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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, der Weg für das Staatsoberhaupt ist wieder frei! Die Schwan
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
der Weg für das Staatsoberhaupt ist wieder frei! Die Schwanenbrücke, die von der Schwanenallee in den Neuen Garten führt, kann wieder befahren werden. Monatelang hat die Reparatur gedauert, aber jetzt können Radler und Fußgänger wieder auf direktem Weg zum Schloss Cecilienhof spazieren – so wie einst Josef Stalin.
Wie bitte? Ja, ich weiß. Der spazierte wohl kaum, sondern fuhr vor 75 Jahren entlang einer gut bewachten Strecke von seiner Unterkunft am Griebnitzsee zum Schloss Cecilienhof, um an der Potsdamer Konferenz teilzunehmen. Die hübsche Schwanenbrücke war leider zerstört, weshalb es eine eher simple Behelfsbrücke gab.
Und die gibt es jetzt wieder und ich frage mich, ob auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) heute diesen Weg wählt. Vermutlich nicht. Mit dem Auto darf man da nicht lang (auch er nicht!) und anders als sein Parteigenosse Olaf Scholz, der auch schon mal zur Kabinettsklausur am Griebnitzsee mit dem Fahrrad fuhr, gelten für Steinmeiers Termine noch etwas strengere Sicherheitsregeln. Am Freitagvormittag wird er die Ausstellung zur eingangs erwähnten Konferenz besuchen. Ich erzähle Ihnen am frühen Nachmittag dann, wie es gelaufen ist.
Vermutlich werden Steinmeier und ich im Schlosshof schwitzen. Heute sind tatsächlich 36 Grad angekündigt. Wissen Sie, was dann kommt? Hoffentlich ein reinigendes Gewitter in der Nacht. Samstag sind es dann nur noch regnerische 26 Grad.
„Eine Affenhitze“ nennt meine Mutter das. Wie es den Tieren bei solchen Temperaturen wohl ergeht? Eine gute Nachricht aus der Tierwelt: Das neue Tierheim eröffnet am 1. September – leider ohne großes Fest, wie eigentlich vorgesehen. Stattdessen wird die langersehnte Einrichtung an der Michendorfer Chaussee „lautlos“ in Betrieb gehen.
Aber Besucher sind willkommen und Führungen werden angeboten. Ein Staatschef wird vermutlich nicht vorbeischauen, aber die vielen Unterstützer, die den Tierheimbau überhaupt erst ermöglicht haben, werden sicher einen Blick hineinwerfen. Die andere Seite der Geschichte: Es werden leider werden auch immer mehr Haustiere ausgesetzt, wie wir von der Tierrettung erfahren haben.
Liebe Leser, bleiben Sie kühl und trocken und denken Sie an die Sicherheitsabstände (nicht nur zum Bundespräsidenten).
Herzliche Grüße,
Ihr
Peter Degener
Redakteur in der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Die Deutsche Wohnen hat in Krampnitz mit Sanierungen begonnen. Foto: Bernd Gartenschläger
Die Deutsche Wohnen hat in Krampnitz mit Sanierungen begonnen. Foto: Bernd Gartenschläger
Die drohende Verdrängung aus bestimmten Stadtteilen ist für viele Potsdamer eine konkrete Erfahrung, wenn Freunde wegziehen oder man selbst gezwungen ist, sich anderweitig nach Wohnraum umzuschauen – oder aber nichts geeignetes mehr findet. Nun hat die Stadt erstmals stadtweite Erkenntnisse zur Verdrängung veröffentlicht. Es sind erste Zwischenergebnisse, die sich vor allem auf das Umfeld des Digitalprojekts am RAW-Gelände beziehen. Doch die Aussage ist deutlich: Hier ist die angestammte Anwohnerschaft gefährdet und die rechtlichen Instrumente zu ihrem Schutz fehlen.
Die Analyse zeigt, wo besonderes viele Wohnungen in Privatbesitz sind. Grafik: Detlev Scheerbarth
Die Analyse zeigt, wo besonderes viele Wohnungen in Privatbesitz sind. Grafik: Detlev Scheerbarth
Auch in Potsdams Norden stellt sich akut die Frage nach der sozialen Durchmischung – denn im kommende Stadtteil Krampnitz sollen möglichst für jeden Geldbeutel Wohnungen entstehen. Genossenschaften bauen dort beispielsweise und setzen sich für niedrige Mieten ein. Auch der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen plant 1800 Wohnungen im Quartier. In diese Wohnungen werden ab 2024 vermutlich die ersten Bewohner des Stadtteils ziehen. Wie sieht es da mit der Durchmischung aus? Die kurze Antwort: Nicht gut. Preisgedämpfte Mieten oder gar Sozialwohnungen sind trotz des riesigen Bauvolumens nicht von der Deutsche Wohnen vorgesehen.
„Ich kann mich gut entsinnen, dass die Deutsche Wohnen zu Beginn der Verhandlungen 8,50 Euro als Miete in Aussicht gestellt hat“, erinnert sich aber der Linken-Stadtverordnete Hans-Jürgen Scharfenberg. Das wären nach dem neuen, gerade veröffentlichten Mietspiegel bereits preisgedämpfte Wohnungen. Doch beim Konzern ist davon keine Rede mehr.
Die Stadtpolitik hat der Verwaltung auferlegt, Milieuschutz-Satzungen zu erlassen. Das halte ich auch für dringend geboten. Ich mahne aber aus guten Gründen zur Geduld und Sorgfalt bei deren Erlass, denn diese Satzungen müssen auch vor Gericht standhalten.
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Die besondere Geschichte

Das Mohrenrondell - mancher nennt es nur "M-Rondell". Foto: Bernd Gartenschläger
Das Mohrenrondell - mancher nennt es nur "M-Rondell". Foto: Bernd Gartenschläger
Wer denkt bei Schloss Sanssouci sofort an die Karibik? Sie nicht? Es geht vermutlich den meisten so wie Ihnen. Auch die Schlossorangerie lässt micht zuerst an Italien denken, seltener an China. Doch auch diese Verbindung gibt es. Leider geht es dabei nicht um kulturellen Austausch, sondern um handfeste Verbrechen durch den europäischen Kolonialismus.
Mit einem “postkolonialen Audioguide” kann jedermann ab sofort auf deutsch oder englisch die Folgen der preußischen und deutschen Suche nach einem “Platz an der Sonne” nachvollziehen, wie das Deutsche Reich einst seinen Anspruch auf eigene Kolonien schönredete. Jedoch: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Das können Ihnen die Menschen in China, Tansania, Ghana oder Haiti erzählen - oder eine Arbeitsgruppe der Universität Potsdam, die hinter dem kostenlosen Audioguide steckt. Sie zeigen: Potsdam spielte beim Kolonialismus als Residenzstadt preußischer Könige und deutscher Kaiser eine besondere Rolle - zumindest versammeln sich hier allerlei Spuren dieser Geschichte. Fürchten Sie sich nicht davor. Der Audioguide verbreitet keine Schuldgefühle. Aber er entreißt Dinge der Vergessenheit und macht den Spaziergang durch Park und Stadt noch facettenreicher. Einen ersten Einblick gibt Ihnen diese Geschichte.
Text: Peter Degener
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Der kulinarische Tipp

Braumeister Thomas Köhler von der Braumanufaktur. Foto: Bernd Gartenschläger
Braumeister Thomas Köhler von der Braumanufaktur. Foto: Bernd Gartenschläger
Noch ist es ganz exklusiv und nirgends zu bekommen: Das Bier zur Deutschen Einheit kommt aus Potsdam. Gemacht hat es die Braumanufaktur im Forsthaus Templin und am Dienstag die ersten 4000 Flaschen abgefüllt. Am Mittwoch dann verschenkte Braumeister Jörg Kirchhoff drei Kisten des Jubiläumsbieres an Gäste auf dem Campingplatz Sanssouci, die es schon am Morgen verkosten konnten. Auch MAZ-Reporter Rainer Schüler ließ den Bügelkorken knallen und attestiert dem Bier große Süffigkeit. Es ist zwar vom Typ und Namen her eine „Potsdamer Stange“, aber spürbar würziger und rauchiger, die Bitternote ist deutlicher.
Das liegt an dem erstmals im Potsdamer Lustgarten kommerziell geernteten Hopfen; die Brauerei hat die Schau-Anlage aus dem Bundesgartenschaujahr 2001 gepachtet und vergangenen Herbst 60 Kilogramm geerntet. Während Hopfen üblicherweise als Granulat und Trockenprodukt verarbeitet wird, haben die Forsthausbrauer ihren kostbaren heimischen Rohstoff kurzerhand frisch tiefgefroren und vor wenigen Tagen aufgetaut für den Sud zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Die Frostung hat viel mehr Hopfenbestandteile erhalten und das Bier unvergleichlich süffig gemacht.
Wann es in den Handel kommt und welche Auflage es voraussichtlich haben wird, erfahren Sie hier.
Text: Rainer Schüler
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Der besondere Moment

Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Bei der Hitze hätte Winnie vermutlich lieber ein Bad in der Havel genommen, doch angesichts fehlender Badestellen auf der Wiese entscheid sich meine alte Pferde-Dame nach einer kurzen Dusche unter dem Gartenschlauch im Anschluss für ein ausgiebiges Sandbad. Ich saß mit der Kamera gerade direkt vor ihr - und drückte zufällig genau im richtigen Schüttel-Moment auf den Auslöser.
Sie haben Ihr Tier auch in einem besonderen Moment fotografiert? Oder einen anderen besonderen Augenblick mit der Kamera eingefangen? Dann teilen Sie Ihre Fotos mit uns und schicken sie die Bilder mit ein paar Sätzen dazu an: potsdam-newsletter@maz-online.de
Text und Foto: Anna Sprockhoff
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Das ist los im Umland

Foto: Friedrich Bungert
Foto: Friedrich Bungert
Einst stand ihre Staffelei in der Savanne und sie malte, “bis die Großkatzen kamen”. Doch längst zog es die Künstlerin und Kunstliebhaberin Melanie Haape aus Afrika nach Deutschland, nach Caputh. Und jetzt geht sie ein neues Kulturabenteuer ein: Sie eröffnet am Sonnabend ihre Schlossgalerie. Früher war das viertelrunde Gebäude ein Schuppen in der Nähe des Caputher Schlosses, nun ein elegant geschwungener Ausstellungspavillon. Lange hat das gedauert. Meine Kollegin Annika Jensen hat Melanie Haape getroffen und sich die ganze Geschichte erzählen lassen. Eröffnet wird am Sonnabend übrigens die regionale Ausstellung „Traumwelten“ - mit dabei ist Barberini-Kurator Daniel Zamani.
Um einen Raum ging es diese Woche auch in Stahnsdorf. Aber nicht etwa um seinen kunstvollen Inhalt, sondern vor allem um seine Begrenztheit. Der Sitzungssaal der Gemeinde genügt Corona bedingt inzwischen nicht einmal mehr für das Treffen des Bauausschusses. Die Folge: Wer nicht Ausschussmitglied, Verwaltungsmitarbeiter oder anders privilegiert ist, muss auf dem Gang sitzen und soll der Diskussion via Lautsprecher folgen. Darüber regte sich AfD-Gemeindevertreterin Marion Boas auf, die dem Gremium nicht angehört, denn sie konnte somit auch nicht zu einem Antrag ihrer Fraktion sprechen. Doch rechtlich sei das alles okay, erklärt die Gemeinde gegenüber meinem Kollegen Heinz Hellwig.
Man kann aber auch festhalten: Nach einem halben Jahr Coronakrise kriegt es Stahnsdorf nicht hin, demokratische Gremien in einem geeigneten Rahmen tagen zu lassen. Sitzungen müssen öffentlich sein, also auch Platz für Besucher bieten.
Foto: Lutz Hannemann
Foto: Lutz Hannemann
Platz hat der geplante Campus für Ernährung und Gesundheit in Bergholz-Rehbrücke eigentlich genug. Zum Beispiel für das ersehnte Forschungsgebäude der Uni Potsdam. 20 Millionen Euro soll die Investition des Landes kosten. Aber daraus wird vorerst nichts. Grund: „Aufgrund der Marktlage und der damit verbundenen Preisentwicklung auf dem Baumarkt kann dieses Vorhaben nicht wie vorgesehen umgesetzt werden“, teilte der Landesbaubetrieb meinem Kollegen Jens Steglich mit. Im Klartext: In zwei Ausschreibungen riefen die Baufirmen bei ihren Angeboten Mondpreise auf. Sie haben halt genug Aufträge. Deshalb zogen Land und Uni die Notbremse. Herber Rückschlag für den Ort und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung, das den Campus aufbaut.
Text: Alexander Engels
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Unser Tipp fürs Wochenende

Ein verfremdetes Gemälde von Karl Hagemeister. Foto: Christopher Weiß
Ein verfremdetes Gemälde von Karl Hagemeister. Foto: Christopher Weiß
Das Künstlerkollektiv Xenorama ist dafür bekannt, Fassaden in Bewegung zu versetzen, sie mit umfangreichen Projektionen geradezu zum Leben zu erwecken. Jetzt hat Xenorama die Bilder des Impressionisten Karl Hagemeister im wahrsten Sinne animiert, ihnen noch mehr Geist eingehaucht, als der Maler selbst es schon durch seine lichte Kunst vermag. Eine beeindruckende Performance aus Bild und Klang ist entstanden, die allerdings nur von diesem Freitag bis zum Sonntag im Potsdam-Museum zu erleben ist.
Sechs Bilder Karl Hagemeisters haben sie traumartig animiert, indem sie die Gemälde auf Licht und Schatten analysiert haben. Die so zerlegten Bilder werden auf mehreren Folien im Raum neu zusammengesetzt und mit einer eigens komponierten Musik unterlegt. Diese ist von deutschen Komponisten der Zeit des Impressionismus und von Naturgeräuschen inspiriert.
Die Performance dauert etwas über 20 Minuten und wird bis Sonntag von jeweils 12 bis 20 Uhr gezeigt. Der Eintritt kostet für die Ausstellung „…das Licht, das ewig wechselt“ und die Performance zusammen kostet acht Euro.
Künstler und Verantwortliche inmitten der Installation. Foto: Bernd Gartenschläger
Künstler und Verantwortliche inmitten der Installation. Foto: Bernd Gartenschläger
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

In seiner neuen Kolumne hat Ladenbesitzer Marcus Gude “mal wieder wat zu meckern”: Diesmal regt er sich über die Kommentare zu einem Potsdamer Müll-Problem bei Facebook auf.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 12
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 12
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