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Nicht ohne meinen Test+++Mob jagt Amerikaner+++Gegrillt an die Haustür

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich mag es in Zeiten wie diesen kaum laut sagen, aber ich hatte einen Wochenstart mit Hüpfpotenzial! Und ehrlich gesagt, hätte ich am Montagmorgen nach einer albtraumgeplagten Nacht nicht gedacht, dass sich meine muffelige Stimmung noch in gute Laune verwandeln würde.
Doch dann folgten gleich zwei gute Nachrichten: Zuerst gaben die Grünen Annalena Baerbock als ihre Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl im September bekannt. Ganz unaufgeregt lief das ab, ohne Gockelgehabe oder Zickenkrieg - schon allein das war erfrischend. Und dann wird es in Potsdam natürlich super spannend: Bei der Bundestagswahl 2021 treten Annalena Baerbock und Olaf Scholz vor Ort im Wahlkreis 61 direkt gegeneinander an. Zwei Kanzlerkandidaten in einem Wahlkreis – das hat es noch nie gegeben.
Wer Annalena Baerbock eigentlich ist, wo sie her kommt, wofür sie steht und wie viel Potsdam in ihr steckt, hat meine Kollegin Saskia Kirf für sie aufgeschrieben. Den sehr empfehlenswerten Text mit einer spannenden Bildergalerie finden Sie hier.
Meinen zweiten Freudenhüpfer vollführte ich, als das Potsdamer Literaturfestival Lit:Potsdam sein hoch spannendes Programm bekannt gab. Vor allem deshalb, weil die Veranstalter:innen mit Sharon Dodua Otoo und Mithu Sanyal zwei Romandebütantinnen einladen, deren Stimmen den deutschsprachigen literarischen Frühling 2021 nachhaltig geprägt haben. Beide Autorinnen werden im Juni in Potsdam lesen und raten Sie mal, wer garantiert Tickets für die Veranstaltung buchen wird. Überhaupt ist das Programm so gut, dass ich mich kaum entscheiden kann.
Unter anderem ist auch Krimi-Königin Ingrid Noll vor Ort und als bekennendes Fangirl freue ich mich sehr auf Sprachmagier Daniel Kehlmann. Welche prominenten Autor:innen - auch aus Potsdam - ebenfalls vom 1. bis 6. Juni in Potsdam zu Gast sein werden, habe ich hier für Sie aufgeschrieben.
Für ein etwas entspannteres Hüpfen sorgt in dieser Woche ebenfalls ein Buch: Der opulente Bildband „Potsdam. Kunst, Architektur, Landschaft“ ist die perfekte Lektüre in Zeiten nächtlicher Ausgangssperren und unsicherer Öffnungszeiten. Herausgeber Ralf Thomann hat gemeinsam mit dem Fotografen Achim Bednorz und der Kunsthistorikerin Barbara Borngässer spektakuläre Landschaftspanoramen, ausgesuchte Innensichten und sorgsam beobachtete Details der Schlösser und Gärten in Potsdam sowie der näheren Umgebung ausgesucht. Das Buch liegt jetzt in einer zweiten, aktualisierten Auflage vor und mein Kollege Volker Oelschläger hat für Sie aufgeschrieben, warum sich der Bildband lohnt. Seinen Text finden Sie hier.
So, und jetzt empfehle ich Ihnen mit voller Wucht in den heutigen Newsletter zu hüpfen. Der ist nämlich wieder vollgepackt mit Fakten, Reportagen und Geheimnissen, die Sie garantiert nicht verpassen möchten.
In diesem Sinne: Kommen Sie gut gelaunt durch die Woche und bleiben Sie vor allem gesund!
Ihre
Sarah Kugler
Redakteurin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Testpflicht an der Katholischen Marienschule Potsdam. Foto: Feliks Todtmann
Testpflicht an der Katholischen Marienschule Potsdam. Foto: Feliks Todtmann
Am Montag startete die Testpflicht an Potsdamer Schulen. Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Klassen müssen künftig zweimal die Woche einen negativen Test vorlegen, wenn sie den Präsenzunterricht besuchen wollen. Die Katholische Marienschule in Babelsberg setzt schon länger auf freiwillige Tests ihrer Schülerinnen und Schüler. Mit Erfolg: In mehreren Fällen konnten so Infektionsketten durchbrochen werden.
Wie die Testpflicht vor Ort in der Praxis funktioniert und warum Schülerinnen und Schüler, die ihren Testnachweis vergessen haben, in die Turnhalle geschickt werden, haben wir hier für Sie aufgeschrieben.
Text: Feliks Todtmann
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Die Corona-Lage

Zwei geschlossene Kitas, Abiturienten, die wegen positiver Corona-Befunde in Quarantäne müssen: Die Corona-Lage spitzt sich in Potsdam weiter zu. Am Montag meldete die Stadt 22 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus, das sind 17 mehr als vergangene Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Potsdam aktuell bei 105,9 und damit seit Ostersonntag das erste Mal wieder über dem kritischen 100er-Wert. Bleibt der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen dreistellig, müssen Einzelhändler sowie Museen wieder schließen, die Kontakte werden eingeschränkt und es gelten Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 und 5 Uhr.
Vor allem in Kitas und Schulen treten vermehrt neue Infektionen auf: Insgesamt sind nun 15 Kinder und Jugendliche sowie zehn Mitarbeitende aus Kitas und Schulen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 264 Kinder und Jugendliche sowie 36 Mitarbeitende aus sind in Quarantäne.
Die Kitas „Potsdam Kids“ und „Hasenlaube“ sind aufgrund von Corona-Fällen bis voraussichtlich 23. April geschlossen. Neue Fälle sind in der Kita „Pfiffikus“, der Kita „Kinderland“ und der Kita „Bergmännchen“ registriert worden. Auch in den Schulen werden neue Fälle verzeichnet: Betroffen sind die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule, das Bertha-von-Suttner-Gymnasium, das Filmgymnasium Babelsberg und die Karl-Foerster-Grundschule – darunter nach MAZ-Informationen auch Abiturienten.
In den beiden Potsdamer Kliniken werden derzeit 28 Patienten in Zusammenhang mit Covid-19 behandelt, davon 14 intensivmedizinisch. Das Robert-Koch-Institut meldete mit Stand Montag 234 Corona-Tote in Potsdam seit Beginn der Pandemie.
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Die besondere Geschichte

Becky Fischer-Liebe, Leiterin des Vitanas-Seniorencentrums. Foto: Bernd Gartenschläger
Becky Fischer-Liebe, Leiterin des Vitanas-Seniorencentrums. Foto: Bernd Gartenschläger
Becky Fischer-Liebe leitet seit mehr als zwei Jahrzehnten Seniorenheime. Die letzten Monate waren aber die schwersten ihrer gesamten Berufslaufbahn. Seit Ende September das Coronavirus in ihr Vitanas-Seniorencentrum in Potsdam kam, war die Tragödie nicht mehr aufzuhalten. Beinahe jeder dritte der rund 120 Bewohner starb, nachdem er sich angesteckt hatte. Und die Überlebenden trauern, genau wie das Personal, die Angehörigen und die Heim-Chefin selbst.
Wie sie selbst mit dieser Trauer umgeht, was hilft, was Hoffung gibt, hat Becky Fischer-Liebe meiner Kollegin Saskia Kirf erzählt. Ihren Text dazu können Sie hier nachlesen - ist eine dringende Leseempfehlung!
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Verkehr aktuell

Von der Wetzlarer Straße kann man nicht in die Fritz-Zubeil-Straße abbiegen. Foto: Bernd Gartenschläger
Von der Wetzlarer Straße kann man nicht in die Fritz-Zubeil-Straße abbiegen. Foto: Bernd Gartenschläger
Gute Nachrichten von der Nuthestraße: Die erste Hälfte der Brücke über die Bahngleise zwischen Potsdam und Babelsberg ist fertig saniert. Am Mittwochabend wird sie für den Verkehr freigegeben. Allerdings ist wegen des Brückenbaus an der Nuthestraße Friedrich-Engels-Straße unter der Brücke auf eine Fahrspur eingeengt. Eine Ampel regelt den Verkehr. Achtung auch hier für die Radler: Es gibt keinen Radweg.
Im Rahmen des Umbaus am Leipziger Dreieck wird weiter an den Tramgleisen vorm Hauptbahnhof gearbeitet. Daher bleibt die Friedrich-Engels-Straße in Richtung Babelsberg vorm Hauptbahnhof gesperrt – man kann nicht von der Langen Brücke oder der Heinrich-Mann-Allee abbiegen. Eine Umleitung führt über den Horstweg oder die Babelsberger Straße. Achtung Radfahrer: Auf der Heinrich-Mann-Allee bis zum Hauptbahnhof geht es derzeit nur über die Fahrbahn, der Radweg ist dicht.
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Der kulinarische Tipp

Wer sein Steak nicht selbst braten möchte, kann Rössigers BBQ-Box bestellen. Foto: Christin Klose/dpa
Wer sein Steak nicht selbst braten möchte, kann Rössigers BBQ-Box bestellen. Foto: Christin Klose/dpa
Bei Frank Rössiger und seiner Catering-Company ist die Grillsaison und Spargelsaison eröffnet: Deswegen bietet er BBQ- und Spargelboxen an, die Sie sich ganz bequem nach Hause liefern lassen können.
Die BBQ-Box kostet stolze 69 Euro, reicht aber auch für die ganze Familie: Enthalten sind hier fünf marinierte Schweinenacken-Steaks, fünf Trüffel-Bratwürste der Fleischerei Pirsch und zwei Norwegische Wildlachsfilets mariniert in einer Grillschale. Dazu gibt es vier halbe Maiskolben in Kräuterbutter zwei Kilogramm Kartoffelsalat, einen Becher Kräuterbutter, einen Becher Tomatenbutter sowie eine Flasche Chardonnay. Die Box gibt es wahlweise auch mit Hähnchensteaks.
Die vegetarische Spargel-Box klingt ebenso lecker. Enthalten sind hier: Spargelsüppchen mit Bärlauchpesto, Wakame-Salat mit geröstetem Sesam, vegane Medaillons, weißer Spargel, Butterkartoffeln und Sauce Hollandaise, Erdbeer-Pannacotta an Zitronenmousse und eine Flasche Chardonnay. Wer auf Fleisch partout nicht verzichten möchte, kann auch die Spargel-Box mit Kalbsbäckchen wählen. Beide Varianten kosten 55 Euro.
Bestellt werden können die Boxen unter Tel.: 0178/5 59 10 59, Bestellungen werden immer bis Donnerstag 18 Uhr angenommen. Die Auslieferung erfolgt freitags zwischen 11 und 17 Uhr.
Und falls Sie Ihren Spargel doch lieber selbst zu Hause zubereiten möchten, sei Ihnen hier noch mal ein Text von meinem MAZ-Kollegen Jens Steglich empfohlen. Er verrät darin zwei sehr lecker klingende Rezepte mit Beelitzer Spargel, die Sie hier nachlesen können.
Tipp: Sarah Kugler
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Entdeckung der Woche

Andacht für Kaiserin Auguste Victoria im Antikentempel mit den engsten Familienangehörigen, ehemaligen Bundesfürsten, Mitgliedern des Hofstaats und hohen Militärs.r. Bild: Museum Huis Doorn
Andacht für Kaiserin Auguste Victoria im Antikentempel mit den engsten Familienangehörigen, ehemaligen Bundesfürsten, Mitgliedern des Hofstaats und hohen Militärs.r. Bild: Museum Huis Doorn
An runden Jahrestagen werden alte Geschichten gerne noch einmal erzählt. Wie war das damals, was denkt man heute darüber? Die Beisetzung der einstigen Kaiserin Auguste Victoria im Antikentempel von Sanssouci im April 1921 - also vor 100 Jahren - wäre ein willkommener Anlass gewesen. Wer war dabei, wie lief das ab? Warum eigentlich dort?
Doch in diesem Fall ist der MAZ bei der Recherche eine kleine Entdeckung gelungen: Denn auch die berühmte New York Times berichtete 1921 über diese Beisetzung. Was auf der Titelseite der amerikanischen Tageszeitung stand, ist aber in Deutschland nie bekannt geworden: Im Umfeld des großen Ereignisses kam es zu einer Hetzjagd durch den Park von Sanssouci, bei dem ein frisch vermähltes Pärchen aus Amerika um sein Leben rennen musste. Warum James Tobinson aus Chicago und seine Frau von hunderten wütenden Menschen verfolgt wurden – und wie sie am Ende gerettet werden konnten - erzählt MAZ-Redakteur Peter Degener 100 Jahre später erstmals einem deutschen Publikum.
Text: Peter Degener
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Als 1908 der neue Rechnungshof für das Deutsche Reich in der Dortustraße eröffnet wurde, war das neobarocke Gebäude mit seinem hohen Walmdach, dem Naturstein an der Fassade und dem mächtigen Sockel durchaus ein Bruch zu den eher niedrigen und verspielten Wohngebäuden aus der Zeit Friedrichs II, dem echten Barock. In den Siebziger Jahren wurde das Gebäude nach Süden durch einen fünfgeschossigen Anbau erweitert. Heute befindet sich dort der Sitz einer Außenstelle des Bundesrechnungshofs.
Der Bundesrechnungshof in der Dortustraße. Foto: Peter Degener
Der Bundesrechnungshof in der Dortustraße. Foto: Peter Degener
Als der Anbau in einem völlig anderen architektonischen Stil vor einem halben Jahrhundert entstand, wuchs schräg gegenüber auch das Rechenzentrum in die Höhe. Dort wird in diesen Tagen auch der nächste architektonische Bruch sichtbar. Der Neubau des Turms der barocken Garnisonkirche wächst direkt neben dem Rechenzentrum. Vom heutigen Bundesrechnungshof an der Dortustraße hat man diesen Bau nicht nur buchstäblich im Blick. Die Institution prüft derzeit auch die Verwendung von Fördermitteln des Bundes für den „neoneo-barocken“ Turm der Garnisonkirche.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Der Landkreis hat am Montagabend neue Corona-Fälle aus mehreren Kindereinrichtungen gemeldet. Nach Kreisangaben muss die Grundschule in Caputh sogar komplett auf Online-Unterricht umstellen. Dort hatte sich eine Lehrkraft mit dem Coronavirus angesteckt. Für alle Lehrer und für Schüler aus zwei Klassen wurde Quarantäne angeordnet, teilte der Landkreis mit. 
Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam-Mittelmark bleibt auf hohem Niveau und betrug nach Landesangaben am Montag 138,53 (Vortag: 139,45). Der Wert liegt seit dem 15. April über der kritischen Marke von 100. Deshalb musste der Landkreis die Corona-Notbremse ziehen und hat die Corona-Regeln mit Wirkung zum 19. April wieder verschärft.
Sinisa K. wurde voriges Jahr in Potsdam festgenommen. Foto: Stähle, Grafik: Polizei
Sinisa K. wurde voriges Jahr in Potsdam festgenommen. Foto: Stähle, Grafik: Polizei
Zu 14 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung wurde am Montag Sinisa K. (30) am Landgericht Berlin verurteilt. Er hatte zu Prozessbeginn gestanden, im Juni und Juli des Vorjahres sieben sexuelle Übergriffe auf Frauen in Kleinmachnow, Potsdam und Berlin begangen zu haben. Die Verteidigung hatte auf nur zehn Jahre Haft gehofft.
Doch Sinisa K. war schon in Serbien straffällig geworden und hatte bis 2018 eine Haft abgebüßt. Der Rückfall kam also rasant. „Natürlich ist das hoch“, sagte der vorsitzende Richter Ralf Vogl zum Strafmaß, „aber das ist auch nötig. Wir hätten auch die maximal möglichen 15 Jahre ausgeschöpft, wenn er nicht so umfassend geständig gewesen wäre.“ Meine Kollegin Konstanze Kobel-Höller hat den Prozess und das Urteil verfolgt - und hier für Sie zusammengefasst.
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister zeigt sich genervt, er hat jetzt genug - aber nicht von Corona, sondern vom Streit um die Gefahr der Pandemie. Aber lesen Sie selbst:
„Es gibt reichlich Corona. Und jede Menge Corona-Konfusion. Zum Beispiel Menschen, denen reicht es schon lange, weil ihnen Corona nicht reicht, um an Corona zu glauben. Deswegen spazieren sie tapfer unter dem Motto: Es reicht! Und dann gibt es da noch die anderen, denen reicht es mit den ,Es-reicht’-Demo-Spaziergängern. Kurz und gut: Es gibt reichlich ,Es reicht‘. Und es gibt Ausnahmen: Corona reicht das alles noch lange nicht.“
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