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Leitungswasser-Aktion +++ Kinder gurgeln, Eltern testen +++ Mike Schwitzke

Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Die Bollerwagentour an Himmelfahrt ist ja nun buchstäblich ins Wasser gefallen. Grau und trist war der Donnerstag, ich hoffe, Sie konnten den Feiertag dennoch genießen. Ganz so einfach ist das ja ohnehin gerade nicht mit dem Feiern - die Coronaregeln, Sie wissen schon. Was genau wer dieser Tage darf (und was nicht), habe ich hier einmal zusammengefasst.
Ums Dürfen und Nichtdürfen geht es auch in einem Streit, den die Innenstadthändler und das Ordnungsamt ausfechten. Hohe Strafandrohungen bei Corona-Verstößen stehen gegen den gesunden Menschenverstand, sagen die Händler. Und fordern mehr Augenmaß von den Ordnungshütern.
Genau hinschauen hilft, wenn Sie unterwegs durstig sind und Ihre Wasserflasche auffüllen wollen. Durch die am Sonntag endende bundesweite Refill-Aktionswoche bin ich auf ein Netzwerk von Trink-Orten aufmerksam geworden, die genau das erlauben. Denn es gibt in ganz Potsdam nur zwei öffentliche Brunnen, die zudem derzeit nicht genutzt werden können. Alles Wichtige zum Leitungswassertrinken und wo Sie schicke Flaschen kaufen können, verrate ich Ihnen hier.
Laufen statt kaufen heißt es am Griebnitzsee - zumindest nach dem Wunsch der Stadtverwaltung. Das Uferwegsthema ist so alt wie ich, zumindest gefühlt, aber langweilig wird es wirklich nicht. Die neueste Idee: Stege entlang des Ufers sollten einen künstlichen Uferweg über dem Wasser des Griebnitzsees schaffen, bis der eigentliche Weg durchgesetzt ist. Doch auch dieser Wunsch der Stadtpolitik kann nicht erfüllt werden.
Ich würde uns allen zu gern den Wunsch nach einem Leben ohne Pandemie erfüllen, aber so lange das nicht klappt, bitte ich Sie: Bleiben Sie gesund und uns gewogen, haben Sie viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters und schreiben Sie uns Fragen, Anregungen oder Kritik gern an potsdam-newsletter@maz-online.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
Herzliche Grüße,
Saskia Kirf, Lokalredakteurin in Potsdam
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Das Stadtgespräch

Foto: dpa
Foto: dpa
Wer oder was treibt die Corona-Inzidenz in Potsdam nach oben - und was kann man dagegen tun? Zur Zeit sind es die Kinder, die sich überdurchschnittlich häufig mit dem Virus infizieren. Schule und Kita sind dabei aber laut Amtsärztin Kristina Böhm nicht der Ort der Ansteckung, sondern das Virus wird vor allem in den Familien übertragen. Nun sucht die Stadt nach Maßnahmen, um das zu verhindern, und um die Kinder zu schützen. Denn diese können noch nicht gegen das Corona geimpft werden.
Die ersten beiden Ideen: Gurgeltests für Grundschüler, ein Modellprojekt wird derzeit angebahnt. Und eine Testpflicht für Eltern, die ihre Kleinen in die Kita bringen.
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Die Corona-Lage

Ganz langsam könnten auch in der Landeshauptstadt die Zeichen auf Entspannung stehen - denn die Corona-Inzidenz für Potsdam sinkt, wenn auch in wirklich kleinen Schritten. 40 Neuinfektionen wurden am Himmelfahrts-Donnerstag gemeldet, 16 waren es am Mittwoch. Leider müssen noch immer 18 Covid-19-Patienten in den Potsdamer Kliniken versorgt werden, zwölf davon intensivmedizinisch. Stand Donnerstag liegt damit die Sieben-Tage-Inzidenz bei rund 103, also nur noch knapp über der derzeit so wichtigen 100er-Grenze.
Zur Erinnerung: Ab kommendem Freitag könnten die vom Kabinett beschlossenen Pfingsöffnungen uns allen etwas Freiraum zurückgeben. Dafür muss die Inzidenz aber stabil unter 100 liegen. Im Klartext heißt das: Am Wochenende sollten wir unter 100 sein, sonst wird’s nichts mit im Biergarten sitzen oder Fußball mit den Freunden spielen. Klar ist bei allen Lockerungsideen: Abstand und Kontaktnachverfolgung bleiben wichtig. Potsdam setzt dabei unter anderem auf die umstrittene Luca-App.
Ein Blick auf die landesweiten Zahlen zeigt allerdings noch einmal, dass die Lage in Potsdam nicht wirklich gut ist. Nur zwei Kreise - Elbe-Elster (147,3) und Oberspreewald-Lausitz (105,1) - weisen derzeit höhere Infektionszahlen auf. Ganz anders sieht es dagegen in Potsdam-Mittelmark aus, hier liegt die Inzidenz nur noch bei 53.
Unser tägliches Corona-Update für Potsdam finden Sie hier.
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Die besondere Geschichte

Sprengmeister Mike Schwitzke und die Ordnungsbeigeordnete Brigitte Meier (SPD). Foto: Bernd Gartenschläger
Sprengmeister Mike Schwitzke und die Ordnungsbeigeordnete Brigitte Meier (SPD). Foto: Bernd Gartenschläger
Niemals werde ich mich an den Gedanken gewöhnen können, dass womöglich gerade jetzt unter meinen Füßen eine Bombe liegt - ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Potsdam wahrlich zahlreich vorhanden sind. Nur ein einziges Mal wurde unsere Stadt großflächig bombardiert. Die Geschichte dieser “Nacht von Potsdam” erzählen wir Ihnen in einer Multimediareportage.
Bis heute werden immer wieder Blindgänger gefunden und dann entschärft. Im Mittelpunkt steht dabei auch bei der in dieser Woche unschädlich gemachten und bereits erwähnten 205. Weltkriegsbombe der Sprengmeister Mike Schwitzke. Der will kein Held sein, ist es aber trotzdem. Schon vor einigen Jahren hat die MAZ Schwitzke porträtiert.
Auch beruflich sind die Entschärfungen immer wieder aufregend für meine Kollegen und mich. Die MAZ-Redaktion liegt regelmäßig im Sperrkreis, so auch dieses Mal. Umso besser, wenn man einen Liveticker betreuen kann - diesen können Sie hier nachlesen.
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Der kulinarische Tipp

Foto: marktschwärmer.de
Foto: marktschwärmer.de
Törtchenzeit, liebe Leserinnen und Leser! Die Lisboa Bar am Boxhagener Platz in Kreuzberg ist bekannt für, natürlich, portugiesische Spezialitäten. Mit viel Liebe, Bio-Eiern und Bio-Milch, regionalem Mehl und hochwertigen Produkten entstehen die köstlichen Puddingtörtchen “Pastel de Nata” und ihre Verwandten. Jetzt sind sie auch in Potsdam zu haben, ganz praktisch verpackt als Probierset.
Fünf Stück - die Box enthält jeweils eine Pastel de nata, Brasileira, Bolo de Arroz, Bolo de coco, und Bolo de noz - kosten 12 Euro. Bestellbar sind die leckeren Sündchen immer bis Sonntagabend über die Marktschwärmerei, die Abholung erfolgt dann am Dienstag im Rechenzentrum oder am Findling in Babelsberg.
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Unsere Entdeckung der Woche

Unsere Entdeckung in dieser Woche liegt uns sehr nahe - nämlich auf dem Betriebsgelände der MAZ. Und eine Einladung an Sie, liebe Leserinnen und Leser. Lassen Sie uns gemeinsam gärtnern!
Ja, Sie lesen richtig, die MAZ ist unter die Gärtner gegangen. Warum? Weil auch wir nicht am großen Trend-Thema dieser Pandemie vorbeikommen. Immer mehr Menschen bepflanzen, Garten, Balkon oder Fensterbank, züchten Blumen ebenso wie Obst und Gemüse.
Auf dem Potsdamer Redaktionsgelände haben wir zwei Hochbeete aufgebaut und wollen dort in den kommenden Monaten unser eigenes Obst und Gemüse anbauen. Tomaten und Gurken, Radieschen und Kohlrabi, Salat und Zucchini, der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt – allerdings unserer Erfahrung. Damit die Gartenlust also nicht im Frust endet, begleitet uns durch die kommenden Monate unsere Potsdamer Hochbeet-Patin Lisa Alf.
Und natürlich dokumentieren wir unsere Gärtner-Versuche. Auf unserer #MAZBeet-Themenseite finden Sie alles rund um unser Gartenprojekt - und dort halten wir Sie auch über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden - unter anderem mit unserem Beet-Blog.
So viel sei verraten: Bisher läuft es durchwachsen. Den Beet-Aufbau werten wir als vollen Erfolg. Die Anzucht des ersten Gemüses an sich auch - wenn da nicht das Kohlrabi-Problem wäre.
Wir laden Sie, liebe Leser, herzlich ein, mit uns gemeinsam ins Garten-Abenteuer zu starten. Und ja, wir sind dankbar für jeden Tipp!
Entdeckung: Rüdiger Braun
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Wo ist das in Potsdam? Foto: Peter Degener
Glupschig und rutschig war dieses Objekt immer. Doch während das Rutschen früher erwünscht war, ist es heute verboten. Die heute nicht mehr nutzbaren zwei Wege nach oben sind mittlerweile umgestaltet und zu gefährlich. Wer stattdessen einen der acht nach unten führenden Wege hinauf will, braucht Übung und Haftung.
In dem Stadtteil, dessen Straßen auch im Namen viel Natur aufweisen, fällt der gesuchte Ort dennoch aus dem Rahmen. Dass passt wiederum zu dem Platz, an dem es steht, weil der ausnahmsweise nicht nach Flora oder Fauna benannt ist, sondern nach einem Maler.
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum Sonntag, 16. Mai, eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Vergessen Sie Ihre Postadresse nicht, denn Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Der Besitzer des Bootes konnte sich mit einem Sprung ins Wasser retten. Quelle: Julian Stähle
Der Besitzer des Bootes konnte sich mit einem Sprung ins Wasser retten. Quelle: Julian Stähle
Mit einem Sprung in die Havel hat am Himmelfahrtstag ein Freizeitkapitän auf der Havel bei Götz sein eigenes Leben gerettet. Was war passiert? Gegen 10 Uhr war das Acht-Meter-Sportboot des Skippers plötzlich in Flammen aufgegangen. Die ganze Geschichte der Rettung und des anschließend lichterloh in Flammen stehenden auf der Havel treibenden, führerlosen Bootes lesen Sie hier.
In Michendorf gibt es Ärger um eine Straßenquerung. Fußgänger und Radfahrer haben das Nachsehen: Um das Teltomatgelände an das benachbarte große Wohngebiet anzuschließen, fehlt es an einem sicheren Übergang. Ob es eine Lösung geben wird, ist allerdings fraglich, hat meine Kollegin Annika Jensen herausgefunden.
Die Corona-Lage in Mittelmark entspannt sich weiter, der Trend der vergangenen Tage hält an: 25 neue Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 meldet das Dashboard des Landes Brandenburg binnen 24 Stunden. Die Corona-Inzidenz sinkt damit weiter, am Donnerstag liegt sie bei 54,9. Im Landesvergleich ist dies ein sehr guter Wert, nur die Landkreise Oberhavel (50,9) und Ostprignitz-Ruppin (48,6) weisen derzeit niedrigere Inzidenzen auf.
Für die vom Kabinett beschlossenen zaghaften Öffnungen von Gastronomie, Kultur und Sportmöglichkeiten ab dem kommenden Freitag sieht es in Potsdam-Mittelmark daher gut aus.
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Unser Tipp fürs Wochenende

Damals, als Konzerte noch besucht werden konnten: Hasenscheiße auf dem Luisenplatz. Foto: Christel Köster
Damals, als Konzerte noch besucht werden konnten: Hasenscheiße auf dem Luisenplatz. Foto: Christel Köster
Fehlen Ihnen Konzerte auch so sehr? Dann sind Sie bei “Sofa ohne Grenzen” ganz richtig. Denn “Sofa ohne Grenzen” ist ein Live-Online-Charity-Musik-Festival. Bei seiner zweiten Auflage am kommenden Sonntag steht mit der Potsdamer Band Hasenscheiße direkt lokale Prominenz auf der Bühne, aber auch rund um die hiesigen Liedermacher herum hat das kleine, ehrenamtliche Festivalteam ein schönes Programm zusammengestellt - unter anderem Bernd das Brot-Erfinder Tommy Krappweis und filigrane Gitarrenmusik aus Berlin warten auf Zuschauer.
Los geht’s am Sonntag um 12 Uhr auf der Homepage des Festivals. Wer kann und will, ist als Zuschauer zum Spenden aufgerufen, Empfänger des Geldes ist die Organisation “Ärzte ohne Grenzen”. Bei der ersten Auflage des Festivals im vergangenen Jahr konnten so mehr als 6.000 Euro Spenden gesammelt werden.
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Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Ein “sehr, sehr geiler Typ” muss Potsdams Chef-Bombenspezialist Mike Schwitzke sein, glaubt unser Videokolumnist Marcus Gude. Wir sagen: Recht hat er, denn als Journalisten sind wir MAZ-Redakteure ihm allesamt schon begegnet und waren immer wieder beeindruckt von seinem Humor, seiner ruhigen Art und seiner immensen Fachkenntnis. Danke, Mike Schwitzke, für Ihre Arbeit.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 47
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 47
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