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Mäßige Mietsteigerungen +++ Mangelnde Empathie +++ Magischer Garten

Guten Morgen an diesem Freitag, liebe Leserinnen und Leser! Haben Sie auch schon die ersten Weihnacht
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Guten Morgen an diesem Freitag, liebe Leserinnen und Leser!
Haben Sie auch schon die ersten Weihnachtssüßigkeiten in den Supermärkten entdeckt? So absurd es klingt, wenn draußen 32 Grad sind und die ganze Stadt gemeinsam schwitzt: Dominosteine und Spekulatius sind zurück in den Regalen. Und auch der Weihnachtsmarkt in Potsdam wird zum Thema, denn schon jetzt ist klar, dass er in diesem Jahr, wie alles andere auch, nicht wie gewohnt stattfinden kann. Vielleicht soll für den Glühweingenuss und “Süßer die Glocken nie klingen” sogar Eintritt verlangt werden
Wo wir gerade bei Glocken sind: Das Glockenspiel der Garnisonkirche auf der Plantage erklingt schon seit fast einem Jahr nicht mehr. Jetzt haben die Potsdamer Grünen und Linken mit der Idee, die 40 Glocken mit ihren unzumutbaren Inschriften einzuschmelzen, für Wirbel gesorgt.
Und dann war da noch die Frage, wie eine vermeintlich historische Skulptur in einem Baum im Neuen Garten landen konnte. Es handelt sich hier der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zufolge um eine “besondere Form des Vandalismus”, weil man natürlich nicht auf die Bäume im Welterbe klettern darf. Tatsächlich hat uns die Aktion diese Woche erheitert: Wer kommt auf diese Idee - und hat im passenden Moment ein entsprechendes pseudo-altes Becken parat?
In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, kommen Sie gut durch die Woche. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Dienstag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Saskia Kirf
Redakteurin in der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Vor allem im Plattenbau gibt es in Potsdam stabile Mieten. Foto: Friedrich Bungert
Vor allem im Plattenbau gibt es in Potsdam stabile Mieten. Foto: Friedrich Bungert
Die Mieten und die schwere Wohnungssuche – sie treibt einen Großteil der Potsdamer um. Zumindest bei den Mieten all jener, die schon eine Wohnung haben, gibt es eine gute Nachricht: Sie sind in den letzten zwei Jahren in vielen Wohnsegmenten stabil geblieben. Mit durchschnittlich drei Prozent lag die Steigerung sogar unter der Inflationsrate. Das geht aus dem neuen Mietspiegel 2020 hervor, der seit Donnerstag gilt. Er ist die Basis für alle Mieterhöhungen – und er wirkt als „Friedensstifter“, sagen Verwaltung, Mieterverein und Vermieter. Es werden nur wenige Prozesse um Mieterhöhungen geführt.
Der Wermutstropfen: Gerade bei Neubauwohnungen ist das Mietniveau deutlich über dem Durchschnitt von 6,99 Euro pro Quadratmeter. In Wohnungen, die seit 2009 am Markt sind, muss man im Schnitt zwischen zehn und elf Euro für die selbe Fläche investieren. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mietspiegel hat die MAZ hier für Sie aufbereitet.
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Die besondere Geschichte

Maskenmuffel - ein Wort, das noch vor einem halben Jahr überhaupt keinen Sinn ergeben hätte. Heute wissen wir alle, was damit gemeint ist: Die Menschen, die nicht einmal für ein paar Minuten Bahnfahrt oder Supermarkteinkauf Mund und Nase ordentlich bedecken; diejenigen, die im Internet ihre Verschwörungstheorien verbreiten und sogar die Existenz des Virus bestreiten, das uns alle seit Monaten beschäftigt und mehr als 50 Potsdamer das Leben gekostet hat.
Meine Kollegin Nadine Fabian hat eine Familie getroffen, die das Virus sehr ernst nimmt. Weil Mutter, Vater und Sohn aber eine schwere Behinderung haben, können - dürfen - sie keine Masken tragen. Das haben sie auch schriftlich vom Gesundheitsministerium, aber trotzdem schlägt den Dreien Unverständnis, sogar Hass entgegen. Mittlerweile hat die Familie fast gar keine Kontakte mehr nach außen, denn selbst eine kurze Fahrt in den Park Sanssouci fühlt sich für sie wie ein Spießrutenlauf an.
Mich macht das sehr nachdenklich. Wenn ganze Gruppen von Jugendlichen ohne Masken in den Öffis sitzt, habe ich noch nie erlebt, dass jemand die Chuzpe hat, sie auf die Pflicht hinzuweisen. Offenbar sind Verständnis und Empathie für schwer kranke Menschen aber rar gesät.
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Unsere Entdeckung der Woche

Das Brandenburger Tor in Potsdam ist eine Kopie. Foto: Museum Barberini
Das Brandenburger Tor in Potsdam ist eine Kopie. Foto: Museum Barberini
Die spektakuläre Ausstellung „Wege zum Barock“ im Museum Barberini liegt zwar schon einen heißen Sommer zurück – aber geblieben und weiterhin ein tolles Erlebnis ist die zugehörige App „Italien in Potsdam“. Wem die Badewiesen zu voll sind, der kann mit der kostenlosen App auf einen besonderen Spaziergang durch Potsdam gehen.
Das Original steht in Rom: der Konstantinsbogen. Foto: Museum Barberini
Das Original steht in Rom: der Konstantinsbogen. Foto: Museum Barberini
Auf einer Audiotour kann man mit dem eigenen Smartphone 30 Gebäude und Kunstwerke in Potsdam entdecken. Allen ist gemein, dass sie im 18. und 19. Jahrhundert nach italienischen Vorbildern entstanden sind. Dabei sind nicht nur das Barberini selbst und seine Nachbarn an der Alten Fahrt. Auch die Französische Kirche, das Brandenburger Tor oder die Schlossorangerie gehören dazu. So bekommen Sie ein wenig Barberini-Gefühl, bis es wieder Karten gibt. Ein Schmankerl von „Italien in Potsdam“: Gesprochen wird die Tour von Günter Jauch.
Tipp: Peter Degener
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das denn? Foto: Peter Degener
Wo ist das denn? Foto: Peter Degener
Was hängt denn da oben? Ein Schriftzug oder Werbeschild ist es nicht! Sondern Kunst, die vor allem in der Sonne faszinierend glitzert und in der Höhe ein wenig Fernweh verbreitet. Das Werk passt perfekt an die strahlend helle, unverkleidete Betonfassade, obwohl es eigentlich für ein ganz anderes Bauwerk geschaffen worden war.
Doch das ist lange her. Das Haus, an dem es einst hing, wurde schon vor über zehn Jahren abgerissen. Da war der weiße Neubau, dessen Fassade es mittlerweile belebt, gerade erst fertig. Der Architekt ist auf tragische Weise umgekommen. Die etwas düstere Verbindung zum Kunstwerk ist wohl, dass er gerade auf Reisen in der Ferne war.
An welchem Gebäude hängt das Kunstwerk heute?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 17. August eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen. Darin verbergen sich verschiedene Dinge, etwa eine Powerbank zum Laden Ihres Handyakkus oder auch ein Regenschutz für Ihren Fahrradsattel. Oder hätten Sie lieber einen Zollstock, eine MAZ-Tasse oder gar einen hochwertigen Kugelschreiber?
Sie haben ein eigenes Potsdam-Bilderrätsel für die Leser des Newsletters? Teilen Sie uns Ihre Idee gerne mit einem Foto mit!
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Das war mal eine Nachricht: Ein Schiff sinkt im Schwielowsee! Na gut, es war nur ein Hausboot und es kam nicht tief, bis es im Havelschlamm steckte. Aber die Frage, wie das eigentlich passieren konnte, bewegte die Region. Waren zu viele Menschen an Bord? Haben die auch noch ausufernd gefeiert? War es doch eine technische Panne? Die Polizei ermittelt in viele Richtungen. Aber heute geht es nur in eine Richtung: nach oben. Die DLRG will das Hausboot heben. Danach lässt sich vielleicht die Ursache finden. 
Weg war es: Ein Hausboot sinkt im Schwielowsee.
Weg war es: Ein Hausboot sinkt im Schwielowsee.
Da ist es doch sicherer, vom festen Boden unter den Füßen aufs Wasser zu blicken, wird sich so mancher sagen. Und wenn ein kleines Häuschen dabeistehen würde? In Kloster Lehnin soll Deutschlands größter Tiny-House-Park entstehen. Der Wildenbrucher Unternehmer Heiko Neupert will die Mini-Eigenheime dort auf einem Seeufer-Areal errichten. Das Wohnen auf kleinem Raum ist ein neuer Trend. 
Wie schön es zuhause ist, werden nun auch 25 Fünftklässler in Teltow erfahren. Die Schüler der Anne-Frank-Schule sind bis zum 27. August in Quarantäne, weil bei einem Mitschüler der Verdacht auf Corona besteht. Ob die Zahl der Erstkontakte noch steigt, muss das Gesundheitsamt klären. Immerhin hat der Junge am Wochenende noch bei einem Fußballturnier mitgekickt.
Text: Alexander Engels
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Unser Tipp fürs Wochenende

Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Fernreise gefällig? Und zwar ganz ohne Flug? Dann machen Sie sich am Wochenende auf den Weg nach Japan und besuchen den Bonsaigarten in Ferch. Am Ortsrand liegt die Anlage versteckt in einer Einfamilienhaus-Siedlung und verströmt mitten in Brandenburg nicht nur den Charme, sondern auch den Geruch eines japanischen Gartens. Wer schon einmal in Japan war, wird sich sofort zurückversetzt fühlen in das Land der aufgehenden Sonne. Und wer noch nie in Japan war, kann hier erleben, wie es sein könnte, beim Blick auf den Zen-Garten Tee aus traditionell japanischen Teekännchen zu trinken, die Gartenkunst zu bewundern und die Welt da draußen für einen Moment zu vergessen.
Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Und: Man kann - natürlich - die Bonsai-Kunst bestaunen. Einige der Miniaturbäume sind mehr als hundert Jahre alt, beeindruckende Kunstwerke, die es in Ferch in vielen verschiedenen Sorten gibt. Wer will, kann sich dort auch einen Bonsai kaufen - die Preise beginnen bei 20 und reichen bis zu mehreren tausend Euro.
Angelegt hat den Bonsaigarten Tilo Gragert 1996. Als Junge bekam er das Bonsaibuch seiner Mutter in die Hände - und verschlang fortan alles, was er über die kleinen Bäume in die Finger bekam. 1994 reiste er dann selbst zu den großen Bonsaimeistern nach Japan, bevor er 1996 das damals völlig verwahrloste Grundstück an der Fercher Straße 61 in eine japanische Garten-Oase verwandelte.
Der Eintritt in den Bonsaigarten kostet für Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 5 und für Kinder 3 Euro. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Alle weiteren Details lesen Sie hier.
Ausblick von der Terrasse des Landhauses Ferch. Foto: Anna Sprockhoff
Ausblick von der Terrasse des Landhauses Ferch. Foto: Anna Sprockhoff
Und da es auch am Wochenende heiß werden soll, packen Sie die Badesachen ein und machen Sie noch einen Abstecher ins Strandbad Ferch am Schwielowsee. Wegen Corona sind auch hier die Plätze begrenzt, es gilt also: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. 100 Plätze sind verfügbar. Das Strandbad ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Preise: Erwachsene: 3 Euro, Kinder: 1,50 Euro.
Zum Einkehren bietet sich gleich neben dem Strandbad das Landhaus Ferch an mit Sitzplätzen direkt am Wasser. Sehr nett auch der Imbiss ein paar Meter weiter am Seeufer mit kleinen Tischen und Hafen-Flair.
Text und Tipp: Anna Sprockhoff
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Eis, Eis, Baby! Einen kühlen Kopf zu bewahren ist ja immer gut, bei den aktuellen Temperaturen aber umso wichtiger. Das denkt sich auch unser Videokolumnist Marcus Gude. Diese Woche verrät er den Potsdamerinnen und Potsdamern seine ganz persönlichen Lieblingseisdielen in der Stadt.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 11
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 11
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