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Krise in den Notaufnahmen+Rotwein mit Kai Diekmann+Augmented Reality

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, Lust auf eine kleines Quiz am Dienstag? Dann raten Sie doc
Potsdam ganz nahPotsdam ganz nah
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Lust auf eine kleines Quiz am Dienstag? Dann raten Sie doch mal, warum der Heilige See eigentlich heilig ist, wie viele Autos es in der Nauener Vorstadt pro Einwohner gibt oder in welcher der drei Vorstädte im Potsdamer Norden die meisten Rentner leben. Neugierig geworden? Testen Sie in unserem neuen Quiz Ihr Wissen über die Berliner, Nauener und Jägervorstadt - und lassen Sie sich von uns einladen zu einer Entdeckungsreise durch drei Stadtteile von der Wende bis heute.
In unserem letzten Newsletter haben wir Ihnen unsere neue Serie „Potsdam ganz nah“ bereits vorgestellt, nun ist Teil 1 online – mit Zahlen, Daten und natürlich ganz vielen Geschichten über die Menschen, die dort leben.
Ex-Bildchef Kai Diekmann hat uns zum Beispiel erzählt, warum er eine Nacht lang mit Hausbesetzern Rotwein trank. Wir haben Bodo Riek getroffen, der im Grenzgebiet an der Glienicker Brücke aufgewachsen ist und heute sagt: “Ich bin der letzte meiner Art”. Und uns hat das Ehepaar Margret und Stoyan Jonov seine Geschichte erzählt - sie lebten einst in einer 170-Quadratmeter-Villa in der Mitte der Stadt, dann kamen die Sanierer, die Mieten stiegen und sie mussten aufs Land ziehen.
Neben vielen weiteren Lebensgeschichten können Sie sich Potsdams Vorstädte im Norden anhand unserer interaktiven Grafiken auch in Zahlen ganz genau anschauen. Wie hat sich das Wahlverhalten in den letzten drei Jahrzehnten verändert? Wo sind die Menschen hingezogen? Wo sind sie hergekommen? Wie stehen sie da im Vergleich zu den anderen Potsdamer Stadtteilen?
Und - eins meiner persönlichen Highlights - Sie können eine Zeitreise in die Schiffbauergasse unternehmen. Möglich macht das „Augmented Reality“, eine Technologie, mit der man sich eine andere Welt per Smartphone dorthin holen kann, wo man gerade steht. Noch nie gehört? Dann probieren Sie es doch einfach mal aus.
Im nächsten Kapitel unserer Serie geht es dann übrigens in den Potsdamer Südwesten, dann berichten wir über die Entwicklung in der Waldstadt, im Schlaatz, in der Templiner und Teltower Vorstadt. Sie kennen eine Geschichte aus dem Teil der Stadt, die wir unbedingt erzählen sollten? Dann schreiben Sie uns, wir freuen uns über Ihre Tipps.
Was sonst noch so los war in den letzten Tagen? Das Weihnachtsgebäck liegt in den ersten Potsdamer Supermärkten, in Babelsberg hat es gleich zweimal gebrannt, Surfer wehren sich gegen die Müll-Vorwürfe und räumen am Fahrländer See auf, am Wochenende zählt die Stadt ihren 700. Corona-Infizierten - und der statistische Vergleich der deutschen Landeshauptstädte zeigt: Auch nach 30 Jahren gibt es große Unterschiede zwischen Ost und West.

Liebe Leserinnen und Leser, kommen Sie gut durch die Woche, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie uns treu. Den nächsten Newsletter finden Sie wieder am Freitag in Ihrem Postfach. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Potsdam und Umgebung lesen Sie wie gewohnt auf MAZ-online.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Anna Sprockhoff
Leiterin der Lokalredaktion Potsdam
PS: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Dann schreiben Sie uns an potsdam-newsletter@maz-online.de. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Video: Frauke Hinrichsen
Video: Frauke Hinrichsen
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Das Stadtgespräch

Ein altes Problem ist nach dem Ende des Corona-Lockdowns zurück, ein neues macht Potsdams Krankenhäuser zu schaffen. Weil das kommunale Ernst-von-Bergmann-Klinikum seine Notaufnahme aufgrund der erforderlichen Corona-Schutz- und Hygienemaßnahmen nicht wie gewohnt betreiben kann und wegen Überfüllung regelmäßig bei der Rettungsdienstleitstelle abmeldet, ist immer öfter auch das St. Josefs-Krankenhaus gezwungen, die Reißleine zu ziehen. Krankenhauspersonal, Rettungssanitäter und Patienten schildern besorgniserregende Zustände – angefangen von der Sicherheit der Patienten bis hin zur andauernden Zerreißprobe für Ärzte, Schwestern und Pfleger.
Ein ruhiger Nachmittag in der Notaufnahme im St.Josefs kann schnell umschlagen: Wenn sich das Klinikum abmeldet, ist der Andrang dort kaum zu bewältigen. Foto: Bernd Gartenschläger
Ein ruhiger Nachmittag in der Notaufnahme im St.Josefs kann schnell umschlagen: Wenn sich das Klinikum abmeldet, ist der Andrang dort kaum zu bewältigen. Foto: Bernd Gartenschläger
Dabei sind nicht nur die strengen Corona-Auflagen ein Problem in den Notaufnahmen der Krankenhäuser, auch das Verhalten der Patienten erinnert wieder an Vor-Corona-Zeiten. “Sämtliche Notaufnahmen, so auch das Klinikum, beobachten derzeit wieder eine Zunahme an sogenannten Bagatellfällen, die auch im ambulanten, niedergelassenen Bereich grundsätzlich behandelt werden könnten“, erklärt auf MAZ-Anfrage die Sprecherin des Bergmann-Klinikums, Theresa Decker.
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Die besondere Geschichte

Die Dresdener Bildhauer Stefan und Marie-Josefin Zimmermann zwischen den Originalfiguren und den Kopien von Erato (l.) und Minerva. Quelle: Privat
Die Dresdener Bildhauer Stefan und Marie-Josefin Zimmermann zwischen den Originalfiguren und den Kopien von Erato (l.) und Minerva. Quelle: Privat
Der Historiker Hans Kania nannte sie einst die “schönste Frau Potsdams”, nun kehrt sie zurück auf das Dach des Stadtschlosses: die Göttin Minerva. Bis zur Zerstörung des Stadtschlosses 1945 überragte die Beschützerin der Wissenschaften und der Künste den Alten Markt, eine Kopie soll voraussichtlich Ende Oktober wieder ihren Platz auf der Spitze des Theaterflügels direkt gegenüber vom Museum Barberini einnehmen. Geschaffen hat diese Bildhauer Stefan Zimmermann aus Dresden - und auch ihn hat die Minerva verzaubert. “Die Komposition und Haltung mit dem Tuch, dem Schild und Speer…”, schwärmt er. “Da stimmt alles. Das ist flüssig, wie sie steht.“
Insgesamt zehn Figuren hat die Stiftung Preußische Schlösser & Gärten (SPSG) mit Hilfe einer anonymen Millionenspende von verschiedenen Bildhauern kopieren lassen. Dadurch können in wenigen Wochen noch weitere Musenfiguren und ein Götterpaar auf die Südwestecke des Landtags gehoben werden. 
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Verkehr aktuell

Foto: Bernd Gartenschläger
Foto: Bernd Gartenschläger
Schlechte Nachrichten für alle, die regelmäßig auf der westlichen A10 zwischen Phöben und Potsdam-Nord unterwegs sind. Zwei Jahre lang wird das sieben Kilometer lange Autobahnstück zur Baustelle. Dabei werden auch vier Brücken saniert, gestern haben die Vorbereitungen begonnen.
Die Abfahrt Leest soll solange wie möglich offen bleiben. In den Herbstferien, 12. bis 24. Oktober, ist sie aber dicht. Ab Montag wird die Baustelle eingerichtet. Dafür wird die Verkehrsführung geändert: Der Verkehr wird für diese Zeit über die Anschlussstelle Phöben beziehungsweise die Anschlussstelle Potsdam-Nord geführt und muss dort wenden. Es muss mit Behinderungen und Staus gerechnet werden. 
  • Mehr über die genaue Bauplanung lesen Sie hier.

Und auch in Potsdam müssen Sie in der kommenden Woche wieder mit Stau rechnen. Neben den bekannten Baustellen wird nun auch in der Babelsberger Straße gebaut. Auf dem Verbindungsstück zur Friedrich-List-Straße wird an der Fernwärmeleitung gearbeitet. Deshalb ist die Ausfahrt vom Kreisverkehr in Richtung Friedrich-List-Straße gesperrt. Die Umleitung führt über die Lotte-Pulewka-Straße. 
  • Die gesamte Baustellenübersicht finden Sie hier.
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Der kulinarische Tipp

Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Lust auf Tomate mal anders? Dann schlendern Sie am Samstag doch mal über den Wochenmarkt auf dem Weberplatz in Babelsberg und machen Halt an dem Tomaten-Stand mit den unzähligen verschiedenen Sorten. Black Cherry, Orange Russian oder - unsere letzte Wahl - Ananas-Tomate. Die gelbe Fleischtomate kann bis zu 800 Gramm schwer werden, hat mehrere Fruchtkammern, aber nur wenig Kerne, ist fruchtig, süß und verdammt aromatisch.
Foto: Anna Sprockhoff
Foto: Anna Sprockhoff
Doch was draus machen? Tomatensoße, Tomate überbacken, klassischer Tomatensalat? Wir haben uns am Ende für einen Salat Caprese entschieden, einen italienischen Vorspeisensalat aus Tomaten, Mozzarella, Basilikum und Olivenöl. Tomaten und Büffelmozzarella in Scheiben schneiden, abwechselnd schuppenförmig anrichten, salzen, mit gutem Olivenöl beträufeln und mit Basilikum-Blättern versehen. Das geht schnell, ist einfach, aber dank guter Zutaten immer wieder lecker.
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Unsere Entdeckung der Woche

Foto: Peter Degener
Foto: Peter Degener
Das deutsche Einheitsjubiläum ist offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Eine erste Installation zur Einheitsfeier in Potsdam haben wir im Stadtkanal in der Yorckstraße entdeckt. Das Herz trägt nicht nur die Nationalfarben, sondern es pulsiert auch und macht Atemgeräusche. Ein wenig schwach auf der Brust scheint das Einheitsherz allerdings - es ächzt ganz schön.
Der Kanal ist für die Installation übrigens abgesperrt, ein Securitydienst passt auf - bestimmt, damit sich niemand ankuschelt.
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Bilderrätsel: Wo ist das?

Wo haben Sie dieses Bauarbeiter-Klo schon mal gesehen? Foto: Peter Degener
Wo haben Sie dieses Bauarbeiter-Klo schon mal gesehen? Foto: Peter Degener
Baustellen-Klos gibt es viele in dieser an Baustellen so reichen Stadt. Aber wer aufmerksam durch Potsdam fährt, hat diese ganz bestimmte Toilette ganz sicher schon bemerkt und womöglich genauso geschmunzelt wie ich.
Immerhin überragt sie eine bedeutende Potsdamer Baustelle und ist vermutlich das höchstgelegene Bauarbeiter-Klo der Stadt (wenn nicht gar Norddeutschlands).
Welche Baustelle suchen wir?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns bis zum 4. September eine E-Mail mit dem Betreff “Bilderrätsel” an potsdam-newsletter@maz-online.de. Sie können ein kleines Paket gewinnen.
Darin verbergen sich verschiedene Dinge, etwa eine Powerbank zum Laden Ihres Handyakkus oder auch ein Regenschutz für Ihren Fahrradsattel. Oder hätten Sie lieber einen Zollstock, eine MAZ-Tasse oder gar einen hochwertigen Kugelschreiber? Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.
Rätsel: Peter Degener
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Das ist los im Umland

Fischer Manfred Mannheim am verlandeten Seddiner See. Foto: Jens Steglich
Fischer Manfred Mannheim am verlandeten Seddiner See. Foto: Jens Steglich
Wahrscheinlich kennt kaum jemand den Seddiner See so gut wie Manfred Mannheim. Er ist dort seit mehr als 40 Jahren Fischer, kennt Stürme, Hochwasser und die Laichgründe der Fische. Doch was er in diesem Jahr sieht, hat er noch nie erlebt: Der Seddiner See schrumpft so sehr, dass Manfred Mannheim eigentlich nicht mehr fischen kann. Inzwischen veredelt sein Betrieb die Fische anderer Fischer aus anderen Seen – „bald zu 100 Prozent“, sagte er im MAZ-Interview meinem Kollegen Jens Steglich. Er wünscht sich „ein Jahr Regen“, sagt er mit fatalem Unterton. Aber selbst das würde den Seddiner See kaum genug auffüllen können.
Dienste, die privat genutzt werden, sind für Schul-Angelegenheiten nicht erlaubt. Foto: dpa
Dienste, die privat genutzt werden, sind für Schul-Angelegenheiten nicht erlaubt. Foto: dpa
Mit einem Abfluss kämpfen auch die Schulen der Region, mit dem Datenabfluss. Jüngst erst war bekannt geworden, dass manche Daten von Lehrern und Schülern unter bestimmten Bedingungen offenbar von Fremden abgerufen werden können. Das betraf die interne Kommunikation etwa in Chats. Doch das Problem ist größer. Es betrifft auch die Eltern. So werden Telefon- oder Maillisten an Elternsprecher herausgegeben, was noch mit deren halbschulischer Aufgabe zu begründen ist. Doch vernetzen sie sich mit anderen Eltern gern über Dienste wie WhatsApp – und da erhebt die Landesdatenschutzbeauftragte Einspruch. Dieser Weg ist nicht erlaubt, weil unklar ist, was mit den Daten bei dem US-amerikanischen Facebook-Konzern passiert, hat MAZ-Reporterin Konstanze Kobel-Höller herausgefunden.
Ein Hochzeitsfoto von Sandy und Thiemo, gemacht von Dirk Pagels.
Ein Hochzeitsfoto von Sandy und Thiemo, gemacht von Dirk Pagels.
Was zwei Brautpaaren in der Region passieren wird, können wir jetzt schon voraussagen: Sie werden an dem hoffentlich schönsten Tag ihres Lebens von einem Profifotografen begleitet – kostenlos! Und das geht so: Der Teltower Fotograf Dirk Pagels möchte sich bei Corona-Helden bedanken und sucht gemeinsam mit der MAZ nach Paaren, denen Corona bei der Hochzeitsplanung in die Quere gekommen ist. Braut oder Bräutigam oder beide sollten in einem Beruf arbeiten, in dem sie während des Corona-Lockdowns tätig waren und sich mitunter gesundheitlichen Risiken aussetzen: zum Beispiel Pfleger, Schwestern, Verkäuferinnen, Polizisten, Feuerwehrleute oder Sanitäter. Trifft das zu? Dann ein nettes Selfie gemacht und die eigene Geschichte kurz notiert, dann bis spätestens zum 8. September eine Mail damit an foto@dirkpagels.de. Ein Jury entscheidet, welche beiden Paare aus Potsdam und Umgebung einen Hochzeitsfotografen geschenkt bekommen.
Text: Alexander Engels
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Das Letzte kommt zum Schluss: Hafemeister

Karikatur: Jörg Hafemeister
Karikatur: Jörg Hafemeister
Vor gut einem Jahr hat Potsdam den Klima-Notstand ausgerufen. Die Kritik kam prompt, der Vorwurf: Das Ganze sei nicht mehr als “Symbolpolitik”. Klimaforscher bescheinigen der Stadt Potsdam allerdings nicht nur ehrgeizige Ziele, sondern auch erste Taten, die dem Beschluss gefolgt sind. MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister ist sich unschlüssig: “Blinder Aktionismus oder weitsichtiger Aufbruch?”, fragt er sich.
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