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Lockdown+++Verwirrung bei Eltern+++Ausgangssperre

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
ab morgen wird es wieder still in der Stadt. Kein Bummeln mehr durch die Geschäfte, kein Besuch mehr beim Frisör Ihres Vertrauens, kein Ausgang mehr ab 22 Uhr - Potsdam geht wie das ganze Land in den harten Lockdown.
Der Chef des Potsdamer Bergmann-Klinikums, Hans-Ulrich Schmidt, begrüßt den Schritt, denn mit jedem Tag spitzt sich die Lage in den Covid-Stationen des Krankenhauses weiter zu. Die Händler in der Stadt wiederum fürchten bei allem Verständnis für den Ernst der Lage um ihre Existenz, denn daran, dass sie am 10. Januar wieder öffnen dürfen, glaubt keiner so recht.
Für Verunsicherung sorgen die neuen Regeln zudem bei Potsdamer Eltern, denn ob und wann nun welche Schule oder Kita schließen muss, hat bisher kaum einer so richtig verstanden. Selbst Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) war sich da am Sonntag offenbar nicht ganz sicher. Und dann geht Potsdam beim Homeschooling auch noch einen Sonderweg. Da kann man schnell den Durchblick verlieren. Mein Kollege Torsten Gellner sorgt für Klarheit.
Antworten finden Sie bei uns übrigens auch auf alle anderen Fragen rund um den Lockdown. Welche Ausnahmen gibt es von der Ausgangssperre? Mit wie vielen Menschen dürfen Sie Weihnachten feiern? Welche Geschäfte dürfen weiter öffnen? Und welche Regeln gelten für den Jahreswechsel?
Und weil ich ein bekennender Fan guter Nachrichten bin, habe ich für alle Leseratten unter Ihnen zum Schluss noch eine frohe Botschaft: Buchläden bleiben geöffnet. Wenn Sie also dem harten Lockdown etwas Gutes abringen wollen, decken Sie sich ein mit vielen tollen Büchern - und nutzen Sie die nächsten Wochen zum Lesen.
Wir sind selbstverständlich ebenfalls weiter für Sie da - und halten Sie auf MAZonline über alle Ereignisse, Entscheidungen, Geschichten und Begebenheiten in Stadt und Land auf dem Laufenden. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Bis dahin passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
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Das Stadtgespräch

Wer steckt hinter dieser Kampfansage? Foto: Peter Degener
Wer steckt hinter dieser Kampfansage? Foto: Peter Degener
Das Großprojekt “Creative Village” am einstigen RAW in der Nähe des Hauptbahnhofs ist beschlossene Sache - oder doch nicht? “Wir werden dieses Projekt hier verhindern”, erklärt eine Aktionsgruppe “RAW-Investor verjagen!” am Montag der MAZ. Nachdem seit kurzem ein riesiges Graffiti mit dem gleichen Spruch die Mauer des Areals “schmückt”, waren nun Flyer aufgetaucht, in denen der Investor verleumdet wird. Die MAZ nahm Kontakt zu der anonymen Gruppe auf und fragte auch den hiesigen Vertreter des Investors, ob dieser sich bedroht fühlt. Das Ergebnis: Einen Dialog gibt es nicht, dafür eine Verrohung der Debatte um die Entwicklung der Stadt, wie MAZ-Redakteur Peter Degener in einem Kommentar schreibt. Immerhin eines kann er der Aktionsgruppe zu Gute halten.
Und was das Graffiti angeht - schon an diesem Dienstag soll es verschwinden und durch etwas sehr Kontrastreiches ersetzt werden. Was das sein soll, lesen Sie in unserem Bericht über die die Aktionsgruppe.
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Die Corona-Lage

Foto: Gartenschläger
Foto: Gartenschläger
Die Situation in den Potsdamer Krankenhäusern spitzt sich weiter zu: Im Klinikum Ernst von Bergmann (EvB) werden laut Stadt mit Stand Montag 40 Corona-Patienten auf der Normalstation und 14 Corona-Patienten auf der Intensivstation behandelt. Im Alexianer-Krankenhaus St. Josefs werden 16 Corona-Patienten auf der Normalstation und zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation betreut.
Allein 19 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind von Sonntag zu Montag in Potsdam gemeldet worden. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt in der Landeshauptstadt aktuell 143,6. Insgesamt 1.112 Kontaktpersonen der Kategorie I befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne.
In sechs Potsdamer Senioreneinrichtungen sind derzeit Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Darunter zwei Einrichtungen im Bornstedter Feld. Im St. Franziskus Seniorenpflegeheim an der Kiepenheuerallee sind inzwischen 62 der 132 Bewohner der Einrichtung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch 21 der 75 Mitarbeiter haben sich mit Covid-19 infiziert. Die Demenz-WG in der Heinrich-Mann-Allee steht weiterhin komplett unter Quarantäne.
In den Potsdamer Schulen herrscht laut Stadt weiterhin ein diffuses Lagebild. Neue Corona-Fälle gab es am zurückliegenden Wochenende wohl unter anderem an der Grundschule Bruno H. Bürgel, der Sportschule Potsdam und der Grundschule Am Pappelhain.
Aktuell sind in drei der 14 Gemeinschaftseinrichtungen in Potsdam vereinzelt positive Coronafälle aufgetreten. Eine Einrichtung in der Innenstadt, die in den vergangenen Tagen komplett unter Quarantäne stand, steht nicht mehr unter Quarantäne. 
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Verkehr aktuell

Foto: dpa
Foto: dpa
Es sind in dieser Woche vor allem die bekannten Baustellen, die in Potsdam für Stau sorgen könnten. An einigen Orten in der Stadt gibt es aber auch Änderungen.
Um einen Unfallschaden zu beseitigen, muss etwa die Ampel an der Kreuzung Am Wiesenrand(B2)/Gellertstraße(L92) am heutigen Dienstag, 15. Dezember, voraussichtlich von 9 Uhr bis 14 Uhr abgeschaltet werden. 
Die Verkehrsführung für Radfahrer in der Leipziger Straße wird aufgrund des Baufortschrittes angepasst. Der als Gehweg ausgewiesene Abschnitt wird verkürzt. Die Umleitung für Radler wird über die südliche Speicherstadt (Friedrich-Wilhelm-Boelcke-Straße, Am Speicher, Altstadtblick) ausgeschildert. Die Umleitung über die Straße Brauhausberg wird aufgehoben.
Vorsicht ist auch am Leipziger Dreieck gefragt. Hier finden im unmittelbaren Bereich des südlichen Einganges des Hauptbahnhofs zu den Bus- und Straßenbahnhaltestellen Arbeiten am Gleis statt. Hierzu ist die signalisierte Fußgängerquerung verschoben worden.
Der Verbindungsweg zwischen Heinrich-Mann-Allee/Brauhausberg und Friedrich-Engels-Straße parallel zum Straßenbahngleis muss aufgrund von Arbeiten an einer Fernwärmeleitung gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt über das Leipziger Dreieck. Aufgrund der veränderten Verkehrsführungen bittet die Stadt um erhöhte Aufmerksamkeit in diesem Bereich.
Alle weiteren Baustellen für die Woche finden Sie hier.
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Die besondere Geschichte

So soll es eines Tages an der prominenten Ecke in der Potsdamer Innenstadt aussehen: das neue Einsiedller-Haus. Visualisierung: Bürgerstadt AG
So soll es eines Tages an der prominenten Ecke in der Potsdamer Innenstadt aussehen: das neue Einsiedller-Haus. Visualisierung: Bürgerstadt AG
Potsdam bekommt wieder seinen “Einsiedler”. Anders als es der Name vermuten lässt, verbirgt sich dahinter aber keine Einsiedelei, keine Heimstätte für einen langbärtigen altehrwürdigen Mann des Gebets. Auf dem Filetgrundstück Ecke Schlossstraße/Friedrich-Ebert-Straße werden die Berliner Projektentwickler von der Bürgerstadt AG bis Ende 2022 den “Einsiedler” errichten - ein Haus, dessen historischer Vorläuferbau einst ein markantes Stück Potsdam mit wechselvoller Geschichte darstellte. Zu den Highlights zählten die Jahrzehnte als vornehmes Grand Hotel „Zum Einsiedler“ für die gehobene Klientel. Welchen Luxus man damals geboten bekam und welchen Ursprung der Name der Nobelherberge hatte, erfahren Sie hier.
Text: Ildiko Röd
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Stefan Gloede
Foto: Stefan Gloede
Haben Sie in letzter Zeit versucht, einen Transporter zu mieten? Nein? Dann hoffe ich, dass Sie auch in naher Zukunft keinen brauchen, denn Transporter sind auf dem Mietmarkt gerade Mangelware. Egal welchen Autovermieter meine Kollege Rainer Schüler angefragt hat, bei allen waren die Transporter knapp, wenn nicht gar ausgebucht. Der Grund? Ganz ehrlich, ich wäre nicht drauf gekommen - von daher war dieser Text für mich eine echte Entdeckung. So viel sei verraten: Corona ist Schuld. Und wir Verbraucher sind Schuld, denn wir bestellen derzeit so viel im Internet wie nie - und beeinflussen damit sogar den Mietmarkt für Transporter.
Und weil wir gerade bei Fahrzeugen sind, möchte ich alle Autobesitzer unter Ihnen warnen. Denn in Potsdam gehen derzeit offenbar Edelmetalldiebe auf Beutezug und stehlen unter parkenden Autos die Katalysatoren. Was dahinter steckt, lesen Sie hier.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
„ROM“ in Großbuchstaben – das könnte der Winterdienst und Grundstücksservice sein, der in Potsdam ansässig ist, und dessen Mitarbeiter auffällig das Logo in Großbuchstaben tragen. Doch der Sitz dieser Firma ist am anderen Ende Potsdams. Oder geht es um eine italienische Architekturkopie, von denen Potsdam doch so reich ist? Vielleicht erbaut im Jahr 1960? Nein, in dieser Zeit wurden Bauten mit Vorbildern in Antike, Renaissance oder Barock eher abgerissen als errichtet.
Doch tatsächlich ist auf diesem kleinen Schild die ewige Stadt am Tiber gemeint. Und zugleich wird auf einen Potsdamer verwiesen, der dort ewigen Ruhm erlangte – denn aus den Geschichtsbüchern des Sports wird sein Name nicht getilgt werden. Der Potsdamer ist der einzige Deutsche, der bislang in seiner Disziplin einen derartigen Erfolg feiern konnte. Wo in Potsdam wird an ihn erinnert?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 17. Dezember eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
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Das ist los im Umland

Immer mehr Seniorenheime, Schulen und Kitas in Potsdam-Mittelmark sehen sich mit Corona-Infektionen konfrontiert. Dabei ist Kleinmachnow ein Hotspot, mit derzeit 32 Betroffenen in Pflegeeinrichtungen. In Wilhelmshorst (Michendorf) gibt es positiv getestete Kinder in mehreren Klassen, auch eine Kita-Erzieherin musste in Quarantäne. Doch das sind nur ein paar der aktuell neuen Fälle. Allein am Wochenende wurden im Landkreis 97 neue Infektionsfälle gemeldet. 
Valeska Hanel und Carolin Huder leiten die Neuen Kammerspiele Kleinmachnow. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Valeska Hanel und Carolin Huder leiten die Neuen Kammerspiele Kleinmachnow. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Wenn die Kinos nach Corona endlich wieder ihre Tore für das Publikum öffnen dürfen, werden die Neuen Kammerspiele Kleinmachnow das mit einem großen Knall machen: Sie starten den Betrieb ihres zweiten Kinosaals, in dem die Gäste nach einem besonderen Konzept Filme und Veranstaltungen genießen können. Auch die Kinobesucher im großen Saal dürfen sich über eine wesentliche Verbesserung freuen. 
Foto: privat
Foto: privat
Der Legende nach wird der Weihnachtsmann irgendwo am Polarkreis vermutet. Die Seddiner Kinder wissen es besser. Er lebt gleich in der Nähe, am Waldrand in Seddin. Dort, im Rüdigerweg 14, hat er seine Hütte und eine Garage für „Mukki“, sein Gefährt. Es ist das Grundstück von Reimar Wiefel, dem Mann mit den zwei Identitäten. Im Frühling, Sommer, Herbst und Spätwinter führt er ein normales Leben. In der Adventszeit aber verwandelt er sich seit 26 Jahren in den Weihnachtsmann von Seddin und macht die lokale Welt ein bisschen schöner
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Potsdam ist reich. Vor allem an Themen: Neue Altbauten gegen alte Neubauten, Puttenpracht contra Plattenviertel, Potsdam West versus Zentrum Ost. Dazu die Brücke der Einheit, die Brüche der Teilung sowie Hinz und Kunz und Jauch und Joop. Und dann entgleist auch noch die künftige Krampnitz-Tram und Corona kapert Potsdam.
Kurz und gut, Jörg Hafemeister gehen die Themen für seine MAZ-Karikaturen nicht aus. Seit 2017 zeichnet der Mecklenburger, der seit 1980 Potsdamer ist, allmittwöchlich für die Regionalseite der Landeshauptstadt und karikiert so den Potsdamer Diskurs mit Leidenschaft. Ob die Breite Straße zu breit, die Zeppelinstraße zu eng, die Verwaltung zu langsam, das Wachstum zu schnell, der Nahverkehr zu voll oder der Stadtkanal zu leer ist - eins ist sicher: Die Potsdamer eint die Liebe zu Potsdam - nur welches Potsdam genau, da sind sie sich manchmal uneins. Macht nichts, Jörg Hafemeister geht das oft genauso.
Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
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