Massenkarambolage auf der A 115++Strompreis der EWP gefährdet++Protest gegen Corona-Demos

#170・
Potsdam ganz nah
218

Ausgaben

Abonnieren Sie unseren Newsletter

By subscribing, you agree with Revue’s Nutzungsbedingungen and Datenschutzbestimmungen and understand that Potsdam ganz nah will receive your email address.

Partner Im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Partner Im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah

Liebe Leserinnen und Leser,
Weihnachten ist vorbei, auch das Jahr beinahe “geschafft”, wie man wohl sagen muss. 2021 ist so ein Jahr, das man gerne schnell abhaken will. Raus mit allem, was noch daran erinnert! Sogar mit dem Weihnachtsbaum! Oder wie lange bleibt der bei Ihnen stehen? Als Papa lasse ich das geschmückte Kunstwerk gerne ein paar Tage länger in der Stube. Wenn Ihnen das ähnlich geht, kennen Sie sicher folgende Lied-Zeile: “Ich liebe meinen Weihnachtsbaum, den guten, treuen, alten. Doch wird es Mai, dann kann ich kaum ihn länger noch behalten.”
Das ist Frank Schöbels Lied über den hässlichsten und liebenswertesten Weihnachtsbaum. Am Ende fliegt er dennoch zum Fenster raus. In Potsdam sollte man nicht bis Mai warten. Die Stadtentsorgung Step beginnt bereits am 3. Januar ihre Abhol-Touren in allen Straßen. Bis 28. Januar sollten Sie ihn aber wirklich aus der guten Stube verbannt haben. Sonst müssen Sie ihn selbst entsorgen.
Zurück zu den Belastungen des Jahres 2021. Selbst einen Clown konnte dieses Pandemiejahr fertig machen. Besonders, wenn es sich um einen Klinik-Clown handelt, genauer eine Klinik-Clownin. Polina Borissova macht sonst als “Fenomena” mit roter Nase anderen Spaß. Jetzt braucht sie erst einmal eine Auszeit, wie sie in einem sehr persönlichen Jahresrückblick schildert. Die Gründe sind vielfältig, darunter ein Besuch im Kriegsgebiet im Osten der Ukraine. Doch sie hat auch Positives zu verzeichnen: einen Plan für die Zukunft.
Für Matthias Dombert, den Vorsitzenden der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, waren vor allem die letzten Tage anstrengend. Er muss eine Menge interner Kritik parieren. Die Absage an das historische Kirchenschiff wollen viele nicht wahrhaben. “Nun muss ich mich eben prügeln lassen”, sagt Dombert im exklusiven Interview mit der MAZ. Darin spricht er auch über Rücktrittsforderungen, Verschwiegenheit und realistische Kompromisse.
Noch eine besinnliche Nachricht zum Schluss: Erstmals seit mehr als 50 Jahren fand an diesem Heiligabend ein Weihnachtsgottesdienst in der Potsdamer Garnisonkirche statt. Die Predigt von Pfarrer Martin Vogel ging auf Corona, Geflüchtete und auch den neuen Vorschlag zur Zukunft des Rechenzentrums und einem „Haus der Demokratie“ ein.
Ich wünsche Ihnen ruhige Tage am Ende dieses Jahres - vor allem rate ich Ihnen, nicht zu hastig zu sein. Wie Sie im Newsletter lesen, führt das nämlich ganz schnell zu Unfällen (sogar Massenkarambolagen) und einem Andrang in den hiesigen Notaufnahmen.
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
***
Das Stadtgespräch

Eine der vielen Demos am Montagabend in der Stadt Potsdam. Foto: Julius Frick
Eine der vielen Demos am Montagabend in der Stadt Potsdam. Foto: Julius Frick
In Potsdam gingen am Montag nach Weihnachten wieder Impfgegner auf die Straße. Ihr Protest richtete sich gegen eine Impfpflicht und die aktuellen Corona-Regeln. Doch zahlreiche Potsdamer Initiativen hatten zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Es kam zu hitzigen Situationen. Die Polizei war unter anderem mit ihrer Pferdestaffel im Einsatz. Hier können Sie die Geschehnisse des Abends nachlesen.
***
Verkehr aktuell

Die Nuthestraße in Potsdam. Richtung Berlin muss man im Januar Umwege in Kauf nehmen. Foto: Peter Degener
Die Nuthestraße in Potsdam. Richtung Berlin muss man im Januar Umwege in Kauf nehmen. Foto: Peter Degener
Autofahrer können sich auf eine empfindliche Einschränkung an den ersten Arbeitstagen des neuen Jahres einstellen. Betroffen sind Potsdamer, die über die Avus nach Berlin wollen. Am 4. und 5. Januar ist der Übergang von der Nuthestraße zur Autobahn A115 nach Berlin voll gesperrt. Die Umleitung führt über Kleinmachnow. Hier lesen Sie die Details und auch die Übersicht über die weiteren Einschränkungen an Potsdams Hauptstraßen.
Immerhin können Sie sich aber darauf einstellen. Das ging Autofahrern am Montag anders, die ebenfalls auf der A115 Richtung Berlin unterwegs waren. Das Blitzeis sorgte für eine Massenkarambolage bei Saarmund und stundenlange Sperrung der Autobahn.
Auch in Fahrland führt die glatte Fahrbahn zu einem schweren Unfall.
Hubschraubereinsatz nach Massenkarambolage auf der A 115. Foto: Julian Stähle.
Hubschraubereinsatz nach Massenkarambolage auf der A 115. Foto: Julian Stähle.
Blitzeis führte zu zahlreichen Unfällen - auch von Fußgängern und Radfahrern. Die Notaufnahmen der Potsdamer Krankenhäuser spürten das sofort.
***
Die Corona-Lage

Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist aktuell darauf hin, dass während der Weihnachtsfeiertage die Test- und Melde-Aktivität abnehmen wird und die Fallzahlen daher nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen widerspiegeln. Tatsächlich wurden weder an den Weihnachtsfeiertagen noch am Montag neue Potsdamer Zahlen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam liegt am Montag bei 241,6.
Das Potsdamer Bergmann-Klinikum zog ein positives Fazit nach den Weihnachtstagen. Zugleich fordert Klinik-Chef Schmidt konsequentes Impfen.
Zwischen den Jahren und auch Silvester wollen sich viele Potsdamer auf Corona testen lassen. Hier erfahren Sie, welche Corona-Teststellen in den kommenden Tagen in Potsdam geöffnet haben.
***
Hinter der Recherche

Das Heizkraftwerk Süd in Potsdam erzeugt Strom und Wärme. Foto: Julius Frick
Das Heizkraftwerk Süd in Potsdam erzeugt Strom und Wärme. Foto: Julius Frick
Bad Belzig ist weit weg, doch der dortige Stadtwerke-Skandal hat nun auch Auswirkungen auf Potsdam. Weil sich der (Ex-)Chef der Belziger Stadtwerke gehörig an der Strombörse verzockt hat, springt nun die Energie und Wasser Potsdam (EWP) ein, um die Kunden zu versorgen. Weil allerdings eine ganze Reihe von Stromanbietern gerade Pleite gehen, hat die EWP mittlerweile ziemlich viele “ungewollte Kunden”. Das gefährdet den Strompreis für die Potsdamer, wie EWP-Chef Eckard Veil der MAZ erklärt.
***
Bilderrätsel: Die Auflösung

Wo ist das bei Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das bei Potsdam? Foto: Peter Degener
Was auf den ersten Blick – und auch nur aus der Ferne - wie eine steinerne mittelalterliche Burg wirkt, ist in Wahrheit ein einfacher Holzbau. Vielleicht ist das Schloss auf der Pfaueninsel in der Havel deshalb nicht von einem der bekannten Potsdamer Hofarchitekten, sondern von einem Zimmermeister errichtet worden. Nicht Knobelsdorff, Schinkel oder Persius, sondern um 1795 von Hofzimmermeister Johann Gottlieb Brendel errichtet worden.
Das weiße Schloss ist eine fantasievolle Kulisse im Ruinen-Look. Die Fugen auf der wie Stein wirkenden Holzfassade sind aufgemalt. Und obwohl hier ein Bau für den König Friedrich Wilhelm II. und seine Mätresse, die Gräfin Lichtenau, entstand, handelt es sich um einen echten Schwarzbauden vielleicht schönsten in Preußen. In nur 18 Monaten Bauzeit wurde er unter der Leitung der stilsicheren Gräfin unter dem Radar der zuständigen Hofbauämter in Berlin und Potsdam errichtet.
Das Schloss auf der Pfaueninsel - im Spätsommer wurde es für die Sanierung eingerüstet. Foto: Peter Degener
Das Schloss auf der Pfaueninsel - im Spätsommer wurde es für die Sanierung eingerüstet. Foto: Peter Degener
Der Bau überstand trotz der scheinbar vergänglichen Substanz in geschützter Lage inmitten der Havel alle Wirrungen der Geschichte. Er strahlt sei mehr als 200 Jahren aus Berlin hinüber nach Potsdam und ist Zielpunkt der schönsten aller Sichtachsen im hiesigen Welterbe. Ihren Anfang nimmt sie vier Kilometer entfernt den Fluss hinab beim Marmorpalais am Heiligen See. Doch ungefähr alle halbe Jahrhunderte muss das fragile Holzkleid über der soliden Zimmermannsarbeit erneuert werden. Nun ist es wieder soweit - und der romantische Blick auf das Kleinod deshalb für drei Jahre versperrt. Ein Baugerüst hüllt das Schloss auf der Pfaueninsel ein. 2024 wird es wieder sichtbar werden.
Rätsel: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Massen-Karambolage auf A115: Rettungs-Hubschrauber bringt 16-Jährigen in Klinik
Letztes Ufergrundstück auf der Insel Werder verkauft
***
Hafemeister: Das Letzte kommt zum Schluss

MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister. Foto: Friedrich Bungert
MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister. Foto: Friedrich Bungert
Jörg Hafemeister hat heute leider kein Bild für Sie. Der MAZ-Karikaturist ist zwischen den Jahren in der Winterpause. Bevor er nächste Woche an seinen angestammten Platz als grafisches Leckerli am Ende des Newsletters zurückkehrt, legen ich Ihnen daher die Galerie all seiner Karikaturen des vergangenen Jahres 2021 ans Herz. Da lesen Sie sogar ein wenig Persönliches über den farbenfrohen Potsdamer Zeichner.
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.