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Neues vom Minsk+++Corona-Regel-Chaos+++Umsattelnde Gastronomen

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
mögen Sie Alliterationen? Dann habe ich eine gute Nachricht für Sie: Heute ist gleichzeitig der Welttag des Buches und der Tag des Deutschen Bieres. Der Tag des doppelten Bs sozusagen.
Ich muss gestehen, ich mache mir nicht sehr viel aus Alkohol und trinke lieber Saftschorlen, wenn mir nach etwas Prickelndem ist. Aber ein gutes Schwarzbier oder auch eine dunkle Potsdamer Stange gönne auch ich mir zwei bis fünf Mal im Jahr. Wenn Sie interessiert, was Potsdamer Autor:innen von Bier halten und welche Buchtipps sie zum Welttag des Buches für Sie haben, dann schauen Sie doch heute Morgen gleich mal auf unserer Website vorbei. Ich habe fünf von ihnen befragt und spannende Antworten erhalten.
Übrigens habe ich hier mal für Sie zusammengefasst, welche Bücher Potsdamer Autor:innen im letzten Jahr erschienen sind und hier steht, welche in diesem Jahr schon herausgekommen und welche Neuerscheinungen noch zu erwarten sind. Auf einen besonderen Herzensbuchtipp können Sie sich übrigens weiter unten noch freuen.
An dieser Stelle nur noch ein kleiner Literatur-Hinweis: Die Stadt und Landesbibliothek stellt immer wieder Online-Lesungen mit Kinder- und Jugendbuchautor:innen online. Diese Woche stellt Boris Pfeiffer „Die wilden Freunde – Abenteuer unter der Stadt“ vor. Das Video dazu finden Sie hier.
Auch abenteuerlich, aber eher nervenaufreibend ist die integrierte Schulleitplanung der Stadt Potsdam. Die Kita- und Schulplanung ist da – und sie wird Ärger machen: Obwohl die Mehrheit der Stadtpolitik kein neues Gymnasien will, sollen gleich drei entstehen. Die Linken und die Grünen haben ihre Ablehnung bereits erneuert. Zugleich muss sich Potsdam einen neuen, guten Grund suchen, um selbst Kitas zu unterhalten.
Eine Baustelle der ganz anderen Art ist Hasso Plattners Museum Minsk am Brauhausberg. Wie er am Donnerstag verriet, kann es nun doch nicht wie geplant in diesem Herbst eröffnen. Warum die Sanierung des DDR-Baus schwerer und teurer als gedacht ist, hat mein Kollege Peter Degener hier für Sie aufgeschrieben.
Dafür ist nun klar, wie der Vorplatz von Minsk und Schwimmbad Blu aussehen soll. Der große Parkplatz verschwindet, stattdessen wird es grün und plätschern. Inwiefern sich dabei an historischen Vorbildern orientiert wird, hat Peter Degener ebenfalls für sie herausgefunden.
Und wissen Sie, was ich diese Woche herausgefunden habe? Etwas, dass ich eigentlich schon wusste, aber das zu lesen mich doch immer wieder beruhigt: Ich bin nicht die einzige, die in dieser merkwürdigen Zeit etwas neben sich steht und deren Küchentisch dezent chaotisch aussieht. Mein Kollege Lars Grote hat einen wunderbaren Text darüber geschrieben, was gerade alles mit uns so schief hängt und was das Impfen damit zu tun hat. Allein der erste Satz seines Beitrags klingt wie Poesie: “Mund und Nase liegen unter einer Maske, die Seele liegt nun unterm Mikroskop.”
In diesem Sinne entlasse ich Sie in den Rest unseres heutigen, wieder sehr spannenden Newsletters - in dem Poesie übrigens auch noch eine Rolle spielt - und wünsche Ihnen, dass Sie trotz allem gut für Ihre Seele sorgen können. Bleiben Sie gesund!
Ihre
Sarah Kugler
Redakteurin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
Das Stadtgespräch

Offen? Geschlossen? Foto: Stefan Sauer/dpa
Offen? Geschlossen? Foto: Stefan Sauer/dpa
Es ist aber auch kompliziert mit den Coronaregeln. Eigentlich hätte Potsdam schon am Mittwoch die “Notbremse” ziehen müssen, weil die Sieben-Tage-Inzidenz seit drei Tagen am Stück über 100 lag. Aber, Überraschung! Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und seine Verwaltung, die eigentlich als Fans strenger Maßnahmen bekannt sind, machten nicht mit. Jetzt ist ein offener Streit mit dem Land ausgebrochen, auch die neuen Bundesregeln spielen eine Rolle - und die Verwirrung ist riesengroß.
Derzeitiger Stand: Am Freitag bleibt der Einzelhandel erst einmal geschlossen. Danach kommt es darauf an, ob Brandenburg sich mit seinen Regeln am Bund orientiert. Falls ja, darf der Handel wohl wieder öffnen, denn dann gilt eine Inzidenz von 150 als Wegmarke. Alles klar? Uns ehrlich gesagt auch nicht (immer). Die MAZ-Redakteure Volker Oelschläger und Saskia Kirf haben ihre Debatte um Schuberts Aufstand ins Internet verlagert und kommentieren den Streit hier.
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Die Corona-Lage

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam ist weiter gestiegen. Sie liegt mit Stand Donnerstag bei 116,5. Laut Robert-Koch-Institut (RKI), wurden von Mittwoch zu Donnerstag 46 neue Corona-Fälle registriert. Das sind 26 mehr als vor einer Woche und der sechsthöchste Wert, der an einem Donnerstag seit Beginn der Pandemie in Potsdam gemeldet wurde.
In den beiden Potsdamer Kliniken werden derzeit laut Stadt 31 Patienten in Zusammenhang mit Covid-19 behandelt, das sind drei weniger als noch am Vortag. Davon müssen mit Stand Donnerstag 17 intensivmedizinisch versorgt werden, einer mehr als noch am Mittwoch.
Seit Beginn der Coronakrise haben sich in Potsdam bisher insgesamt 6.196 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 90 Prozent der Erkrankten gelten heute bereits als genesen, 235 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.
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Die besondere Geschichte

Alexander Stüver, Mareike Friedrich, Branco Hildebrandt und Paul Gehrmann (im Uhrzeigersinn). Fotos: Gartenchläger (3), privat
Alexander Stüver, Mareike Friedrich, Branco Hildebrandt und Paul Gehrmann (im Uhrzeigersinn). Fotos: Gartenchläger (3), privat
Was macht man eigentlich, wenn man monatelang im eigenen Beruf nicht arbeiten kann, aber weiter Miete, Einkäufe und das Leben an sich finanzieren muss? Die Gastronomen unserer Stadt müssen sich diese Frage nun schon seit Monaten stellen. Vier von ihnen haben der MAZ erzählt, wie sie sich über Wasser halten. Da ist die Barkeeperin, die jetzt als Kindermädchen arbeitet (und sagt, dass die Klientel am Ende gar nicht so unterschiedlich ist), der Kellner, der bei der Tafel hilft, da gibt es den Barmann, der auf Corona testet und den Restaurantchef, der Gehörlose begleitet. Zurück in die Gastronomie wollen sie übrigens nicht alle.
Text: Saskia Kirf
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Der kulinarische Tipp

Die ZDF-Krimiserie "SOKO Potsdam" hat in ihrer aktuellen Folge eine ganz besondere form der Gastro-Kritik. Screenshot: ZDF
Die ZDF-Krimiserie "SOKO Potsdam" hat in ihrer aktuellen Folge eine ganz besondere form der Gastro-Kritik. Screenshot: ZDF
Gibt es ein Rezept, das so gut ist, dass Sie dafür töten würden? Natürlich nicht! Wobei es ja Menschen gibt, die ein Rezept lieber mit ins Grab nehmen, als es aufzuschreiben und weiterzugeben. Den kulinarische Tipp heute genießen Sie auch nicht am Esstisch, sondern am Bildschirm, vielleicht als Nachtisch zu einem guten Essen. Die ZDF-Krimiserie „SOKO Potsdam“ hat in ihrer aktuellen Staffel nämlich eine Folge namens „Tödliches Rezept“.
Ein Toter auf der Terrasse einer Villa und die Chefin eines veganen Lebensmittelherstellers spielen eine Rolle – und ein sehr, sehr teures Rezept. Ob es auch sein Geld wert war oder sich der Gastrokritiker im Grab umdrehen würde? Sehen Sie selbst und genießen Sie Potsdamer Motive und das Glück, bereits zu Abend gegessen zu haben – die Folge ist noch bis Anfang 2022 in der Mediathek des ZDF.
Tipp: Peter Degener
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Buchtipp der Woche

Drei Lyrikbände von Daniela Danz. Foto: Sarah Kugler
Drei Lyrikbände von Daniela Danz. Foto: Sarah Kugler
Lesen Sie auch manchmal Bücher, die Sie am liebsten allen Menschen in ihrem Umkreis schenken würden, weil Sie so begeistert von Ihnen sind: Für mich ist Daniela Danz‘ Lyrikband „Wildniß“ so ein Buch. Er war eine meiner Literaturentdeckungen des letzten Jahres und auch ihre anderen beiden Gedichtbände „Pontus“ und „V“ haben mich sehr begeistert. Viele der Texte habe ich mehrmals gelesen und viele Zeilen möchte ich mir in meine Gehirnwindungen tätowieren, damit ich sie nie wieder vergesse. Daniela Danz’ Lyrik kratzt, hämmert und zupft an Stellen in mir, die lange nicht mehr so berührt wurden und ich möchte, dass sehr viele Menschen ihre Gedichte lesen.
Dieser Meinung sind übrigens auch die Mitarbeitenden im Literaturladen Wist, die Daniela Danz für „Wildniß“ den hauseigenen Literaturpreis „Kleiner Hei“ verliehen haben. Die offizielle Preisvergabe musste zwar wegen Corona immer wieder verschoben werden, aber wenn Sie irgendwann doch stattfinden wird, treffen wir uns dort, oder? Warum Buchhändler Carsten Wist so begeistert von Danz‘ Dichtung ist, hat er mir übrigens hier erzählt
Buchtipp: Sarah Kugler
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Der Schatten fällt in eine Wölbung, man kann Linien und auch Ziffern erahnen, doch das Moos und die Witterung haben dem alten Stein zugesetzt. Auf den ersten Blick ist dieses fast 200 Jahre alte Objekt ganz unscheinbar. Doch von allen Seiten betrachtet ist es in seiner Komplexität vermutlich einzigartig in Potsdam und sehr selten in Deutschland.
Es handelt sich nicht um ein Kunstwerk, sondern um ein wissenschaftliches Instrument und ein Fachmann würde sich über die vielen Varianten von Gnomon und Skaphe freuen, die hier kunstvoll ineinander verschachtelt sind,
Wie bei so vielen Dingen in Potsdam, handelt es sich um eine Hommage oder Kopie, die im Auftrag des preußischen Königshauses entstand und einen ganz besonderen Platz im Welterbe einnimmt. Anders als bei den hiesigen Schlössern, Villen oder Skulpturen befindet sich das deutlich ältere Vorbild allerdings nicht in Frankreich, Italien oder Russland, sondern in Schwedt an der Oder.
Ein Tipp: Suchen sie dieses Instrument unbedingt bei schönem Wetter auf, damit sich sein Geheimnis und seine Besonderheiten besser erkennen lassen.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 25. April eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Ein Mandat im Bundestag scheint für die erst 25 Jahre alte Teltowerin Anna Emmendörffer in Greifweite zu sein: Sie hat den dritten Platz auf der brandenburgischen Landesliste erkämpft. Und auch wenn sie gar nicht damit rechnet, im Parlament immer ernst genommen zu werden – sie weiß bereits, für welche Inhalte im Interesse ihrer Region und ihres Bundeslandes sie sich einsetzen möchte. Dabei ist eines klar: Sie predigt nicht nur Grün, sie lebt es auch. Was sie umtreibt, wo sie herkommt und wo sie hin möchte, können Sie hier nachlesen.
Anna Emmendörffer Foto: Konstanze Kobel-Höller
Anna Emmendörffer Foto: Konstanze Kobel-Höller
Die Corona-Lage sieht derweil auch in Potsdam-Mittelmark weiterhin nicht rosig aus: Im Landkreis Potsdam-Mittelmark ist die Sieben-Tage-Inzidenz, die über Öffnung und Schließung von Geschäften, Schulen und Kitas entscheidet, zwar nur noch leicht auf 128,4 gestiegen. Allerdings meldete der Landkreis am Donnerstag 81 Neuinfektionen. Das sind 43 mehr als am Vortag. Sollte die tägliche Zahl der neuen Corona-Fälle auf diesem hohen Niveau bleiben, wird die Inzidenz von 165 – die neue kritische Marke für Schul- und Kitaschließungen – in Potsdam-Mittelmark bald überschritten.
Bereits auf Online-Unterricht umstellen musste jetzt die Grundschule in Caputh. Ein positiver Testbefund bei einer Lehrkraft führte zur Schließung der ganzen Schule, weil für 29 Lehrinnen und Lehrer Quarantäne angeordnet wurde. Auf die Frage, warum gleich so viele Pädagogen in häusliche Isolation mussten, gibt es jetzt eine Antwort, die überrascht. Nachlesen können Sie sie hier.
Text: Konstanze Kobel-Höller und Jens Steglich
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Unser Tipp fürs Wochenende

Schauspielerin Jutta Hoffmann. Foto: Christel Köster
Schauspielerin Jutta Hoffmann. Foto: Christel Köster
Wenn Sie am Wochenende einen guten Film gucken möchten, aber Netflix und Co schon leer geschaut haben, gucken Sie doch mal im digitalen Kino des Potsdamer Filmmuseums vorbei. Das Programm von „Kino2online“ bietet derzeit beispielsweise Filme zum 80. Geburtstag von Jutta Hoffmann an. Aber auch Kinderfilme und nicht allzu alte Art-House-Kinofilme sind dort zu finden. Das gesamte Programm finden Sie hier und hier habe ich für Sie aufgeschrieben, wie das digitale Kino funktioniert.
Am Samstag könnte Ihnen Blues gegen den aktuellen Corona-Blues helfen: Das Kunsthaus sans titre lädt ab 20 Uhr zu einem Online-Livekonzert ein. Zu erleben ist die Band „Bare City Blues" mit der Sängerin und Mundharmonikaspielerin Kat Baloun.
Die Wahl-Berlinerin aus Cincinnati in den USA begeistert ihr Publikum durch ihre spontane und ehrliche Art. Neben ihrem packenden Gesang verspricht das Kunsthaus mitreißende Soli von Harfe, Orgel und Gitarre und ein super Groove von Drums und Kontrabass.
Der Stream zum Online-Konzert ist frei, den Link erhalten Sie nach einer Anmeldung auf der Homepage des Kunsthauses sans titre.
Und auch ins digitale Theater können Sie am Samstag wieder gehen: Das Hans-Otto-Theater zeigt noch einmal seine Inszenierung von Friedrich Schillers „Maria Stuart“. Janine Kreß und Kristin Muthwill spielen Maria und Elisabeth, die beiden Königinnen, die um Macht und Leben kämpfen. Das Stück ist spannend, besticht sowie schon durch Schillers Sprache und ist zudem hervorragend gespielt.
Das Stück wurde extra für das digitale Theater professionell aufgezeichnet, Bild und und Ton sind exzellent, ich hab das bereits für Sie erprobt. Die Tickets kosten 5,50 Euro und gelten 12 Stunden lang. Erwerben können Sie sie auf der Website des Hans-Otto-Theaters und falls Sie sich immer noch nicht sicher sind, lassen Sie sich doch von meinem Kulturkollegen Maurice Wojach und seiner Kritik zu “Maria Stuart” überzeugen.
Tipps: Sarah Kugler
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Gleich zwei der drei Kanzlerkandidat:innen für die Bundestagswahl im September leben in Potsdam und treten auch hier zur Wahl an. Nach der Nominierung von Annalena Baerbock für die Grünen am Montag und Olaf Scholz für die SPD liefen die Kommentarspalten auf Facebook aber heiß: Wessis seien das, mindestens Zugezogene, auf keinen Fall Potsdamer.
Unserem Videokolumnist Marcus Gude schwillt da direkt in bester Mecker-Manier der Kamm. Denn wer ist denn bitte Potsdamer und was wäre unsere Stadt ohne die vielen Tausend Menschen, die hier herkamen? Zum Vergleich:1999 lebten gerade noch 120.000 Menschen in Potsdam, heute sind es mehr als 180.000. Und gleich zwei davon wollen Bundeskanzler:in werden - eigentlich ein Grund zur Freude, oder?
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 44
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 44
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