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Mordprozess in Potsdam +++ genervt vom Bahnstreik+++ deftig-bayerisch im Augustiner

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Sind Sie gut in die neue Woche gestartet? Vielleicht sind Sie ja noch ganz beseelt von der Potsdamer Schlössernacht, die nach einem Jahr Corona-Pause dank Hygiene-Modellprojekt endlich wieder Tausende verzaubern durfte. Dabei hat auch das Aushängeschild des Potsdamer Kalenders so seine Sorgen, wie der Veranstalter der MAZ verraten hat. Die Schlösser lassen Sie lieber links liegen? Dann haben Sie vielleicht beim Havelbeats-Festival oder bei der langen Impfnacht gefeiert? Ich gönne es Ihnen.
Ein anderes Projekt: In Potsdam fahren mittlerweile Trams ohne Fahrer, zumindest im Depot klappt das schon sehr gut, irgendwann sollen die autonomen Bahnen sogar durch die Stadt düsen.
Bleiben wir in der Zukunft: Golm wächst und braucht Platz. Keine Zukunftsaussichten gibt es dagegen für die Idee eines schwimmenden Solarparks auf dem Fahrländer See. Und die Zukunft des Arbeitens haben wir uns auch angeschaut. So viel sei verraten: Die Rückkehr an den Arbeitsplatz sieht in Potsdam bisweilen sehr unterschiedlich aus.
Und eine hoffentlich sichere, ruhige Zukunft in Potsdam werden afghanische Ortskräfte finden, die von der Bundeswehr evakuiert wurden. Potsdams CDU-Kreischef Oliver Nill war selbst am Hindukusch im Einsatz. Jetzt kritisiert er Oberbürgermeister Schubert für dessen Vorpreschen in Sachen Asyl. Wie es den Menschen geht, die noch keinen Weg aus Afghanistan gefunden haben, hat mein Kollege Yunus Gündüz recherchiert.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters. Bleiben Sie gesund und uns gewogen!
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf
Redakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Foto: DPA
Foto: DPA
Und täglich grüßt das Murmeltier. Seit Montagmorgen streikt die Lokführergewerkschaft GDL zum wiederholten Mal. Die Zugausfälle machen sich auch am Potsdamer Hauptbahnhof deutlich bemerkbar. Neben viel Verständnis seitens der Bahnfahrer gibt es Potsdamer, die genug haben. „Ich habe keinen Bock mehr“, verkündet Bahnfahrerin Darine Zerari meiner Reporter-Kollegin Naomi Gyapong. Auch am heutigen Dienstag wird noch gestreikt. Wie Sie trotzdem mit dem ÖPNV aus Potsdam rauskommen, haben wir hier zusammengefasst.
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Die besondere Geschichte

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war am 3. Oktober 2020 zu Gast in der Kirche St. Peter und Paul – während des Gottesdienstes ging die Orgel kaputt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war am 3. Oktober 2020 zu Gast in der Kirche St. Peter und Paul – während des Gottesdienstes ging die Orgel kaputt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Die Kanzlerin kommt - und die Orgel gibt auf. Genau dieses Schicksal hat die 1936 gebaute Schuke-Orgel in der katholischen Kirche Peter und Paul am Bassinplatz in Potsdam ereilt. Über Jahre hatten kleinere Reparaturen das gute Stück und ihre Register über den Alltag gebracht, doch als Angela Merkel zu Besuch kam, war die Elektronik hinüber. Jetzt wird Geld gesammelt, um die teuren Reparaturarbeiten ausführen zu können. Vielleicht fragt ja jemand mal bei Merkel an?
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Verkehr in Potsdam

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
In der neuen Woche ist wieder mit Staus aufgrund von Baustellen an Potsdamer Hauptstraßen zu rechnen. Aber wenigstens eine gute Nachricht gibt es: Es sind keine neuen Einschränkungen hinzugekommen. Jedoch gibt es vielerorts Sperrungen und Umleitungen.
Allen voran betrifft die Vollsperrung der Behlertstraße alle Autofahrer, da dadurch Staus im ganzen Innenstadtgebiet entstehen, vor allem auf der Nuthestraße stadteinwärts. Die gesamte Verkehrsprognose finden Sie hier.
Sie sind lieber auf zwei als auf vier Rädern unterwegs? Dann interessiert Sie sicher unsere Recherche zu Potsdams schlimmsten Radwegen. Dieses Mal waren unsere Tester im Süden und Osten der Stadt unterwegs.
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Der kulinarische Tipp

Deftige bayerische Küche im Augustiner in Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova
Deftige bayerische Küche im Augustiner in Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova
Als Lokalpatriot geht nichts über die Currywurst. Doch in Sachen Wurst darf auch auf Abwechslung gesetzt werden. So auf Weißwürste aus Bayern. Die gibt es in Potsdam im Augustiner und wenn die MAZ schon einmal vor Ort ist, dann gilt es auch andere Klassiker des Freistaates zu probieren. Unsere Gastro-Kritikerin Manuela Blisse hat genau das getan, wie ihr der Mini-Trip nach bella Bavaria gefallen hat, lesen Sie hier.
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Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wenn den Polizisten die Kräfte verlassen, stürzt er nur kurz und wird vermutlich aufgefangen – doch es warten eine Handvoll Clowns und ein gefräßiges Monster auf ihn. Er wird zur Figur in einer Zirkusnummer, die tödlich endet. Das große Fassadenbild prangt an der Zeppelinstraße 26, die besser als „Black Fleck“ bekannt ist – ein Wohnprojekt der linken Szene mit angeschlossener Bar und Bühne. Wer mit der Kultur der Hausbesetzer wenig anfangen kann, schimpft vermutlich über das heruntergekommene Haus und die Wandgestaltung ohne Respekt für Autoritäten.
Das "Bleck Fleck" in der Zeppelinstraße 26. Foto: Peter Degener
Das "Bleck Fleck" in der Zeppelinstraße 26. Foto: Peter Degener
Seit rund 20 Jahren existiert dieser Ort, der eigentlich aus gleich zwei Häusern besteht, die sich beide im städtischen Eigentum befinden und an die Vereine Utopia und Brandenburger Lebensart via Erbbauvertrag verpachtet sind. Ganz legal leben dort die einstigen Hausbesetzer, die zuvor in einem Gebäude in der Clara-Zetkin-Straße um die Ecke und in der Babelsberger „Breiti“ gelebt hatten.
Letzteres war ein Hausprojekt auf dem Oberlingelände in der Rudolf-Breitscheid-Straße, das im Rahmen eines Fußballspiels von Neonazis attackiert worden war. Die Polizei nutzte damals die Gelegenheit und räumte das alternative Wohnprojekt. Wobei sich die Beamten dabei alles andere als angemessen verhalten haben sollen – es kam zu Prozessen gegen beteiligte Polizisten wegen der Zerstörung von Mobiliar, Diebstahl und sogar des Urinierens auf Polstermöbel. In der Zeppelinstraße wurde mit Hilfe der Stadt ein Ausweichobjekt für das alternative Wohnprojekt gefunden. Und an der Fassade wurde womöglich der Groll gegen den Polizeieinsatz aufgearbeitet. Übrigens: Mehr zur bewegten Geschichte der einstigen Hausbesetzerhochburg Potsdam lesen Sie hier.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Frau in Werder getötet: Mordprozess hat begonnen
Bürgercafé - oder wie Wildenbruch die Ortsmitte beleben will
Kleine Bühne Michendorf:
 "Die Stadtmusikanten"
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Wird Potsdam Kanzler? Olaf Scholz auf dem Weg vom Scholzomaten zum Hoffnungsträger der Sozialdemokraten. Ob er Kevin Kühnert mit an Bord hat? Das ist eines der SPD-Probleme, man weiß nie so richtig, wer als nächstes ins Lenkrad greift.
Alle Informationen zur Bundestagswahl, zum Wahlkreis 61 und zu den Kandidaten finden Sie hier.
Text und Karikatur: Jörg Hafemeister
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