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Mit dem Impfbus unterwegs+++Betrug bei Immobilien-Anzeigen+++Breite Straße gesperrt

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
ich weiß, was Sie letztes Wochenende getan haben! Ich war auch da, gefühlt sogar überall. Gemeinsam mit Kollegen habe ich eine Reportage über das Wiedererwachen der Stadt geschrieben. Von Schloss Sanssouci bis zum Theater im Q-Hof, vom Ausflugsschiff Richtung Werder bis zur Freundschaftsinsel und von Teststation zu Teststation. Andrang gab es überall. Lassen Sie das schöne lange Pfingstwochenende doch noch einmal Revue passieren. Den ersten Teil der Reportage lesen Sie hier, den zweiten hier. Und wer wissen will, wie sich die Gastronomen auf die Öffnung der Außengastronomie vorbereitet hatten und wie der allererste Abend in den Bars lief, ist hier richtig.
Wenn Sie dennoch lieber daheim bleiben und sich nicht bedienen lassen möchten, ist diese Geschichte womöglich genau das richtige für Sie: Das Brot selbst zu backen ist seit Beginn der Pandemie zum Trend geworden - auch wenn Bäcker niemals schließen mussten. Der Babelsberger Bäcker Christian Schmidtke verrät in der MAZ nun exklusiv zwei Rezepte für ein Roggenmischbrot und ein Chiabrot, die Sie mit seiner Anleitung ausprobieren können.
Während wir in Potsdam die Lockerungen genießen, ist ein Potsdamer im Süden des Landes unterwegs. Eigentlich dürfte Horst Oesterwitz seit einigen Monaten den Ruhestand genießen. Doch der langjährige Chef-Urologe des Ernst-von-Bergmann-Klinikums wollte in der Pandemie nicht still sitzen. Deshalb ist er nun da, wo die Corona-Versorgung schwieriger ist – im ländlichen Raum von Südbrandenburg. Da fährt er mit einem Linienbus übers Land, der zu einem „Impfbus“ umgebaut worden ist. Die Menschen haben Sorgen wegen der Impfung, doch Oesterwitz hat durch sein Fachgebiet jahrzehntelang über schwierige und schambehaftete Themen reden müssen. Meiner Kollegin Saskia Kirf hat er erzählt, wie die Menschen im Spreewald auf ihn und seinen Bus reagieren.
Damit wünsche ich Ihnen viel Spaß bei unserem Pfingst-Newsletter und bleiben Sie gesund,
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Pfingstmontag in der Brandenburger Straße. Foto: Julius Frick
Pfingstmontag in der Brandenburger Straße. Foto: Julius Frick
Draußen sein, im Café sitzen, im Restaurant, in der Bar: Das Stadtgespräch findet buchstäblich wieder dort statt, wo es am schönsten ist. Was wollen wir dazu noch sagen, außer: Geben Sie üppig Trinkgeld, bestellen Sie noch ein Dessert oder einen Absacker, helfen Sie den Gastronomen und genießen Sie den Service. Wie es am ersten Abend der Lockerungen lief, lesen Sie hier.
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Die Corona-Lage

Die dritte Corona-Welle ebbt auch in Potsdam spürbar ab. Über das lange Pfingstwochenende wurden seit Samstag 48 Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 47,7 und damit unter den wichtigen Schwellenwert von 50 Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Selbst unter Kleinkindern und Kindern ist die Inzidenzrate deutlich gesunken. Bei den Null- bis Vierjährigen liegt sie bei 82, bei den Fünf- bis Vierzehnjährigen bei 102.
Nur noch 14 Patienten werden wegen einer Infektion mit dem Corona-Virus gerade in Potsdamer Kliniken behandelt, sieben davon allerdings intensivmedizinisch.
Wie es am Dienstagmorgen aussieht, erfahren Sie hier.
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Hinter der Recherche

Eine Straße der Eigenheimsiedlung in der Teltower Vorstadt. Foto: Julius Frick
Eine Straße der Eigenheimsiedlung in der Teltower Vorstadt. Foto: Julius Frick
Manchmal fällt einem Journalisten die Geschichte einfach vor die Füße, selbst wenn man sonntags nur im eigenen Garten arbeitet. „Entschuldigen Sie, dürfen wir Sie etwas fragen?“, wurde ich dabei unterbrochen, meine neueste Errungenschaft aus dem Gartenmarkt ins Beet zu bringen. „Wissen Sie zufällig, ob das Haus da drüben wirklich zu verkaufen ist?“, fragte das freundliche Paar. Sie hatten eine Immobilienanzeige im Netz gefunden, in der ein Haus in meiner Nachbarschaft zu einem sehr günstigen Preis angeboten wurde. Leider musste ich ihren Traum vom günstigen Eigenheim platzen lassen. Weder konnte dieser Preis stimmen, noch stimmte der Name der Eigentümerin. Ich witterte Betrug, warnte das Paar und gab mich als Journalist zu erkennen. So erfuhr ich von einer neuen Betrugsmasche auf Potsdams Immobilienmarkt. Und ich überraschte die wahre Eigentümerin damit, dass ihr Haus im Internet zum Kauf angeboten wird. Aber lesen Sie selbst, was sie dazu sagte und wie dieser Betrug funktioniert.
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Verkehr aktuell

Die Breite Straße muss noch einmal für mindestens drei Tage gesperrt werden. Foto: Bernd Gartenschläger
Die Breite Straße muss noch einmal für mindestens drei Tage gesperrt werden. Foto: Bernd Gartenschläger
Auf Potsdams Straßen gibt es in der kommenden Woche erneut zahlreiche Baustellen. Eine betrifft fast alle Autofahrer: Die Breite Straße wird noch einmal auf Höhe des Landtags gesperrt. Diesmal in Richtung Leipziger Dreieck. Am Freitag um 16 Uhr geht es los. Warum die Sperrung nötig ist, und wo Sie als Autofahrer außerdem mit Stau rechnen müssen, lesen Sie im gewohnten wöchentlichen Überblick über die Baustellen auf Potsdams Hauptstraßen.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Roter Backstein, hohe Giebel und Fensterläden mit grün-weißen Mustern – dieser Haustyp prägt das Holländische Viertel. Doch wer sich auf die Details einlässt, kann viele unterschiedliche Varianten entdecken. Und zwischen den barocken Originalen, die der Baumeister Johan Bouman zwischen 1733 und 1742 im Auftrag des Soldatenkönigs am Bassinplatz errichten ließ, stehen auch eine ganze Reihe jüngerer Häuser.
Im Zweiten Weltkrieg gab es eine Reihe von Zerstörungen. Vor allem die Ecke von Gutenbergstraße und Hebbelstraße wurde schwer getroffen. Gleich drei Häuser gingen hier verloren. Während die Ecke des Karrees bis heute fehlt, wurden in den 1950er Jahren immerhin zwei Häuser durch die Architekten Otto von Estorff und Gerhard Winkler wieder aufgebaut. Doch das Baumaterial war knapp, nicht einmal für ein Baugerüst reichte es – oder man hätte lange darauf warten müssen. Also griffen die beiden Baumeister auf eine mittelalterliche Technik zurück.
Die Häuser stehen in der Gutenbergstraße nahe der Hebbelstraße. Foto: Peter Degener
Die Häuser stehen in der Gutenbergstraße nahe der Hebbelstraße. Foto: Peter Degener
Ab einer gewissen Höhe nutzten sie kleine Kraggerüste, die man in eigens freigelassene Löcher in die neu errichtete Ziegelwand stecken konnte. Die bestanden aus nur wenig Holz, das sparte Material. Ein Maurer konnte darauf stehen und die Wand ein Stück weiter mauern. Nach einigen Ziegelreihen wurde das Gerüst herausgezogen und in den nächsten Löchern der neuen Ziegelreihen weiter oben wieder in die Mauer gesteckt. So mauerten sie die Wände des Hauses bis unter das Dach hinauf – und hinterließen zugleich ein Muster mehrerer Reihen von Gerüstlöchern in der Fassade. Die wurden später einfach mit Mörtel geschlossen. Heute zeugen sie von Mangelwirtschaft - und von Improvisationstalent.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark wurde zu Pfingsten demonstriert - und dann diskutiert. Denn was als Solidaritätsbekundung zu Israel von verschiedenen Gruppen in Stahnsdorf geplant war, wurde zumindest in Teilen auch von der lokalen AfD gekapert - und blieb von den Rednern bis hin zum Bürgermeister unwidersprochen. Das empörte manche Teilnehmer.
In Kleinmachnow geht es bei einer Diskussion indes um Geschichte und Natur. Anlass ist der historische Ursprungsort der Gemeinde, der nämlich im einstigen Gutshof im alten Dorfkern wieder sichtbar werden soll. Doch für die Umsetzung des Konzepts für einen neuen Erholungspark müssten zugleich Bäume gefällt werden.
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Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Was denken Sie über die „Goldjungs“, die seit einigen Tagen das Stadtschloss schmücken? Sie spalten die Gemüter. Auch MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister hat sich über die neun goldenen Putten Gedanken gemacht.
Er meint: „Die Langen Kerls kennen die Potsdamer schon länger, jetzt kommen ein paar kurze Kerlchen hinzu. Ungeheuer gülden und ein wenig mopsig balancieren sie die sogenannte Fahnentreppe hinauf. Ob man die mitteschönen Putten nun mag oder nicht, sie legen einen wahrhaft glänzenden Auftritt hin.“
Mehr über die Fahnentreppe, die Aufstellung der Figuren und wie sie hergestellt wurden, erfahren Sie in den verlinkten Artikeln.
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