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Quarantäne bei der Post++Kita++Ausflugstipp

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, das politische Geschäft ist hart, in Potsdam mitunter beso
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

das politische Geschäft ist hart, in Potsdam mitunter besonders hart - das bekommt gerade der Oberbürgermeister in jüngster Zeit häufiger zu spüren. Dieses Mal hat Mike Schubert (SPD) mit seinem Agieren den Unmut im Aufsichtsrat der Krankenhausgruppe „Ernst von Bergmann“ auf sich gezogen. Das Stadtoberhaupt soll es versäumt haben, das Gremium angemessen in Entscheidungsprozesse zu integrieren, das Management an sich gerissen haben. Zweifel gibt es zudem an der Unabhängigkeit der erst kürzlich zusammengestellten Untersuchungskommission.

Zu drastischen Konsequenzen geführt haben unterdessen fünf positive Corona-Fälle im Stahnsdorfer Briefverteilzentrum. Nachdem die Infektionen am Wochenende bekannt geworden waren, hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark nun offenbar für die gesamte Nachtschicht - rund 100 Mitarbeiter - die Quarantäne angeordnet. Die Post erklärt, von der Maßnahme bisher nicht informiert worden zu sein, betont aber, den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Das Einzugsgebiet des Verteilzentrums umfasst den Postleitzahlen-Bereich 14 - auch Potsdam und Potsdam-Mittelmark gehören dazu.

Vor Gericht kämpfte man am Montag derweil weniger mit den Folgen der Pandemie, als vielmehr mit einer renitenten Angeklagten. So weigerte sich eine 39-Jährige, die in der Adventszeit eine Seniorin an einem Geldautomaten in Drewitz überfallen und verletzt haben soll, am Montagmorgen vehement, ihre Zelle zu verlassen. Daraufhin sollte die Polizei sie nach Potsdam bringen, doch die reagiert nicht auf die Anordnung. Die Folge: Der Prozess vor dem Landgericht Potsdam konnte erst mit sechs Stunden Verspätung beginnen.

Die gute Nachricht: Das lange Pfingstwochenende naht, die Wetterprognosen sind vielversprechend - und falls Sie noch nicht wissen, wohin, haben wir den perfekten Tipp für Sie: eine Tour mit dem Potsdamer Wassertaxi. An Bord lässt sich die Stadt auf besondere Weise erkunden, 13 Stationen warten auf Sie - darunter Highlights wie die Sacrower Heilandskirche und der Park Glienicke im Norden oder das Strandbad Templin mit benachbartem Brauhaus im Süden.

In diesem Sinne: Genießen Sie die Tage, passen Sie auf sich auf - und freuen Sie sich auf die nächste Ausgabe von „Potsdam ganz nah“ am Freitag. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und dem Umland lesen Sie bis dahin auf MAZ Online.

Herzliche Grüße
Ihre
Leiterin der Potsdamer Lokalredaktion

PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-stadt@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Seit Montag dürfen Kitas wieder mehr Kinder betreuen - zumindest in der Theorie. Denn um die geforderten Abstands- und Hygiene-Regeln einhalten zu können, fehlt es vielen Potsdamer Einrichtungen an Platz und Personal. Ab wann wieder wie viele Kinder betreut werden, darf jeder Träger selbst entscheiden. Und wenngleich viele Betreiber in Potsdam lieber heute als morgen zum Regelbetrieb zurückkehren würden, treten sie vorerst auf die Bremse, um ein sinnvolles und umsetzbares Konzept zu erarbeiten. Für zahlreiche Eltern bedeutet das: Sie müssen ihre Kinder weiterhin selbst betreuen, Familie und Beruf irgendwie unter einen Hut bekommen - sofern das überhaupt möglich ist.
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Verkehr aktuell

Quelle: Lutz Hannemann
Quelle: Lutz Hannemann
Stauen könnte es sich auch in dieser Woche wieder rund ums Leipziger Dreieck sowie auf der Nutheschnellstraße auf Höhe der Baustelle Hochstraßenbrücke. Neu hinzu kommen zudem Bauarbeiten in der Amundsenstraße in Bornstedt. Für die Sanierung von Rad- und Gehweg muss die Straße halbseitig gesperrt, der Verkehr als Einbahnstraße in Richtung Norden geführt werden. Eine Umleitung wird ausgeschildert. Die gute Nachricht: Die Bauarbeiten Am Brauhausberg, in der Nedlitzer Straße und in der Stahnsdorfer Straße sind abgeschlossen.

Die Leser-Frage:
Die Potsdamerin Brigitte Matz meldete sich bei uns mit einer Frage zur Kreuzung Breite Straße/Zeppelinstraße. Sie ist dort regelmäßig mit dem Rad unterwegs, möchte vom Marktcenter aus kommend geradeaus fahren und erlebt dabei immer wieder brenzlige Situationen. „Meine Ampel zeigt grün, die abbiegenden Autos fahren aber schon leicht rechts rum und sehen nur die rote Fußgängerampel, hupen oder fahren. Eine große Gefahr für mich, denn ich darf ja noch fahren!“, schreibt sie und fragt: „Warum schaltet die Rad-Ampel nicht auch gleich auf rot oder wird weiter versetzt, damit die Autos diese auch sehen können?“

Die Antwort der Stadt:
Grund zum Handeln sieht die Stadt Potsdam in diesem Fall nicht. „Bei der Unfallauswertung des Jahres 2019 sind für diese Fahrbeziehung keine polizeilich registrierten Unfälle mit Radfahrern erfasst“, heißt es. Seit dem Umbau 2019 habe man zudem beobachtet, dass der Autoverkehr stärker als zuvor auf den Radverkehr achtet.

2018 ist „die stark frequentierte Kreuzung 2018 von einem Sicherheitsauditor“ untersucht worden. Das Ergebnis: Man hat sich entschieden, im Zuge des Umbaus der Kreuzung den Radverkehr schon vor der Kreuzung auf die Fahrbahn zu führen. „Damit hat der Autofahrer eine bessere Sicht auf den Radverkehr“, heißt es. Ein gelb blinkendes Signal soll zudem auf querende Radfahrer und Fußgänger aufmerksam machen.

Die Grünphase der Radfahrer zu verkürzen und parallel zur Fußgängerampel zu fahren, hält die Stadt nicht für sinnvoll: „Die Folge wäre, dass dann weniger Radfahrer bei grün fahren können“, heißt es. Außerdem sei man überzeugt, dass ein Fehlverhalten der Autofahrer damit eher noch bestätigt würde und Fußgänger weiter gefährdet wären.

Ihnen sind weitere Verkehrs-Knackpunkte in Potsdam aufgefallen? Orte, an denen es für Autofahrer, Radler oder Fußgänger besonders gefährlich ist und denen wir nachgehen sollen? Dann schreiben Sie uns an potsdam-stadt@maz-online.de
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Die besondere Geschichte

Er ist Deutschlands Hygienepapst und wäscht sich trotz Corona nur zweimal am Tag die Hände. Im großen MAZ-Interview spricht Klaus-Dieter Zastrow, der seit kurzem das Klinikum „Ernst von Bergmann“ in der Krise berät, über Hygiene und Gefahren in der Pandemie. Zu seinem Einsatz im Klinikum sagt der renommierte Experte: „Es ist kriminalistische Arbeit, wenn man guckt, wo kommt die Infektion her? Was ist passiert? Warum konnte man sich anstecken? Wer hat wen angesteckt?“

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Der kulinarische Tipp

In vielen US-amerikanischen Familien ist der Taco Tuesday fester Bestandteil der Woche: Am Dienstag kommen Spezialitäten der Tex-Mex-Küche auf den Tisch. Potsdam hinkt in dieser Angelegenheit ein klein wenig hinterher, denn hier ist der traditionelle Burrito-Tag der Mittwoch. Das liegt an Tim Gaudlitz und seinem „Sunny Burrito“-Foodtruck. Jeden Mittwoch verkauft der Berliner frisch gerollte mexikanische Teigladen auf dem Genussmarkt am Nauener Tor.
Sicher verpackt in Teig ist die leckere Füllung des Burrito.               Foto: Saskia Kirf
Sicher verpackt in Teig ist die leckere Füllung des Burrito. Foto: Saskia Kirf
Die Basis bildet pikant gewürzter Reis, dazu kommen Saucen, Salat und je nach Geschmack Rind, Schwein, Huhn, gebratenes Gemüse oder Jackfruit als vegetarischer Fleischersatz. Für 5,50 Euro gibt es bei „Sunny Burrito“ ein leckeres Mittagessen, das gleich unterwegs aus der Hand genossen werden kann. Jalapenos für den feurigen Kick oder Guacamole als cremiger Abschluss kosten jeweils einen kleinen Aufpreis. Mittlerweile hat Tim Gaudlitz auch Bowls mit den Grundzutaten im Angebot. Taco Tuesday am Mittwoch – warum nicht!

Übrigens (und falls Sie keine Burritos mögen): Noch mehr kulinarische Tipps aus Potsdam lesen Sie im großen MAZ-Gastro-Guide. Regelmäßig testet die Food-Journalistin Manuela Blisse dafür Potsdams Restaurants auf Steak, Salat und Nudeln. 
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Ab aufs Rad und in die Stadt, die Geschäfte haben endlich wieder geöffnet – geparkt wird am besten in der Friedrich-Ebert-Straße. Bislang musste man dort allerdings auf Laternen, Verkehrsschilder oder die Schutzbügel der großen Straßenbäume zurückgreifen, um sein Rad sicher anzuschließen. Jetzt sind zwischen Nauener Tor und Charlottenstraße gleiche mehrere Dutzend Fahrradständer installiert worden, die hoffentlich bald zur Benutzung freigegeben werden. Fehlen nur noch eine Service-Station mit Luftpumpe und dem gängigen Werkzeug sowie die Ausweitung auf weitere Standorte in den Karrees entlang der Fußgängerzone. 
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Das Foto der Woche

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Was wäre die MAZ ohne ihre Fotografen? Sie sind wie unsere Reporter fast rund um die Uhr im Einsatz, halten das Leben der Stadt in seiner ganzen Vielfalt fest. Dabei entstehen immer wieder ganz besondere Aufnahmen, die uns in der Redaktion zum Lächeln, Staunen oder Innehalten bringen. An dieser Stelle zeigen wir Ihnen in loser Folge unsere Lieblingsfotos. Dieses Mal: eine Mandarinente im Park Sanssouci - fotografiert von Bernd Gartenschläger.
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Das ist los im Umland

Sind der Gemeinde Kleinmachnow Millionen durch die Lappen gegangen? Das zumindest vermutet die grüne Gemeindevertreterin Alexandra Pichl. Der Grund: Für die Betreuung von Kindern aus anderen Kommunen in den Kitas und Horten in Kleinmachnow könnte die Gemeinde in den vergangenen Jahren zu wenig berechnet haben. Sie fordert: Das Rechnungsprüfungsamt der Gemeinde soll den Fall prüfen.

Auf den Wiesen in der Region laufen derzeit die Mäharbeiten auf Hochtouren - Lebensgefahr für Rehkitze, die versteckt im hohen Gras liegen. Damit die Jungtiere nicht ins Schneidwerk geraten und sterben, arbeiten die Werderaner Jägerin Silke Byl, Landwirte und zwei Tier-Retter aus dem Havelland derzeit Hand in Hand. Mit einer Drohne gehen sie auf Rehkitz-Suche.

Christian Sommer saß am 12. März das letzte Mal mit Passagieren im Bus, dann kam die Corona-Krise. Die Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie trafen das kleine Buchholzer Bus- und Familien-Unternehmen, das Vater Rainer Sommer 1996 gegründet hat, mit voller Wucht. Der Sohn stieg 2002 mit ein, die Sommer Tours GbR wurde gegründet, um mit vollen Bussen durch Europa und Deutschland zu fahren. Jetzt ist alles anders, jetzt steht alles auf dem Spiel, was die Familie sich erarbeitet hat.
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Kunst & Kultur

Musiker der Kammerakademie beim Hofkonzert in Drewitz. Quelle: KAP
Musiker der Kammerakademie beim Hofkonzert in Drewitz. Quelle: KAP
Wenn die Menschen nicht ins Konzert gehen können, kommt das Konzert eben zu den Menschen – zumindest im Mini-Format. Erstmals waren Mitglieder der Kammerakademie Potsdam jetzt unterwegs, um in kleiner Besetzung unter freiem Himmel zu spielen. Auftakt war vor einigen Tagen in Drewitz. Und Geschäftsführer Hollensteiner kündigt an, in den nächsten Wochen viele soziale Einrichtungen wie Altersheime, Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte zu besuchen. 

Vorschläge für mögliche Spielorte, soziale Einrichtungen und sonstige Anregungen sind jederzeit herzlich willkommen. Kontaktaufnahme über info@kammerakademie-potsdam.de oder telefonisch unter (0331) 23 70 527, Stichwort: „Mobile Konzerte“.
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...und was sagt Hafemeister dazu?

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Jörg Hafemeister ist Kult. Woche für Woche kommentiert der Karikaturist das Potsdamer Geschehen mit spitzer Feder in der MAZ. Ab sofort ist seine Karikatur immer dienstags vorab exklusiv in diesem Newsletter zu sehen. 
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