Profil anzeigen

+++Leipziger Dreieck im Bau+++Müllabfuhr im Streik+++Eichen im Weg

Liebe Leserinnen und Leser, ich habe eine tolle Baustellen-Nachricht für Sie! Am Leipziger Dreieck ko
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Liebe Leserinnen und Leser,
ich habe eine tolle Baustellen-Nachricht für Sie! Am Leipziger Dreieck kommt zwar der Verkehr noch immer sehr, sehr mäßig voran, die Arbeiten an der neuen Tram-Wendeschleife dafür umso besser. Die nächste Bauphase steht an und zumindest für jene, die sich regelmäßig in der Friedrich-Engels-Straße ans Stauende anstellen müssen, dürfte es ab dem 9. Oktober erträglicher werden - denn dann ist wieder Platz für eine Abbiegespur für jede Richtung an der Kreuzung. Der Ärger, der sich auch noch staute, wenn einer in der kurzen Grünphase nicht vom Fleck kam, gehört der Vergangenheit an.
Andererseits müssen Tramnutzer sich umstellen. Stadtauswärts wird die Haltestelle Hauptbahnhof ab Mitte Oktober für ein halbes Jahr nicht mehr angefahren - wer beimHalt auf der Langen Brücke pennt, kann erst bei der Haltestelle Friedhöfe in der Heinrich-Mann-Allee wieder aussteigen. Warum das so ist, erklärt die MAZ Ihnen hier.
Haben auch Sie die Container der Einheits-Expo mittlerweile zur Genüge begutachtet und alle Open-Air-Ausstellungen entlang von Zäunen und Plätzen gesehen sowie das schwarz-rot-goldene Herz im Stadtkanal belächelt? Tja, dabei kommt der Höhepunkt der Einheitsfeierlichkeiten erst noch. Am Samstag ist es soweit. Zum 3. Oktober wird Potsdam Schauplatz eines wahren Staatsaktes mit Bundespräsident und Kanzlerin, mit Reden, Podien, Gottesdienst und Eintragung in das Goldene Buch der Stadt.
Fürs einfache Volk kommen aber auch noch ein paar Programmpunkte hinzu, die einen Besuch der Einheitsexpo von Freitag bis Sonntag noch einmal lohnenswert machen. Wir haben das umfangreiche Programm aus Kunst, Musik und Diskussionsrunden einmal hier für Sie aufbereitet.
Denken Sie zudem an zwei Dinge: Am Samstag ist ein Feiertag - machen Sie also Ihren Einkauf noch heute. Und ausnahmsweise gilt wegen des erwarteten Besucherandrangs am Samstag und Sonntag eine Maskenpflicht in großen Teilen der Potsdamer Innenstadt.
Ich wünsche Ihnen ein tolles Wochenende!
Ihr
Peter Degener
Redakteur der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Das Stadtgespräch

Streik bei der Stadtentsorgung Potsdam. Foto: Rainer Schüler
Streik bei der Stadtentsorgung Potsdam. Foto: Rainer Schüler
Streik! Das sorgt für Diskussionen. Erst war am Dienstag der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt, am Donnerstag streikten dann Beschäftigte der Potsdamer Verwaltung und der Stadtentsorgung Step - und dort ging es am frühen Morgen recht handfest zu. Ein gutes Viertel der Belegschaft blockierte die Ein- und Ausfahrt der Müllfahrzeuge, sodass Step-Geschäftsführer Burkhardt Greiff der Kragen platzte. Er wollte ein Gewerkschafts-Transparent herunterreißen (und womöglich step-gerecht entsorgen?), sodass es zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll. In dem Betrieb kocht der Ärger seit Monaten hoch. Die Stadtentsorgung ist in einer besonderen Rolle, weil sie nur zu 51 Prozent in kommunaler Hand ist. Das würden die Gewerkschafter gern ändern.
***
Die besondere Geschichte

Katarina Witt erzählt am Samstag zum Tag der Deutschen Einheit auf einem Podium an der Garnisonkirche. Foto: Ingo Wagner/dpa
Katarina Witt erzählt am Samstag zum Tag der Deutschen Einheit auf einem Podium an der Garnisonkirche. Foto: Ingo Wagner/dpa
Katarina Witt ist eine der erfolgreichsten deutschen Sportlerinnen - und hat viel über ihr Leben vor und nach der Wende zu sagen. Am Sonnabend ist sie als Zeitzeugin auf einer Bühne am Turm der Garnisonkirche zu Gast. Die MAZ hat schon vorher ein umfangreiches Interview mit ihr geführt - und Kati Witt entlockt, welches “letzte Stück funktionierende Vergangenheit” erst vor wenigen Tagen endgültig in der Erinnerungsschublade verschwunden ist. So manch anderer Ostdeutscher trägt es vermutlich selbst noch im Portemonnaie.
***
Der kulinarische Tipp

Teltower Rübchen. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Teltower Rübchen. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Es ist wieder soweit: Rübchenzeit. In Teltow war am Donnerstag der offizielle Erntestart. Die regionale Spezialität ist im Herbst zu haben und auch nur in begrenzter Menge. Anders als beim Spargel als Gemüse der Region gibt es nicht hektarweise Rübchen-Felder. Es gibt die Wurzeln bei einigen Händlern und Hofläden zu kaufen, voriges Jahr auch in der Tourist-Info von Teltow. Auch Gaststätten bieten sie in Menüs an.
Außerdem werden die Rübchen verarbeitet in Bratwurst sowie zu Schnaps oder Senf. Auch Rübchen-Eis, Rübchen-Tee, Rübchen-Marzipan gibt es - und ganz neu: Teltower-Rübchen-Schokolade. Wie sie schmeckt? Schwer zu sagen. Sie war schon bei der ersten Verkostungsrunde aufgefuttert worden. Aber es gibt Nachschub, versprach Tina Reich, Vorsitzende des Fördervereins für das Teltower Rübchen.
Der Verein hat auf seiner Internetseite zudem Rezeptvorschläge vorbereitet. Das Schnellgericht sei an dieser Stelle von dort abgekupfert: Teltower Rübchen in Butter schwenken, in Brühe dünsten und mit etwas Karamellzucker verrühren. Fertig. Also ran an die Rübchen und guten Appetit!
Text: Alexander Engels
***
Unsere Entdeckung der Woche

Brauchen Sie einen Tipp, was Sie mit den Kindern machen könnten? Foto: Peter Degener
Brauchen Sie einen Tipp, was Sie mit den Kindern machen könnten? Foto: Peter Degener
Die Sammelbücher zu Orten, die man irgendwo gesehen haben muss, sammeln sich ebenfalls. 111 Orte in Potsdam stehen schon in meinem Regal, daneben 111 Brandenburger Orte, die ich längst noch nicht abgehakt habe. Der Emons-Verlag hat nun beides kombiniert und auf familiengerechte Ausflüge getrimmt. „111 Orte für Kinder in Potsdam und Brandenburg, die man gesehen haben muss“, ist soeben erschienen. Auf 240 Seiten zeigen die Autorinnen Janine Eck und Kristina Offermann vor allem eines: „Oh, wie schön ist Brandenburg!“ Weil die eine Comics schätzt und die andere lange Jahre das Micky-Maus-Magazin betreut hat, darf die Auswahl als gelungen gelten.
„Schwingt euch mit einem Tarzanseil in glasklares Seewasser, staunt über eine senkrecht hochgeklappte Straße, besucht das kleinste Sägewerk Brandenburgs und kickt auf einem kreisrunden Fußballplatz. Ja, dit allet jibt‘s – und noch viel mehr“, schreiben die zwei im Vorwort.
Es folgen bunt gestaltete und knapp beschriebene Orte, die auch die Erwachsenen neugierig machen. Kommt, wir fahren zum dicksten Baum Brandenburgs (in Beetzsee-Brielow), zu einem echten Rapunzelturm (in der Schorfheide) oder dort hin, wo mit kaltem Wasser gekocht wird (bei Neuruppin). Allein 19 Tipps für Kinder finden sich bei uns im Stadtgebiet.
***
Bilderrätsel: Wo ist das?

Wir wollten wissen, wo sich dieses Bild befindet. Foto: Peter Degener
Wir wollten wissen, wo sich dieses Bild befindet. Foto: Peter Degener
Unten steht der „Sieg“, darüber findet sich ein Porträt von Dietrich von Bern. Auch Kriemhild, Siegfried, Hagen und Etzel finden sich an diesen Wänden, auf denen die berühmte „Nibelungensage“ dargestellt ist. Die Bildtafeln befinden sich im offenen Hof des Marmorpalais am Heiligen See – und werden von den meisten Spaziergängern übersehen, weil sie lieber direkt an der Seeseite am Schloss vorbeigehen oder beim Blick in den Hof von der goldenen Kuppel des Marmorpalais abgelenkt werden.
Ob das eingekratzte Wort „Sieg“ im Jahr 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstand? Am nahe gelegenen Schloss Cecilienhof finden sich zumindest ähnliche Siegeszeichen – da sind die schweren Granitkugeln auf der Rückseite mit Sowjetsternen verziert worden.
Der Säulengang im Hof des Marmorpalais - an den Wänden finden sich die Fresken. Foto: Peter Degener
Der Säulengang im Hof des Marmorpalais - an den Wänden finden sich die Fresken. Foto: Peter Degener
Die Fresken am Marmorpalais lohnen eine kleine Runde durch den Säulengang zu beiden Seiten des Hofes. Landschaften an Rhein und Donau finden sich dort, die Charaktere des Nibelungenlieds werden benannt (Kannten Sie „Blödel“?). Die Entwürfe zu den Freskobildern stammen vom Berliner Historienmaler Karl Wilhelm Kolbe d. J., sie wurden bis 1848 von den Malern Ossowsky und Karl Lompeck ausgeführt.
Vom stellenweisen Vandalismus abgesehen sind sie toll erhalten. Nur das tiefdunkle Blau des Hintergrunds ist an der von der Sonne beschienenen Nordseite völlig verblasst. Der kriegerische Inhalt des Nibelungenlieds passt nur schwer zum idyllischen Marmorpalais – allein in der DDR-Zeit waren die Fresken vermutlich der richtige Rahmen für die Nutzung des Gebäudes. Da war es Armeemuseum – und wurde von Geschützen und anderem Kriegsgerät flankiert. Das ist gottseidank vorüber. Eine Bildtafel mit dem Wort „Frieden“ gibt es leider nicht.
Rätsel: Peter Degener
***
Das ist los im Umland

Keinie Party von Havel Tec auf der Bismarckhöhe. Foto: Ute Swart
Keinie Party von Havel Tec auf der Bismarckhöhe. Foto: Ute Swart
Die einen finden es einfach schade, dass sie kaum ausgehen können wegen Corona weder auf Feiern noch auf Feste. Für die anderen ist es der wirtschaftliche Ruin. Die Werderaner Event-Firma Havel Tec kann davon ein trauriges Lied singen. „Wir wissen nicht, was nächste Woche ansteht“, sagt Geschäftsführer Karl Thiede meiner Kollegin Annika Jensen. Seit Monaten fehlt die eigentliche Grundlage fürs Geschäft. Ohne Veranstaltungen braucht auch niemand Veranstaltungstechnik. Und eigene Partys sind auch kaum möglich. Die Firma wollte Corona konform auf der Bismarckhöhe einige Feiern organisieren. Doch dagegen protestierten Anwohner. Auch die Politik hilft der Branche kaum.
Und da wir gerade beim Nicht-Feiern sind. Adventsmärkte, Weihnachtsfeiern und Laternenumzüge sind in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdort für dieses Jahr komplett abgesagt worden. Die Kommunen reagieren damit auf die Corona-Eindämmungsregeln. Meine Kollegin Konstanze Kobel-Höller hat eine Liste der Veranstaltungs-Absagen zusammengestellt. Da sind viele lieb gewonnene Traditionsfeste darunter.
Alte Eichen in Beelitz werden gefällt. Foto: Jens Steglich
Alte Eichen in Beelitz werden gefällt. Foto: Jens Steglich
Noch etwas fällt weg: die 13 alten Eichen an der Brücker Straße in Beelitz. Einwohner und Naturschützer hatten sich für ihren Erhalt stark gemacht, unter anderem der Grünen-Ortsverband mit der engagierten Stadtverordneten Elke Seidel. Doch es half wenig. Der Landesbetrieb Straßenwesen erklärt, wenn er die B246 durch Beelitz erneuern und ausbauen muss, kann eine der beiden Alleebaumreihen nicht stehen bleiben. Der Platz reiche schlicht nicht aus, um nach den Regeln der Kunst eine Straße zu bauen. Könnte man nicht flexibler mit Regeln umgehen, fragt sich MAZ-Reporter Jens Steglich. Immerhin sollen nun deutlich mehr Ersatzbäume in Beelitz gepflanzt werden. Doch wo sie hinsollen, ist noch unklar.
Text: Alexander Engels
***
Unser Tipp fürs Wochenende

Das Theaterschiff am havelufer. Foto. Karsten Schiffbauer
Das Theaterschiff am havelufer. Foto. Karsten Schiffbauer
Das Theaterschiff in der Schiffbauergasse zeigt am Samstag um 19.30 Uhr und am Sonntag um 17 Uhr das multimediale Theaterprojekt „Stay away – Rettung ausgeschlossen“ von Martina König in einer Uraufführung. Mit Fotos, Videoinstallationen, Tanz- und Spielszene wird der Zuschauer eingeladen, gemeinsam mit den anderen Passagieren auf eine theatrale Reise zu gehen und sich mit Fragen zu beschäftigen, auf die Antworten gerade schwerfallen.
Solche, die die mit Konfrontationen von menschlicher Not verbunden sind, die verstören, ratlos und hilflos machen. Das Ensemble hat für eine Station dieser Reise das Thema „Flucht“ auch zu sich selbst geholt und erzählt eigene, ganz persönlichen Fluchtgeschichten.
Tipp: Sarah Kugler
***
Video: Marcus gibt seinen Senf dazu

Ein langer Stau ist in Potsdam nicht allzu außergewöhnlich, und doch erhitzt jeder Verkehrskollaps die Gemüter der Autofahrer. In dieser Woche gab es jedoch einen besonderen Grund für den Stau: Eine Tankstellenfiliale verschenkte Benzin und die Potsdamer drängten sich kilometerweit auf der Zeppelinstraße, um etwas vom Gratis-Sprit zu erhaschen. Unser Videokolumnist Marcus Gude kann da nur den Kopf schütteln.
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 17
Marcus gibt seinen Senf dazu - Teil 17
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.