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Nackte Tatsachen+++Spender retten Café+++Politik auf Abstand

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,

leider sind sie in diesen Tagen selten geworden, aber irgendwo zwischen der neuesten Corona-Mutations-Meldung und düsteren Lockdown-Aussichten gibt es sie noch: die guten Nachrichten. Eine kam gestern direkt aus meiner Nachbarschaft - und hat mich als Fan des Kellermann in Babelsberg ganz besonders gefreut: Das Café, das Corona-bedingt kurz vor dem Aus steht, hat mit seinem Hilferuf innerhalb weniger Tage so viele Menschen erreicht, dass es zumindest vorerst gerettet ist.
Eine weitere gute Nachricht: Trotz verschärfter Maskenpflicht seit dem Wochenende haben die Potsdamer entgegen aller Erwartungen offenbar auf Hamsterkäufe verzichtet, zumindest geben Apotheken und Drogerien in der Stadt Entwarnung: Medizinische Mund-Nasen-Masken und FFP-2-Masken sind nach wie vor in ausreichender Zahl vorhanden.
Und noch etwas Erfreuliches gibt es zu berichten: Die “schönste Frau von Potsdam” könnte uns in naher Zukunft wieder mit nackten Tatsachen verzücken. Noch liegt die originale Minerva-Figur in einem Depot auf dem Schirrhofgelände der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, doch das könnte sich ändern - zumindest wenn es nach dem Wunsch des Potsdamer Stadtschlossvereins geht.
Leider gibt es auch heute die eine oder andere schlechte Nachricht - von Corona-Mutationen, Staufallen und der Sorge vor Kita-Öffnungen. Doch die lesen Sie alle erst weiter unten im Newsletter. Ich verabschiede mich stattdessen mit einer vierten guten Nachricht: Das Potsdamer Rathaus ist ein Jahr nach dem Cyber-Angriff bald endlich wieder vollständig online. Mitte Februar soll mit der Kfz-Zulassung auch die letzte Dienstleistung auf der Website verfügbar sein.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich eine Woche mit weiteren guten Nachrichten! Den nächsten Newsletter “Potsdam ganz nah” haben Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Bleiben Sie gesund,
mit herzlichen Grüßen
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Foto: Monika Skolimowska/dpa
Foto: Monika Skolimowska/dpa
Die Inzidenz sinkt, aber die Corona-Mutanten sorgen auch in Potsdam für große Verunsicherung: Ist die Entscheidung des Verwaltungsstabs vertretbar, die Kitas ab kommender Woche wieder zu öffnen? Die zuständige Beigeordnete Noosha Aubel und ihr Chef, Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), müssen viel Kritik einstecken – vor allem für das Hin und Her in der Kommunikation. Denn erst am Freitag vergangener Woche hatte die Stadt nach tagelangen Signalen für eine schnelle Öffnung verkündet, die Einrichtungen noch für die letzte Januarwoche geschlossen zu halten. Erst ab dem 1. Februar soll die Notbetreuung ausgesetzt werden, sollen die Kitas wieder in den Normalbetrieb gehen. Was die Potsdamer Stadtpolitik dazu sagt, lesen Sie hier. Und so viel seit verraten: Die Reaktionen reichen von Erleichterung über Kommunikations-Kritik bis hin zur Ablehnung.
Doch was meinen eigentlichen diejenigen, die mit den Entscheidungen der Politik leben müssen? Zum Beispiel die Erzieherinnen und Erzieher. Mirjana Slotta-Pietrzik, 34, betreut Kinder in einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Potsdamer Innenstadt. Sie sagt im Interview: “Ich finde es unsinnig, beim ersten Absinken des Wertes sofort die Einrichtungen zu öffnen und damit zu riskieren, dass es in den Kitas wieder zu einer Vielzahl von Infektionen kommt.”
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Die Corona-Lage

Derzeit scheint sich die Corona-Lage in Potsdam etwas zu entspannen: Am Montag meldete die Stadt Potsdam lediglich fünf neue bestätigte Corona-Fälle, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit Stand Montag bei 112. Eine weitere gute Nachricht: Die Stadt muss zum Anfang der Woche keinen weiteren Corona-Toten melden, deren Zahl bleibt damit bei 177 seit Beginn der Pandemie.
Gestiegen ist allerdings die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Am Sonntag waren es noch 19 Patienten, am Montagmorgen meldet die Stadt 22. Dafür ist die Zahl der Gesamtpatienten, die stationär behandelt werden müssen, leicht gesunken und liegt am Montag bei 77 (Vortag 78). In Quarantäne befinden sich am Montag in Potsdam 626 Personen, seit Beginn der Pandemie haben sich nachweislich 4735 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
Am Sonntag vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 230, am Montag, 18. Januar, sank sie dann unter 200 und wurde im Laufe der Woche stets kleiner. Den niedrigsten Wert der Woche meldete die Stadt am Sonntag, 24. Januar: Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug dort 111,5.
Aktuell sind nach Angaben der Stadt in den Kitas und Schulen elf Personen positiv getestet (sechs Kinder und Jugendliche, fünf Mitarbeitende). Insgesamt sind 193 Kinder und Jugendliche sowie 34 Mitarbeitende als Kontaktpersonen ersten Grades nach RKI-Kriterien in Quarantäne.
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Die besondere Geschichte

Illustration: Jörg Hafemeister
Illustration: Jörg Hafemeister
Kein Plausch mehr in der Fußgängerzone, keine Debatte mehr beim Feierabend-Bier, keine Bürgersprechstunde zur aktuellen politischen Lage: Die Corona-Pandemie hat auch die Kommunalpolitik in der Stadt auf den Kopf gestellt, der direkte Draht zum Bürger, den gerade Lokalpolitiker oft intensiv pflegen, ist Corona-bedingt gestört. Doch was heißt das für den Job der Potsdamer Kommunalpolitiker? Welche Einfluss nimmt der soziale Zwangsabstand auf die politischen Entscheidungen? Sascha Krämer (Linke), Sarah Zalfen (SPD), Andreas Walter (Grüne) und Saskia Ludwig (CDU) erzählen, was das für ihren Alltag heißt: Politik auf Abstand.
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Verkehr aktuell

Ob im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß: Auch die letzte Januarwoche erfordert im Stadtverkehr Geduld. An folgenden Baustellen und Engpässen ist besondere Vorsicht geboten.
Am Donnerstag erfolgt die Einrichtung einer neuen Bauphase am Leipziger Dreieck. Hierzu ist die zeitweise Abschaltung mehrerer Ampeln notwendig. Dies betrifft die Ampeln am Leipziger Dreieck, an der Kreuzung Lange Brücke/Friedrich-List-Straße/Babelsberger Straße und Kreuzung Breite Straße/Schlossstraße. Erhöhte Aufmerksamkeit ist erbeten. Für Gleisbauarbeiten ist die Friedrich-Engels-Straße vom Leipziger Dreieck kommend in Fahrtrichtung Babelsberg in Höhe Hauptbahnhof für den Kfz-Verkehr gesperrt. 
Weitere Behinderungen erwarten Sie an den bekannten Stellen auf der Nuthestraße, der Leipziger Straße und An der Alten Zauche. Weitere Details lesen Sie in der aktuellen Verkehrsprognose.
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Der kulinarische Tipp

Foto: privat
Foto: privat
Das Familiencafé “Tante Anna” in der Gutenbergstraße bietet seit Neuestem einen besonderen Service am Sonntag: Großes Frühstück frei Haus. Frische Brötchen, Aufschnitte, Obst, knackiges Gemüse und eine kleine Aufmerksamkeit, wie etwas Süßes oder ein Fläschchen Sekt sind im Angebot enthalten.
Das Paket kostet 15,90 pro Person und wird kontaktlos an die Tür gebracht - für entspannte Sonntage. Vorbestellungen werden bis Samstagmorgen unter hallo@tante-anna-cafe.de angenommen.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Wo in Potsdam ist das? Foto: Peter Degener
Welches Tier hat dort seine Spuren hinterlassen? Und wem gehören die Beinchen davor? Die Abdrücke der Pfoten fallen den Betrachtern meisten kaum auf, denn die über zwei Meter hohe Figur darüber zieht in der Regel alle Aufmerksamkeit auf sich. Der erste Blick lässt an märchenhaften Porzellan-Kitsch denken, doch wer sich näher damit befasst, stößt auf das genaue Gegenteil. Auf das Böse, das sich im Gewand des Guten zeigt. Wenn man das Böse bemerkt, ist es jedoch schon zu spät.
Der Ort, der heute für Wissen und für die Herrschaft des Rechts steht, diente zwei Diktaturen. Die Vergangenheit scheint hier grimm durch die Bäume. Die Installation zeigt sich aber trotz des erhobenen Zeigefingers nicht als belehrend, sondern farbenfroh und niedlich. Dieser Gegensatz sorgt für Spannung. Vielleicht schaut man sich besser um: Wo ist das Tier jetzt hin? Wo lauert das Böse?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 28. Januar eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Gute Nachrichten für die Stahnsdorfer: Sie werden ans S-Bahnnetz angeschlossen. Und die Pläne werden konkret. Noch dieses Jahr klären die Länder Brandenburg und Berlin die Finanzierungsfrage für die Vorplanung der Verlängerung der Trasse der S25 von Teltow bis Stahnsdorf. Im Zehn-Minuten-Takt sollen die Züge künftig sogar zu Spitzenzeiten fahren. Ein zweites Gleis – mindestens von der Berliner Stadtkante bis Teltow – soll auch gebaut werden.
Foto: Frank Bürstenbinder
Foto: Frank Bürstenbinder
Auf dem Lehniner Campingplatz steht das erste Tiny-Haus. Der Wildenbrucher Unternehmer Heiko Neupert will eine ganze Siedlung aus den mobilen Minihäusern am Klostersee errichten – anstelle eines ehemaligen Campingplatzes. Das erste Haus hat die dekorative Sandsteinfassade – mein Kollege Frank Bürstenbinder durfte einen ersten Blick hineinwerfen. Es gibt eine Küchenzeile, ein kleines Badezimmer und ein Schlafzimmer unterm Dach.
Text: Alexander Engels
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Unser Buchtipp der Woche

Foto: Sarah Kugler
Foto: Sarah Kugler
Ingo Schulze erzählt in seinem Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ von Norbert Paulini, einem Antiquar aus Sachsen. Ein Buchmensch durch und durch, der sich dem Lesen verschrieben hat und der allen Widerständen zum Trotz an seinem Antiquariat, an seinen Büchern festhält. Mit dem Ende der DDR verliert er jedoch auch seine Bedeutung. Was als warmherzige Geschichte über die Liebe zum Buch beginnt, entwickelt sich bald zu einem vielseitigen Bild über Wahrheit, die Macht des geschriebenen Wortes und die Gefahr der einseitigen Betrachtungsweise.
Ein unglaublich kluges, durchdachtes, gut komponiertes, spannendes Buch, das in drei Teilen geschrieben ist und gekonnt mit den Erwartungen des Lesers spielt und sie noch gekonnter widerlegt. Ein Roman, der die Lesenden die eigenen Denkmuster hinterfragen lässt.
Etwas ärgerlich: Der Klappentext führt die Lesenden in eine falsche Richtung: Hier geht es nicht darum, von einem Mann zu erzählen, der sich radikalisiert oder gar ein politisches Portrait von rechten Wutbürgern in Ostdeutschland zu zeichnen. Ganz klar stehen hier die Wahrheitsfindung, das in die Irre führen, das Entlarven von angeblichen Wahrheiten, der Appell, Texte hinterfragen zu müssen, im Mittelpunkt. 
Tipp und Text: Sarah Kugler
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
“Zu viele Anrufer, zu wenig Impfstoffe und eine schleppende Kommunikation - die Brandenburger Impf-Hotline hat es auch nicht leicht”, findet MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister. Doch er sieht auch das Positive: “Bevor zu wenig Impfstoff geliefert wurde, hatte sich die Brandenburger Impfquote schon ganz ordentlich berappelt.”
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