Menschen uns genau, wo und wie sie leben - ein großer Vertrauensbeweis, für den wir sehr dankbar sind. In dieser Woche sind wir am Schlaatz, in der Waldstadt, auf Hermannswerder und in der Teltower Vorstadt unterwegs.
Eine der schönsten Geschichten aus dem Potsdamer Südwesten ist die über die “23 Riesen”, ein ganz besonderes Wohnprojekt, das Vorbild sein könnte. Denn die Bewohner aller Altersgruppen leben nicht nur in einem Haus, sondern auch miteinander. Hier kennt tatsächlich jeder jeden.
Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Und noch eine meiner Lieblingsgeschichten aus der neuen Serienstaffel möchte ich Ihnen ans Herz legen: Mein Kollege Peter Degener schreibt über seine Kindheit am Schlaatz und erinnert sich an Momente wie diesen: “Wir wohnten im ersten Bauabschnitt des Schlaatzes. Ringsherum nur Sand. Mein rund sechs Jahre alter Bruder verewigte sich unabsichtlich der Länge nach im frisch gegossenen Beton der Straße vor dem Haus. Die Bauarbeiter spritzten ihn mit Wasser ab, bevor er in die Wohnung zurück durfte. Meine Mutter und ich sahen auf dem Balkon vom ersten Stock aus zu.”
Es sind viele schöne Erinnerungen, die er an den Schlaatz hat, aber auch manch nicht so schöne. So wurde sein Bruder mal von Neonazis verprügelt. Aber lesen Sie doch am Besten selbst, es lohnt sich!
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Der kulinarische Tipp

Quelle: Jacqueline Schulz
Quelle: Jacqueline Schulz
Später in diesem Newsletter werde ich Ihnen ans Herz legen, dieses Wochenende mal auf Pilzsuche zu gehen. Und wohin dann mit dem leckeren Fund? Katrine Lihn ist Genusstrainerin und Gastrosophin aus Potsdam. Sie berät nicht nur Interessenten zu einer gesunden Küche, sondern gibt auch regelmäßig Kochkurse. Weitere Informationen gibt es auf ihrer Homepage. Sie empfiehlt:
Kräuterbrot
Für ein Kräuterbrot als Grundlage für den Pilz-Brotaufstrich benötigt man folgende Zutaten: 100 Gramm gemischte Kräuter, 175 Gramm Mehl, 1,5 Teelöffel Weinstein, 3 Eier, 2 Esslöffel Saure Sahne, 4 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel Senf. Die Zutaten sind gerechnet für eine runde Backform mit 24 Zentimeter Durchmesser.
Zuerst muss man die Kräuter gut putzen und trocken schleudern, dann klein schneiden. Der Backofen wird auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt. Alle Zutaten in eine Schüssel geben. Mit dem Handrührgerät auf der höchsten Stufe zügig zu einem geschmeidigen Teig mischen. Den Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Form geben. Die Form mit beiden Händen festhalten und auf die Küchenarbeitsplatte schlagen, damit sich keine Löcher im Teig bilden. Den Kuchen nun 40 Minuten backen. Je nach Ofenart kann er dann noch mal 15 Minuten zur Bräunung brauchen.
Brotaufstrich
Aus Pilzen lässt sich ein „Brotaufstrich mit Pfiff“ zubereiten, für den die Potsdamer Genussexpertin Katrine Lihn folgendes Rezept entwickelt hat. Zutaten: 100 Gramm Walnuss- oder Pinienkerne, 200 Gramm Pfifferlinge oder andere Pilze, 100 Gramm gemischte Kräuter, 2 Esslöffel Walnussöl, etwas Limettensaft oder Honigessig, Salz und Pfeffer.
Die Kerne werden in einer Pfanne angeröstet. Dann lässt man sie abkühlen, während man die Kräuter putzt und hackt. Das Walnussöl in einer Pfanne erhitzen, die Pilze darin braten. Leicht abkühlen lassen. Zusammen mit Kräutern und Kernen pürieren. Mit Essig sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu serviert man zum Beispiel ein frisches Kräuterbrot
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Rainer Schüler
Foto: Rainer Schüler
Sag mir, wo die Räder sind, wo sind sie geblieben? Mein Kollege Rainer Schüler staunte nicht schlecht, als er am Dienstag am Potsdamer Hauptbahnhof Zeuge einer ungewöhnlichen Räum-Aktion wurde. Denn hochoffiziell und mit schwerem Gerät wurden dort dutzende Fahrräder von ihren Stellplätzen geflext - und weggeschafft. Da wird sicher auch mancher Pendler, der nach dem Arbeitstag am Bahnhof aufs Rad steigen wollte, schwer verwundert gewesen sein.
Aber keine Angst, der Drahtesel ist nicht wirklich weg - er ist nur woanders. Wo und wie Betroffene Ihre Räder wiederkriegen, hat Rainer Schüler nämlich auch recherchiert.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wir wollten wissen, wo das ist in Potsdam. Foto: Peter Degener
Wir wollten wissen, wo das ist in Potsdam. Foto: Peter Degener
Logisch! Über der Tür ist ein Stein abgebildet. Ein Stein. Unter was verbirgt sich hinter der Tür? Das Einsteinforum am Neuen Markt. Der Barockbau von 1773 aus der Feder von Georg Christian Unger ist geradezu unscheinbar, bildet aber zusammen mit den Nachbarbauten (Moses-Mendelssohn-Zentrum und Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) ein ganz besonderes Ensemble der gedanklichen Auseinandersetzung und Aufklärung.
Das Einsteinforum am Neuen Markt war gesucht
Die größten „Heureka“-Momente hatte der Physiker Albert Einstein allerdings nicht am Neuen Markt 7, sondern im Jahr 1905 im Einsteinhaus in der Kramgasse 49 im schweizerischen Bern, wo er damals mit seiner Familie lebte und die Relativitätstheorie entwickelte und den photoelektrischen Effekt erklärte.
Das Einsteinforum am Neuen Markt 7. Foto: Peter Degener
Das Einsteinforum am Neuen Markt 7. Foto: Peter Degener
Nach Berlin kam Einstein erst 1914. Ein echtes Einsteinhaus entstand 1929 in Caputh. 1933 verließ der Nobelpreisträger Deutschland, nachdem die Nationalsozialisten die Macht übernommen hatten, weil ihm aufgrund seiner jüdischen Herkunft die Verfolgung drohte. Heute wird sein Name hier wieder gewürdigt – in Potsdam befindet sich nicht nur das 1993 gegründete Einsteinforum, auch der Wissenschaftspark auf dem Telegrafenberg, wo auch der Einsteinturm steht, sowie die dorthin führende Straße sind nach ihm benannt.
Das nächste Rätsel gibt es in einem der nächsten Newsletter. Sie haben ein eigenes Potsdam-Rätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit und schicken Sie ihren Vorschlag an potsdam-newsletter@maz-online.de!
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Das ist los im Umland

Quelle: Britta Pedersen/dpa
Quelle: Britta Pedersen/dpa
Wer in Potsdam-Mittelmark lebt und als Urlauber aus einem Risikogebiet zurückkommt, der muss sich selbstständig beim Gesundheitsamt des Landkreises melden und unterliegt einer 14-tägigen Quarantänepflicht.
Dabei spielt es keine Rolle, ob das Urlaubsland schon vor Abreise als Risikogebiet galt, oder erst während des Aufenthalts als solches deklariert wurde. Die Meldung beim Gesundheitsamt sowie der Beginn der Quarantäne müsse „unverzüglich und ohne Umwege“ erfolgen, heißt es. Eine umfassende und ständig aktualisierte Liste zu den Risikogebieten veröffentlicht das Robert-Koch-Institut auf seiner Homepage.
Graffiti-Schmierer haben den Morgenstern-Druck des Künstlers Wilfried Mix verunstaltet. Quelle: privat
Graffiti-Schmierer haben den Morgenstern-Druck des Künstlers Wilfried Mix verunstaltet. Quelle: privat
Vandalismus in der Blütenstadt: Immer häufiger ärgern sich die Werderaner über Schmierereien an öffentlichen Plätzen oder privatem Eigentum. Die Polizei konnte bislang keine Tatverdächtigen ermitteln. Das Problem nimmt teure Ausmaße an: Schon seit Jahren kämpft die Stadt mit deren Hinterlassenschaften an Fassaden, Bänken, Laternen oder Straßenschildern. Parallel steigen die Kosten für die Beseitigung der Schäden, so schlug die letzte große Putzaktion an öffentlichen Ende September mit 8500 Euro zu Buche.
Der „Vertrag“, den die falschen Dachdecker mit dem Kleinmachnower Seniorenpaar abgeschlossen haben. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Der „Vertrag“, den die falschen Dachdecker mit dem Kleinmachnower Seniorenpaar abgeschlossen haben. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Ein Ehepaar in Kleinmachnow ist kürzlich Opfer einer fiesen Abzocke geworden. Nun wollen die geschröpften Senioren wenigstens andere warnen, nicht in dieselbe Falle zu tappen. Unter dem Vorwand, nur eine kleine Reparatur um wenig Geld anzubieten, verschaffte sich ein „falscher Handwerker“ Zugang zu dem Dach des Paares. Hier verursachten er und seine Kollegen richtig Schaden – und zogen mit 5000 Euro ab.
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Unser Tipp fürs Wochenende

Ein schöner Herbstspaziergang durch den Wald, ausgerüstet mit Körbchen und Messer - ab in die Pilze, liebe Potsdamer! Zwar war der Stadt der Saison wegen des trockenen Sommerwetters durchwachsen, aber der Pilzkenner Erich Münkner aus Borkwalde gibt die Hoffnung nicht auf und weiß, was Pilze brauchen, um zu sprießen.
Quelle: Friedrich Bungert
Quelle: Friedrich Bungert
Der Pilzexperte Wolfgang Bivour erklärt die wichtigsten Regeln für Sammler, räumt mit Legenden auf und verrät, wo sich die Suche doch noch lohnen kann.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Unser Videokolumnist Marcus Gude hat fast zwanzig Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet, bevor er zum Feinkosthändler wurde. Er kennt die Ängste und Sorgen der Bar-, Café- und Restaurantbetreiber angesichts einer drohenden zweiten Schließung wegen der steigenden Coronazahlen sehr gut. Die Berliner Lösung einer nächtlichen Sperrstunde hält Marcus allerdings für Unsinn - dabei liegt für ihn eigentlich auf der Hand, was jeder von uns tun muss.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 18
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 18
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