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Pflicht zu mehr Fahrrad-Stellplätzen+++60 Jahre Mauerbau+++Hubschrauber stürzt auf A115

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
wir fahren oft ganz gedankenlos mit der S-Bahn nach Berlin und wieder zurück, es ist gottseidank wieder ganz selbstverständlich, dass hinter dem Bahnhof Griebnitzsee der Bahnhof Wannsee und man von Teltow nach Lichterfelde fahren kann. Heute vor 60 Jahren wurde West-Berlin, der Hort der Freiheit inmitten des DDR-Staats, mit Stacheldraht abgeriegelt. Schnell wuchs daraus die Berliner Mauer. Heute wird der Grenztoten gedacht und zugleich der wiedergewonnenen Freiheit. Mitten im Bundestagswahlkampf lockt das sogar den CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet nach Potsdam, der heute symbolisch über die Glienicker Brücke laufen will. Nun ja, es ist Wahlkampf.
In der MAZ sind in diesen Tagen jedenfalls zahlreiche bislang unbekannte Geschichten zu lesen. Ich selbst hatte das Glück mit einem ehemaligen Grenzer zu sprechen, der völlig naiv mit einer Kompaktkamera Fotos von sich und seinen Kameraden und auch den Grenzanlagen gemacht hat. Diese verbotenen Privatfotos werden nun erstmals gezeigt.
Meine Kollegin Nadine Fabian hat eine Familie getroffen, deren Haus auf dem einstigen Todesstreifen steht. Es ist kein simpler Neubau an zufällig historischer Stelle. Das Haus steht genau dort, wo die Familie schon vor dem Mauerbau gewohnt hat. Ihr Heim war für den Todesstreifen abgerissen worden.
In der Gedenkstätte Lindenstraße hat sich der Historiker Sebastian Stude mit der Erichtung der Mauer und den daraufhin erfolgten Verhaftungen in Potsdam befasst. Heute eröffnet die Sonderausstellung “1961. Geheimpolizei und Mauerbau im Bezirk Potsdam”. Ein Clou: Anstelle eines Katalogs haben verschiedene Zeichner die wahren Geschichten vom Haftalltag und einigen Häftlingen in Form eines Comics aufgezeichnet. Das Buch, das für Schüler wie auch Erwachsene taugt, ist im Eintritt zur Ausstellung mitinbegriffen.
Ich empfehle diesen Besuch sehr dringend - und zugleich rate ich, die zahlreichen Mauerorte in Potsdam einmal gedanklich zu würdigen. Sie müssen ja nicht gleich mit Armin Laschet über die Glienicker Brücke gehen. Wer lieber digital guckt, dem sei diese Bildergalerie ans Herz gelegt, wo man sieht, wie einige Mauerorte heute aussehen.
Das ganze Gedenken ist Ihnen zuviel? Dann hier noch drei andere Themen:
Eine gute Nachricht zuerst: Für den Sportplatz-Streit am Remisenpark im Volkspark zeichnet sich eine Lösung ab - es wurde eine alternative Fläche gefunden, die vorher nicht in Betracht gekommen war.
Eine traurige Nachricht: Das Hotel “Bayrisches Haus” im Wildpark schließt - und zwar bereits Ende August. Alexander Dressel, der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Küchenchef, verabschiedet sich nach 20 Jahren, weil das Haus in eine klinik umgewandelt werden soll.
Eine hoffnungsfrohe Nachricht: Der havarierte Frachter “Katja” schwimmt wieder im Sacrow-Paretzer Kanal. Die Lage für den Eigner des Schiffes ist dennoch ernst. Die MAZ sprach mit ihm.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Foto: Julius Frick
Foto: Julius Frick
Endlich Gleichberechtigung! Nicht zwischen Mann und Frau, sondern zwischen Auto und Fahrrad. Das ist der Kerngedanke für die neue Stellplatzsatzung in Potsdam. Künftig werden Hauseigentümer und Bauherren in Potsdam nämlich zu deutlich mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder verpflichtet als bisher. Damit soll dem zunehmenden Anteil an Fahrrädern und auch Lastenrädern Rechnung getragen werden. Ein Beispiel: Anstelle von nur einem Fahrradplatz pro Wohnung gilt jetzt ein Stellplatz pro 35 Quadratmeter Wohnfläche. Das kann in einem Mehrfamilienhaus die Zahl der Stellplätze gleich verdoppeln. Noch ist die Satzung ein Entwurf, aber die wichtigsten Neuerungen haben wir hier zusammengefasst - und auch erklärt, wie die Lage bei den Auto-Stellplätzen künftig ist.
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Die Corona-Lage

Die Infiziertenzahlen steigen weiter: Am Donnerstag liegt der 7-Tage-Inzidenz in Potsdam bei 22,2. Die Grenze von 20 ist wichtig, wenn die Inzidenz fünf Tage in Folge über diesem Wert bleibt, gilt vielerorts wieder eine Testpflicht. Insgesamt hat das Gesundheitsamt 8 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 7.228 an.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Saskia KIrf
Foto: Saskia KIrf
Haben Sie Lust auf einen Ausflug in den Orient? Eine weite Reise braucht es nicht, das Ziel liegt in der Lindenstraße 56 in der Potsdamer Innenstadt und heißt Laila. Persische Familienküche trifft hier auf moderne Gastronomie und hervorragenden Service. Weine aus dem Libanon sind die perfekte Begleitung zu Lamm-, Kalb- und Hühnchen-Gerichten. Sie sollten unbedingt online reservieren, denn das Laila ist bei Einheimischen genauso beliebt wie bei Touristen.
Übrigens: Auch für den kleinen Hunger ist die Laila-Küche bestens gerüstet. Auf dem Bild von oben nach unten zu sehen sind Kartoffel-Teigfladen mit Kräutern, Teigtaschen mit würziger Hackfleisch-Zwiebel-Füllung und Auberginencrempüree in feiner Knoblauch-Tomatensauce.
Tipp: Saskia Kirf
Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Der Name des Hauses klingt ein wenig altbacken und etwas vage. Dabei wirkt das Äußere bis heute modern oder zumindest ungewöhnlich. Wer es nicht besser weiß, könnte angesichts der Gestaltung des Eingangs hier auch die regionale Niederlassung der verschwörerischen Illuminaten vermuten.
Auch wenn der Bau in einer kleinen Nebenstraße steht, die angesichts ihres Zustands bei der Wahl zur „schlechtesten Straße Potsdams“ immerhin Platz 3 erreichte, sind dort einige wichtige Institutionen beheimatet. Da die aber fast alle selbst aus dem Baugeschäft stammen, muss wohl eine Verschwörung dahinter stecken! Oder doch nicht? Kurz nach dem Treppchenplatz wurde die Straße saniert und macht den Menschen im gesuchten Haus alle Ehre.
Bevor ich es vergesse: Wer die Auflösung des letzten Rätsels mit den silbernen Metall-Armen im Newsletter vom Dienstag vermisst hat, wird hier fündig.
Und wenn Sie die Antwort auf das neue Rätsel kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 15. August, eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Unfall: Hubschrauber stürzt auf A115 am Dreieck Nuthetal
Einheimische im Vorteil: Groß Kreutz (Havel) verkauft Baugrundstücke nach Punkten
Fertig für die Laga 2022: Über dem Mühlenteich in Beelitz sprudelt jetzt die Fontäne
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Die Dauerbaustelle in der Behlertstraße ist für alle Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung. Unser Videokolumnist Marcus Gude ist bekanntlich Radfahrer und fährt daher am Stau vorbei, aber trotzdem sind ihm knifflige Situationen auf den Umleitungsstrecken aufgefallen. Besonders die LKW machen Marcus Sorgen.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 58
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 58
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