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Positive Schnelltests +++ Chillen im Welterbe +++ Kultur-Streams aus Potsdam

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Ich muss zugeben, ich bin nicht ganz auf der Höhe. Nachdem ich gestern den halben Tag versucht habe, die Öffnungspläne der Ministerpräsidentinnen und der Kanzlerin zu verstehen, fühle ich mich, als hätte ich einen Knoten im Hirn. Wenn ich es richtig verstanden habe, dürfen Geschäfte mit einem Y oder einem Sonderzeichen im Namen und Inhaber-Sternzeichen Löwe also zwischen 12 und 13 Uhr öffnen, wenn Vollmond ist? Nein, natürlich ist das nur der lahme Versuch eines Witzes nach einem Jahr Pandemie. Wie die Strategie tatsächlich aussieht lesen Sie hier.
Das wichtigste langfristige Element in der Corona-Bekämpfung ist und bleibt das Impfen. Im Potsdamer Impfzentrum in der Metropolishalle gab es zuletzt einigen Ärger, weil die oftmals hochbetagten Impfwilligen lange draußen in der Kälte warten mussten. Das hat auch unsere Leser sehr beschäftigt. Andere bekommen einfach keinen Termin in Potsdam und müssen nach Schönefeld ausweichen.
Nicht weichen wollen die Nutzer des Atelierhauses Scholle 51 in Potsdam West - ganz im Gegenteil. Am Mittwoch hat die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung - den gesamten Verlauf der Sitzung können Sie in unserem Liveticker nachlesen - den Weg für eine dauerhafte Nutzung der „Scholle 51“ als Atelierhaus geebnet. Mit der beschlossenen Änderung des Bebauungsplans darf der Verein das Gebäude in der Geschwister-Scholl-Straße künftig nach seinen Vorstellungen umgestalten und legal als Kreativzentrum nutzen. Doch die Freude ist getrübt: Einige Anwohner kritisieren den weiteren Ausbau des Atelierhauses, sie drohen mit Klage. Feliks Todtmann hat sich vor Ort mit den Streitparteien unterhalten.
Ich hoffe, Sie müssen sich nicht streiten und ärgern, sondern kommen gut ins Wochenende. Der nächste Newsletter erwartet Sie wieder am kommenden Dienstag. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund und uns gewogen.
Herzliche Grüße, Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Der Park Babelsberg im Frühling. Die Parkordnung interessiert viele nicht. Foto: Volkmar Klein
Der Park Babelsberg im Frühling. Die Parkordnung interessiert viele nicht. Foto: Volkmar Klein
Die Potsdamer Schlossparks sind beliebt und in der Pandemie bevölkert wie nie. Wie wichtig die Gärten für die Stadt und ihre Menschen sind, ist unbestritten. Nun hat das Stadtparlament beschlossen, dass Sanssouci und Co länger öffnen sollen, damit Jugendliche dort “verweilen und chillen” können. Als bräuchte es dazu eine Aufforderung, wie MAZ-Redakteurin Nadine Fabian diesen Beschluss des Stadtparlaments kommentiert.
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Die besondere Geschichte

Katrin Bernat – hier mit Pony-Wallach Winnie und Stute Lady – hat sich nach 20 Jahren in der Buchhaltung einen Traum erfüllt und einen Pferdetransport-Service gegründet. Quelle: Bernd Gartenschläger
Katrin Bernat – hier mit Pony-Wallach Winnie und Stute Lady – hat sich nach 20 Jahren in der Buchhaltung einen Traum erfüllt und einen Pferdetransport-Service gegründet. Quelle: Bernd Gartenschläger
Haben Sie eigentlich einen Plan B? Träumen Sie manchmal vom Ausbruch aus dem Alltag, vom eigenen Restaurant, von der Selbständigkeit, vielleicht davon, ein Hobby zum Beruf zu machen? In unserer neuen Serie Plan B stellt die MAZ Menschen vor, die ihre Träume wahr gemacht haben. So wie Katrin Bernat (41) aus Eiche. Sie hat sich mitten in der Corona-Krise neu erfunden: Wie viele andere hat sie einen Plan B erdacht und verwirklicht. Sie hat nach 20 Jahren am Schreibtisch ihren Job als Buchhalterin an den Nagel gehängt und sich mit einem Pferdetransport-Service selbstständig gemacht. Nun liegt vor ihr die Landstraße und direkt hinter ihr thront ein prächtiger Pferdehintern.
Auch Sie haben die Krise als Chance begriffen und einen neuen Job begonnen? Sie haben bereits viel früher den Schritt gewagt und ihren Job an den Nagel gehängt, um sich einen Traum zu erfüllen? Oder kennen Sie jemanden, der aus einem Ende einen vielversprechenden Neuanfang gemacht hat? Melden Sie sich gern per E-Mail an potsdam-stadt@MAZ-online.de
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Die Corona-Lage

Warteschlange vor dem Impfzentrum Metropolis-Halle. Foto: Bernd Gartenschläger
Warteschlange vor dem Impfzentrum Metropolis-Halle. Foto: Bernd Gartenschläger
Einen neuen Corona-Toten meldet die Stadt am Donnerstagmorgen. Die Zahl derer, die seit Beginn der Pandemie in Zusammenhang mit Corona verstorben sind, steigt damit in Potsdam auf 227.
Außerdem sind am Donnerstag neun Neuinfektionen gemeldet worden, seit Beginn der Pandemie wurden damit 5216 bestätigte Corona-Infektionen in Potsdam gezählt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 37,7 - 68 Infektionen wurden in der vergangenen Woche in Potsdam festgestellt. Das sind acht mehr als in der Woche (als die Inzidenz bei 32 lag) davor und 18 mehr als noch vor zwei Wochen (Inzidenz 28).
Im Bergmann-Klinikum hat es einen Ausbruch der britischen Mutante B.1.1.7 gegeben, sieben Patienten und drei Mitarbeiter sind betroffen.
Das Potsdamer Schnelltestprogramm läuft seit Montag. 2506 der kostenfreien Abstriche wurden an den ersten drei Tagen durchgeführt, fünf der Tests waren positiv. Ab der kommenden Woche haben dann alle deutschen Anspruch auf einen Test in der Woche. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert hat der MAZ verraten, wie es mit den Tests in Potsdam weitergehen soll.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Saskia Kirf
Foto: Saskia Kirf
Vier Monate hatte Guiseppes Gusto in der Friedrich-Ebert-Straße komplett geschlossen, Chef Joseph Griffin ließ sich und seine gehobene italienische Küche nur privat buchen. Jetzt ist er seit Donnerstag endlich wieder da und verkauft täglich drei Pastagerichte außer Haus. Wir haben natürlich sofort probegegessen und sind begeistert: Die Bolognese ist würzig-kräuterig und wartet mit reichlich Gemüse auf, die Tagliatelle sind bissfest und von Top-Qualität. Das Gericht mit Ragu und die Pasta mit Gemüse-Tomatensauce gibt’s für 6,50 Euro, die Trüffelpasta für Feinschmecker kostet 12,50 Euro. Serviert wird in kompostierbaren Pappschachteln oder in der mitgebrachten Schale.
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: AKF_ART.de
Foto: AKF_ART.de
Vor einem Jahr mussten Theater, Museen, Bühnen und Galerien wegen des ersten Lockdowns ihre Türen schließen. Um daran zu erinnern, organisiert das Potsdamer Netzwerk „KulturMachtPotsdam“ am 13. März ein dickes digitales Kulturprogramm, das mit einigen Raffinessen versehen ist. Der Aktionstag möchte nicht nur an den ersten Lockdown von vor einem Jahr erinnern und die kulturelle Vielfalt Potsdams präsentieren, sondern stellt auch aktive Forderungen an die Politik. Unter anderem geht es den Akteuren um mehr Wertschätzung und Mitspracherecht in der Landeshauptstadt. Auch die Förderung von Künstlerinnen und Künstlern soll erweitert und vereinfacht werden.
Mehr als 150 Kulturakteure gestalten ein Online-Programm, das teilweise live aus dem Hans-Otto-Theater, dem Nikolaisaal und dem Sans Titre gestreamt wird. Außerdem wird das Potsdam Museum zu einem digitalen Ausstellungsraum, in dem Werke ganz verschiedener Potsdamer Künstlerinnen und Künstler gezeigt werden.
In verschiedenen Chat-Rooms können die Besucher nicht nur untereinander, sondern auch mit den Organisatoren und Akteuren ins Gespräch kommen. Wie das funktioniert, hat sich MAZ-Redakteurin Sarah Kugler von Sina Schmidt erklären lassen. Die Potsdamer Theaterregisseurin koordiniert das digitale Programm von „KulturMachtPotsdam“.
Tipp: Sarah Kugler
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo steht diese Bank in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo steht diese Bank in Potsdam? Foto: Peter Degener
So viele Landesgrenzen kann man in Potsdam nicht überblicken. Natürlich scheint man sich manchmal in Italien, in Russland oder den Niederlanden aufzuhalten, doch allein das Land Berlin grenzt an Potsdam. Und der schönste Blick auf die Nachbarstadt fällt vom Park Babelsberg auf die Glienicker Brücke, die bekanntlich zur Hälfte in Berlin steht.
Direkt am Schloss Babelsberg stehen die weißen, gusseisernen Bänke. Sie wurden zwischen 1844 und 1849 gegossen. Wer die neogotischen Formen entworfen hat, ist unbekannt.
Das Schloss Babelsberg mit zwei der vier Bänke. Foto: Peter Degener
Das Schloss Babelsberg mit zwei der vier Bänke. Foto: Peter Degener
Ein einziges Exemplar aus dieser Zeit erhielt sich in Einzelteilen. 2015 kehrten das restaurierte Original und drei neue Bänke zurück – wie ein Bonbon verpackt mit großer roter Schleife. Das hatte seinen Grund, denn die Aufstellung war dank einer Spende der Potsdamer Bonbonfabrik von Katjes möglich geworden.
Spaziergänger können das restaurierte Original übrigens leicht anhand der ausgeprägteren „Narbung“ des Eisens erkennen. Die Oberfläche dieser Bank ist durch die allmähliche Korrosion nicht so glatt wie bei den Nachgüssen.
PS: So viele richtige Antworten wie auf dieses Rätsel hat es noch nicht gegeben. Wir freuen uns, dass Sie diesen schönen Ort kennen und uns die Lösung geschrieben haben. Beim nächsten Mal wird es vielleicht etwas schwieriger - aber wir greifen auch gerne Ihre Rätsel-Ideen auf. Schreiben Sie an potsdam-newsletter@maz-online.de
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Der Seddiner See. Foto: Varvara Smirnova
Der Seddiner See. Foto: Varvara Smirnova
Der Wasserverlust des Seddiner Sees wühlt die Menschen in der gleichnamigen Gemeinde und nicht nur dort auf. In der Debatte um eine Rettung des Sees stand Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) in den vergangenen Monaten in der Kritik. MAZ-Redakteur Jens Steglich hat dem Verwaltungschef im Interview auf den Zahn gefühlt. Seine erste Frage: “Warum ist Ihnen der Seddiner See egal geworden?”
Auf dem Nachbargrundstück von Sebastian Kaplick in der Ruhsldorfer Straße in Teltow soll eine KIta gebaut werden. So weit, so gut. Doch nun hat der Mann aus der MAZ erfahren, dass es nicht mehr um einen Flachbau mit 60 Pätzen geht. Stattdessen wird nun ein 58 Meter langes und drei Geschosse hohes Gebäude mit 156 Betruungsplätzen geplant. Das will der Nachbar nicht ohne weiteres hinnehmen und erhält Unterstützung aus dem Bauausschuss der Stadt.
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Unser Tipp fürs Wochenende

Charlott Lehmann und Paul Wilms in den Fünf-Personen-Stück „Nathans Kinder“. Quelle: Thomas M. Jauk
Charlott Lehmann und Paul Wilms in den Fünf-Personen-Stück „Nathans Kinder“. Quelle: Thomas M. Jauk
Am Freitag, 5. März verlegt das Hans-Otto-Theater (HOT) die Premiere des Jugendstücks „Nathans Kinder“ ins Internet. Die zeitgenössische Version des Lessing-Klassikers „Nathan der Weise“ von Erfolgsautor Ulrich Hub wurde von Joerg Bitterich inszeniert und im Februar in der Reithalle von der Potsdamer Firma 414films aufgezeichnet. Der Stream beginnt um 18 Uhr und ist 24 Stunden abrufbar. Karten für 5,50 Euro, ermäßigt 3,30 Euro sind auf der Website des HOT buchbar. Im Anschluss an das Stück, besteht um 19.15 Uhr die Möglichkeit, mit Dramaturgie und Ensemble zu chatten.
Das Setting ist etwas moderner als in Lessings Original, Ulrich Hub stellt die junge Generation und ihr Ringen um Verständigung und Frieden in den Mittelpunkt seines Stückes. Darin beanspruchen Christen, Juden und Muslime die Stadt Jerusalem für sich. Orientierungslos irrt eines Nachts der junge Kreuzritter Kurt umher, als er plötzlich ein brennendes Haus entdeckt. Mutig stürzt er sich in die Flammen und rettet ein junges Mädchen aus dem Feuer. Aber Recha ist die Tochter des Juden Nathan. Über alle Glaubenskonventionen hinweg entsteht eine zarte Liebe zwischen den beiden - doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern.
Tipp: Sarah Kugler
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Am vergangenen Wochenende brannten in Potsdam zwei Schlafplätze von wohnungslosen Menschen, einer der beiden Betroffenen wurde bei dem mutmaßlichen Brandanschlag verletzt - diese traurigen Nachrichten haben wir Ihnen bereits im vergangenen Newsletter berichtet. Unser MAZ-Videokolumnist Marcus Gude ist erschüttert von den Geschehnissen. Er findet klare Worte für die bislang unbekannten Täter. Wo Menschen ohne Wohnung warme Kleidung, Nahrungsmittel oder einen Unterschlupf bekommen können und wer Spenden für Obdachlose annimmt, erfahren Sie hier.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 37
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 37
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