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Neuer Lockdown greift +++ Fast neuer Flughafen startet +++ Alte Baustellen stören

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Ob US-Präsident Donald Trump angesichts der heute anstehenden Wahl wehmütig ist? Nun, nein, darauf deutet wahrlich nichts hin. Gewohnt aggressiv, höhnisch und unberechenbar wirkt der Republikaner bei seinen zahlreichen öffentlichen Auftritten. Sein Herausforderer Joe Biden liegt den Umfragen zufolge in der Wählergunst vorn, doch das kann bedeutungsloser sein, als zunächst angenommen. Unser junger Kollege Linus Höller studiert in den USA und erlebt die Wahlnacht hautnah mit.
Aber zurück nach Potsdam, denn wir haben wahrlich genug eigene Sorgen mit anderen Ämtern. Zum Beispiel die seit fast einem Jahr nicht zur Arbeit erschienene Leiterin des Denkmalamts - in einer Stadt wie Potsdam eine enorm wichtige Stelle. Jetzt gibt es wieder etwas Neues in der Affaire - kommt die Chefin nach einer weiteren gescheiterten Bewerbung nun zurück ins Amt?
Neu in der Stadt und ganz sicher nicht gleich wieder verschwunden ist der Kunstkoloss „Seitigkeiten“ von Volker Bartsch, die erste private Schenkung für den „Walk of modern Art“ zwischen dem Potsdam Museum und der Schiffbauergasse. Der Schenkung voraus ging ein besonders dreister Kunstraub, wie Volker Oelschläger aus der MAZ-Redaktion herausgefunden hat.
Liebe Leserinnen und Leser, die Zeiten sind keine leichten. Halten wir es daher mit unserem MAZ-Karikaturisten Jörg Hafemeister, dessen neuestes Werk Sie am Ende dieses Newsletters bewundern können: Mit Obacht, Empathie und Zuversicht kommen wir auf jeden Fall besser durch diese Krise.
Bleiben Sie uns gewogen und gesund! Der nächste Newsletter erwartet Sie wieder am Freitag.
Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Lokalredakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Rien ne va plus, nichts geht mehr: Seit gestern greift der neue Lockdown auch in Potsdam, vom Kino bis zum Schwimmbad, von der Gaststätte bis zum Kosmetikstudio - fast alles, was in der Freizeit Spaß macht oder Erholung bringt, bleibt nun geschlossen. Die betroffenen Unternehmer hatten schon im Vorfeld nur wenig Verständnis für diese Maßnahmen. Doch sie kamen trotzdem, und so haben wir MAZ-Reporter am Wochenende viele wehmütige, vorerst letzte Male begleitet.
Wäre es allein nach Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) gegangen, hätte der Lockdown übrigens schon vor dem Wochenende gegolten - doch er scheiterte mit seinem Vorstoß beim Ministerpräsidenten.
Positiver Corona-Test. Quelle: imago images/MiS
Positiver Corona-Test. Quelle: imago images/MiS
Dass die Lage sehr ernst ist, zeigen nicht nur die hohen Infektionszahlen, die wir täglich hier für Sie aufbereiten. Alarmierend ist auch, dass es Ansteckungen in mehreren Schulen, einer Kita, in Gemeinschaftsunterkünften und einem Pflegeheim gibt. Längst werden in beiden Potsdamer Krankenhäusern Covid19-Patienten behandelt, dabei sollte eigentlich einer internen Absprache zufolge zunächst nur das größere Bergmann-Klinikum für die Erkrankten da sein. Auch die Hausarztpraxen gelangen an die Grenzen, wie uns zwei Potsdamer Mediziner verraten haben.
Und trotzdem gibt es, Verzeihung, Deppen, die es nicht lassen können und sich zum Party machen im Parkdeck treffen.
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Die besondere Geschichte

Peter Etzrodt (r.) aus Werder (Havel) beendet die Pannen-Tragödie des BER. Er hat dort als erster Pilot eine besetzte Passagiermaschine gelandet. Quelle: privat
Peter Etzrodt (r.) aus Werder (Havel) beendet die Pannen-Tragödie des BER. Er hat dort als erster Pilot eine besetzte Passagiermaschine gelandet. Quelle: privat
Es ist geschafft, der Pannenflughafen BER ist mit neun Jahren Verspätung und viel höheren Baukosten als geplant endlich eröffnet worden. Eine große Party gab es am Samstag nicht - sowohl die Pandemie als auch die vielen, vielen peinlichen Verzögerungen beim Mammutprojekt haben für eine Einweihung im kleinen Rahmen gesorgt.
Nicht nur mit dabei, sondern in einer der wichtigsten Rollen überhaupt, war ein Mann aus Werder/Havel: Der Pilot Peter Etzrodt steuerte den allerersten Lufthansa-Airbus, der um kurz nach 14 Uhr auf der Landebahn des BER aufsetzte. Auch für den erfahrenen Piloten war das eine besondere Landung. „Dass ich aus der Gegend komme, ist sicherlich auch ein Grund, dass ich den Erstflug zum BER fliegen darf,“ sagte er meinem Kollegen Jan Sternberg.
Kaffeebraune Welten im Steigenberger – der Stil des eigentlichen Eröffnungsjahrs 2011. Quelle: Ulrich Wangemann
Kaffeebraune Welten im Steigenberger – der Stil des eigentlichen Eröffnungsjahrs 2011. Quelle: Ulrich Wangemann
Eine hübsche Randnotiz im BER-Chaos ist auch das seit Jahren fertiggestellte Airport-Hotel, das nun erstmals Gäste beherbergen durfte, bevor es seit Montag wieder im Teil-Lockdown ist und nur noch Dienstreisende aufnehmen darf - immerhin ist das am Flughafen naturgemäß eine große Gruppe der Reisenden, auch wenn diese nun ohne das Sechs-Euro-Bier an der Hotelbar auskommen müssen. Natürlich war die MAZ zum Probeschlafen vor Ort.
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Der kulinarische Tipp

Nun haben also viele Potsdamer Unternehmen wieder geschlossen. anders als im Frühjahr ist der Einzelhandel dieses Mal nicht vom Lockdown betroffen, aber sowohl die Kultureinrichtungen als auch die Gastronomie sind hart getroffen. Die Plattform “Potsdam liefert” wird daher jetzt wieder mit neuem Leben gefüllt, hier bietet jeder, der kann, seine Waren zum abholen oder nach Hause geliefert an. Martinsgans oder Gutscheine, Cocktails, Nudeln: Zumindest die Gaststätten der Stadt können unter www.potsdamliefert.de ein bisschen unterstützt werden.
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Verkehr aktuell

Foto: Varvara Smirnova
Foto: Varvara Smirnova
Es gibt in Potsdam an vielen Stellen weiter kaum ein Vorankommen, denn es wird fleißig gebaut. Die Dauerbrenner Leipziger Dreieck und Nutheschnellstraße bleiben ein Ärgernis, auch anderenorts müssen sich Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger auf Einschränkungen einrichten. Lesen Sie hier die Verkehrsprognose für diese Woche.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wenn die Sonne richtig steht, lässt sich selbst durch den Bauzaun das besondere Mauerwerk erkennen. Erst seit kurzem ist der Ort abgesperrt, um ihn völlig neu zu gestalten – und erst seit kurzem ist auch klar, dass der ominöse Schatten nicht verschwinden wird, sondern erhalten bleibt. Ganz unscheinbar fristete das Objekt über vier Jahrzehnte lang wahrhaft ein Schattendasein mitten in der Stadt.
Vor einigen Monaten wurde das Gebäude daneben abgerissen, erst vor einigen Wochen überragte ein Holzgerüst den gesuchten Ort und hob ihn deutlich im Stadtbild hervor. Damit das Objekt nicht auch noch abgerissen werdne muss, wurden bestehende Planungen spontan noch einmal verändert. Dass das gerechtfertigt ist, liegt vielleicht auch an den zwei Urhebern, deren Werke in zahlreichen deutschen Städten zu finden sind. Sie haben aber auch deutlich kleinere und leichtere Arbeiten geschaffen, die ihren Weg bis in die renommiertesten Kunstsammlungen gefunden haben. Welcher Ort ist gesucht?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 5. November eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Das Haus Brücker Weg 6 in Rädel wurde nun versteigert. Es ist in einem desolaten Zustand. Quelle: privat
Das Haus Brücker Weg 6 in Rädel wurde nun versteigert. Es ist in einem desolaten Zustand. Quelle: privat
Im kleinen Rädel (Potsdam-Mittelmark) steht ein seit langem verfallenes Haus. So weit, so unspektakulär. Um eine Forderung von schlappen 300 Euro für ausstehende Grundsteuer und Mahnungen, die ihr der frühere Eigentümer schuldig geblieben war, einzutreiben, wurde die Schrott-Immobilie nun zwangsversteigert. Und die Glücksritter kamen: Zehn Interessenten überboten sich gegenseitig, letztlich kam das Häuschen (Verkehrswert: 5.500 Euro) für 71.000 Euro unter den Hammer. Wem das Geld nun gehört, ist dabei unklar, denn die Erben sind unbekannt, sie haben aber 30 Jahre Zeit, sich zu melden. Und die neuen Besitzer? Haben nach dem ersten Blick in ihren Erwerb zwei Stunden lang geweint - und zwar nicht vor Freude.
Das Oberstufenzentrum in Werder alarmierte am Montagmorgen die Feuerwehr. Quelle: Patrick Plönnig
Das Oberstufenzentrum in Werder alarmierte am Montagmorgen die Feuerwehr. Quelle: Patrick Plönnig
Zum Schulbeginn am Montagmorgen musste die Feuerwehr zum Oberstufenzentrum in Werder ausrücken. Die Leitstelle sei über eine drohende Explosionsgefahr im Chemielabor informiert worden, teilte der Landkreis Potsdam-Mittelmark am Montag mit. Im Chemiekabinett sollen sich Stoffe bei der Entsorgung unzulässig vermischt haben.
Wie im gesamten Land Brandenburg ist in Potsdam-Mittelmark die Corona-Lage dramatisch. Auch ein neuer Todesfall, der erste in der zweiten Infektionswelle, ist zu beklagen. Über alle wichtigen Entwicklungen der Pandemie im Landkreis informieren wir hier.
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Halloween hin, Corona her, es bleibt irgendwie gruselig. Neben Abstand, Hygiene und Masken helfen auch Obacht, Empathie und Zuversicht, findet unser Karikaturist Jörg Hafemeister.
Bild: Hafemeister
Bild: Hafemeister
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