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Potsdam reißt Corona-Grenzwert+++Hamsterkäufe+++Regiomaten

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

die Hamster sind wieder da. Am Wochenende waren sie in Potsdam offenbar in Scharen unterwegs - und hatten es wie gewohnt vor allem auf eins abgesehen: Toilettenpapier. Dabei kann ich Sie zumindest in diesem Punkt beruhigen: Auch wenn die Corona-Zahlen bedrohlich steigen, es gibt absolut keinen Grund für Hamsterkäufe. Meine Kollegin Jennifer Bongards hat sicherheitshalber gleich bei mehreren Supermarktbetreibern in Potsdam nachgefragt. Und sie alle versprechen uns: Die Lager sind voll.
Aus dem Gesundheitsamt der Stadt sind die Nachrichten leider nicht ganz so zuversichtlich: Denn am Montag hat Potsdam mit 69 Corona-Infektionen innerhalb von sieben Tagen den ersten kritischen Grenzwert gerissen (mehr dazu im heutigen Stadtgespräch) - und auch die Zahl der schweren Fälle hat sich seit dem Wochenende mehr als verdoppelt.
Sie merken, es geht wieder los - Corona wird erneut zu einem beherrschenden Thema der Berichterstattung. Doch alles dreht sich in der Stadt zum Glück dann doch nicht um steigende Infektionszahlen. In Paaren zum Beispiel wehren sich die Bürger gegen die geplante Raststätte an der Autobahn 10. Am Schlaatz fragen sich die Menschen, was aus Sauna und Bowlingbahn im Bürgerhaus wird. Die Babelsberger Keramikerin Annette Weber kämpft um Atelier und Zukunft. Und die CDU will das Denkmal für die Opfer des Faschismus auf dem Platz der Einheit zur Gedenkstätte für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im 20. Jahrhundert umwidmen.

Liebe Leserinnen und Leser, lassen auch Sie in Ihrem Alltag noch Platz für andere Themen als Corona - aktuelle Anregungen finden Sie wie gewohnt auf maz-online.de. Den nächsten Newsletter erhalten Sie am Freitag. Bis dahin, machen Sie es gut - und bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

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Das Stadtgespräch

Foto: Varvara Smirnova
Foto: Varvara Smirnova
Mehr Corona-Infektionen, mehr schwere Fälle - und nun auch noch die Überschreitung des ersten Grenzwertes. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 38,3 hat die Stadt Potsdam am Montag die erste kritische Grenze von 35 gerissen. Und das heißt: Verschärfung der Maßnahmen. Das Land Brandenburg hat in seiner Verordnung eine Reihe an zusätzlichen Regeln festgeschrieben, die ab einer Inzidenz von 35 und damit ab sofort auch in Potsdam eingehalten werden müssen - wir haben sie für Sie zusammengefasst. Doch Achtung: Schon bald könnten weitere Verschärfungen greifen, denn die Landesregierung will dazu heute Neuigkeiten bekannt geben. Und auch die Stadt Potsdam bittet zum Pressetermin - es geht unter anderem um den Weihnachtsmarkt.
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Die besondere Geschichte

Luftaufnahme der MOSAiC am 30. Juni 2020. Foto: Markus Rex
Luftaufnahme der MOSAiC am 30. Juni 2020. Foto: Markus Rex
Das Fazit ist nüchtern und erschütternd: „Wir haben dem Eis beim Sterben zugesehen“, brachte der Leiter der bislang größten und aufwendigsten Forschungsexpedition in die Arktis, Markus Rex, als Quintessenz von seiner Reise mit. Der Atmosphärenforscher an der Potsdamer Forschungsstelle des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) hatte die vor einem Jahr gestartete Reise des Forschungsschiffes „Polarstern“ koordiniert. Am Montag zog er auf dem Potsdamer Telegrafenberg Bilanz des Projekts. Mein Kollege Rüdiger Braun war vor Ort - und erzählt die Geschichte einer bisher einmaligen Expedition.
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Verkehr aktuell

Radfahrer und Fußgänger müssen auf der Friedrich-List-Straße unter der Brücke mit Behinderungen rechnen. Foto: Julius Frick
Radfahrer und Fußgänger müssen auf der Friedrich-List-Straße unter der Brücke mit Behinderungen rechnen. Foto: Julius Frick
Auch in dieser Woche gibt es auf Potsdams Straßen wieder einiges zu beachten - und zwar für Fußgänger, Auto-, Rad- und Straßenbahnfahrer. Wegen Straßenbauarbeiten wird zum Beispiel die Straße Am Kanal/Berliner Straße zwischen Joliot-Curie-Straße und Holzmarktstraße richtungsweise gesperrt. Bis heute wird die Fahrtrichtung Berlin gesperrt. Danach wird ab Dienstag, 9 Uhr, in Fahrtrichtung Platz der Einheit gesperrt. Die Umleitungen werden ausgeschildert. Die Einbahnstraßen-Regelung der Joliot-Curie-Straße wird aufgehoben. Der Knoten Burgstraße/Am Kanal und der Knoten Türkstraße/Berliner Straße werden gesperrt. Anwohner/Anlieger können die Holzmarktstraße und Am Kanal nutzen. Während des Asphalteinbaus ist Schienenersatzverkehr am Samstag, 24. Oktober, notwendig.
Einschränkungen gibt es auch in der Friedrich-List-Straße. Aufgrund der Arbeiten zum Neubau der Hochstraßenbrücke wird die Straße unter der Brücke weiter eingeschränkt. Hierzu müssen die Wege für Fußgänger und Radfahrer unter der Brücke gesperrt werden. Es steht nur noch eine Fahrspur je Richtung zur Verfügung. Die Abfahrt zur Lotte-Pulewka-Straße muss ebenfalls gesperrt werden.
Weitere Sperrungen, Beeinträchtigungen und Umleitungen lesen Sie hier in der vollständigen Verkehrsprognose.
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Der kulinarische Tipp

MAZ-Redakteur Frank Bürstenbinder ging den Pizen nach - und wurde fündig. Foto: Privat
MAZ-Redakteur Frank Bürstenbinder ging den Pizen nach - und wurde fündig. Foto: Privat
Waren Sie in den letzten Wochen schon Pilze sammeln? Nein? Dann versuchen Sie es doch mal, denn noch ist es nicht zu spät, wie mein Kollege Frank Bürstenbinder herausgefunden hat.  Eigentlich hatte er die Saison 2020 schon abgeschrieben. Doch das feuchte Herbstwetter und Bildnachrichten über eine regelrechte Pilzplage in Sachsen und Thüringen weckten den Jäger und Sammler in ihm. Er machte sich in der Heide westlich von Marzahne auf die Suche - und auch wenn es dauerte, das, was er dann fand, machte ihm Mut: Das Pilzjahr 2020 ist noch nicht vorbei.
Lieber Pizza als Pilze?
Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Keine Lust auf Pilze? Und auch keine Lust, selbst zu kochen? Dann lege ich Ihnen diese Woche einen Besuch in der Trattoria Zille in Babelsberg ans Herz. Unsere Gastro-Testerin Manuel Blisse empfiehlt vor allem die Pizza - “dünn, innen saftig, außen knuspriger Rand” - und lobt das Restaurant als “Trattoria für fast alle Fälle mit kreativen Empfehlungen des Küchenchefs”. Die gesamte Gastrokritik lesen Sie hier.
Die Eckdaten im Überblick:
Trattoria Zille, Karl-Liebknecht-Str. 19, 14482 Potsdam, 0331/740 06 66, www.trattoria-zille.de
Öffnungszeiten: täglich 11 bis 23 Uhr
Plätze: innen max. 100, außen max. 200, nicht rollstuhlgerecht
Vorspeisen, Salate: 5,90 bis 14,90 Euro
Hauptspeisen: 8,90 bis 28,90 Euro
Desserts: 6,50 bis 6,90 Euro
Softdrinks: 0,2 l ab 2,50 Euro
Wasser: 0,25 l 2,60 Euro, Fl. 5,90 Euro
Wein: 0,2 l/ab 5,50 Euro,
Bier: 0,3 l/3,50 Euro, 1,0 l/ 19,50 Euro
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Unsere Entdeckung der Woche

Luise Helbig und ihr erstes Kinderbuch „Sternenstaub“. Foto: Bernd Gartenschläger
Luise Helbig und ihr erstes Kinderbuch „Sternenstaub“. Foto: Bernd Gartenschläger
Sie ist Musicaldarstellerin, Tänzerin, Tanzlehrerin – und nun auch noch Buchautorin. Stillstand ist nichts für Luise Helbig, die mit ihrer Familie auf Hermannswerder lebt und gerade ihr Kinderweihnachtsbuch „Sternenstaub“ herausgebracht hat. Darin erzählt sie von Glitzi, einem Weihnachtsstern, der sich in der Himmelswelt ein wenig vernachlässigt fühlt. Deswegen reist er auf die Erde – und plötzlich steht Weihnachten auf der Kippe. Oberelf Puri macht sich deswegen auf die Suche nach ihm und es folgen Abenteuer auf dem Mond oder bei den Traumfeen.
Als Tochter einer Bibliothekarin aufgewachsen, ist Luise Helbig mit Büchern groß geworden, mit dem eigenen möchte sie nicht nur ihrer Mutter eine Herzensgeschichte schenken. Überhaupt ist Luise Helbig eine Frohnatur, ihr Haus auf Hermannswerder bezeichnet sie liebevoll als Villa Kunterbunt.
Wenn Sie gerne tanzen, können Sie in der Tanzschule „Hermann tanzt“, die Helbig gemeinsam mit ihrem Mann betreibt, verschiedene Kurse belegen. Ein Kennenlernen lohnt sich, wie das Porträt meiner Kollegin Sarah Kugler zeigt.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wir wollen wissen: Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Wir wollen wissen: Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Die Straße steigt steil an. Die Damen auf dem Schwarz-Weiß-Foto an der Fassade sitzen dennoch unbekümmert auf ihren Stühlen im Garten-Restaurant, das dort früher existierte. Die Erinnerung an die Vergangenheit ist hier nötig, denn wenn man heute an dieser recht zentralen Ecke der Stadt vorbeikommt, ist von der Vielfalt der einstigen Gewerbe kaum etwas übrig geblieben. Hinter den Fenstern gibt es heute Wohnungen. Allein um die Ecke gedacht (und gegangen) könnte man behaupten, dass noch etwas vom Ursprung dieser Gebäude erhalten ist. Das spritzige Ende der Produkt- und Vertriebskette sozusagen.
Am Anfang dieser Kette steht Potsdams Untergrund. Im Sumpf sind Keller kaum zu bauen, aber wer auf einen Keller nicht verzichten kann – so wie das hier angesprochene Handwerk – muss kreativ werden und sich die Keller tief in den Berg graben. Der wiederum erinnert noch viel prägnanter als das Foto an der Fassade daran, was jahrhundertelang an diesem Ort geschah.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 22. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Doreen Engelhardt bestückt den Automaten am Hof der Weidelandfarm in Rieben. Quelle: Jens Steglich
Doreen Engelhardt bestückt den Automaten am Hof der Weidelandfarm in Rieben. Quelle: Jens Steglich
Gleich um die Ecke echte Landeier und Wurst frisch vom Bauern kaufen, und das rund um die Uhr? Ja, das gibt es wirklich - zumindest in Rieben, Michendorf und Bergholz-Rehbrücke. Dort setzt die Weidelandfarm in Rieben auf Direktvermarktung der anderen Art und hat Verkaufsautomaten aufgestellt. Wer Landeier aus dem Automaten kauft, gibt sein Geld übrigens nicht nur für artgerechte Hühnerhaltung aus. Er sorgt auch dafür, dass die Brüder der Riebener Legehennen nicht im Schredder landen. 

Herbstzeit ist Wildzeit – das merken die Einwohner von Kleinmachnow und Stahnsdorf auch wieder daran, dass Nacht für Nacht Wildschweine Gärten und Grünflächen umgraben. Wie es in diesem Jahr den Jägern geht, ob die nahende Schweinepest ihre Arbeit verändert hat und ob es in der Region doch noch die Bogenjagd geben wird, das beantworten wir hier.

Matthias Fannrich. Foto: Luise Fröhlich
Matthias Fannrich. Foto: Luise Fröhlich
Was beschäftigt die Menschen in Geltow derzeit am meisten? Welche Stärken hat der Ort und welche Schwächen? Ist die B1 mehr Segen oder Fluch? Das alles und noch mehr hat meine Kollegin Luise Fröhlich den 64 Jahre alten Matthias Fannrich gefragt. Er ist der Ortsvorsteher von Geltow und Wildpark-West und mit dem 4300-Einwohner-Gemeindeteils von Schwielowsee fest verbunden. Das gesamte Interview mit ihm lesen Sie hier.
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Sie erinnern sich an die Geschichte des golden glänzenden Trabis, der letzte Woche vor dem Stadtschloss aufgetaucht ist und seinen grauen Vorgänger ersetzt hat? Dann finden Sie ihn in der neuen Karikatur von Jörg Hafemeister wieder. Er selbst schreibt dazu: “Ob der Trabi ein Kunstwerk ist, nur weil man ihm Beine gemacht hat? Oder eher ein goldenes Ei? Immerhin, seinerzeit auch liebevoll als als Rennpappe bezeichnet, war der Trabant stets bemüht.”
Zeichnung: Jörg Hafemeister
Zeichnung: Jörg Hafemeister
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